Test: Rupert Neve Designs RNHP, Kopfhörerverstärker

Der RNHP steht auf vier festen Gummifüßen, hier geht also nichts kaputt bzw. es wird nichts zerkratzt. Die vier Löcher neben den Standfüßen dienen zum Befestigen des RNHP auf einer VESA-Halterung. Damit lässt sich der Kopfhörerverstärker auch ohne Probleme an einem Mikrofonstativ platzieren. Mein Testgerät trägt die Seriennummer RNHP-00033, darunter ein kleiner Aufkleber, der bestätigt, dass der Abschlusstest bestanden wurde. Hinsichtlich des Designs bleibt Rupert Neve Designs seinen bisherigen Geräten treu. Ohne großes Aufsehen zu erregen wird hier das Nötigste verbaut, was das Gerät braucht, keine glänzende Oberfläche, keine unnötigen Bauteile.

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Erster Einsatz

Laut Rupert Neve Designs liefert der RNHP bei Anschluss eines 16-Ohm Kopfhörers 230 mW, bei 150 Ohm sind es immer noch 175 mW. Den Frequenzgang gibt der Hersteller mit 10 Hz bis 120 kHz an, die Abweichung liegt hier bei plus/minus 0,2 dB. Das Rauschen liegt bei den XLR-/Klinke-Combobuchsen bei -101,9 dBV, am Cinch Eingang entsprechend etwas schlechter bei -100,9 dBV, am Stereoklinkeneingang sind es -88,8 dBV. Insgesamt sind das extrem gute Werte, die sich letztlich natürlich im Klang des RNHP widerspiegeln sollten.

Und das tut es dann auch. Getestet habe ich den RNHP mit den Kopfhörern Shure SRH940, dem Beyerdynamic DT-880 Pro und zwei einfachen Consumer-Produkten. Unabhängig vom Klang der einzelnen Kopfhörer ist das Klangerlebnis beim RNHP zweifelsohne einwandfrei und extrem hoch anzusiedeln. Neben den verschiedenen Kopfhörern habe ich den RNHP auch gegen den JBL M-Patch 2 und den Kopfhörerausgang meines Saffire Pro 40 Interfaces antreten lassen. Die deutlich bessere Abbildung war sofort zu erkennen, das Signal wirkt deutlich straffer und die einzelnen Frequenzbereiche lassen sich schön sauber unterscheiden. Um den Bezug zur Praxis aufzunehmen, ist der RNHP also ein sehr gutes Werkzeug, um – neben dem Abhören mit Studiomonitoren – seine Mixe auch mit Kopfhörern abzuhören und zu mixen. Denn der Klang des RNHP ist schön ausgewogen und vor allem neutral, nichts wird geschönt oder aufgemotzt, sondern es kommt 1:1 so raus, wie ich mir das wünsche. Mal abgesehen davon, dass die zum Einsatz kommenden Kopfhörer natürlich ihre Eigenarten aufweisen.

Rupert-Neve-Designs-RNHP-1

Hinsichtlich der Dynamik und der Raumortung kann der RNHP ebenfalls voll überzeugen. Vermeintliche Probleme, die man von günstigeren Kopfhörerverstärkern her kennt, es sei nur  Crosstalk als Stichwort genannt, spielt beim RNHP absolut keine Rolle, sehr schön.

Forum
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    DJ Ronny  

    Hallo, erst mal danke für den Test. Aber jetzt mal ehrlich, geht das nicht langsam in den Bereich : ich höre das Gras wachsen.? So was habe ich ende der Siebziger selbst gebastelt. Sah fast genau so aus, das Gehäuse war nur aus Plastik und das Netzteil war eingebaut. Das ganze Teil hat ca. 50 DDR Mark gekostet. Gut ich weiß nicht wie die Schaltung heute aufgebaut ist, aber sicher nicht komplizierter als damals. Aber gutes Marketing wird es schon ermöglichen, das es gekauft wird.
    Nehmt es mir nicht krumm, das musst ich aber mal los werden und ich bin kein ( Geiz ist Geil ) Typ.

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      digital-synthologie  AHU

      Du würdest es aber nicht umsonst für andere zusammenschrauben. Jetzt zieh mal die Mwst ab, die Händlermarge, die Vertriebsmarge, Materialpreis (ist eben keine Plastikkiste), Löhne für den Löter, den Einpacker, der Vertriebler, und dann bist du schon ganz woanders. Und innen drinn wird es auch nicht so aussehen, wie bei deiner Bastelarbeit. Nimm es mir nicht krumm, das musst ich aber mal los werden und du bist also doch der Geiz-ist-geil-Typ.

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        utopia3000  

        Es kommt darauf an wie und wo gebaut wurde. Die meisten Geräte kommen aus China und werden günstig zusammengeschraubt. Genaueres weiß man dann auch nur wenn man ein Teardown vornimmt.

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    Vati  

    So , wie das Gehäuse aussieht, gehe ich mal davon aus, dass Herr Thoma das Gerät selbst designt und mit selektierten , sauerstoffarmen Lötzinn handverlötet hat (mal keine billige Chinakopie). Diese Kisten kenne ich auch noch aus den 80er Jahren. Ein Foto vom Innenleben wäre sehr hilfreich. Ich habe es vor kurzer Zeit an anderer Stelle geschrieben: „Mit Retro-Design lässt sich viel Geld verdienen und dann hören nur noch die Augen“.
    Gruß von Vati

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      Loom9-Studio  

      Ja, ein Foto vom Innenleben wäre wirklich schön gewesen. Aber das dürfte mit dem Aufschrauben von Testgeräten immer so eine Sache sein. Mal wird man es dürfen und mal nicht.
      Glücklicherweise gibt es ein Bild. Wenn man in der G00gle-Bildersuche mal nach „rupert neve designs rnhp“ sucht findet man eins. Viel SMD-Technik, d.h. für mich Maschinenfertigung.
      Ebenso gut wäre mal ein Foto vom Netzteil. Wird denn das dem aufgerufenen Preis gerecht?

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    maddin808  

    Wir diskutieren nicht wirklich darüber, dass ein Preamp von Rupert Neve teurer ist, als ein xbeliebiger, oder?

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      el_dani

      ja, aber es ist auch kein Preamp, der schwache Signale verstärken soll..

      ifi micro idsd ist übrigens eine tolle Option, die auch ein bisschen mehr fürs Geld bietet..

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        maddin808  

        also für mich wäre der auch zu hoch gegriffen und etwas Esoterik steckt schon drin. Aber wer viel Bang for the Buck will, ist bei Neve ja kategorisch falsch :o)

        Für mich tut es ehrlich gesagt ein Behringer HA400 oder mein Fireface.

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    pytrel  

    Naja. Das hat ja nur line eingänge. Also wird es nur so gut spielen wie der Vorverstärker,Soundkarte oder was auch immer ihn mit signal verspeist. Ich finde es heutzutage schon gut wenn ein guter D/A wandler in so einen gerät eingebaut wird. Es gibt ja schliesslich auch Highresaudio und das ist nunmal erstmal digital bevor es Kopfhörer findet

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      a.e.neumann  

      Unlogisch.
      Der RNHP wird erfahrungsgemäss viel länger state-of-the-art bleiben als ein DAC. Modularität ist viel sinnvoller.

      Es bringt nichts, in einer einzigen blechkiste technologien mit allzu unterschiedlichen verfallszeiten unterzubringen.
      Sofern man auf qualität und werthaltigkeit setzt.

      Gerade Hi-Res zeigt, worum es geht: vor 5 jahren konnten die wenigsten DAC mit DSD umgehen oder DSD zu PCM konvertieren und bei 384 kHz verarbeiten. Oder es war bei DSD 64 sense.
      Heute kann das jeder mittelprächtige DAC (oder vielleicht gerade die mittelprächtigen, weil das ein verkaufsargument ist…)

      Der RNHP wird in 5 jahren immer noch in vorderster reihe sein, während der heutige über-DAC dann in die zweite garnitur abgestuft wird. (Oder alle welt nur noch AAC über BlueTooth hört und qualität eh keine rolle mehr spielt.)

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        pytrel  

        Wie weisst du aus eigener Erfahrung das er lange „state of the art“ bleiben wird? Kommst du aus der Zukunft? :-) Unlogisch ist die analog Romantik. Man kann einen Steckplatz für einen D/A Wandler haben den man für die nächste 2000 Jahre upgraden kann. Ist das nicht modular genug? Andere art zu Denken und Prioritäten vielleicht. Unlogisch eher weniger. Die digital Parallelwelt zu ignorieren weil sie nach 5 Jahren zu große schritte macht, ist … naja mir fällt keine Beschreibung ein. Und „state of the art“ finde ich amüsant. Als wären die transistor Schaltkreise von heute futuristischer als vor 50 Jahren. Analoge KH Verstärker (Sehr Gute)… Das gab es schon und gibt es immer noch in (teueren) massen. Jetzt noch einer. Echt RE-VO-LU-TION-NÄHER. State of the art wird sein wenn Digital und Analog verschmelzen und eine Harmonische Einheit bilden . Alles andere ist „History Refurbished“

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