Sadowsky-Sound zum kleinen Preis
Der Sadowsky MetroExp21 HybPj4 ist das günstigste Modell aus der großen Produktpalette von Roger Sadowsky. Neben einer guten Verarbeitung bringt er den klassischen Sound mit, für den diese legendäre Firma bekannt geworden ist. Gepaart mit einer coolen Optik und seiner guten Bespielbarkeit ist er eine echte Kampfansage für alle Player, die ein professionelles Instrument im unteren Preisbereich suchen.
- Was ist es? Sadowsky MetroExpress 21 HybPJ 4 – der günstigste Sadowsky-Bass mit klassischem Design, aktiver Elektronik und PJ-Pickup-Kombination
- Bauweise & Ausstattung: Okoume-Korpus, gerösteter Ahornhals, aktive 2-Band-Elektronik mit Bypass, 21 Bünde, Solid Silver Metallic Finish
- Klang & Charakter: Vielseitige Sounds von modern bis vintage, klar und definiert, mit typischem Sadowsky-Knurren und kräftigem Mittenanteil
- Spielpraxis: sehr gute Bespielbarkeit, ausgewogene Balance, exakte Verarbeitung, inklusive hochwertigem Gigbag
- Fazit: hochwertiger Allround-Bass mit Profi-Feeling zum fairen Preis – perfekt für Studio, Bühne und Vielspieler (ca. 949,- Euro)
Inhaltsverzeichnis
Die Specs des Sadowsky MetroExp21 HybPj4
- Mensur: 34″ (864 mm) Mensur
- Körperform: leicht verkleinerter J-Style-Korpus
- Korpusholz: Okoume, Solidbody
- Halsholz: Gerösteter Ahorn (C-Profil, angeschraubt)
- Griffbrettholz: geröstetes Ahorn
- Einlagen: weiße Punkteinlagen
- Griffbrettradius: 12″
- Sattel: Sadowsky Just-A-Nut III
- Sattelbreite: 38,5 mm / 1,5″
- Saitenabstand am Sattel: Saitenabstand Sattel (komplett): 31 mm / 1,22″
- Halsbreite am 12. Bund: 56,3 mm / 2,22″ Halsbreite am 12. Bund
- Halsbreite am letzten Bund: 65,7 mm / 2,59″ Halsbreite am letzten Bund
- Halsdicke am 1. Bund: 20,8 mm / 0,82″ Halsdicke am 1. Bund
- Halsdicke am 12. Bund: 24,6 mm / 0,96″ Halsdicke am 12. Bund
- Bünde: 21, Neusilber
- Hals-Tonabnehmer: passiver, Sadowsky P-Style Tonabnehmer
- Brücken Tonabnehmer: passiver, brummfreier Sadowsky J-Style Tonabnehmer in 60s Position
- Preamp: Aktive Sadowsky 2-Band-Elektronik (Bass- und Treble-Boost)
- Kontrollknöpfe: Volume / Balance / Treble / Bass
- Push/Pull-Funktion: Push/Pull-Funktion am Bass-Regler für Preamp Bypass
- Mechaniken: Sadowsky Light Mechaniken mit offenem Getriebe
- Brücke: Sadowsky Brücke mit Quick Release für die Saiten
- Hardware-Farbe: Chrom
- Saiten: Sadowsky Silver Label, Stainless Steel, 045 – 105
- Farbe: Solid Silver Metallic High Polish
- Schlagbrett: schwarzes Pearl
- Gewicht: Ca. 4,3 kg / 9,5 lbs (kann variieren)
- Protektor: Sadowsky Fretboard Protector
- Werkzeuge: Innensechskantschlüssel
- Tasche / Koffer: Sadowsky PortaBag
- Hergestellt in: China
Aufbau und Verarbeitung
Roger Sadowsky hatte nie den Anspruch, den E-Bass neu zu erfinden – und das spiegelt sich auch in diesem Instrument wider. Bekanntermaßen modifizierte er zuerst alte Fender mit seiner einzigartigen Elektronik, bevor er dann begann, eigene Bässe zu bauen. Als Vorlage nutzte er dafür natürlich das ihm vertraute und klassische Design von Leo Fender und fügte diesem behutsam einige Verbesserungen hinzu.
Bei unserem Sadowsky MetroExp21 HybPj4 ist dies auch nicht anders – entsprechend sehen wir die typische Formgebung eines Jazzbasses. Wie beim großen Vorbild wurden dem Bass auch zwei Tonabnehmer spendiert, in diesem Fall die etwas außergewöhnlichere Kombination aus einem Precision- und einem Jazz-Pickup. Damit vereint der Sadowsky MetroExp21 HybPj4 die beiden großen Entwürfe des Altmeisters, weswegen er nicht umsonst auch die Bezeichnung „Hybrid“ im Namen trägt.
Die ersten Besonderheiten finden wir bei der Auswahl der Hölzer. Da dieser Rohstoff bekanntlich nicht unendlich verfügbar ist und die klassischen Varianten aus Erle, Esche, Ahorn und Palisander seltener und teurer geworden sind, versuchen Hersteller neue Wege zu gehen. So hat der Sadowsky MetroExp21 HybPj4 einen Korpus aus Okoume – einem Tropenholz aus Afrika, das hauptsächlich im Äquatorraum verbreitet ist und Ähnlichkeiten mit der bekannten Art Mahagoni hat, botanisch betrachtet jedoch nicht zu dieser Spezies gehört.
Der geschraubte Hals samt Griffbrett besteht wiederum aus klassischem Ahorn, das geröstet und somit thermobehandelt wurde. Das Verfahren ist in der Zwischenzeit sehr beliebt und wird genutzt, um das Trocknen der Hölzer zu beschleunigen. Die Hardware in chromfarbener Optik kommt aus demselben Haus wie die schwarzen Pickups samt Potis. Besonders erwähnenswert finde ich die S-Style Security Locks, die kompatibel mit den gängigen Marken wie z. B. Schaller sind.
Die Farbe hört auf den klangvollen Namen Solid Silver Sparkle Metallic Hochglanz und sieht wirklich klasse aus. Dazu passend gibt es ein schönes Pearloid-Schlagbrett, das sich mit einem wunderbaren Kontrast vom Body und den Pickups absetzt. Generell kann man sagen, dass der Sadowsky MetroExp21 HybPj4 ein optisch sehr stimmiges Instrument ist, das irgendwo zwischen den klassischen Vibes eines Vintage-Instruments liegt und gleichzeitig ein modernes, edles Erscheinungsbild mit sich bringt.
Dieser positive Eindruck setzt sich übrigens auch bei der Verarbeitung fort. Instrumente aus Fernost gelten schon lange nicht mehr als billig und auch dieser Bass zeigt, warum: Jede Schraube sitzt sauber dort, wo sie hingehört, man findet keine scharfen Ecken und Kanten oder irgendwelche anderen Ungenauigkeiten. Wie ein Instrument mit einem Neupreis unter 1.000,- Euro wirkt dieser Bass definitiv nicht! Erwähnenswert ist übrigens auch das sehr gute Gigbag, das im Preis inbegriffen ist und das Instrument optimal schützt.
Das Spielgefühl des Sadowsky MetroExp21 HybPj4
Wie fühlt sich dieser Sadowsky nun an? Spürt man, dass es sich um die günstigste Serie handelt? Diese Fragen sind schnell und klar beantwortet: Nein, das spürt man nicht – er fühlt sich richtig gut an und muss sich vor keinem anderen Bass verstecken!
Der tolle Hals mit seinem etwas ausgeprägteren C-Profil als beim typischen Jazzbass lässt sich einfach und mühelos bespielen. Der Bass spricht sauber und direkt in allen Lagen an und schwingt gut durch. Die Balance ist dank der leichten Mechaniken an der Kopfplatte ausgeglichen und überhaupt fühlt man sich einfach sofort zu Hause.
Die Saitenlage war ab Werk etwas höher eingestellt, hier hat man aber schnell mit dem mitgelieferten Werkzeug nachgearbeitet und kann sich alles nach seinen Wünschen einstellen.
Unplugged gespielt bringt der Sadowsky MetroExp21 HybPj4 bereits eine ordentliche Portion Knurren mit sich, ohne dabei zu spitz oder aggressiv zu wirken. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie dieser Sound im Bandmix sitzt und genau den Anspruch erfüllt, den Roger Sadowsky an seine Bässe setzt: echte Workhorses für den viel spielenden Bassisten.
Die Sounds eines Sadowsky Basses
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den MetroExpress-Modellen und den hochpreisigen Serien ist die verwendete Elektronik. Roger Sadowskys klassischer Onboard-Preamp bestand aus Volume, Balance, Bass- und High-Boost sowie seiner speziellen Vintage Tone Control, kurz VTC.
Letztere wurde beim Sadowsky MetroExp21 HybPj4 jedoch weggelassen, weswegen der Bass ohne jegliche Tonblende auskommt – sowohl aktiv als auch passiv. Die Funktionsweise der VTC geht über die einer klassischen Tonblende, wie sie Leo Fender verbaut hatte, hinaus. Neben den Höhen nimmt sie auch Frequenzen aus dem Mittenbereich weg, was sie deutlich stärker in den Klang eingreifen lässt.
Dieses Feature kann man natürlich nachrüsten – Sadowsky bietet hier ein fertig verdrahtetes Einbaukit an, allerdings hat diese Modifikation mit 189,- Euro auch ihren Preis.
Eine weitere besondere Eigenart der Bässe von Sadowsky sind die hauseigenen Pickups, die den Sound klassischer Singlecoils wiedergeben sollen, dabei aber trotzdem als Splitcoils brummfrei arbeiten. Letzteres kann ich nach mehreren Tests des Basses in verschiedenen Umgebungen nur bestätigen: Es sind absolut keine Nebengeräusche zu hören.
Dass die verbauten Pickups so offen, spritzig und dynamisch wie echte Singlecoils klingen, vermag ich leider nicht zu sagen. Im direkten Vergleich zu einigen Jazzbässen hier mit echten Einspulern hört man schon die etwas fehlende Offenheit im Ton. Allerdings sprechen wir hier von Nuancen, die im Alltag auf der Bühne zu vernachlässigen sind. Grundsätzlich geben die Pickups den klaren und knurrigen Sound des Sadowsky MetroExp21 HybPj4 so wieder, wie er auch unplugged am Ohr zu hören war, gefärbt durch den entsprechenden Pickup.
Der Preci bringt das typisch mittige „Röhren“ mit und hat ordentlich Tiefe. Er ist klanglich tendenziell eher auf der moderneren Seite der Skala, für den berühmten ’65er Fender Preci-Sound hat er zu viele Obertöne im Frequenzspektrum und auch etwas zu wenig Wumms am Anfang der Tonentwicklung. Dafür bleibt er immer klar und sauber im Sound und lässt – im Gegensatz zu vielen anderen Preci-Pickups – den Ton nicht undefiniert werden.
Der Bridge-Pickup ist in der typischen 60er-Position angeordnet und hat, wie erwartet, einen offenen, knackigen und hellen Klang. E- und A-Saite kommen wunderbar knorzig daher, die G-Saite singt, ohne dabei quäkig zu werden. Vibes von Jaco Pastorius schweben mit – entsprechend ist dieser Lick auch von ihm inspiriert, natürlich ebenfalls im passiven Modus.
In Mittenstellung beider Pickups bekommen wir den einzigartigen und polarisierenden Sound eines PJ. Entweder man mag ihn oder nicht – hier scheiden sich die Geister. Entsprechend neutral möchte ich auch in der Bewertung bleiben. Im Gegensatz zum Jazzbass hören wir eher eine Auslöschung in den tiefen Mitten im Bereich 300 bis 500 Hz, der klassische „Both-Sound“ zweier gleicher Jazz-PUs liegt in seinem Cut eher höher. Das macht den Sound sehr tight und definiert, allerdings auch weniger druckvoll. Dieser Sound hat definitiv seinen Charakter und damit auch seinen Platz.
Mit der aktiven Elektronik lassen sich die Sounds noch ein bisschen bearbeiten. Das Boost-only-Konzept hat Vor- und Nachteile – man kennt es von Sadowsky aber nicht anders. Die Tonblende vermisst man jedoch trotzdem, selbst wenn man großzügig mit den beiden EQ-Reglern spielt.
So habe ich versucht, dem Sadowsky MetroExp21 HybPj4 einen Oldschool-Preci-Sound zu entlocken, indem ich den Bass-Regler ordentlich geboostet und die Höhen neutral gelassen habe. Das Ergebnis geht in die Richtung – schöner und authentischer wäre es aber mit einer halb geöffneten VTC gewesen, wie ich es von meinen NYC-Sadowskys kenne. Ähnliches gilt für den Bridge-Pickup: Hier kann man mit dem Bass-Boost zwar ordentlich Tiefe dazugeben, ohne dass der Ton „aufgepumpt“ klingt, trotzdem fehlt mir einfach die Möglichkeit, die Mitten zu bearbeiten.





































