Heia Safari - Lasst uns Pedale jagen ...
Safari Pedals ist eine junge Plug-in-Schmiede aus Tel Aviv, die mit knallbunten, intuitiven Effekten frischen Wind in eure DAW pustet – perfekt für Produzenten, Musiker und Soundtüftler, die Lust auf kreative Klangexperimente haben.
- Kreativ & intuitiv: Safari Pedals setzt – neben gutem Sound – auf bunte Interfaces und inspirierende Bedienung statt nüchterner Studiooptik.
- Vielseitiger Inhalt: 24 hochwertige Plug-ins von Amp-Simulation bis Mastering – alles in einem Paket.
- Charakterstarker Sound: Die Effekte klingen eigenständig, hochwertig und laden zum Experimentieren ein.
- Preis-Leistung: Für 359,- Euro erhält man ein kreatives Komplettpaket mit hohem Spaßfaktor und Nutzwert.
Inhaltsverzeichnis
Über Safari Pedals
Safari Pedals ist das Baby eines gewissen Noam Levinberg, einem erfahrenen Mixing- und Mastering-Engineer aus Tel Aviv. Nach fast 20 Jahren Studioerfahrung – oder besser: Studioermüdung – muss er sich wohl gedacht haben, warum Plug-ins eigentlich immer so schnöde und nüchtern wirken. Und so gründete er kurzerhand seine eigene Firma: Safari Pedals.
Die Idee dahinter: Werkzeuge bauen, die nicht nur technisch top sind, sondern vor allem Spaß machen und zum Rumprobieren einladen. Statt klinischer Interfaces gibt’s bunte, intuitive Oberflächen – und Effekte, die den kreativen Kick liefern.
Von Anfang an hat Levinberg auf Zusammenarbeit mit großen Namen gesetzt, etwa mit Produzenten wie Joe Chiccarelli oder Leslie Brathwaite. So entstanden Tools, die Profi-Know-how in inspirierende, zum Experimentieren einladende Software übersetzen.
Das Besondere an Safari Pedals: Die Plug-ins sind leicht bedienbar, aber gleichzeitig abgefahren genug, dass man beim Schrauben oft in unerwartete Klangwelten stolpert. Genau dieser Mix aus Benutzerfreundlichkeit und Experimentierfreude macht den Charme dieser Marke aus – und sorgt dafür, dass Safari Pedals gerade einen nicht unerheblichen Hype erlebt. Und wenn es irgendwo einen Hype gibt, dann muss AMAZONA seine Nase da reinstecken. Here we go!
Das Safari Pedals Everything-Bundle – das ist drin
Es ist gar nicht so einfach, einen schnellen Überblick darüber zu bekommen, was im Everything-Bundle von Safari Pedals tatsächlich enthalten ist. Denn es ist – nun ja – eben everything. Das fängt schon damit an, dass der Hersteller angibt, „alle 24 Safari Pedals Plug-ins“ ins Bundle gepackt zu haben. Nach der Installation habe ich jedoch 25 zur Auswahl. Gut – besser so als umgekehrt, denkt sich der Sparfuchs in mir. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Das Planet of the Amps Pack enthält zwei Plug-ins, die sich in der DAW separat wiederfinden.
Ich habe versucht, euch hier einen Überblick über die mitgelieferten Plug-ins zu verschaffen – jeweils mit einer kurzen Beschreibung. Denn die Namen der Plug-ins sagen meist nur indirekt, dafür aber mit Humor aus, was eigentlich drinsteckt.
- Gorilla Drive: Warme, analoge Saturation – ideal für subtile Sättigung oder leichtes Röhren-Overdrive, um Klangfülle und Obertonreichtum hinzuzufügen.
- Time Machine: Vintage-Kompressor + Filter – mehrere Stilrichtungen aus verschiedenen Jahrzehnten; gut geeignet für kreativen Einsatz oder zur Retro-Beschallung.
- Yak Delay: Vielseitiges Delay mit „wilden“ Features; in Zusammenarbeit mit Dan Mayo. Verzögerungseffekte mit Charakter, sowohl klassisch als auch experimentell.
- Flamingo Verb: vier verschiedene Reverbs in einem Plug-in; morphbare IRs – ideal, wenn man Raumklang kreativ gestalten will (nicht nur Halleffekt, sondern „Charakterräume“).
- Lion Master: Mastering Limiter mit Crossovers, Sättigung und Stereo-Breitenregler – gedacht, um Mixe auf das Endlevel zu bringen.
- Fox Echo Chorus: Tape-Echo + Chorus‐Elemente; Anlehnung an Vintage-Geräte (z. B. Space-Echo); gut für modulierte Verzögerungen mit Alterungscharme.
- Dirty Dog: Reverb (Overdrive & Reverb) Kombination aus Reverb, Overdrive, Filter + Gating; vielseitig zwischen Halleffekt und verzerrter Atmosphäre. Zusammenarbeit mit Joe Chiccarelli.
- Owl Control: Vier Smart-Kompressoren in einem Plug-in; unterschiedliche Varianten („Modes“) – ideal, wenn man eine Kompressorpalette benötigt, ohne ständig zu wechseln.
- Rhino Reverb: Vintage HiFi Reverb mit analogem Einfluss; guter Zusatz, wenn man Raumklänge mit klassischem, musikalischem Flair will.
- Dragon EQ: 3-Band-EQ mit Mid/Side Kontrolle + Drive pro Band; erlaubt, Frequenzbereiche präzise zu formen und dabei Charakter hinzuzufügen.
- Ladybug Reverb: LoFi Reverb Maschine; bietet Charakter von verrauschtem oder gealtertem Raumklang, ideal für Ambient, Sounddesign etc.
- Rabbit Tape: Tape-Distortion + Sättigung („Jungle Warmth Tape Distortion“); für warme, gesättigte Verzerrungen mit Tape-Charakter.
- Camel Strip: Channel Strip: Kompressoren, EQs, und verschiedene Textur-/Farb-Werkzeuge; ein „Allrounder“, wenn du klassisches Mixing-Werkzeug brauchst.
- Cobra Fuzz: Vintage Fuzz mit Biss – viel Verzerrung, Charakter & Schmutz; für Gitarren, Synths oder Effektsounds, wenn’s richtig rau werden darf.
- Hawk Phaser: Modulator/Phaser mit Vintage-Ästhetik; kann subtil für Bewegung oder sehr ausgeprägt eingesetzt werden – schön für psychedelische oder Filter-Effekte.
- Zebra Clipper: Mehrere Clipping-Modi und Bass-Boost; ideal, um Spitzen zu zähmen oder für harmonische Verzerrung oder „edge“ im Mix.
- Bull Sub Machine: Tieffrequente Power-Maschine; geeignet für Sub-Bass-Verstärkung, Basslinien oder um dem Mix untenrum mehr Fundament zu verleihen.
- Planet of the Amps Pack: Zwei Vintage Amp Plugins („Silver Llama“ & „Twin Panda“ laut manchen Quellen) – ideal, wenn man Gitarrensounds oder generelle Amp-Charakteristika gebrauchen kann.
- Sun Bear: Bus Kompressor auf Mastering-Niveau; Glättung, Druck & Fülle über ganze Mixe – nützlich als letztes Glied vor dem Export.
- Level-Or: Charakter-Kompressor/Limiter, inspiriert von klassischer 500er Hardware; ideal wenn’s darum geht, Geschmack & Färbung mit Druck zu verbinden.
- Cassette Bunny: LoFi Tape Distortion; degradierende Artefakte, Satellitentape-Charme etc. – ideal für Sounds, die „nicht perfekt“ sein dürfen.
- Falcon Air Eq: „Air“ hinzufügen – hohe Frequenzen, Glanz, Transparenz; oft nützlich im Mix-Finale oder bei Vocals / Overheads.
- Noam’s Mastering Console: Des Chefchens analoge Röhren-Masteringkonsole emulierend; bietet den letzten Schliff, Röhrensättigung und Klangfarbe im Gesamtbild.
Download und Installation erfolgen problemlos, die gängigsten Formate werden unterstützt:
- AAX native 64 Bit
- AU 64 Bit
- VST3 64 Bit
Nach dem Neustart der DAW (in meinem Fall Logic Pro) befinden sich alle Safari Pedals Plug-ins genau dort, wo ich sie vermutet habe – und es kann losgehen. Um eines gleich vorweg zu sagen: Es ist absolut unmöglich, alle Plug-ins des Everything-Bundles in aller Ausführlichkeit zu demonstrieren – das würde den Rahmen sprengen. Vor allem die speziellen Mastering-Effekte sind so potent und umfangreich, dass wohl ein Workshop mit allen Möglichkeiten, die dieses Bundle bietet, folgen wird.
Der Sound der Plug-ins mit Gitarre
Um es gleich vorwegzunehmen: Das Safari Pedals Everything Bundle ist definitiv nicht nur für Gitarristen gedacht. Ganz im Gegenteil – vor allem Keyboarder und Beatmaker sollten hier ganz genau hinhören. Da ich aber nun mal Gitarrist bin und für die Gitarrenredaktion schreibe, starte ich mit dem, was ich am besten kann: der Gitarre.
Zwei Amp-Simulationen sind im Bundle enthalten. Zum einen der Silver Llama Amp, der einen Vintage-Tube-Amp an der Leistungsgrenze verkörpert, zum anderen der Twin Panda, der die Sounds eines Twin Reverbs simuliert. Wir hören kurz rein: Ihr hört meine Music Man Luke II, direkt ins Audiointerface gespielt und dann durch die virtuellen Amps gejagt. Die Sounds sind verdammt klar aufgelöst und schimmernd. Ob sie irgendwelchen Originalen nachempfunden sind, ist eigentlich völlig egal – sie klingen und fühlen sich einfach gut an.
Ein paar gitarrentypische Effekte bringen den Sound des Twin Panda zum Leuchten:
Das könnte ich jetzt stundenlang so weitermachen – aber irgendwann hört ja auch keiner mehr zu. Ich denke, ich konnte einen Eindruck davon vermitteln, wie die Amp-Simulationen klingen und welches Potenzial in ihnen steckt. Übrigens vertragen sich die Software-Amps auch hervorragend mit anderen Plug-ins. So habe ich zum Beispiel einfach mal einen Tubescreamer aus Amplitube vor den Twin Panda geschaltet – klasse!
Der Sound mit Keys und Drums
Wie schon erwähnt, ist das Safari Pedals Everything Bundle aber auch für Keyboarder und Produzenten attraktiv. Ich bin zwar kein Keyboarder, aber ich versuche trotzdem, euch die Möglichkeiten des Bundles näherzubringen.
Ich begebe mich jetzt mal an ein paar Mastering-Effekte und bastle dafür einen Loop aus Drums, Bass und Synth – ausschließlich mit Bordmitteln aus Logic. Ein kurzer, prägnanter Loop, der euch während der nächsten Zeilen permanent begleiten wird. Also bitte entschuldigt den Ohrwurm – Beschwerden bitte direkt an Apple Inc.
Ihr hört jeweils zunächst zwei Takte des Loops ohne das Plug-in, danach folgen sechs Takte mit aktiviertem Plug-in. Manche Effekte heben natürlich den Ausgangspegel deutlich an. Da das mitunter auch psychoakustisch wirkt, sind Lautstärkesprünge nicht zu vermeiden – und teils sogar gewollt. Ich habe aber versucht, die Pegelsprünge in den Audiobeispielen zu minimieren. Zunächst hört ihr ein paar Presets der Mastering-Effekte; die Dateinamen geben Auskunft über das verwendete Plug-in und das jeweilige Preset.
Die Effekte fürs Mastering veredeln den Gesamtsound, ohne sich störend in den Vordergrund zu drängen. Sie arbeiten subtil – wenn man das möchte. Wer mag, kann natürlich auch ganz gewaltige Verbiegungen vornehmen. Jedes der Plug-ins enthält eine Vielzahl an Presets für Mastering, Keys, Gitarren, Bässe, Drums und Vocals, die als Ausgangsbasis für eigene Kreationen genutzt werden können.
Jetzt kommen ein paar Effekte aus dem Safari-Pedals-Universum, die sich besonders gut für einzelne Instrumentengruppen eignen. Hier werkelt aktuell ein Drumloop – was aber nicht heißt, dass diese Effekte ausschließlich für Drums gedacht sind. Im Gegenteil: Hier öffnet sich eine richtig abgefahrene Spielwiese für kreative Nutzung.
Auch der LoFi-Effekt-Bereich wird von den Safari Pedals gut abgedeckt – und der Hawk Phaser ist ein kleiner Geheimtipp. Hier folgen ein paar Demos; ein Keyboard-Loop dient dabei als Klangbeispiel.
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Was soll die Überschrift? Kolonialrevisionismus?
@Herr Mikrobi Ich finde die Überschrift sehr gelungen, Pedale darf man jagen und „heia safari“ (Sueheli) 👍
@Herr Mikrobi Hmm, ich finds auch grenzwertig, da der Ausdruck einen ganz klaren Kolonialbezug hat. Weiß nicht, ob man den heutzutage nochmal ausgraben muss.
Der positiven Bewertung von Safari Pedals kann ich mich anschließen.
@Muzl Nein, hat er nicht. Er wurde möglicherweise missbraucht. Eine kenianische Sprachlehrerin hat den Begriff ‚Haya, Safari!‘ (wie er eigentlich geschrieben werden muss) sinngemäß übersetzt: ‚Okay, let’s go!‘ im Sinne von ‚aufbrechen‘, ‚Eine Reise beginnen‘.
Ein paar der Plugins gab es auch schonmal umsonst oder woanders zu einem Kauf umsonst dazu.
@ollo Ja, solche Special Deals gibt es immer mal. Einfach die Augen aufhalten.