Test: Sample Logic, Cinematic Guitars 2, Soundlibrary

19. Dezember 2012

Cinematic Guitars 2

Cinematic Guitars II

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Fire!

Der Hersteller Sample Logic feuert die zweite Auflage seiner Gitarrenmisshandlung raus! Neuer Sound und ein neues Interface. Dafür ging man zurück ins Studio und fing mit nagelneuen Aufnahmen an. Die Gitarren wurden davor, danach und während dessen zerstört und verstümmelt. Wie zu Zeiten der spanischen Inquisition hat man sie angebohrt, angekettet, erschüttert, gehämmert und zu allem Übel auch noch in Brand gesetzt, nur um die „Eleganz“ aus dieser Geräuschkulisse zu  sampeln und in diese Library zu packen. Klingt erst mal alles entsetzlich aus der Sicht eines Gitarristen, aber wenn man das Ergebnis hört, war das die Sache schon wert –  zumindest aus der Sicht des Sounddesigners. Und hier ist das Ergebnis.

Install/Download

Ich habe die Download-Version als Link von Sample Logic bekommen. Man lädt zuerst den Installer runter (15 MB) und nach Eingabe der Seriennummer fängt dieser an, die 17 GB (!) herunterzuladen. Es gibt immer noch Städte, Dörfer, Stadtbezirke, wie beispielsweise in Berlin lt. Telekom, die eine miserable DSL-Verbindung haben, weil das Netz noch nicht zu 100% ausgebaut ist. Somit dauerte der Download bei mir gut einen Tag. Was nerven kann, wenn Zeit mitunter eine Rolle spielen sollte. Inzwischen gibt es aber vom Hersteller wieder „custom made“ Boxes für alle Sample Logic Produkte mit dem Datensatz auf USB Stick (ohne Aufpreis!) und dadurch auch wieder alle Sample Logic Produkte direkt im Fachhandel. Achtet bitte darauf, dass ihr eine aktuelle Kontakt-Version (5.0.3) oder höher besitzt. Sonst lässt sich CG II nicht laden.

Um was geht’s hier?

Wie der klangvolle Name schon verrät und der Vorgänger Cinematic Guitars schon eindrucksvoll bewies, dreht es sich bei dieser Library um SoundDesign-Samples in Form von Atmosphären, perkussiven Sounds und Instrument-Samples, mit Schwerpunkt rund um die Gitarre. Diese wiederum wurden (teils) verfremdet und eingekleidet mit bizarren Sounds. Aufgrund seines Klangbildes verdient es auch zu recht den Namen „Cinematic“. Für die Vertonung der Serie „Tatort“ mag es overloaded klingen, aber für amerikanische Serien à la CSI oder für eine coole Vertonung jedweder anspruchsvollen Werbung klingt sie perfekt! Apropos CSI: Bill Brown (Komponist der Serie CSI – NewYork) lieferte auch hier wieder sehr schöne Bonus-Patches. Cool, aber leider nur fünf an der Zahl. Schade, waren doch in CG1 stattliche acht namhafte Komponisten und SoundDesigner mit an Bord.

Anyway, wie der Ami sagen würde, schließlich wollen wir hier unserer eigenen Inspiration und Kreativität folgen! Dafür sind drei weitere Ordner in den Multis vorhanden: Construction Beds, Instrument Stacks und One Note Glory. Etwa 80 Score-Ready Multis helfen, damit sich ein „leeres Blatt Gefühl“ zu Anfang nicht so elendig zieht.

Organisation

Organisation

Womit wir nun bei Inhalt und Organisation wären. Wie soeben erwähnt, gibt es in den Multis vier Ordner inkl. der fünf Bill Brown-Patches. Wie man hier oben im Bild sehen kann, ist CG II genauso organisiert wie CG 1. Was nebenbei bemerkt mittlerweile für fast alle Librarys zutrifft, die über die Kontakt Engine laufen. In der Kategorie Instruments finden wir alle „Einzelsounds“, also auch jene Sounds, aus denen die Multis gebaut sind. Es gibt drei Hauptordner: Atmospheres, Instruments und Percussives. Das klingt erst mal nicht viel. Vergesst aber bitte nicht, dass wir hier 17 GB runter geladen haben. Diese 1200 Instruments verstecken sich in den jeweiligen Unterordnern. Und hier ist wirklich alles dabei, was das Herz eines Soundfetischisten begehrt:

  • Atmospheric/Ambient Soundscapes und Stinger Construction Kits
  • Morphed Guitars, Synths, und Pads
  • Melodic und Percussive tempo-synced Loops
  • Melodic und Percussive Arppegigated/Arpeggiated/Gated Instruments
  • Percussive Impacts, Big Hit Ensembles und Kits
  • Swipes, Scrapes, und Reverse Transitional Effects

User-Interface

User-Interface

Edit & Control

Das User-Interface der CG II hat ein sehr cooles Design und wirkt ein wenig edler als das Interface der CG 1. Allerdings sind die Bedienknöpfe (Buttons) teils zu cool bzw. dunkel geraten, und man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, wo man diese einschaltet und ob sie dann auch an sind. Klick auf den Effektnamen, öffnet den Effekt, und ein Klick auf den schwarzen Knopfschatten rechts daneben aktiviert den Effekt selbst und wird rot. Ich finde zwar, dass die NI-Kontakt eine sehr solide Engine ist, mit der ich sehr gerne arbeite, aber die Größenverhältnisse lassen sich bedingt ändern. Bedeutet: Mir ist das alles einen Tick zu klein und zu dunkel.

Man kann CG II als Presetschleuder genauso benutzen, wie auch als Basis für die Erschaffung eigener Presets. Mit den 40 Effekt- und Parameterveränderungsmöglichkeiten geht das erstklassig, ohne dass man externe Plug-ins wie Delay, EQs Reverb etc. bemühen muss. Als NEU wird „Triggers“ bezeichnet (TRG). TRG bietet 48 Effektketten, die man über sechs Pads on-the-fly ansteuern kann. Einfach eine der roten Taste auf dem virtuellen Keyboard gedrückt halten und schon ändert sich je nach Programmierung der Sound. Das ist das TRG Konzept.

Es gibt noch diverse Kürzel hinter den Presets, die man kennen sollte: 

MW bedeutet „Steuerung über Modwheel“. SEQ bedeutet „vorprogrammierte Instrumente“, die sich stets auf das Tempo eures Sequencers einloggen (Cubase, Logic etc.). AT bedeutet, dass der „vorprogrammierte Effekt über den Aftertouch“ eures Keyboards reagiert. ARG bedeutet, dass der Sound mit „Arpeggigater“ programmiert wurde. Und letztlich bedeutet TRG „Triggers“, Presets deren Effekte über die Trigger Pads aktiviert sind.

Natürlich sind alle jederzeit deaktivierbar bzw. lässt sie sich nach Lust und Laune modifizieren. Beispielsweise mit EQ (CG II nutzt den von SSL entwickelten 4-Band EQ mit Multicore-Sequencer-Funktionalität), Compressor und Filter lässt sich jede Frequenz beliebig verbiegen. Oder man verwendet einen der fertigen Presets. 

Klangbeispiele
Forum

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