Test: Samplitude 11

Neue Klangerzeuger

Ein sehr interessanter Bestandteil des Updates (natürlich aller großen  Versionen) sind drei neue Sounderzeuger-Plug-ins mit ausnehmend gutem Klang.

Beat me: Robota Pro

Beat me: Robota Pro

ROBOTA PRO ist ein Drumcomputer-Plug-in mit Verweis auf die „alte Schule“ mit genau 8 Stimmen, Stepsequencer und einem Händchen für sehr elektronische Drumsounds. Auch das Verfremden von Samples ist gut möglich. Jede Stimme kann ihren Klang wahlweise einen echten Oszillator (Sinus/Triangel/Sägezahn) verwenden oder ein Sample abspielen; dazu kommt ein gerade für Snare- oder Hihatsounds wichtiger Rauschgenerator.
Ring- oder Frequenzmodulation, ein Bitcrusher für Lofi-Sounds, ein Multimode-Filter, eine Röhrensimulation und ein Kompressor erlauben sehr vielfältige Soundgeneration. Instrumente können als Kits zusammengefasst und gespeichert werden, einzelne Sounds lassen sich zum Glück auf separate Ausgänge routen.  Gesteuert wird unser ROBOTA PRO wahlweise über Keyboard oder über den internen Stepsequencer. Die Ansteuerung über MIDI erlaubt auch das Triggern von Patterns, sehr sinnvoll auch, wenn man Samplitude einmal live einsetzen will. Eine Automatisierung  mittels Snapshots ist auch möglich, was sehr interessante Grooves erlaubt. Essentiell ist der ROBOTA PRO, also das, was für eine Komposition selten gebraucht wird, aber für elektronisch arbeitende Musiker eine Komplettlösung für Beats darstellt. Er klingt druckvoll und recht authentisch analog.

Sampleplayer mit Sample-Komplettausttattung: Vita

Sampleplayer mit Sample-Komplettausttattung: Vita

VITA ist ein edel klingender Sampleplayer mit wenig Klangeingriffsmöglichkeiten und guter Sample-Grundausstatung (von Yellow Tools) für alle Arten hochproduziert klingender Musik. Rock- und Popmusiker, aber auch Komponisten werden hier eine sehr gute Grundausstattung an authentisch klingenden und teuer wirkenden Instrumenten finden. Sie können mittels Filter, Filterhüllkurve, Lautstärkehüllkurve und integriertem gutem Hall und Echo und einigen Abspielparametern wie Transpose oder Panoramaposition an eigene Klangvorstellungen angepasst oder deutlich verfremdet werden. Die meisten wichtigen Instrumente liegen in verschiedenen Varianten vor, was für das Anpassen an eigene Stücke sehr hilfreich ist. Auch sind die orchestralen Instrumente eine besondere Erwähnung wert. Insgesamt ein echtes Instrument und ein Eldorado gerade für Musiker mit gehobene Ansprüchen. Ein echter Sampler wie Kontakt bietet aber deutlich mehr Möglichkeiten, und gerade Sampleimport wäre hier wirklich wünschenswert gewesen (auch wenn mittlerweile Freeware hier auch tolle Optionen bietet). Trotzdem klasse.

Neuer VA-Synth: Revolta 2

Neuer VA-Synth: Revolta 2

REVOLTA 2 ist ein universeller, durchdachter und sehr gut klingender virtuell-analoger Synthesizer mit  einer angenehmen Mischung aus Features und einfacher Bedienbarkeit. Zwei quasi-analoge Oszillatoren mit Rauschgenerator und FM, verschiedene Filtertypen, Stepsequencer, neun verschiedene Effekte (von denen zwei gleichzeitig aktiv sein dürfen) und eine komplexe Modulationsmatrix erlauben das Erstellen der wichtigsten Arten von  Synthersizersounds. Die beiliegenden Patches zeigen recht eindrucksvoll das Klangspektrum des Plug-ins, eine durchdacht einfache Oberfläche erleichtert das Selbst-Programmieren oder Veredeln der Presets. Klanglich ist der REVOLTA 2 eher edel und hat, so finde ich, keine echten Schwächen. Vor allem die Flächen und Bässe haben mir gefallen, auch sind sehr schöne Leads möglich. Einer der besten virtuell-analogen Synthesizer auf Softwarebasis und ein weiteres echtes Kaufargument für Samplitude 11.

Forum
  1. Profilbild
    GeorgK

    Nachdem Samplitude 12 in ein paar Monaten erscheinen wird, und die Sam-Update-Preise üblicherweise eher deftig sind, lohnt es sich wohl momentan nicht, die 11er zu kaufen (zumindest bis Magix/Samplitude offiziell eine „grace period“ ankündigt).
    Ach ja: Variverb sollte man bei den enthaltenen Effekten natürlich nicht übergehen (oder habe ich es überlesen?).

  2. Profilbild
    sir stony

    [zweiter Anlauf diesen Kommentar unterzubringen]

    GeorgK:
    Da schließe ich mich an, speziell was die Updatesituation angeht. Die Preisgestaltung ist im Hause Magix tatsächlich für Crossgrader sehr entgegenkommend, für Updates hingegen langt man vergleichweise dreist in die Taschen seiner Kunden, ganz besonders angesichts der Frequenz, mit der man „Major“ Updates bringt.
    Der Test für die Version 11 kommt eigentlich viel zu spät, die 12 steht wohl schon bald in den Startlöchern.

    Ich selbst bin noch bei 10Pro geblieben, weil das, was mir für ein Update am wichtigsten gewesen wäre, den Weg in die Version 11 noch nicht gefunden hatte. Ich hoffe dass dies bei 12 der Fall sein wird, dann werde ich auch ohne zu zögern nachziehen. Samplitude ist in meinen Augen die DAW mit der angenehmsten Oberfläche und bietet mir mit dem vernünftig gewählten Featureset für meine Arbeitsweise den besten Workflow. Seit aus Cubase VST SX wurde habe ich das Redesign der Oberfläche verwünscht, und was nach SX kam hat es leider nur noch schlimmer gemacht. Logic ist auch keine Option, da ich keinen Apfel will, und mit ProTools habe ich mich auch nie anfreunden können, aus mehreren Gründen. Den Wechsel zu Samplitude habe ich bisher nicht bereut, abgesehen von: der noch nicht optimalen Einbindung/Bearbeitung von MIDI und MIDI Geräten/Sub Sequenzern (Clock auf mehr als einem Port?), einem Konsolidieren von Audiospuren und dazugehörigem Batch Spuren Export, sowie der generellen Unfähigkeit OMF zu verarbeiten, was ja nunmal weitestverbreitet ist im Broadcast Bereich. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden.

    Der Test allerdings beleuchtet fast nur die Ausstattung mit Plugins ab Werk, die eigentlichen Qualitäten von Samplitude werden hier garnicht angeschnitten. Man sollte vielleicht mehr hervorheben, dass man diesen Test auch eher nur als „Update“ der bisherigen Tests verstehen muss, z.B. durch entsprechende Hinweise und Links in der Einleitung. Ansonsten aber ein guter Überblick.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    heimlicher könig ? das ist jetzt aber nicht dein ernst…..
    der sequenzer ist wenig bedienerfreundlich und viele effekte sind katastrophal. da gibt es weitaus bessere „daws“ für weniger geld.

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