Test: Samplitude 11

Neue generelle Funktionen und Verbesserungen

Es gibt auch einige weitere neue Funktionen. PRE- und POSTRECORDING erlauben das Verwenden schon vor (oder nach) der eigentlichen Aufnahme aufgenommenen Materials. Solch ein praktisches Merkmal hatten bislang nur wenige Synth-Workstations (Ensoniq) und einige HD-Rekorder. Auf diese Art können ohne Rekordingstress eingespielte „Glückstreffer“ verwendet werden. Auch ein Argument vor allem für Profis.

Auch die MIDI-Bearbeitungsmöglichkeiten wurden erweitert. Eine Quantisierung bei der Aufnahme ist jetzt einstellbar, auch für MIDI-Spuren ist ein Prerecording möglich, und mit „Velocity Dynamics“ gibt es ein MIDI-Plug-in, das Expansion oder Kompression von MIDI-Velocity-Werten erlaubt. Damit kann man beispielsweise zu hart eingespielte Tasteninstrumente etwas dynamischer klingen lassen, was eine Feinzeichnung gerade sanfterer Passagen ermöglicht. Sinnvoll, aber nur selten benötigt. Dazu kommen einige weitere Feinheiten. Einstellungen für das Taktraster lassen sich jetzt direkt ohne Umwege über das Projektoptionen-Menü machen, und der Arranger erlaubt das Einbinden einer Videospur mit einem(!) Videoobjekt. Somit lassen sich Nachvertonungen machen. Für echte Multimediaarbeiten reicht das kaum. Hier fehlen selbst elementare Schnitt- und Überblendfunktionen. Weiterhin gibt es neue, ansprechende Skins, einige neue Befehle für Spezialanwendungen und diverse verbesserte kleinere Details in der Bedienung.

Magix und die germanischen Namen: der Vandal

Magix und die germanischen Namen: der Vandal

Besonderheiten von Samplitude PRO  und Sequoia

Neben viel mehr möglichen Plug-ins pro Spur (64 statt 16) und mehr Spuren (999 statt 128 Audio- und MIDI-Spuren) bieten Samplitude Pro und die Highest-End-Variante Sequoia mehr edle Plug-ins. Für viele Leser sicher interessant ist VANDAL (Virtual Guitar&Bass Amplification), eigentlich das Highlight der 300 Euro teureren Pro-Version und für alle anderen Sequencer auch als Plug-in extra zu erwerben. Er bietet ein komplettes Gitarren- oder Bassrack als Plug-in mit sehr unterschiedlichen emulierten Bodenpedalen, verschiedenen klassischen und neuen Amp-Modellen sowie einer zusätzlichen Effekteinheit mit z.B. Echo, Chorus und Hall zur Veredelung des Gitarren- oder Basssounds. Oberfläche, Bedienung und Sounds sind dabei wirklich gelungen. Eigentlich kann er alles, was von Gitarristen oder Bassisten je gebraucht wird – eine Vielzahl an verschiedenen Effekten und Modellen garantiert größtmögliche Klangvielfalt. Dabei hat er einen sehr präzisen, eher räumlich wirkenden Sound. Im Vergleich zu den Amp-Plug-ins der ersten Generation wie Amplitube (I) klingt er deutlich authentischer. Dies liegt wohl an speziell von Magix entwickelten, wohl neuartigen Amp-Modeling-Routinen. Insgesamt ein sehr gutes Plug-in, das im neuesten Update von Samplitude auch als SE-Variante allen anderen Samplitude-Usern zur Verfügung steht. SE ist in Bezug auf die klanglichen Möglichkeiten etwas eingeschränkt, aber  bietet denselben ungewohnt guten Grundklang.
Nicht ganz neu ist die Analog Modelling Suite, die einen wirklich toll analog klingenden Kompressor mit Bandsimulator, einen  Transientendesigner, einen Channelstrip mit Tube Emulator und seit Update 10 auch einen mächtigen optischen Kompressor integriert. Die Plug-ins stammen – wie viele der neueren Effekte – von Sascha Eversmeier, bekannt durch seine legendären „digitalfishphones“ Plug-ins. Entsprechend gut ist auch die Modeling Suite, die auf diesen Klassikern basiert. Ganz klar Oberklasse.

Zentral für das Update und sehr nützlich: Revolvertracks

Zentral für das Update und sehr nützlich: Revolvertracks

Da Samplitude bekanntlich die Zusammenstellung unterschiedlicher Sound-Objekte auf einer Spur gestattet, gibt es mit den REVOLVERTRACKS für Samplitude Pro und Sequoia jetzt eine Möglichkeit, verschiedene solcher Zusammenstellungen separat zu speichern und aufzurufen. Dies ist sehr sinnvoll, um beispielsweise für eine Produktion verschiedene Mixes mit Introsounds, Soundeffekten oder ähnlichem abzuspeichern, um später die am besten passende Variante zu wählen. Auch ist es praktisch für Experimente mit verschiedenen Fades oder mit den in Samplitude möglichen objektzentrierten Zumischung von Effekten. Ein nötiges Feature für diejenigen, bei denen Zeitnot ein Kaufargument ist.

Forum
  1. Profilbild
    GeorgK

    Nachdem Samplitude 12 in ein paar Monaten erscheinen wird, und die Sam-Update-Preise üblicherweise eher deftig sind, lohnt es sich wohl momentan nicht, die 11er zu kaufen (zumindest bis Magix/Samplitude offiziell eine „grace period“ ankündigt).
    Ach ja: Variverb sollte man bei den enthaltenen Effekten natürlich nicht übergehen (oder habe ich es überlesen?).

  2. Profilbild
    sir stony

    [zweiter Anlauf diesen Kommentar unterzubringen]

    GeorgK:
    Da schließe ich mich an, speziell was die Updatesituation angeht. Die Preisgestaltung ist im Hause Magix tatsächlich für Crossgrader sehr entgegenkommend, für Updates hingegen langt man vergleichweise dreist in die Taschen seiner Kunden, ganz besonders angesichts der Frequenz, mit der man „Major“ Updates bringt.
    Der Test für die Version 11 kommt eigentlich viel zu spät, die 12 steht wohl schon bald in den Startlöchern.

    Ich selbst bin noch bei 10Pro geblieben, weil das, was mir für ein Update am wichtigsten gewesen wäre, den Weg in die Version 11 noch nicht gefunden hatte. Ich hoffe dass dies bei 12 der Fall sein wird, dann werde ich auch ohne zu zögern nachziehen. Samplitude ist in meinen Augen die DAW mit der angenehmsten Oberfläche und bietet mir mit dem vernünftig gewählten Featureset für meine Arbeitsweise den besten Workflow. Seit aus Cubase VST SX wurde habe ich das Redesign der Oberfläche verwünscht, und was nach SX kam hat es leider nur noch schlimmer gemacht. Logic ist auch keine Option, da ich keinen Apfel will, und mit ProTools habe ich mich auch nie anfreunden können, aus mehreren Gründen. Den Wechsel zu Samplitude habe ich bisher nicht bereut, abgesehen von: der noch nicht optimalen Einbindung/Bearbeitung von MIDI und MIDI Geräten/Sub Sequenzern (Clock auf mehr als einem Port?), einem Konsolidieren von Audiospuren und dazugehörigem Batch Spuren Export, sowie der generellen Unfähigkeit OMF zu verarbeiten, was ja nunmal weitestverbreitet ist im Broadcast Bereich. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden.

    Der Test allerdings beleuchtet fast nur die Ausstattung mit Plugins ab Werk, die eigentlichen Qualitäten von Samplitude werden hier garnicht angeschnitten. Man sollte vielleicht mehr hervorheben, dass man diesen Test auch eher nur als „Update“ der bisherigen Tests verstehen muss, z.B. durch entsprechende Hinweise und Links in der Einleitung. Ansonsten aber ein guter Überblick.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    heimlicher könig ? das ist jetzt aber nicht dein ernst…..
    der sequenzer ist wenig bedienerfreundlich und viele effekte sind katastrophal. da gibt es weitaus bessere „daws“ für weniger geld.

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