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Test: Samson L 1200

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Was gibt es zu meckern?

Wenn man eine PA über den Main 2-Ausgang betreibt und gleichzeitig den Kopfhörerregler zum „Checken“ der Signale weit aufdreht, was in der Praxis nicht unüblich ist, gibt es stellenweise ein übles Krachen auf der PA. Meiner Vermutung nach überspricht der Kopfhörerverstärker irgendwie in die Main 2-Schaltung hinein, was dieses derbe Knacken verursacht. Abhilfe schafft hier nur ein leiseres Abhören des Kopfhörers, was bei laufender PA aber oft nicht möglich ist. Diese Schaltung sollte unbedingt verbessert werden. Dieses Problem tritt übrigens NICHT am „normalen“ Main-Out auf (der mit den XLR-Ausgängen), hier kann der Kopfhörer sehr laut gehört werden und es knackt nichts in der dort angeschlossenen Anlage.

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Eine Eigenheit weist die Aussteuerungsanzeige auf, mit der ich mich auch am Ende des Tests nicht anfreunden konnte: Um den Pegel des Stereobusses zu sehen, muss am Stereo-Fader die Taste „Solo“ gedrückt sein, sonst sieht man gar nichts. Man denkt im ersten Moment, man hätte irgendwo einen Kanal gar nicht aufgedreht oder gemutet, wenn rein gar nichts „zappelt“. Das hat mich immer wieder irritiert.

Auch wenn die meisten von uns zumindest einigermaßen des Englischen mächtig sind, ärgert es mich immer wieder, wenn internationale Hersteller nicht in der Lage sind, eine Anleitung in Landessprache beizulegen. Gerade Anfänger tun sich bei Fachbegriffen schwer und würden diese im Zusammenhang besser verstehen, wenn die „Manuals“ in der jeweiligen Sprache vorhanden wären. Es müssen ja nicht unbedingt 20 Anleitungen beigelegt werden, aber wenigstens eine CD-ROM oder eine Downloadmöglichkeit auf der Webseite des Herstellers.

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Was mir auch nicht so richtig gefällt, ist der Schaltknopf für die Phantomspeisung. Dieser sitzt gefährlich nahe an dem Schalter für den Master-Mute und ist auch nicht versenkt eingebaut. Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie in der Pause dieser Schalter versehentlich betätigt oder mitbetätigt wird, weil man die Kanalzüge schnell mal muten möchte. Und benutzt man irgendwo ein Kondensatormikrofon oder eine aktive DI-Box, welche mit Phantompower versorgt wird, steht man dann nach der Pause ohne Ton da….  So ein Schalter gehört entweder auf die Rückseite oder versenkt eingebaut, wo man ihn nur mit einem Kugelschreiber oder Ähnlichem aktivieren/deaktivieren kann.

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Für wen ist der Samson L 1200 richtig?

Duos, Trios und auch Bands mit nicht allzu aufwendiger Schlagzeug-Mikrofonierung werden ihn ebenso wie Entertainer mit mehreren Keyboards mögen. Er ist einfach zu bedienen, braucht nicht sehr viel Platz und bietet das meiste, was man für einen gelungenen Auftritt braucht. Auch für kleine „Homerecordings“ ist er gut zu verwenden, solange man nicht mehr als zwei Spuren gleichzeitig aufnehmen will.

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Fazit

Der Samson L 1200 ist ein – an seinem Preis gemessen – sehr gut klingender und sauber verarbeiteter Kompaktmixer, der auch für Anfänger relativ leicht zu erlernen und zu verstehen ist. Seine Mikrofon-Vorverstärker machen einen guten Job und sind mit den gutmütigen EQs ein gutes Team. Das Pult ist sehr rauscharm und besitzt ein gutklingendes Effektgerät, welches durchaus mit einem soliden Outboardgerät der Mittelklasse verglichen werden kann. Das eingebaute USB-Interface arbeitet sauber und bietet aufgrund durchdachter Routings am Mixer auch weitergehende Overdub-Möglichkeiten.

Das L 1200 verdient klanglich und von der Ausstattung ein „sehr gut“, das Übersprechen des Kopfhörers in den Main 2-Ausgang sowie der in meinen Augen wirklich deplatzierte Schalter für die Phantomspeisung, das nicht sonderlich praxisgerechte Anzeigeverhalten des Stereobusses sowie die nirgendwo existierende deutsche Bedienungsanleitung stufen ihn dann aber auf ein Gesamtergebnis von „gut“ zurück. 

Das Gerät wird auch in einer 20- sowie 32-kanaligen Variante angeboten.

Plus

  • Sehr guter Grundklang
  • Rauscharme Mikrofon-Vorverstärker
  • 4 Subgruppen
  • Gutklingender Effektprozessor
  • Gutmütige, musikalische EQs
  • Subwoofer-Out mit integriertem Low-Pass
  • USB-Audiointerface eingebaut mit Overdub-Möglichkeiten

Minus

  • Starkes Knacksen am Main 2-Ausgang, wenn gleichzeitig der Kopfhörer mit gehobener Lautstärke gehört wird
  • Schalter für Phantomspeisung ungünstig platziert
  • Keine deutsche Bedienungsanleitung, auch nicht zum Downloaden
  • Anzeige des Stereobusses muss erst seperat geschaltet werden

Preis

  • UVP: 475.-
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