Test: Sandberg California VM5, E-Bass

Die Form des massiven Erlekorpus wie auch die Pickup-Ausstattung verweisen jeweils sehr deutlich mit dem Fender Precision-Bass auf einen wahren Klassiker in der E-Bass Historie. Allerdings wurde das Konzept dabei nicht einfach kopiert, sondern weitergedacht, und die Eigenschaften eines Precision Basses sind an die heutigen Ansprüche des modernen Bassisten angepasst worden. So ist neben dem Sandberg P-Style Pickup noch ein Power-Humbucker zu finden, um dem Instrument hinsichtlich klanglicher Varianz auf die Sprünge zu helfen. Dieser Grundgedanke setzt sich in der aktiven Zweiband-Klangregulierung fort, mit der über die vier in Chrom gehaltenen Potis auf Volume, Balance, Treble und Bass Einfluss genommen werden kann. Hierfür ist wie üblich eine 9V-Blockbatterie von Nöten, die auf der Korpusrückseite über ein äußerst trickreichen Klappmechanismus eingelegt wird. Je nach Belieben lässt sich durch Ziehen am Volume-Poti die Elektronik sogar passiv schalten, so dass der Bass ebenfalls ohne Batterieversorgung betrieben werden kann, was im Notfall in einer Live-Situation auf der Bühne ein wahrer Lebensretter sein kann. Um dem Sandberg California VM5 über einen Verstärker angeschlossen wohlklingende Töne zu entlocken, dient der Eingang für ein Instrumentenkabel an der hinteren Korpusunterseite.

Ein typisches Merkmal für Instrumente aus dem Hause Sandberg sind die vier Punkte im Übergang von Korpus zum Hals. Diese haben zwar keinerlei technische Funktion für das Instrument, werden aber aus effizienter Werbewirksamkeit von Sandberg dort platziert, da eher selten die Kopfplatte von Fernsehkameras gefilmt wird, jedoch schon eher der Korpus, wenn die Finger in Aktion gezeigt werden. Neben den beiden Gurtpins am oberen Cutaway und hinterem Korpusende wäre im Bereich des Korpus nur noch die massiv anmutende und chromfarbene 3D-Brücke zu erwähnen. Hier werden die fünf Saiten über eine offene Einspannung fixiert und über die Saitenreiter präzise Richtung Hals geführt. Dieser besteht aus Ahorn und wird bombensicher über sechs Schrauben mit dem Korpus zusammengehalten, was für eine hohe Stabilität spricht. Die fünf Saiten schwingen dabei über einem Palisander-Griffbrett und einer Mensur von 34″ über zweiundzwanzig Bünde. Auf Bundmarkierungen auf der Griffbrettfront, wie z.B. Dot- oder Block-Inlays, wurde komplett verzichtet, was eine saubere Optik beschert. Lediglich an der oberen Griffbrettseite sind die üblichen punktuellen Bundmarkierungen zu sehen, damit man aus Sicht des Bassisten auch immer den richtigen Ton trifft.

-- Sandberg California VM5 Griffbrett mit Kopfplatte --

— Sandberg California VM5 Griffbrett mit Kopfplatte —

Im Übergang von Griffbrett zur Kopfplatte lässt sich mit dem Nullbund ein interessantes Feature finden, das nicht bei vielen E-Bässen zu finden ist. Dies birgt Vor- wie auch Nachteile. Im Vergleich zur üblichen Variante, die Saiten rein über den Sattel zu führen, wobei die Klangeigenschaften des Sattelmaterials ebenfalls in den Gesamtsound einfließen, dient der Sattel in Kombination mit einem Nullbundstäbchen nur noch zur Abstandswahrung der Saiten untereinander. Dabei erklingen gezupfte Leersaiten wie ihre entsprechend angespielten und gegriffenen Bünde. Dieses homogene Klangbild ist durchaus positiv zu bewerten und beschert jede Menge Sustain. Allerdings birgt ein Nullbundstäbchen auch die Gefahr für ungewollte und störende Nebengeräusche, die aus Unachtsamkeit und nicht abgedämpften Saiten resultieren. Ob Fluch oder Segen bleibt somit jedem selbst überlassen. Förderlich für die Aneignung einer „sauberen“ Spielweise ist es allemal.

Die Kopfplatte des Sandberg California VM5 mit den offenen und verchromten Stimmmechaniken samt den großen Drehflügeln unterstreichen den traditionellen Charakter dieses Basses. Hier sind neben dem Sandberg-Logo und dem schrulligen „California“-Schriftzug noch der offenliegende Eingang zur Halsspannschraube zu finden, und ein großformatiger Saitenhalter bringt weitere Präzision in die Saitenführung.

-- Sandberg California VM5 Stimmmechaniken --

— Sandberg California VM5 Stimmmechaniken —

Somit wären alle ausstattungsspezifischen Einzelheiten zum Sandberg California VM5 geklärt. Wie sich der E-Bass in der Königsdisziplin „Sound & Praxis“ schlägt, wird der nächste Testabschnitt zeigen.

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