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Test: sE Electronics guitaRF, Reflexion Filter

21. September 2015

Der kleine Sound-Unterschied

Die Mikrofone der Firma sE Electronics hatten wir bereits mehrfach im Test. Nun stellt der Hersteller ein weiteres Zubehör vor, den guitaRF. Hier handelt es sich um ein Reflexionfilter speziell für Gitarrenaufnahmen. Ob und wie sich der Filter bewährt, soll der nachfolgende Test des sE Electronics guitaRF klären.

Der sE guitaRF

Der sE guitaRF

Konzept

Die Idee hinter dem Filter klingt einleuchtend. Auf der Bühne abgenommene Gitarrenamps sollen von Umgebungsschall möglichst verschont bleiben. Der Reflexion Filter soll nun das Abnahmemikro weitgehend abschirmen. Wichtig ist das vor allem bei Mikrofonen, die nicht nur von vorn aufzeichnen, sondern eine Kugel- oder Achtcharakteristik aufweisen. Gerade die an Gitarrenamps wieder sehr beliebten Bändchenmikrofone sind bauartbedingt eine Acht, nehmen also von vorn und hinten gleichermaßen auf.

Folgerichtig liefert mir der Vertrieb zum Test ein hauseigenes Bändchen gleich mit, das sE Voodoo VR1. Das Voodoo hatte ich schon zusammen mit seinem Stallkollegen 4400a im Test, so dass ich nicht mehr näher auf das Mikro eingehe. Interessierte Leser dürfen aber gern diesem Link folgen.

Eine wichtige Info noch zum Voodoo VR1. Zum Zeitpunkt meines Tests vor 2 1/2 Jahren wurde das Mikro für über 600,- Euro verkauft, was ich damals nicht unangemessen fand. Inzwischen hat sE hier aber eine deutliche Preissenkung vorgenommen. Das Voodoo VR1 wird inzwischen für um die 400,- Euro angeboten! Wer also auf der Suche nach einem guten und günstigen Bändchenmikrofon ist, könnte hier fündig werden.

Forum
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      Armin Bauer  RED

      Hi Markus,

      sengpielaudio ist mir deutlich zu theoretisch.
      Da du meine Tests ja regelmässig liesst, was ich sehr schätze, weisst du ja. dass ich da eher praktisch, bzw. pragmatisch ran gehe.
      Der Filter ist sicher kein Allheilmittel, kann aber in bestimmten Situationen durchaus eine Hilfe sein.
      Die empirischen Studien überlasse ich gern anderen.

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        Markus Galla  RED

        Ich besitze einen in Tests hochgelobten Nachbau des sE Reflexion Filter und habe bezüglich der Kammfilter-Effekte die von Sengpiel beschriebenen Erfahrungen gemacht. Das Problem ist, dass die Nebengeräusche tatsächlich sinken. Alles wird auch etwas „trockener“. Aber zugleich kommt es zu unschönen Verfärbungen. Ich glaube, dass uns unser Gehirn hier erst einmal etwas vorgaukelt. Die Veränderung wird aufgrund der positiven Erwartungshaltung (Werbeversprechen) zunächst positiv bewertet. Nach einiger Zeit merkt man dann erst, dass da doch was nicht stimmt. Dieser etwas topfige Sound fällt dann plötzlich auf.

        Die Frage, die sich mir insbesondere bei dieser neuen Variante des Reflexion Filter stellt, ist: Warum braucht man das für die Abnahme eines Gitarrenverstärkers? Eine ohne Rauminfos aufgenommene E-Gitarre klingt ebenso schlaff wie ein ohne Raum direkt mikrofoniertes Drumset. Live wird niemand ein Bändchen vor den Amp hängen und bei einer Niere vor einem 100W Röhrenamp stellt sich die Frage von Übersprechen überall, aber nicht auf dem Gitarrenmikro. Wer im Studio ein Bändchen verwendet, sollte das eh nur tun, wenn der Raum stimmt. Wer keinen passenden Raum hat, fährt mit einem Plug-in besser.

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          Armin Bauer  RED

          Hallo Markus,

          klar übertreibt die Werbung immer, die wollen ja verkaufen.
          Dass sämtliche Filter keine Ideallösung sind, sollte klar sein, aber evtl. lässt sich ein Übel gegen ein kleineres Übel eintauschen.
          Mit dem Bändchen fand ich das Teil gut (und es werden durchaus auch Bändchen live eingesetzt).
          Mit der Niere gefiel er mir nicht so. Wie geschrieben, offene Box geschlossene Box. Viele, wenn nicht die meisten Gitarristen mögen aber den Sound einer geschlossenen Box.
          Zur Erwartungshaltung: Ich hatte ja schon mal den Kaotika Eyeball zum Test, der von Sengpiel ja auch nieder gemacht wurde. Da hatte ich auch eher die Erwartungshaltung „Schnapsidee“, aber siehe da, gerade für Sprache war das Teil gar nicht mal schlecht.

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    rasmus

    Grad bei Facebook gesehen und dachte mir vielleicht gibt es ja neue Ideen auf dem Feld, aber Pustekuchen ist ja im Prinzip das selbe was es schon gibt nur neu Verpackt.

    Meine Erfahrungen mit Reflektionsfiltern in Kombination mit 8ten sind durchweg schlecht! Die Dinger machen eigentlich, wie auch in dem von Markus schon geposteten Sengpiel Link erwähnt, nur ekelhafte Kammfiltereffekte.
    Natürlich kann es sein das ein Mikrofon in einer solchen Anwendung auch mal klanglich ganz gut da steht mit so einem Kammfilter… aber ohne den Test mit mindestens zwei verschiedenen Mikros der selben Richtcharakteristik gemacht zu haben, am besten in zwei verschiedenen Räumen oder zumindest Positionen, würde ich dem Produkt nicht bescheinigen, dass es seinen beworbenen Zweck auch erfüllt. Noch vorsichtiger wäre ich wenn der Hersteller des Reflektionsfilters mir das Mikro noch nahe legt. ;)

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      Armin Bauer  RED

      Ich verstehe den Ansatz nicht. Wieso sollte es dem Vertrieb nicht erlaubt sein, eine Kombi, von der er überzeugt ist, zum Test anzuliefern? Auf das Mikro bin ich eben nicht näher eingegangen, da es dazu schon einen Test von mir gibt.
      Natürlich hätte ich noch mit einer Kondenser-Acht testen können, ebenso wie mit ca. 40-50 Nieren, die hier sind, aber was würde das aussagen? Es muss sowieso jeder für sich in seinem Setup entscheiden, ob das Teil für ihn in Frage kommt.

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