Der kleine Sound-Unterschied
Die Mikrofone der Firma sE Electronics hatten wir bereits mehrfach im Test. Nun stellt der Hersteller ein weiteres Zubehör vor, den guitaRF. Hier handelt es sich um ein Reflexionfilter speziell für Gitarrenaufnahmen. Ob und wie sich der Filter bewährt, soll der nachfolgende Test des sE Electronics guitaRF klären.
Konzept
Die Idee hinter dem Filter klingt einleuchtend. Auf der Bühne abgenommene Gitarrenamps sollen von Umgebungsschall möglichst verschont bleiben. Der Reflexion Filter soll nun das Abnahmemikro weitgehend abschirmen. Wichtig ist das vor allem bei Mikrofonen, die nicht nur von vorn aufzeichnen, sondern eine Kugel- oder Achtcharakteristik aufweisen. Gerade die an Gitarrenamps wieder sehr beliebten Bändchenmikrofone sind bauartbedingt eine Acht, nehmen also von vorn und hinten gleichermaßen auf.
Folgerichtig liefert mir der Vertrieb zum Test ein hauseigenes Bändchen gleich mit, das sE Voodoo VR1. Das Voodoo hatte ich schon zusammen mit seinem Stallkollegen 4400a im Test, so dass ich nicht mehr näher auf das Mikro eingehe. Interessierte Leser dürfen aber gern diesem Link folgen.
Eine wichtige Info noch zum Voodoo VR1. Zum Zeitpunkt meines Tests vor 2 1/2 Jahren wurde das Mikro für über 600,- Euro verkauft, was ich damals nicht unangemessen fand. Inzwischen hat sE hier aber eine deutliche Preissenkung vorgenommen. Das Voodoo VR1 wird inzwischen für um die 400,- Euro angeboten! Wer also auf der Suche nach einem guten und günstigen Bändchenmikrofon ist, könnte hier fündig werden.




























Und wieder ein Reflexion Filter…..da war doch mal was: http://www.sengpielaudio.com/LiveEndDeadEndUndDasReflexionFilter.pdf
Aber es soll Leute geben, die auf Kammfilter stehen…..und he, nutzten Gitarristen den Effekt nicht ohnehin aus dem Pedal? ;-)
@Markus Galla Ich besitze einen in Tests hochgelobten Nachbau des sE Reflexion Filter und habe bezüglich der Kammfilter-Effekte die von Sengpiel beschriebenen Erfahrungen gemacht. Das Problem ist, dass die Nebengeräusche tatsächlich sinken. Alles wird auch etwas „trockener“. Aber zugleich kommt es zu unschönen Verfärbungen. Ich glaube, dass uns unser Gehirn hier erst einmal etwas vorgaukelt. Die Veränderung wird aufgrund der positiven Erwartungshaltung (Werbeversprechen) zunächst positiv bewertet. Nach einiger Zeit merkt man dann erst, dass da doch was nicht stimmt. Dieser etwas topfige Sound fällt dann plötzlich auf.
Die Frage, die sich mir insbesondere bei dieser neuen Variante des Reflexion Filter stellt, ist: Warum braucht man das für die Abnahme eines Gitarrenverstärkers? Eine ohne Rauminfos aufgenommene E-Gitarre klingt ebenso schlaff wie ein ohne Raum direkt mikrofoniertes Drumset. Live wird niemand ein Bändchen vor den Amp hängen und bei einer Niere vor einem 100W Röhrenamp stellt sich die Frage von Übersprechen überall, aber nicht auf dem Gitarrenmikro. Wer im Studio ein Bändchen verwendet, sollte das eh nur tun, wenn der Raum stimmt. Wer keinen passenden Raum hat, fährt mit einem Plug-in besser.
Grad bei Facebook gesehen und dachte mir vielleicht gibt es ja neue Ideen auf dem Feld, aber Pustekuchen ist ja im Prinzip das selbe was es schon gibt nur neu Verpackt.
Meine Erfahrungen mit Reflektionsfiltern in Kombination mit 8ten sind durchweg schlecht! Die Dinger machen eigentlich, wie auch in dem von Markus schon geposteten Sengpiel Link erwähnt, nur ekelhafte Kammfiltereffekte.
Natürlich kann es sein das ein Mikrofon in einer solchen Anwendung auch mal klanglich ganz gut da steht mit so einem Kammfilter… aber ohne den Test mit mindestens zwei verschiedenen Mikros der selben Richtcharakteristik gemacht zu haben, am besten in zwei verschiedenen Räumen oder zumindest Positionen, würde ich dem Produkt nicht bescheinigen, dass es seinen beworbenen Zweck auch erfüllt. Noch vorsichtiger wäre ich wenn der Hersteller des Reflektionsfilters mir das Mikro noch nahe legt. ;)