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Test: sE Electronics guitaRF, Reflexion Filter

Damit könnte der Test enden, aber trotz der expliziten Namensgebung weist sE darauf hin, dass der Filter auch für andere Instrumente gewinnbringend eingesetzt werden kann. Naheliegend sind da natürlich Bass- und Keyboardamps, aber auch Akustikgitarre, Kontrabass, Saxofon und geschlossene Kickdrum sieht die Firma als Einsatzgebiet. Die akustische Trennung von Snare/Hihat ist da ein weiterer Vorschlag, den ich noch ausprobieren möchte.

Trennung Snare/Hihat

Trennung Snare/Hihat

Dafür verwende ich wieder das D2. Ein dynamisches Nierenmikro ist an der Snare durchaus üblich, wohingegen das Bändchen eher eingesetzt wird, wenn man genau diese beiden Schlagzeugelemente mit eben nur einem Mikro abnehmen möchte.

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Nun, trotz intensivem Bemühen ist mir das Unterfangen nicht geglückt. Der Filter ist nicht so zu platzieren, dass er die Hihat ausblendet. Hinzu kommt, dass es für manche Schlagzeuger schon schwer genug ist, nicht das Mikro abzuschießen, der Reflexion-Filter bietet da noch eine ungleich größere Trefferfläche an.

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Fazit

Gerade in Kombination mit einem Bändchenmikrofon leistet der guitaRF gute Dienste. Das Signal wird direkter, offener und nicht zuletzt lauter. So empfiehlt sich der Filter nicht nur für live, sondern auch im Studio. Beim dynamischen Mikro stellt sich eine Klangveränderung ein, die gefallen kann, aber nicht muss. Die propagierte Unterdrückung der Umgebungsgeräusche ist minimal und aus meiner Sicht vernachlässigbar.

Gut und brauchbar sind die zwei Mikrohalterungen, in vielen Fällen sicher zu unflexibel ist der Ständer. Etwas problematisch dürfte auch der avisierte Verkaufspreis sein. Obwohl, wenn man sich das Voodoo VR1 mit dazu holt und die letzte Preisreduzierung mit einrechnet, ist der Filter quasi umsonst.

Plus

  • guter Sound und Funktion mit Bändchenmikrofon
  • ordentliche Verarbeitung
  • kleines Packmaß
  • zwei Mikrofonhalter inkludiert
  • Montage auf Mikrostativ möglich

Minus

  • Standfuß zu unflexibel
  • Geräuschunterdrückung und Instrumententrennung marginal
  • etwas zu hochpreisig

Preis

  • Ladenpreis: 199,- Euro
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Forum
    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Hi Markus,

      sengpielaudio ist mir deutlich zu theoretisch.
      Da du meine Tests ja regelmässig liesst, was ich sehr schätze, weisst du ja. dass ich da eher praktisch, bzw. pragmatisch ran gehe.
      Der Filter ist sicher kein Allheilmittel, kann aber in bestimmten Situationen durchaus eine Hilfe sein.
      Die empirischen Studien überlasse ich gern anderen.

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        Markus Galla  RED

        Ich besitze einen in Tests hochgelobten Nachbau des sE Reflexion Filter und habe bezüglich der Kammfilter-Effekte die von Sengpiel beschriebenen Erfahrungen gemacht. Das Problem ist, dass die Nebengeräusche tatsächlich sinken. Alles wird auch etwas „trockener“. Aber zugleich kommt es zu unschönen Verfärbungen. Ich glaube, dass uns unser Gehirn hier erst einmal etwas vorgaukelt. Die Veränderung wird aufgrund der positiven Erwartungshaltung (Werbeversprechen) zunächst positiv bewertet. Nach einiger Zeit merkt man dann erst, dass da doch was nicht stimmt. Dieser etwas topfige Sound fällt dann plötzlich auf.

        Die Frage, die sich mir insbesondere bei dieser neuen Variante des Reflexion Filter stellt, ist: Warum braucht man das für die Abnahme eines Gitarrenverstärkers? Eine ohne Rauminfos aufgenommene E-Gitarre klingt ebenso schlaff wie ein ohne Raum direkt mikrofoniertes Drumset. Live wird niemand ein Bändchen vor den Amp hängen und bei einer Niere vor einem 100W Röhrenamp stellt sich die Frage von Übersprechen überall, aber nicht auf dem Gitarrenmikro. Wer im Studio ein Bändchen verwendet, sollte das eh nur tun, wenn der Raum stimmt. Wer keinen passenden Raum hat, fährt mit einem Plug-in besser.

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          Armin Bauer  RED

          Hallo Markus,

          klar übertreibt die Werbung immer, die wollen ja verkaufen.
          Dass sämtliche Filter keine Ideallösung sind, sollte klar sein, aber evtl. lässt sich ein Übel gegen ein kleineres Übel eintauschen.
          Mit dem Bändchen fand ich das Teil gut (und es werden durchaus auch Bändchen live eingesetzt).
          Mit der Niere gefiel er mir nicht so. Wie geschrieben, offene Box geschlossene Box. Viele, wenn nicht die meisten Gitarristen mögen aber den Sound einer geschlossenen Box.
          Zur Erwartungshaltung: Ich hatte ja schon mal den Kaotika Eyeball zum Test, der von Sengpiel ja auch nieder gemacht wurde. Da hatte ich auch eher die Erwartungshaltung „Schnapsidee“, aber siehe da, gerade für Sprache war das Teil gar nicht mal schlecht.

  1. Profilbild
    rasmus

    Grad bei Facebook gesehen und dachte mir vielleicht gibt es ja neue Ideen auf dem Feld, aber Pustekuchen ist ja im Prinzip das selbe was es schon gibt nur neu Verpackt.

    Meine Erfahrungen mit Reflektionsfiltern in Kombination mit 8ten sind durchweg schlecht! Die Dinger machen eigentlich, wie auch in dem von Markus schon geposteten Sengpiel Link erwähnt, nur ekelhafte Kammfiltereffekte.
    Natürlich kann es sein das ein Mikrofon in einer solchen Anwendung auch mal klanglich ganz gut da steht mit so einem Kammfilter… aber ohne den Test mit mindestens zwei verschiedenen Mikros der selben Richtcharakteristik gemacht zu haben, am besten in zwei verschiedenen Räumen oder zumindest Positionen, würde ich dem Produkt nicht bescheinigen, dass es seinen beworbenen Zweck auch erfüllt. Noch vorsichtiger wäre ich wenn der Hersteller des Reflektionsfilters mir das Mikro noch nahe legt. ;)

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Ich verstehe den Ansatz nicht. Wieso sollte es dem Vertrieb nicht erlaubt sein, eine Kombi, von der er überzeugt ist, zum Test anzuliefern? Auf das Mikro bin ich eben nicht näher eingegangen, da es dazu schon einen Test von mir gibt.
      Natürlich hätte ich noch mit einer Kondenser-Acht testen können, ebenso wie mit ca. 40-50 Nieren, die hier sind, aber was würde das aussagen? Es muss sowieso jeder für sich in seinem Setup entscheiden, ob das Teil für ihn in Frage kommt.

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