Test: sE Electronics sE2200, V7 X, Mikrofone

26. Februar 2018

Schallwandler aus Shanghai


Das sE Electronics sE2200 und V7 X sind neue Mikrofone des in der Hafenstadt Shanghai ansässigen chinesisch-amerikanischen Herstellers, dessen Ruf seit Jahren gänzlich weg ist vom asiatischen Billigheimer und der tatsächlich auch relativ teure Modelle in seinem Angebot hat. Mit diesen beiden Mikes habe ich nun allerdings eher günstige Vertreter vor mir liegen und mein Mikrofonvorverstärker im Motu 828x lechzt nun schon hungrig nach Input.

Das sE Electronics sE2200

sE Electronics sE2200

ist nun keine gänzlich komplette Neuschöpfung, da es dieses Modell schon seit vielen Jahren gibt, dies hier ist die neueste Version des weltweit beliebten Großmembraners.

Es handelt sich dabei im Gegensatz zum Electret-Kondensator um ein „echtes“ Kondensatormikrofon, will heißen, die Mikrofonkapsel ist extern polarisiert.

Von außen ist das sE Electronics sE2200 ein robust konstruiertes und richtiggehend solide wirkendes Studiomikrofon, das mit seinen über 600 Gramm auch keinesfalls ein Fliegengewicht ist. Wackelige Mikrofonständer verzieht euch, hier braucht es etwas Stabiles.

Mit der Charakteristik „Niere“ konstruiert, stellt es somit den Vertreter des Universalisten dar, der sich vor so gut wie alles stellen lassen sollte. Der Vorabschwächer lässt sich auf -10 und -20 dB einstellen, womit sich das sE2200 bei Bedarf auch vor einer Kick-Drum betreiben lässt.

Zweistufige Vorabschwächung

Ein schaltbares Hochpassfilter bei 80 oder 160 Hz nimmt den tiefen Frequenzen den „Bauch“, wenn sich ein Signal zu bass-mächtig zeigt. Die Abschwächung erfolgt mit 6 dB pro Oktave, was einen sanften Abstieg der tiefen Frequenzen bedeutet und den Klang nicht „quält“.

Hochpassfilter 80 oder 160 Hz

Die mitgelieferte Spinne ist technisch top und sieht nicht nur optisch vertrauenserweckend aus. Sie ist weit weniger riesig als Vergleichstypen von manchen Mitbewerbern, passt aber bestens zum eher schlanken Erscheinungsbild des sE2200. Das Mikrofon wird in einer Art Spannring festgeklemmt, was hält gut und ist einfach zu handhaben.

Spinne des sE2200

Was auch noch im Karton mit dabei ist: ein Popschutz, der an der Spinne seinen Halt findet sowie einen Ersatzgummi für die Spinne, falls einer der elastischen Spanner seinen Geist aufgeben sollte.

Auch mit dabei: ein Popschutz

Wie klingt das sE2200

Was sofort auffällt, ist das geringe Grundrauschen sowie der hohe Output des Mikrofons, ich musste die Mikrofonvorstufe meines Motu 828x nicht sehr weit aufdrehen. Das bedeutet, dass sich das sE Electronics sE2200 auch an schwachbrüstigeren Preamps gut macht, was seinen universellen Einsatz noch erhöht. Im Umkehrschluss sollte aber dennoch klar sein: je besser der Mikrofonvorverstärker, desto besser klingt auch das sE2200.

Klangbeschreibung ist immer so eine Sache, aber nach über 25 Jahren Recording traue ich mir schon ein Urteil zu. Also: Kraftvoll, kein Mulm im Bassbereich, gute Höhen. Die Höhen würde ich nicht als seidig bezeichnen, aber als klar konturiert und ohne unangenehme Schärfe. Die Mitten sind ganz vorzüglich und haben auch einen gewissen Druck „von unten“. Die Abschattung nach hinten finde ich äußerst gut gelungen, Signale von der Rückseite gehen deutlich in den Keller. Insgesamt also ein sehr gelungenes Mikrofon.

Als kleines Sounddemo gibt es „Gebabbel“ von Onkel Sigi sowie eine Akustikgitarre, die mir Fabian Nafziger eingespielt hat, bei dem ich mich an dieser Stelle für seine Mithilfe bedanke.

Fabian Nafziger

Klangbeispiele
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