Perfekt für Bühne & Studio
Das sE Electronics sE7 sideFire greift das Konzept des gefeierten sE7 Kleinmembran-Kondensatormikrofons auf und sorgt durch eine kleine Änderung dafür, dass dieses noch universeller und vor allem unauffälliger an Instrumenten einsetzbar ist. Der Namenszusatz „sideFire“ ist dabei Programm. Wir hatten das sE Electronics sE7 sideFire Matched Pair-Paket zum Test und sagen dir, warum du dieses Mikrofon deiner Mikrofonsammlung für die Bühne oder das Studio hinzufügen solltest.
Kurz & knapp
- Flexibles Design: SideFire-Kapsel ermöglicht unauffällige Mikrofonierung bei geringem Platz.
- Bekannte Klangqualität: Bewährte sE7-Kapsel mit leichter Höhenanhebung für vielseitigen Einsatz.
- Robuste Verarbeitung: Solide gebaut mit integriertem Low-Cut und Pad-Schalter.
- Großer Dynamikumfang: Hoher Grenzschalldruckpegel macht es ideal für laute Instrumente.
- Top Preis-Leistung: Hochwertiger Sound und Ausstattung zum günstigen Preis.
Inhaltsverzeichnis
sE Electronics sE7 sideFire Kondensatormikrofon
Kapsel und Design des sE7
Beim sE Electronics sE7 sideFire Kondensatormikrofon das Rad nicht neu erfunden, sondern stattdessen auf die bewährte Technologie gesetzt, die es bereits im Namen trägt: Das sE7 sideFire besitzt die gleiche Kapsel wie das sE7.
Das Kleinmembran-Kondensatormikrofon sE Electronics sE7 hat mein Kollege Rocholl schon im Jahr 2021 für euch getestet. Sein Fazit damals:
„Passt – das sE Electronics sE7 Stereo-Set kann sich „hören lassen“. Die technischen Daten sind in Ordnung, die Ausstattung mit schaltbarem -20 dB Pad (136/156 dB SPL) und Low-Cut-Filter ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Klanglich zeigt sich die Kapsel mit leichter Höhenanhebung bei 8 kHz für das typische Arbeitsumfeld eines Kleinmembran-Mikrofons gewappnet. Und der umschließt praktisch „ALLES“, vielleicht mit Ausnahme von Bassdrum, Kontrabass und Posaune. Wenngleich einige Kollegen und Kolleginnen auch davor nicht zurückschrecken – Mikrofonierung dreht sich bei aller Theorie rund um die Themen Richtcharakteristik, Frequenzgang, Eigenrauschen und Grenzschalldruckpegel eben auch um das wenig spezifizierte und sehr individuelle Erfahrungsfeld ‚erlaubt ist, was gefällt‘.“
Und auch in unserem älteren Vergleichstest von sE7 und sE8 von Chris Pfeil aus dem Jahr 2019 zeigte sich Chris überzeugt:
„Das sE7 eignet sich hervorragend für Einsteiger und den Homerecording-Bereich. Wer schnell ein kompaktes und kräftiges Ergebnis haben möchte, ist mit dem sE7 gut beraten. Die Aufnahmen klingen stets so, als wären sie bereits mit einem Kompressor und Equalizer nachbearbeitet. Einschränkungen müssen in den oberen Mitten und Höhen in Kauf genommen werden, die einen recht forschen Charakter haben.“
SE Electronics bleibt sich also selbst treu und bietet weiterhin robuste Verarbeitung und hohe Klangqualität zum günstigen Preis, jetzt aber mit einer um 90° gedrehten Kapsel. Ansonsten bleibt alles identisch: Frequenzgang, Richtcharakteristik, Features:
Technische Daten
Die Richtcharakteristik ist die einer Niere, die Empfindlichkeit beträgt 19 mV / Pa (-34,5 dBV). Der maximale Schalldruckpegel liegt bei 136/156 dB (0/20 dB Vordämpfung), was den Einsatz des sE Electronics sE7 sideFire auch im Nahbereich sehr lauter Instrumente (Trompete, Snare) möglich macht.
Der Dynamikbereich wird von sE Electronics mit 120/140 dB (0/20 dB Vordämpfung) angegeben, was ein sehr guter Wert ist. Der Übertragungsbereich liegt bei 20 Hz bis 20 kHz mit einer breiten Anhebung bei 8 kHz. Ein 80 Hz Trittschallfilter ist ebenfalls integriert. Es arbeitet mit 6 dB/Oktave.
Die 20 dB Vordämpfung sowie das Trittschallfilter werden über zwei versenkte rote Miniaturschalter ein- und ausgeschaltet. Prima, so kann man diese nicht versehentlich im laufenden Betrieb verstellen (z. B. beim Einstecken des Mikrofons in die Klemme). Wobei ich auch schon beim Thema wäre: Dem Mikrofon liegt eine Klemme sowie ein Windschutz bei. Beim Matched Pair-Paket sind diese selbstverständlich doppelt enthalten.
Vielleicht noch kurz einige Worte zur sE7-Kapsel: Es handelt sich hier um eine dauerpolarisierte Elektret-Kondensator-Kapsel mit einem Kapseldurchmesser von 1/2 Zoll. Die Schaltung nach der Mikrofonkapsel ist ein diskretes Class-A-Design mit einer Ausgangsstufe ohne Übertrager. Für den Betrieb des Mikrofons wird wie für Kondensatormikrofone typisch +48 V Phantomspeisung benötigt, die vom Mischpult oder Audiointerface zur Verfügung gestellt wird.
90° sideFire-Design in der Praxis
Was macht nun das sE Electronics sE7 sideFire so besonders? Der Name verrät es: die seitliche Aufnahme über eine um 90° gedrehte sE7-Kapsel. Durch das sideFire-Design wird eine bessere Positionierung überall dort möglich, wo wenig Platz oder eine unauffällige Mikrofonierung Pflicht ist.
Bei der Abnahme von Gitarrenverstärkern hat sich im Live-Bereich ein Mikrofon besonders durchgesetzt: das Sennheiser e906. Sein flaches Design und eben auch die um 90° gedrehte Mikrofonkapsel erlauben das seitliche „Besprechen“ wie bei einem Studiomikrofon. Das hat zur Folge, dass das Mikrofon oft einfach ohne Stativ direkt an einem Kabel flach vor der Lautsprechermembran des Gitarrenverstärkers baumelt. Sehr praktisch, spart das doch Stative und ist einfach unauffällig. Der Sound ist sehr direkt mit minimalem Übersprechen von anderen Instrumenten. Besonders gut gelingt das dann, wenn der Gitarrenverstärker oder -lautsprecher leicht nach hinten geneigt ist.
Auch beim sE Electronics sE7 sideFire ist nun genau das möglich: ein minimaler Abstand zum Instrument bei gleichzeitig minimalem Übersprechen. Zudem lässt sich das Mikrofon aufgrund des geringen Platzbedarfs auch besser innerhalb von Instrumenten montieren, zum Beispiel innerhalb eines Flügels mit geschlossenem oder halb geschlossenem Flügeldeckel, so wie es beim Einsatz eines Flügels innerhalb einer Band zur Minimierung des Übersprechens Pflicht ist.
Der gerichteten und unauffälligen Abnahme von Becken, Akustikgitarren, Bläsern, Chören, Streicher und vielem mehr steht nichts mehr im Wege. Insbesondere beim Einsatz als Matched Pair auf einer Stereoschiene hat das sideFire-Design deutliche Vorteile. Beispiel Chormikrofonierung:
Welcher FoH-Techniker kennt das nicht?
Die Mikrofone werden vor dem Chor aufgestellt, der Soundcheck läuft. Dann entscheidet sich der Chorleiter kurzfristig, einige Chorsänger neu zu positionieren, weil dann die Größenverhältnisse besser stimmen, andere aus den hinteren Reihen nun besser sehen können und, und, und. Doch nun passt der Sound überhaupt nicht mehr, weil der Schreihals aus der letzten Reihe nun in der ersten Reihe steht. Die Mikrofone müssen also neu ausgerichtet werden, um diesem nicht später noch sprichwörtlich als Solisten eine Bühne zu bereiten.
Das gerade mit Gaffa fixierte Mikrofonkabel wird also wieder gelöst, neu ausgerichtet, das Klebeband wieder befestigt. Oder auf das Klebeband wird verzichtet und während des Konzerts stellt der FoH-Techniker mit Schrecken fest, dass das Mikrofon plötzlich zur Decke zeigt und nicht mehr auf den Chor. Alles schon erlebt. Das Problem:
Während beim herkömmlichen Design das schwere Mikrofonkabel am hinteren Teil des Mikrofons zieht und für eine Ausrichtung auf der Stereoschiene das komplette Mikrofon im Winkel verändert werden muss, rotiert man das sE Electronics sE7 sideFire einfach um die eigene Achse, um seine 0°-Hauptaufsprechrichtung auf die Schallquelle auszurichten. Das schwere Mikrofonkabel übt keinerlei Hebelwirkung auf das Mikrofon aus, denn es ist nun unten am Mikrofon befestigt. Sehr praktisch.
Kritik
Viel zu kritisieren gibt es beim sE Electronics sE7 sideFire Kondensatormikrofon nicht. Eine Sache hat mich dennoch gestört: Die beiden beiliegenden Klemmen sind sehr stramm und es erfordert schon einige Kraft, um das Mikrofon in die Klemme zu schieben. Zwar hält es so seine Position sicher im Betrieb bei, lässt sich aber auch deutlich schwerer einsetzen und drehen. Ansonsten ist alles genau so wie es sein soll.







































Danke für den Bericht zu diesem ansehnlichen Mikro.
SE finde ich super. Was ich im Laufe einiger Begegnungen mit Anderen mitbekomme, dass es immer einen „kleiner Schnitzer“ bei den Mikros geben würde. Hier könnte es sich bestätigen… ABER!
Die Preisgestaltung ist doch wirklich mehr als Fair. Zudem sind meine Erfahrung z.B. mit dem sE2300: Gutes Mikrofon mit einer positiven Preis/Leistung und geringe Rauschwerte sowie gute Verarbeitung. So liest sich für mich auch der Rest des Artikels.
Ja, man muss trotzdem wissen welches Mikro was macht, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Weiter so sE!
@CDRowell Hab das v7! echt gut und mein Shop empfiehlt es auch vor dem sm58. für mich eine Art modernes sm58.
gefällt mir auch optisch sehr mit dem schwarz und rotem Windschutz. und es rollt nicht weg! 😀
@Numitron Haben Beide nicht unterschiedliche Charakteristiken? Ja darf man die denn überhaupt mit so unterschiedlicher Technik vergleichen? 😂 Sozusagen Kupfer vs Alu!!
Das V7 ist auch ein nobrainer, wie ich finde.
Das SM58 roll bei mir auch weg!! 😂
Muss wohl ein Alleinstellungsmerkmal sein. 😳
@CDRowell ja, super Niere beim v7!
das v3 hat eine Niere.
dachte so als 100€ Dynamisches allzweckmikro wegen dem Vergleich.😃
muss endlich den exh vocoder v256 in Betrieb nehmen. laut Marko ettlich (retro sound) der beste vocoder der neu erhältlich ist. 😃
@CDRowell welche Schnitzer meinst du?
@Numitron Einer meint, dass z.B. das Logo scharfe Kanten hätte, woran man sich verletzen könne… Ich hab es nicht in der Hand gehabt und tippe mal auf erhöhtes Augenmerk bei der Arbeitssicherheit. 🥴
Eine andere bekam den Stecker nicht in die Buchse und bemerkte gleich: „Also sowas kann man doch nicht verkaufen, wenn der Stecker gar nicht passt.“ Die sich aufbauende Wut über die „blöden Ingenieure“ stieg gefühlt 10 Minuten an, bevor eine unterstützende Person von ihr hinzugezogen wurde…
Beim Einstecken des Kabels gab es für mich keine Hindernisse. – woran es auch immer gelegen haben mag, irgendwie kommt mir innerlich schon Freude auf, wenn Menschen mit von „kleinen Schnitzern“ bei Profi Produkten erzählen 🤫
Aus meiner Sicht macht sE es doch ordentlich mit der Produktqualität.
@CDRowell Meine 7er haben allesamt (2 Stereo-Sets) keine scharfen Kanten. Allerdings sitzt der XLR Stecker wirklich stramm. Mit Metall-Steckern „flutscht“ es aber aber ohne Probleme.
Ich empfinde die eng sitzenden Stecker eher als Vorteil. Aber Montags- Geräte gibt es sicher auch bei sE.
@lookandlisten 🤫😬👍
Hübsche Tele, Markus.
@Tai Ja, das ist sie. Klingt auch toll :-)
@Markus Galla WOHL DEM DER SIE HAT!
Wirklich ansprechend!!😩
Für Akustikgitarre seh ich das Design eher ungüstigt, da ist ein konventionelle Mikrodesign weniger störend da man nur die vordere Fläche der Kapsel vor der Gitarre hat.
@Dimension D Ich fand es gerade extrem praktisch. Moderne Kleinmembran-Condenser haben oft das Problem, dass das Kabel deutlich schwerer ist als das Mikrofon und durch Hebelwirkung hinten einen deutlichen Zug bewirkt. Die Mikrofone bewegen sich dann irgendwann beim Gig in Richtung Hallendecke. Es bleibt dann nichts weiter übrig als entweder Kabelklemmen am Stativ zu nutzen (die ständig abspringen und dann verschwinden), Klebeband (igitt) oder Klett (was aber meistens zu rutschig für die Kabel ist und dann doch nicht hält). Ich habe das Problem öfter bei der Chormikrofonierung.
Beim Sidefire-Design bestehen solche Probleme einfach nicht. Wenn man nicht gerade zwei Mikrofone auf eine Stereoschiene montiert, ist das Mikrofon außerdem unauffällig und wirkt eher wie eine Verlängerung des Stativs. Der Sound war auch top.
Die sE7 haben als Stereo-Set die Neumann KM184 (die ich mir immer kostenpflichtig ausgeliehen habe) ersetzt. Vlt. haben die Neumänner im perfekten Aufnahmeraum noch einen Vorteil.
Für Live-Sessions sind die sE7 flexibler und im Klang absolut gleichwertig nutzbar (teilweise sogar besser).
Diese Side-Variante lässt mich hoffen, Closed-Lid Flügelaufnahmen nun endlich auch mit den 7ern zu machen. sE macht aktuell so ziemlich alles richtig.