Test: Sennheiser ew IEM G4, InEar System

Beiliegender Ohrhörer

Ein Gewinde hat der Stecker am mitgelieferten Ohrhörer-Set allerdings nicht zu bieten. Der schwarze Sennheiser Ohrhörer IE 4 ist von einfacher Bauart. Das Kabel misst ca. 1,2 Meter, die Impedanz der Hörer beträgt 16 Ohm. Im Einzelkauf wird der Hörer zu einem Straßenpreis von 65,- Euro angeboten.

Ohrhörer

Ohrhörer liegt bei

Mit dem Gürtelclip auf der Rückseite des Bodypacks lässt sich der Empfänger an der Kleidung befestigen. Der Gürtelclip kann in zwei Positionen angebracht werden, was Flexibilität beim Tragen ermöglicht.

Drei Homescreens

Der Taschenempfänger bietet zahlreiche Informationen in drei unterschiedlichen Homescreens. Beim Durchschalten lassen sich insgesamt folgende Funktionen anzeigen: Funksignalpegel, Audiopegel, Frequenz, individuell eingestellter Name, Tastensperre, Batteriezustand, Stummschaltung, Pilotton, Bank/Kanal, Limiter, Stereo/Focus, Höhenanhebung. Die Helligkeit des LC-Displays lässt sich ebenfalls anpassen und eine Rauschsperre (Squelch) sowie ein Balanceregler für das Stereosignal sind auch vorhanden. Die einfachste Art mit diesem Bodypack umzugehen, bietet der Menüpunkt Easy Setup. Dazu kommen wir später im Praxistest.

Sennheiser ew IEM G4 in der Praxis

Um mit den vielfältigen Einstellungen auf Anhieb zurechtzukommen empfehle ich, einen Blick in die Kurzanleitung zu werfen. Dort werden wissenswerte Hinweise gegeben, die den Umgang mit diesem System vereinfachen. Tauchen dann noch zusätzliche Fragen auf oder möchte man tiefer in die Materie eintauchen, steht dem Download des kompletten Handbuchs ja nichts im Wege.

Easy Setup als schneller Weg zum Ziel

Am Sender des Sennheiser ew IEM G4 wird zunächst die Funktion Easy Setup aufgerufen. Danach sollte mit dem Bodypack ein Frequenz-Scan durchgeführt werden: Scan New List. Das dauert nur wenige Sekunden, als Ergebnis liefert das Gerät verschiedene Bänke und die Anzahl der dort verfügbaren freien Kanäle. Nach Wahl der gewünschten Bank beziehungsweise des gewünschten Kanals wird der Taschenempfänger mit geöffnetem Batteriefach (dort sitzt die Infrarotschnittstelle) in die Nähe der Infrarotschnittstelle am Sender gehalten. Das Pairing wird im Display des Senders bestätigt und durch den Druck auf das Jog-Dial übernommen. Wenn alles richtig gelaufen ist, leuchtet am Bodypack nun auch die grüne RF LED und die Funkstrecke ist einsatzbereit.

Front

Aufgeräumte Frontpartie

Je nach Vorliebe können am Taschenempfänger nun noch verschiedene Grundeinstellungen vorgenommen werden. Zum Beispiel Squelch, Balance, Mode, High Boost, Auto Lock, Name des Anwenders usw. oder man wechselt in den Modus Advanced, der noch weitere Einstellmöglichkeiten bietet, wie beispielsweise die Feinjustierung des Limiters in den Stufen Off, -6 dB, -12 dB, -18 dB oder einen Volume-Boost mit den Einstellungen 0 dB, 3 dB, 6 dB.

Die Reichweite der Funkstrecke ist in meinem Umfeld problemlos über mehrere Etagen möglich. Sennheiser spricht von 100 Metern. Der Sound ist hervorragend, störungsfrei und glasklar ohne Störungen durch Rauschen. Die mitgelieferten Ohrhörer liefern einen recht guten Klang. Wenngleich an dieser Stelle ein Upgrade auf höherwertige Systeme anzuraten ist, vor allem wegen benutzerfreundlicher Features wie besserem Halt durch verstärkte Kabel und mehr.

Mono- und Stereo-Betrieb

Im Stereo-Betrieb ist der Sennheiser ew IEM G4 möglich, beide Eingangssignale entweder ganz normal als Stereosignal oder als gemischtes Monosignal zu empfangen. Focus nennt sich die Funktion bei der beide Kanäle als Monosignal addiert werden. Über die Balance-Einstellung lässt sich dann das Lautstärkeverhältnis der Mischung ändern. Beispiel: Der Sänger hört seine Stimme und zusätzlich die Summe aller Instrumente. Mit Focus kann er nun das Verhältnis der beiden Signale zueinander verändern und sich lauter oder leiser einstellen.

Sender, Ohrhörer und Empfänger

Sender, Ohrhörer und Empfänger

Ohrhörer separat getestet

Um der Wiedergabequalität des mitgelieferten Sennheiser Ohrhörer Sets IE 4 zu prüfen, habe ich einen separaten Test vorgenommen. Zunächst wurden Sinustöne in Form von WAV-Signalen über ein externes Gerät zugespielt. Schon ab 31.5 Hz sind die Töne mit den Ohrhörern gut zu hören, was für eine gute Wiedergabe der tiefen Frequenzbereiche spricht. Live-Aufnahmen der unvergessenen Amy Winehouse runden das Hörerlebnis ab. Hier sind es besonders die präsenten oberen Mitten, die ein wenig die Basswiedergabe übertönen. Das ist nicht weiter schlimm, denn auf der Livebühne soll sich schließlich dieses Ohrhörer-Set bei InEar-Anwendungen klanglich durchsetzen. Eine zu starke Basswiedergabe ist in diesem Anwendungsbereich eher unerwünscht.

Einsatzbeispiel

Einsatz mit dem Soundcraft Digitalmixer und einem Tablet

Einbindung in Datennetzwerk möglich

Für diejenigen, die vielleicht noch professioneller mit diesem Set arbeiten möchten, sei es noch einmal erwähnt. Der Sender ist über die beschriebene RJ-45 Ethernet Buchse netzwerktauglich. Mit der Software Sennheiser WSM (Wireless System Manager) ist die Fernüberwachung und Steuerung von Sennheiser Drahtlos-Systemen möglich, also auch von diesem Sennheiser ew IEM G4 Set.

Fazit

Mit dem Sennheiser ew IEM G4 der vierten Generation ist professionelles InEar-Monitoring klanglich wie technisch auf einem hohem Niveau. Von der einfachen Bedienung bis hin zu tiefergehenden Einstellungen und individuellen Anpassungen ist das Feld der Möglichkeiten groß. Das mitgelieferte Rack-Kit ist lobenswert, mit dem IE 4 Ohrhörer lässt sich arbeiten. Automatischer Frequenz-Scan und schneller Einsatz über Easy-Setup bieten Sicherheit. So können auch technisch weniger versierte Anwender schnell zum Ziel kommen. Die Geräte sind robust, der Taschenempfänger mit seinem größtenteils aus Metall gefertigtem Gehäuse steckt rauen Bühnenalltag locker weg. Was den Einsatz der möglichen Frequenzen betrifft, sollte man sich über die Vorschriften im jeweiligen Einsatzgebiet erkundigen. Netzwerkfähigkeit bietet professionellen Anwendern perfekte Kontrolle über dieses und andere Systeme. Für mich ist dieses Set erste Wahl.

Plus

  • Klang
  • Sendestabilität
  • Einstellmöglichkeiten
  • solide verarbeitet
  • Rack-Kit mitgeliefert
  • Ohrhörer-Set mitgeliefert
  • Netzwerkfähigkeit

Preis

  • Ladenpreis: 999,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    twstws

    Hallo,
    danke für den Test.
    Für mich wäre jedoch interessanter gewesen wie sich das System im Vergleich zu anderen Systemen schlägt. (G3, PSM 900 usw usw)
    Die Features kann ich ja auch auf der Produktseite oder beim Thomann nachlesen.

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Hallo twstws.
      Na klar, Vergleichstests sind in der Regel spannend. Deshalb machen wir sie ja auch. Leider sind sie nicht immer möglich. Wenn du speziell mit einer Auflistung von Features klarkommst, spricht das natürlich für dich. Dann brauchst du sicher keine längeren Texte. Für andere Leser ist es andererseits hilfreich, Handhabung, Vorteile und Nutzen erklärt zu bekommen. Beste Grüße, Peter

  2. Profilbild
    Wikinger

    Hallo Leute!

    Ich habe selber so ein System im einsatz. Allerdings ist mir aufgefallen das der Empfänger mit den komplexen impedanzen von mehrwdgehörern probleme hat. Der klsng verändert sich extrem bis hin zu ganz schlechter qualität. Vergleiche mit diversen hörern haben dies sehr deutlich gezeigt. Ich selber werde versuchen diese problematik mit anderen produkten zu vergleichen. Auch bei euren tests würde ich das in zukunft einbinden.
    Bei unseren vergleichen haben wir die hörer einmal bei der quelle (mischpult) und dann beim empfänger abwechselnd eingestöpselt. Die klanglichen unterschiede waren z.t. enorm und haben wir so nicht erwartet. Sehr ausgeprägt war der unterschied bei teuren mehrwegsystemen zu hören was für mich nicht sein dürfte. Auf jeden fall nicht in diesem ausmass

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