Test: Sennheiser HD 25

16. November 2004

Sennheiser HD25

Bei DJ-Kopfhörern verhält es sich oftmals ähnlich wie in der Mode – es gibt immer irgendein Modell, das gerade “in” ist. So findet man schon seit einer Weile bei Top DJs wie z.B. Chris Liebing, Tom Wax, etc. den uns vorliegenden Sennheiser HD 25 im regelmäßigen DJ-Einsatz. Grund genug, das Modell einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu sehen, warum es ausgerechnet dieser sein muss …

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Ein bisschen Geschichte

Der Hersteller Sennheiser ist einer der wenigen deutschen Traditionsbetriebe, der seit vielen Jahrzehnten erfolgreich qualitativ hochwertige Köpfhörer und Mikrofone baut. Die Firmengeschichte reicht dabei bis in das Jahr 1945 zurück, wobei man sich zuerst mit der Mikrophonie und später erst mit der Kopfhörertechnik auseinander gesetzt hat. Eine erwähnenswerte Erfolgsgeschichte spielt dabei der HiFi-Kopfhörer HD 414, der bereits 1968 auf den Markt kam und laut Sennheiser der meistgekaufte Kopfhörer der Welt in seiner Gattung ist.

Anforderungen

Die Anforderungen eines DJs an einen Kopfhörer sind gewiss zum Teil individuell verschieden und richten sich nach den speziellen Gewohnheiten. Es gibt aber auch ein paar Eigenschaften, die allgemeingültig sind.

Dazu gehört, dass ein DJ-Kopfhörer möglichst laut sein muss ohne zu verzerren. Des weiteren sollte er eine geschlossene Bauform haben. Diese Features erleichtern das Wahrnehmen des zum Vorhören gewünschten Signals in der Lautstärke eines Clubs und machen das Mischen der Tracks auch ohne allzu große Anstrengungen möglich.

Eine andere Anforderung wäre, dass sich der Kopfhörer mehrere Stunden bequem tragen lassen muss, ohne dem Träger zur Last zu werden. Um das Gehör nicht unnötig stark zu belasten, sollte der Kopfhörer auch über ein relativ neutrales Frequenzspektrum verfügen, da sonst meist bei längerer Benutzung „Gehör-Ermüdungen“ auftreten.

Schauen wir mal, ob der HD 25 diesen Ansprüchen genügen kann und wie er sich im Vergleich zu seinen gängigsten Mitbewerbern darstellt.

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Bereits direkt nach dem Auspacken fallen sofort das geringe Gewicht und die sogar etwas filigrane Anmutung des HD 25 auf. Man könnte den Eindruck bekommen, es handele sich um einen leicht zerbrechlichen Kopfhörer, den man lieber nicht den Strapazen eines DJ-Gigs aussetzten möchte – gerade wenn man sich im direkten Vergleich die Gegenspieler aus dem Lager Sony oder Technics anschaut. Zum Vergleich haben wir zwei andere sehr verbreitet Modelle zu Rate gezogen und zwar den Sony MDR-V700 und den Technics RP DJ1210.

Der zunächst aufgekommene Eindruck der filigranen Anmutung des HD 25 täuschte uns aber völlig, denn selbst nach einigen härteren Einsätzen sieht der HD 25 immer noch ganz frisch aus.

Schauen wir uns die oben gestellten Forderungen im Detail an.

Im direkten Vergleich der drei Kandidaten gewinnt der HD 25 gleich mal den ersten Test; er ist nämlich der lauteste – und das ohne Verzerrungen! Das geringe Gewicht verschaffen ihm auch in der Disziplin Tragekomfort einen leichten Vorteil, wobei sich der Kollege aus dem Hause Technics durch seine sehr angenehme weiche Polsterungen auch sehr gut tragen lässt. Der Sony Kopfhörer dagegen ist deutlich schwerer.

Bei allen drei Modellen handelt es sich um geschlossene Kopfhörer, eine Unterscheidung liegt aber darin, dass sowohl HD 25 als auch RP DJ1210 „ohraufliegend“ sind und der MDR-V700 „ohrumschließend“ ist. Was das im Einzelnen bedeutet, kann man sich aus den genannten Adjektiven ableiten.

Alle drei Kopfhörer erfüllen die Auflage „geschlossen zu sein“ trotz der baulichen Unterschiede ohne Beanstandungen und ohne erkennbaren Vorteil für die eine oder andere Lösung.

Die Ergebnisse der letzten Testdisziplin, das abgebildete Frequenzspektrum, stellen sich für uns folgendermaßen dar: Es gibt nur kleine wahrnehmbare Unterschiede. Neutral klingt dabei am ehesten der Technics-Kopfhörer, wobei dieses Feature für den DJ Gebrauch aber nicht das wichtigste ist. Als Studio-Kopfhörer könnten wir allerdings keinen der drei Modelle empfehlen. Aber dafür gelten auch andere Ansprüche.

Einzelteile verfügbar – sehr praktisch!

Der Sennheiser HD 25 Kopfhörer ist zweifelsohne für den langjährigen Gebrauch ausgelegt, bei dem das eine oder andere Teil auch mal kaputt gehen kann. Für diesen Fall, der im rauen DJ-Gebrauch durch häufigen Transport, lautes Hören und eventuelle Unachtsamkeit auch nicht auszuschließen ist, hat Sennheiser vorgesorgt. So kann man Einzelteile ohne großen Aufwand und vor allen ohne teuren Reparaturservice selbst austauschen. Hier möchten wir das Prädikat „sehr gut!“ verleihen! Auch die Beschaffung der Ersatzteile geht problemlos von statten. Diese befinden sich als direkt bestellbare Artikel z.B. in den Online-Stores der bekannten deutschen Musikhäuser.

Jeder DJ, der schon mal einen anderen defekten Kopfhörer z.B. wegen einer defekten Ohrmuschel oder einem Kabelriss wegschmeißen konnte, wird dieses Feature beim HD 25 zu schätzen wissen!

Ein weiteres sehr angenehmes Detail ist, dass man mit wenigen Handgriffen über einen Tausch der Hörmuscheln das einseitig geführte Kabel auf der jeweils anderen Seite entlangführen kann.

Kein Telefon?

Das Anschlusskabel des Sennheiser HD25 ist im Gegensatz zu den Telefonkabelausführungen der meisten Mitbewerber-Produkte als starres Stahlkabel mit einer Länge von 1,50 m realisiert worden. Wem das zu kurz ist, der kann alternativ auch auf das Modell HD 25-13 ausweichen und hat dann ein drei Meter langes Kabel zur Verfügung.

Grundsätzlich hat man bei dieser Sennheiser DJ-Kopfhörer-Serie dem Gewichtsvorteil Tribut gezollt – daher auch das zunächst filigrane Erscheinungsbild, das aber auf keinen Fall mit Zerbrechlichkeit zu verwechseln ist – trotz leichtem Gewicht ist der HD25 sehr stabil!

Im Zusammenhang mit dem Gewichtsvorteil hat man im Hause Sennheiser ein Kabel gewählt, das ebenfalls ein sehr geringes Eigengewicht hat. Trotzdem muss man sich nicht darum sorgen, dass das Kabel durch plötzlich auftretende Zugbelastungen abreißt. Eine Steckerlösung ermöglicht je nach Bedarf eine Anschlussmöglichkeit an eine 3,5 mm oder 6,3 mm Buchse.

Schade ist nur, dass man bei Sennheiser auf eine Tasche verzichtet hat, die bei Modellen anderer Hersteller zum Lieferumfang gehört und so vor Schmutz und Feuchtigkeit im DJ-Alltag schützt.

Fazit

Der Tragekomfort des HD 25 ist hervorragend. Auch die Möglichkeit, den Kopfhörer „komplett“ umbauen und im Reparaturfall auch ohne Werkstatt zerlegen zu können, zeugt von der Praxisnähe, die Sennheiser bei dem Design seiner Produkte zugrunde legt – also kein unsinniger Schnickschnack, sondern Features, die man wirklich braucht.

Die Entscheidung „flexibles“ oder „starres“ Anschlusskabel muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden, könnte aber für einige doch ein entscheidendes Argument für oder gegen einen Kauf dieses ansonsten hervorragenden Kopfhörers sein.

PLUS

++++ hervorragende Passform und Trageeigenschaften

++++ sehr geringes Gewicht

++++ sehr gute Dämmung

++ guter Klang

MINUS

– keine Tasche

(-) kein Telefonkabel

Preis:

Herstellerpreis: 201 EUR

Straßenpreis: ca. 149 EUR

Ersatzteile:

Ersatzkabel: ca. 26,70 EUR

Ohrpolster: ca. 12,00 EUR (das Paar)

Kopfpolster: ca. 5,30 EUR

Technische Daten:

Nennimpedanz: 70 Ohm

Nennbelastbarkeit: 0,2 W

Andruckskraft: ca. 2,5 N

Gewicht ohne Kabel: ca. 140 g

Klinkenstecker: 3,5/6,3 mm stereo

Wandlerprinzip: dynamic. closed

Ankopplung an das Ohr: supraaural

Kabellänge: 1,5 m

Schalldruck bei 1 kHz: 120 dB (SPL)

Klirrfaktor bei 1 kHz < 0,3%

Audio-Übertragungsbereich: 16 Hz – 20 kHz

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Headbanging-Tauglich!!!

    Ich nutze den HD-25 schon jahrelang, allerdings überwiegend im Studio.
    Da ich überwiegend Nachts im Studio arbeite, kann ich nie so laut drehen, wie ich möchte.
    Dann nehme ich den HD-25 und/im Wechsel auch den Beyerdynamik DT770pro.
    Der HD ist, wenn ich am Kurbeln und Schrauben bin, besser.
    Er sitz fest (beim Headbanging) und ist neutral im Klang und dabei sehr laut.
    Den DT770pro nehme ich eher zum Schluß, um das Ergebnis entspannt ab zu hören.
    Für Live-Anwendungen ist er auch super geeignet.
    Oft sind die DJ-Monitore eher schmerzhaft, als nützlich.
    Rock it!

    • Profilbild
      THEXCEE  

      HY Olaf, grüß Dich! weißt noch..“Sandra´s Waschmaschine“ ;)
      Olaf, ich bräuchte jetzt mal noch den Einbauvorgang für das MOD in die SU700 – ich weiß lang ist´s her ;) aber was lange währt, wird … ;)
      sG Chris

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich hatte erst den diffusfeldentzerrten DT770 als geschlossenen und angenehm zu tragenden Hörer im Heimstudio angeschafft und den „HD25-1 II“ als Ergänzung für unterwegs besorgt.
    Im Vergleich zum DT770 von Beyerdynamik ist der HD25 genauer in der Auflösung, mehr wie eine akustische Lupe. Allerdings drückt er auch anfangs ein wenig auf die Ohren so dass der DT770 in Bezug auf den Tragekomfort angenehmer ist. Das gibt sich mit der Zeit aber und eigentlich sind alle beide sehr gute Kopfhörer, die Umgebungsgeräusche hervorragend abschirmen. Eine Tasche war 2009 auch im Lieferumfang enthalten.

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