Test: Sennheiser MK 8, Doppelmembran-Kondensatormikrofon

Damit kommen wir zu den Instrumenten, Akustikgitarre steht auf dem Programm. In der Nierenposition liefert das MK 8 eine ausgewogene Tonspur ab. Etwas fokussierter und schlanker gerät der Vortrag mit der Superniere und die breite Niere zeigt hier tatsächlich das Ergebnis, das zu erwarten war, sie klingt…breiter. In meiner Aufnahmesituation ausgesprochen gut arbeitet die Kugel, sie fügt dem Sound eine gewisse Drei-Dimensionalität zu. Die Acht hingegen forciert hier eine Frequenz um die 800-1000Hz, die etwas störend wirkt.

Der Vergleich zum C 414 endet hier unentschieden, das AKG Mikrofon klingt hier erdiger und intimer, wäre jetzt mein Favorit, wenn es Richtung Bluesgitarre geht, das Sennheiser deckt hier eher den modernen Pop-Kontext ab.

Auch am Gitarrenamp macht das MK 8 eine gute Figur. Für solche Tests benutze ich inzwischen den von mir im Musikding-Workshop gebauten Übungsamp.

http://www.amazona.de/test-diy-musikding-little-rebel-rat-distortion-angel/

Das MK 8 vor dem Amp

Das MK 8 vor dem Amp

Hier wird auch wieder deutlich, wie nah die Charakteristiken klanglich beisammen liegen, Unterschiede sind nur in Nuancen wahrnehmbar. Kugel und Acht nehmen natürlich mehr Umgebungs- uns rückgerichtete Klänge auf, das ist systembedingt.

Das AKG Mikro gefällt mir hier einen Ticken besser, die Höhen kommen nicht so brachial und damit cremiger rüber, die Mitten klingen insgesamt kompakter.

Forum
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    Klaus Joter  

    Zuerst ein Danke für den Test. Aber leider muss ich feststellen, dass er gerade dort, wo er für mich hätte wichtig werden können, sprich bei Flügel/Klavier, Blas- und Streichinstrumenten, keine Aussage machen kann. Ich verstehe nicht, wie man sich immer wieder auf Stimme, akust. und el. Gitarren sowie Drums kapriziert. Gerade bei etwas höherwertigeren Kondensatormikros sollte man nicht mehr von einer 08/15-Bandbesetzung ausgehen und stattdessen voraussetzen, dass damit auch anspruchsvollere Aufgaben erfüllt werden sollen.
    Wenn es nur nach der Optik ginge, würde ich Sennheiser – wie fast immer – eine goldene Zitrone verleihen, aber das nur nebenbei.

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    Armin Bauer  RED

    Hallo Klaus,

    natürlich hast du da recht. Es muss für den Tester aber auch zu leisten sein.
    Ich möchte mal erläutern, wie so ein Test bei mir abläuft.
    – Anfrage der Radaktion, ob Interesse besteht.
    – Zusendung des Testobjekts durch (i.d.R.) den Vertrieb
    – Testen im eigenen Studio. Da ich im Moment kein Recordingstudio mehr betreibe, sondern Mix und Mastering abdecke, können hierbei eben Stimme und die Instrumente getestet werden, die ich (wenigstens leidlich) spiele. Streich und Blas gehört da eben nicht dazu, Flügel fällt mangels Besitz weg.
    – Wenn möglich Antesten bei einem Live Event. Das hängt aber davon ab, ob da im Testzeitraum ansteht und ob dann vor Ort auch die Zeit und das Entgegenkommen der Musiker vorhanden ist.
    Grundsätzlich lässt sich sagen: Was für Stimme tut ist bei den meisten Bläsern auch unproblematisch. Wenn es an der akustischen Gitarre klingt ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch, dass Piano/Flügel auch ganz anständig rüber kommt.
    Übrigens gerade in Vorbereitung: Ein dritter Teil meines „Mikrofonieren für die Bühne“ Workshops, dieses Mal genau für die von dir geforderten Instrumentenabteilungen. Vielleicht kannst du nach Erscheinen ein Feedback geben und die etwas maue Resonanz auf die Reihe damit erhöhen :-)
    Grüße Armin

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