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Test: Serato Sample, Sampler-Plug-in

Perfektes Plug-in für Sample-Freaks

30. Januar 2026
serato sample test

Serato Sample, Sampler-Plug-in

Serato Sample ist ein Sampler-Plug-in, das sich vorwiegend an Musikproduzenten für Sample-lastige Musik, wie beispielsweise Hip Hop oder Drum’n’Bass und DJs richtet. Der Fokus liegt auf schnellem und kreativem Sampling, unterstützt durch hilfreiche Funktionen und eine einfache Bedienbarkeit. Außerdem wird ein Artefakt freies Timestretching versprochen. Ob und für wen sich das recht spezifische Plug-in lohnt, wollen wir in unserem Test herausfinden.

Kurz & knapp
Was ist es? Serato Sample, Sampler-Plug-in für Produzenten und DJs mit Fokus auf schnelles, kreatives Sampling.
  • Workflow: Extrem schneller, auf Performance orientiertem Sampling-Workflow mit Cue-Punkten, Autoset-Funktionen und MIDI-Einbindung.
  • Klang & Algorithmen: Sehr hochwertiges, Artefakt armes Timestretching dank Serato Pitch ’n Time sowie überzeugende Echtzeit-Stem-Separation.
  • Einsatzbereiche: Ideal für Chopping, Remixe und auf Sample basierte Instrumente.
  • Fazit: Leicht zu bedienen, kreativ und spezialisiert – ein starkes Werkzeug für samplelastige Produktionen, trotz einfacher Effektsektion.

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Serato Sample

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Ein Sampler für DJs?

Mindestens einen guten VST-Sampler nennt sicherlich jeder von uns bereits sein Eigen. Da fragt man sich womöglich zunächst, wozu man noch einen Sampler braucht. Was kann Serato Sample, was Sampler XY nicht kann? Die Antwort wird schnell klar, sobald man einen ersten Blick auf die Bedienoberfläche wirft. Hier geht es nicht um Klangsynthese oder darum, sich aufwendige Instrumente aus Samples zu erstellen. Viel mehr soll man zu einem anderen Workflow, verbunden mit neuen Ergebnissen, verleitet werden.

Serato begann zwar mit Serato Live (heute Serato DJ) als Soft- und Hardware-Hersteller für DJs, hat aber mit Serato Sample und der hauseigenen DAW Serato Studio, schon längst die Brücke zum Thema Produzieren geschlagen. Da einige DJs oftmals früher oder später auch anfangen, selbst zu produzieren und auch umgekehrt, spielt Serato für viele eine wichtige Rolle. Das identische Design aller Software hilft da enorm, um sich vom einen zum anderen Arbeitsfeld einfach einarbeiten zu können.

Serato DJ Pro

Features von Serato Sample

Zunächst ein paar technische Eckdaten zu Serato Sample im Überblick:

  • Betriebssystem: macOS 11 (oder höher), Windows 10 (oder höher)
  • Fomate: VST, VST3, AU, AAX
  • unterstützte Dateiformate Mac: aac, aif/aiff, mp3, mp4, m4a, wav, ogg, flac
  • unterstützte Dateiformate Windows: aif/aiff, mp3, wma, ogg, flac
  • unterstützte Abtastraten: 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz, 176,4 kHz
  • unterstützte Bittiefe: 16 Bit, 24 Bit, 32 Bit
  • benötigter Speicherplatz: 15 GB

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Sample-Analyse (Tonart & BPM)
  • Autoset-Funktion für Cue-Punkte
  • Serato Pitch ’n Time Algorithmus
  • Echtzeit-Stem-Separation

Die Bedienoberfläche von Serato Sample

Die Bedienoberfläche von Serato Sample wird jedem vertraut vorkommen, der bereits mit Serato DJ Pro oder einer älteren Version gearbeitet hat. Doch auch ohne vorher mit einer Serato-Software in Kontakt gekommen zu sein, sollte die Bedienung rein intuitiv und spielerisch gut zu erlernen sein. Im Kern geht es darum, innerhalb eines Songs oder Samples Cue-Punkte zu setzen, um diese später neu zu programmieren oder über einen MIDI-Controller neu einzuspielen.

In der oberen Zeile gibt es ganz links eine Undo/Redo-Funktion und rechts drei Schalter für Velocity, Quantize und das Nutzerprofil. Velocity bezieht sich auf eingehende MIDI-Signale und Quantize führt dazu, dass neue Cue-Punkte und deren Endpunkte immer auf 1/8 quantisiert werden.

Das Nutzerprofil in Serato Sample

In der Zeile darunter befindet sich eine Abspieltaste mit einem Hold-/Trigger-Modus und die Option, die Samples monophon oder polyphon abzuspielen. Daneben befinden sich vier Schalter für eine Echtzeit-Stem-Separation (Vocal, Melody, Bass, Drums).

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Wie auch in der DJ-Software werden in mehreren Informationsfeldern Künstler und Titel inklusive Tonart, BPM und Laufzeit angezeigt. Tonarten und BPMs können natürlich verändert und angepasst werden und neben praktischen Schaltern für Half- und Doubletime gibt es auch eine Sync-Taste.

Ganz rechts im GUI sitzt die Pitch ’n Time-Taste, die die Sync-Funktion deaktiviert und Tonhöhe und Laufzeit an die jeweiligen Vorgaben anpasst.

Die gesamte Bedienoberfläche von Serato Sample

Die Wellenformanzeige zeigt uns verkleinert das Audiosignal von Start- bis Endpunkt und vergrößert eine bestimmte Auswahl zum Einfügen und Verschieben von Cue-Punkten. Links gibt es Tasten für Zoom In, Zoom Out, Freeze und Grid. Freeze führt dazu, dass der Positionszeiger an ausgewählter Stelle fixiert bleibt, wodurch sich die Cue-Punkte editieren lassen, ohne das Playback stoppen zu müssen. Die Grid-Taste öffnet ein neues Fenster, um das Grid nach Bedarf anzupassen.

Die Farben sind wohlgemerkt nicht zufällig gewählt, sondern unterscheiden sich nach Frequenz zur einfacheren Identifizierung.

Auch das klassische Scrubbing, das einige bereits von Serato DJ oder manchen Studio-Controllern kennen, wurde hier eingefügt. Das hilft enorm, um beim Setzen und Verschieben der Cue-Punkte Transienten exakt zu erkennen.

Das Sample Deck im typischen Serato-Look

Für jeden Cue-Punkt gibt es Regler für Lautstärke, ein Filter im DJ-Stil, zwei Regler für Attack- und Release-Zeit, eine Reverse- und eine Favoriten-Funktion. Letztere wird zu einem Glide-Regler, sobald man sich im Keyboard-Modus befindet.

Zudem gibt es noch eine Timestretch- und Cue-Shift-Funktion. Die Timestretch-Werte reichen von – 75 % bis + 300 %. Wie beim globalen BPM-Menü lässt sich hier eine Einstellung schnell verdoppeln oder halbieren. Die Cue-Shift-Funktion transponiert einen Cue-Punkt um bis zu 12 Halbtöne rauf oder runter.

Ganz rechts befindet sich noch ein Setting-Menü, in dem man die Nummern, die MIDI-Informationen und die Ausgänge für jedes Cue Pad einstellen kann.

Kanalzuweisungen für einzelne Pads

Über die 32 Cue-Pads werden die Cue-Punkte abgespielt. Möchte man die Cue-Punkte chromatisch auf einem Keyboard anordnen, sollte man links unten beginnen. Die Cue-Punkte werden automatisch beim Betätigen einer freien Taste zugewiesen und eine zugewiesene Taste spielt den Auswahlbereich direkt ab. Auch hier ist der Workflow identisch mit Serato DJ.

Sehr praktisch ist die Möglichkeit, alle Pads auszuwählen, um beispielsweise die Lautstärke anzuheben oder abzusenken.

Wem das manuelle Setzen von Cue-Punkten zu mühselig ist, kann eine der fünf Autoset-Funktionen benutzen:

  • Find Samples: Algorithmus der Cue-Punkte zufällig, aber taktgenau generiert
  • Set Slicer: 32 Cue-Punkte in voreingestellter Länge
  • Set Random: 32 Cue-Punkte, zufallsgeneriert
  • Key Shift Pad: einzelnes Pad wird auf alle 32 Pads dupliziert
  • Serato DJ: lädt Cue-Punkte aus Serato DJ

Aus einem Cue-Punkt lässt sich auch eine sogenannte Cue-Region erstellen. Somit wird eine exakte Länge festgelegt und der Abschnitt wird gestoppt, auch wenn die Taste länger gedrückt, beziehungsweise die Note länger programmiert wird.

Der bereits erwähnte Keyboard-Modus verteilt einen ausgewählten Cue-Punkt chromatisch über einen MIDI-Controller. Die anderen Bereiche sind somit im Keyboard-Modus nicht mehr verfügbar.

Die Autoset-Funktionen (links unten)

Echtzeit-Stem-Separation

Zur ersten Analyse muss man sich zwar etwas gedulden, im Verhältnis zu anderen mir bekannten Stem-Separation-Tools geht das mit Serato Sample aber relativ schnell. Sobald das Material einmal analysiert wurde, lassen sich dann auch tatsächlich einzelne Stems in Echtzeit ein- und ausschalten.

deaktivierte Stems werden ausgegraut

Serato Pitch ’n Time

Der Algorithmus des bereits erwähnten Serato Pitch ’n Time ist bekannt für seine geringen Artefakte. Auch die Transienten bleiben weitgehend gut erhalten und somit kann man Serato Sample als einen Meister seiner Aufgabe bezeichnen.

Serato Pitch ’n Time gibt es auch als separates Plug-in in einer Pro-Variante für Pro Tools und in einer LE-Variante für Pro Tools und Logic Pro. Ein Preisvergleich lässt Serato Sample beinahe als No-Brainer erscheinen. Welche Version in Serato Sample zum Einsatz kommt, ließ sich nicht herausfinden.

Serato Pitch ’n Time Pro

Einsatzmöglichkeiten von Serato Sample

Einsetzen lässt sich Serato Sample, trotz der überschaubaren Funktionen, recht vielseitig.

  • Chopping/Slicing: Ob man sich an Fremdmaterial bedient oder mit eigenen Samples oder auch ganzen Songs experimentieren möchte, klassisches Chopping (oder Slicing) funktioniert vor allem mit den Autoset-Funktionen wirklich kinderleicht und ultraschnell.
  • Sample Instrument: Mit dem Keyboard-Modus und der Echtzeit-Stem-Separation hat man schnell einen neuen Bass oder was auch immer das Material hergibt zur chromatischen Noteneingabe.
  • Remix: Mit der Kombination aus allen Möglichkeiten und der Verwendung mehrerer Instanzen von Serato Sample kann man so auch sehr schnell und einfach einen Remix erstellen.
  • Sound Design: Durch die Reverse-Funktion, den Pitch-Algorithmus und die Stem-Separation lässt sich auch in Richtung Sound-Design einiges anstellen. Mit (sehr) kurzen Cue-Regionen lassen sich auch Stutter- oder etwas Ähnliches wie Granular-Effekte erzielen.

Serato Sample in der Praxis

Vom Import über das Analysieren von Tonart und BPM bis hin zur Echtzeit-Stem-Separation lässt Serato Sample eigentlich nie lange auf sich warten. Generell ist der Workflow auf Schnelligkeit und Performance ausgelegt. Der beliebte Pitch ’n Time-Algorithmus klingt durchweg stabil. Natürlich kennt auch er seine Grenzen, bleibt aber definitiv eines der Highlights.

Die Stem-Separation benötigt zur Analyse natürlich zunächst etwas Zeit, wobei das keinesfalls länger dauert als bei anderen Herstellern. Ist das Material einmal analysiert, lassen sich die Stems einwandfrei in Echtzeit ein- und ausblenden. Es gab hier und da immer wieder mal leichte Artefakte, im Großen und Ganzen macht Serato Sample hier aber einen sehr guten Job.

Der einzige Minuspunkt ist lediglich das interne DJ-Filter. Das mag für Übergänge in einem Mix zwar wunderbar funktionieren, meine Samples möchte ich damit aber nicht unbedingt bearbeiten. Da man aber sowieso an die DAW gebunden ist und dazu noch 32 Einzelausgänge zur Verfügung hat, ist das durchaus vernachlässigbar.

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Fazit

Serato Sample ist leicht zu bedienen und für seinen spezifischen Einsatz ein tolles Werkzeug. Ob man nun seine geliebte Vinyl-Sammlung importiert und im klassischen Hip-Hop-Stil produziert, Amen-Breaks und andere Drum-Samples in wenigen Schritten in sein Projekt integriert oder Remixe und Ähnliches erstellt, mit Serato Sample kann man sich komplett auf seine Kreativität verlassen.

Plus

  • Echtzeit-Stem-Separation
  • Serato Pitch 'n Time-Algorithmus
  • Autoset-Funktion für Slicing
  • leichte Bedienung, schneller Workflow

Preis

  • 169,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Jens Hecht RED

Irgendwo zwischen Electronica, Dub, Ambient und UK Bass. Freiberuflicher Produzent, Sound Designer und Dozent mit einer Vorliebe für Synthesizer und Eurorack.

Forum
  1. Profilbild
    DieserTii

    Vorab: Ich liebe dieses PlugIn und es ist jeden Cent wert.

    Serato hat nach meiner bescheidenen Meinung die beste Stem Separation, die ich kenne. Nicht zu vergleichen mit der von FL Studio oder Maschine 3.0. Auch bezgl. der Usability. Auch das Time Stretching ist hervorragend. Die Key Detection lag noch nie falsch und ist in jeder meiner Produktionen super hilfreich.

    Der einzige Nachteil, der mir einfällt ist die begrenzte Zahl an Cue Points/Slices die man setzen kann. Hier kann man sich aber mit mehreren Instanzen des PlugIns behelfen.

    In meinen Augen ist Serato Sample ein absolutes Must Have für Alle Menschen die gern samplen.

    • Profilbild
      Round Robin AHU

      @DieserTii Der Serato Sampler ist ein hervorragendes Instrument in jeder Hinsicht. Besonders hervorzuheben ist seine Fähigkeit, ein bestimmtes Instrument aus einem Mix zu isolieren und es chromatisch auf der Klaviatur spielbar zu machen. Die Qualität dieser Funktion ist wirklich beeindruckend.

  2. Profilbild
    DJ Ronny AHU

    Danke für den Artikel. Klingt alles sehr interessant wirkt aber auf mich ein bisschen kompliziert. ich bevorzuge weiterhin Virtual DJ vielleicht liegt es aber auch daran dass ich das schon seit Jahren benutze.
    Die Stems sind in Virtual DJ auch besser, aber das hast du ja geschrieben. Wobei Serato ganz gut aufgeholt hat.

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