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Test: Shure MVX2U Gen 2, 1-Kanal-Audiointerface

Die perfekte Lösung für mobiles Recording?

11. Mai 2026
shure mvx2u 1-kanal-audiointerface test

Shure MVX2U Gen 2, 1-Kanal-Audiointerface

Der Hersteller Shure bringt mit dem MVX2U Gen 2 die zweite Generation des einkanaligen XLR-to-USB-Interfaces auf den Markt. Ein kleines Leichtgewicht halte ich mit dem Shure MVX2U Gen 2 zum Testen in den Händen, denn gerade einmal schlanke 100 g bringt das Wandlerchen auf die Waage. Doch hier zählen die inneren Werte.

Kurz & knapp

Was ist es? Shure MVX2U Gen 2, einkanaliges XLR-to-USB-Interface zur Digitalisierung von Mikrofonen mit Zusatzfunktionen per App

  • Mobilität: Sehr leichtes Interface mit nur 100 g, ideal für mobiles Recording mit XLR-Mikrofonen.
  • Features: Auto Gain, Denoiser und Digital-Popper-Stopper erweitern die Funktionalität.
  • App: Die MOTIV MIX App bietet Sound-Optimierung, Recording-Funktion und Verwaltung mehrerer Signalquellen.
  • Kompatibilität: Funktioniert zuverlässig mit aktuellen USB-C-Geräten, Einschränkungen bei älteren Systemen und Adaptern.
  • Einsatzbereich: Ideal für Content Creator und alle, die ihre XLR-Mikrofone mobil und unkompliziert digital nutzen wollen.
Bewertung

Shure MVX2U

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Shure MVX2U Gen 2 vs MVX2U

Gegenüber der ersten Generation des Testgeräts hat Shure dem aktuellen Modell einige Updates spendiert. Der Auto-Gain-Modus passt das Gain in Echtzeit an, das kennt man von anderen Geräten mittlerweile auch. Ferner gibt es einen Realtime-Denoiser, der Hintergrundgeräusche definiert und filtert.

Dann gibt es den neuen Digital-Popper-Stopper, den ich mir mit Querverweis auf die 80er-Jahre für die gleichnamigen Frisuren gewünscht hätte. Spaß beiseite, hier sollen Positivlaute eliminiert oder reduziert werden. Dazu muss ich sagen, dass der Mikro-zu-Mund Abstand mit 15 – 30 cm angegeben wird, da habe ich sehr, sehr wenig Popper, die es zu schlucken gilt seitens der Software. Gehe ich mit Nahbesprechungseffekt entsprechend nahe ran, kann die Software Popper gar nicht beheben, das ist physikalisch schlicht unmöglich.

Grundsätzlich hört man mit einem passenden Kopfhörer jedoch immer, wenn es poppt, da muss man sich eine Technik aneignen, die man per Kopfhörer gut kontrollieren kann.

Laut Hersteller ist auch der Klang verbessert worden, das bezieht sich auf den Sound, den man am Ende durch alle angebotenen Einstellungen erhalten kann.

Shure MVX2U Gen 2 test

Das Design des Shure MVX2U Gen 2 hat außer dem weiß gefeaturen Shure-Branding kein Facelift erhalten, lediglich etwa ein Drittel Gewicht wurde zum Vorgänger eingespart. Logischerweise geblieben sind der XLR-Anschluss sowie der am anderen Ende platzierte USB-C-Anschluss, der das Signal gewandelt an das Endgerät gibt. Via USB kann +48 V Phantomspeisung bereitgestellt werden. Auch ein Kopfhörerausgang im Miniklinkenformat ist immer noch am breiteren Ende des Interfaces platziert.

Funktionen der MOTIV MIX App

Neben der eigentlichen Aufgabe eines Interfaces stehen beim Shure MVX2U Gen 2, wie schon erwähnt, Funktionen wie Rauschfilter, Denoising und Anti-Popp-Digital-Popper-Stopper zur Verfügung. Bei mir stellt sich da gleich die Frage nach deren Notwendigkeit und deren Regelbarkeit. Aber wenn diese Funktionen schon da sind, warum diese dann nicht zielführend einsetzen? Zumindest sollten die Zusatzfunktionen nicht stören oder irgendwas machen, was dem Sound am Ende mehr schadet als nützt, also checke ich zunächst die Regelbarkeit einzelner Funktionsparameter.

Erklärt wird das werkseitig mit der Voice-Isolation-Technologie der MOTIV Serie. Die Grundlage dazu ist die Hierarchie der Sprache zum sonstigen Geräuschpegel. Ähnlich wie man es mittlerweile von vielen Devices her kennt, wird die Verständlichkeit der Stimme als oberste Priorität festgelegt und etwaige Störer wie Umgebungsgeräusche oder Popplaute sollen per festgelegter Software-Korrektur geregelt werden.

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shure mvx2u test

Nachregeln, wie man das von einer Audio-Software mit Plug-in im Insert kennt, kann man da nicht wirklich etwas, aber die Voreinstellungen sind vielfältig. Es gibt 75 Hz und 150 Hz Filter sowie die klanglichen Voreinstellungen „hell“, „dunkel“ und „natürlich“. Diese können in einer Rasterung verschoben werden.

Die Denoising-Funktion macht den Sound ganz leicht blechern, aber unterdrückt prima das Rauschen im Raum. Leider geht das nur im An- oder Aus-Modus.

Die Popp-Stopp-Funktion ist nicht wirklich griffig, mehr so als „nice to have“ zu sehen. Aber wer das Problem hat und kennt, muss einfach an seiner Abstandshaltung zum Mikro arbeiten bzw. den Sprechwinkel zum Mikrofon testen und das genau so lange, bis der Klang passt.

Die MOTIV MIX App kann sowohl Mischverhältnisse einzelner Signalquellen regeln als auch Sound machen. Podcaster, die komplett digital arbeiten und mehrere Mikros verwenden, werden das sehr zu schätzen wissen.

Zielgruppe: Streamer, Podcaster, Content Creator?

Bei der Betrachtung der passenden Zielgruppe für das Shure MVX2U Gen 2 gehe ich etwas weiter: Jeder, der unterwegs schnell aufnehmen möchte und sein Lieblingsmikrofon für den gewohnten Sound dabei hat, kann dieses mit Hilfe des MVX2U Gen 2 bequem via USB-C anschließen und mit +48 V Phantomspeisung versorgen. Man denke da nur an Hotelzimmer oder einen Einsatz in der Natur (Ambience-Recording).

Sicher, Field-Recorder machen das auch, doch nicht jeder kann auch die benötigte Stromversorgung und Vorverstärkung gewährleisten. Das sehr Gain-hungrige SM7b kann auch mobil seinen kultigen Sound liefern und ein Großmembranmikrofon kann vom Handy oder Tablet seine Phantomspeisung erhalten. Wer also einen großen Fuhrpark an XLR-Mikrofonen sein Eigen nennt und genau diesen Sound seiner Mikrofone haben möchte, wird das Mini-Interface von Shure für mobiles Recording sicher nicht missen wollen.

Shure MVX2U Gen 2 test

Die Entwicklungen sind jedoch rasant, USB-Mikrofone haben längst Einzug in den Produktionsalltag gehalten und diese sind grade bei Podcastern und Influencern nicht mehr wegzudenken. Sicher hat immer irgendwer noch ein gebrauchtes analoges Mikro am Start, nicht umsonst ist das schon erwähnte SM7B oder das Shure SM58 in deren Liga marktführend. Es ist also auch eine Preisfrage, ob man eher analoges Equipment wandelt oder gleich digital aufnimmt.

Für das MVX2U Gen2 verlangt Shure aktuell 159,- Euro (mit integriertem Kopfhörerverstärker und App-Funktionen). Rechnet man sich jetzt ein benötigtes Setup zusammen, kann man hier gegenüber einem vollständigen USB-Mikrofon nicht wirklich sparen, hier ist dann der Klang und das Handling das entscheidende Kriterium.

Analoge XLR-Mikrofone können auch nur an analoge Mischpulte oder Mischpulte mit Wandler bzw. einem XLR-Interface mit Vorverstärkung angeschlossen werden, USB-Mikrofone nur an digitales Equipment. Man sollte also vorher überlegen, wie die eigene Signalkette funktioniert und was benötigt wird.

Shure MVX2U Innenleben

Shure MVX2U Gen 2, Innenleben

Motiv Mix App auf verschiedenen Endgeräten?

Auf der Shure Website kann man sich zusätzlich die kostenlose MOTIV MIX App herunterladen. Win11 bzw. Android 14, macOS14 bzw. iOS 17 sind die Systemvoraussetzungen. Wird das Interface erkannt, leuchtet die grüne und rote LED am Interface.

Mit dem Android Smartphone eines Freundes wurden die Sprachaufnahmen erstellt. Mal mit den Standardeinstellungen, mal mit Denoise-Popp-Stop, den Klangeinstellungen hell/dunkel und den zwei Trittschallfilter-Optionen.

Leider funktionierte das Interface trotz eines Originalkabels nicht auf meinem iPhone mit Lightning-Anschluss. Mit einem neueren iPhone mit USB-C-Anschluss funktionierte dagegen alles tadellos.

Dasselbe Spiel bei Windows. Wer noch Windows 10 nutzt, schaut leider in die Röhre. Die App-Version 1.7.1.1 für Windows 10 läuft zwar, doch fehlen alle schönen neuen Funktionen. Man kann aber die Umgebungsgeräusche, die das angeschlossene Mikro aufnimmt, als störend anlernen und dann prozentual filtern. Auch ein USB-C-Kabel, das auf USB-A adaptiert wird, funktioniert leider nicht. Das wurde mir von Shure auch bestätigt.

Shure MV2U Gen 2 angekoppelt

Shure MV2U Gen 2

Die MOTIV MIX App macht generell einen sehr aufgeräumten Eindruck und kann diverse Parameter vorab regeln. Der Denoiser und das Gain können nach Bedarf angepasst werden. Die App selbst nimmt in unterschiedlichen Formaten und Auflösungen auf und kann auch als Standalone-Tool genutzt werden. Dieses Feature ist für mich interessant, da man so die Qualität einer Aufnahme als WAV-Datei mit hoher Auflösung zur Verfügung hat. Die Sprachmemofunktion hat damit qualitativ ausgedient.

Betrachtet man das Shure MVX2U Gen 2 als reinen Wandler mit Kopfhörerverstärker, sind folgende Fakten zu nennen: Gewandelt wird in maximal 48 kHz und 24 Bit. Die App zeigt bis 32 Bit an, doch das gilt dann für andere angeschlossene Mikros, die das wandlertechnisch können.

Das Mikrofon und der Kopfhörer sind per Direct-Monitoring, das Playback als Hinterbandkontrolle im Rückweg zum Interface zu hören. Die Latenz ist quasi nicht existent. Der Wandler macht, was er soll und liefert eine Kopfhörerkontrolle, die App ermöglicht Sound-Optimierungen und verwaltet mehrere Quellen.

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Klangbeispiele
Fazit

Shure gibt durch das einkanalige MVX2U Gen 2 Interface jedem XLR-Mikrofon die Möglichkeit zur Digitalisierung via USB-C-Anschluss. Das kann dann der PC, ein Mac, ein Tablet oder ein mobiles Device wie ein Smartphone sein. Phantomspeisung wird durch das Device bereitgestellt.

Wer seine XLR-Mikrofonschätzchen mobil einsetzen will, ohne gleich ein Pult oder ein Interface mit Netzteil dabei haben zu müssen, ist mit dem MVX2U Gen 2 bestens bedient. Klanglich fein und alles ist justierbar. Ich empfehle unbedingt den Download der Shure MOTIV MIX App, um einzelne Parameter wie Gain und Denoising regeln zu können und zusätzlich ein eigenständiges Recording-Tool in hochauflösendem Format zur Hand zu haben.

Plus

  • Verarbeitungsqualität und Handling
  • Grundsound des Wandlers und App Sound Nachbearbeitungsmöglichkeiten
  • Konzept und Idee

Preis

  • 159,- Euro
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Shure Motiv MVX2U Gen 2
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Über den Autor
Profilbild

jochen_schnur RED

Jochen Schnur greift seit über 30 Jahren in die Saiten. Professionellen Status erlangte Jochen durch viele Bands mit teils internationalen Gigs. E-Bass studierte er an der BSM / Köln.
Sein Tonstudio AudioJoy bietet ihm die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, neues auszuprobieren oder mit anderen Künstlern zusammen kreativ tätig zu sein, um viel neues zu erschaffen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    USB-C und 48v machen dieses Produkt für mein Verständnis wirklich attraktiv.

    Da werde ich fast sofort schwach!

  2. Profilbild
    Mac Abre AHU

    Ein vernünftiges Mikro direkt ans Smartphone anzuschließen ist auf jeden Fall ein großer Pluspunkt für das Teil. Ich bin interessiert.

    Gibt es eigentlich Alternativen, mit denen ich das Shure vergleichen kann?

  3. Profilbild
    Tai AHU

    Vielleicht lassen sich zwei oder mehr davon (soweit man die Kohle hat) am Mac gleichzeitig als aggregated devices nutzen. Sofern es die Firmware von Shure erlaubt.

    • Profilbild
      CDRowell AHU

      @Tai Ja, lassen sich!
      Auch mit verschiedenen Produkten sollte das klappen…
      Bis auf eine Latenzvergrößerung sollte es gut laufen. So cooles Feature beim MAC!

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