Zuverlässiger Partner für Studio und Bühne
Die Sim’n Tonic Nome II ist eine flexible MIDI-Clock in einem kompakten Format. Der Einsatz ist sowohl für Studio- als auch für Live-Situationen gedacht. Der Name impliziert bereits, dass es einen Vorgänger gegeben hat. Hierbei handelt es sich um das Midronome. Mit einem neuen Design und vor allem mit neuen Funktionen ist nun der Nachfolger Nome II erhältlich.
- Zuverlässige Synchronisation: Die Nome II überzeugt mit stabiler MIDI-Clock-Leistung und flexiblen Sync-Optionen.
- Vielseitige Anschlüsse: Zwei MIDI-DIN-Ports, USB-C, Audio- und Pedaleingänge machen sie extrem anpassbar.
- Robuste Verarbeitung: Kompaktes Metallgehäuse, übersichtliches Display und solide Bedienelemente.
- Durchdachte Software: U-Sync und umfangreiche Menüführung bieten viele Features – auch für große DAW-Setups.
- Fairer Preis: Der Tester sieht in der Nome II einen echten No-Brainer für Studio und Bühne.
Inhaltsverzeichnis
Sim’n Tonic ist eine 1-Mann-Firma mit Sitz in Dänemark und die MIDI-Clock ist aktuell auch das einzige Produkt, das es von diesem Hersteller zu erwerben gibt. Aus Not und Leidenschaft entstand 2020 die Idee zu einer einfachen, aber umfangreichen MIDI-Clock und 2022 wurde die Midronome über Kickstarter finanziert. Nun gibt es die Sim’n Tonic Nome II, die zwar etwas teurer ausfällt, aber auch einige Upgrades erhalten hat. Zunächst die Spezifikationen im Überblick:
- Tempo: 30 – 400 bpm (mit zwei Dezimalstellen)
- Taktart: alles im Rahmen von x/2, x/4, x/8 and x/16
- Sync-Ausgänge: 2x MIDI-DIN, 1x 3,5 mm Stereo-TRS
- Audioausgang: 1x 6,35 mm Stereo-TRS
- Eingänge: 1x 6,35 mm Stereo-TRS, 1x USB-C
Lieferumfang der Sim’n Tonic Nome II
Neben dem Gerät selbst wird die MIDI-Clock mit einem USB-C-Kabel sowie einem USB-C- auf USB-A-Adapter ausgeliefert. Das Flechtkabel wirkt stabil und dient zur Stromversorgung, Kommunikation und zukünftigen Firmware-Updates.
Ein Handbuch lässt sich als PDF von der Website des Herstellers herunterladen. Mit 30 Seiten ist dieses recht lang für eine kleine MIDI-Clock, aber hier wird alles penibel genau erklärt. Dadurch wird die Einrichtung zum Kinderspiel.
Verarbeitung der Sim’n Tonic Nome II
Die MIDI-Clock Sim’n Tonic Nome II sieht nicht nur schick aus, sie ist auch sehr robust gebaut. Das schwarze Metallgehäuse ist sauber verarbeitet und weist keinerlei scharfe Kanten auf. Auch die Ein- und Ausgänge machen einen langlebigen Eindruck. Auf der Oberfläche sitzt ein großes, gut lesbares Display und rechts davon ein ebenfalls großer Encoder mit Dreh- und Drückfunktion.
Unterhalb des Displays befinden sich vier Tasten für Tap, Play, Play/Mute und Menü. Alle Tasten haben individuelle Funktionen, auf die wir später noch eingehen werden. Ganz links gibt es dazu noch eine Sync-Anzeige.
Man könnte zwar meinen, dass man bei der Größe und der überschaubaren Anzahl an Bedienelementen Design-technisch nicht viel falsch oder anders hätte machen können, doch an dieser Stelle möchte ich dem Design dennoch ein kleines Lob aussprechen. Mir gefällt die MIDI-Clock sehr gut.
Anschlüsse der Sim’n Tonic Nome II
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse der Sim’n Tonic Nome II. Es gibt einen USB-C-Eingang zur Stromversorgung und Kommunikation, es können aber ebenso MIDI-Daten gesendet und empfangen werden. Die Stromversorgung über ein externes Netzteil ist nicht möglich.
Der zweite Eingang ist als 6,35 mm Stereo-TRS-Buchse ausgeführt und kann auf mehrere Arten genutzt werden, denn es lassen sich Pedale und Fußschalter, Drum-Pads oder eine externe Synchronisationsquelle (24 ppq) anschließen. Über ein Pedal kann man so auf Wunsch die Funktionen Mute/Unmute, Play/Stop und Tap-Tempo steuern. Es lassen sich sogar zwei Pedale anschließen (Spitze = links, Ring = rechts).
Im Drum-Pad-Mode hat man Tap-Tempo und Tap-Tempo mit Taktart zur Verfügung. Außerdem lässt sich das Anschlagverhalten auf drei Stufen einstellen.
Kommen wir nun zu den Ausgängen, die bei dieser MIDI-Clock ganz klar im Fokus stehen. Beginnen wir mit dem 3,5 mm Stereo-TRS-Ausgang, der sich wahlweise als doppelter CV- oder als DIN-Ausgang (sync24) nutzen lässt. Die beiden MIDI-DIN-Anschlüsse senden das Clock-Signal, Start- und Stop-Befehle und können auch eingehende MIDI-Daten wie Note-on/off, Pitchbend, Aftertouch, MIDI-CC und Program-Changes weiterleiten.
Außerdem gibt es einen weiteren 6,35 mm Stereo-TRS-Ausgang, den man mittels Kippschalter zwischen symmetrisch und unsymmetrisch umschalten kann. Hierüber lässt sich ein Metronom mit markiertem Downbeat, 60 verschiedenen Klick-Sounds und neun Lautstärkestufen ausspielen. Hat man mehrere MIDI-Clocks im Setup, so kann man über den Audioausgang eine Daisy-Chain-Kette bilden.
Die Funktionstasten der Sim’n Tonic Nome II
Die Funktionstasten der Sim’n Tonic Nome II können recht unterschiedlich genutzt werden. Die Tap-Taste dient in erster Linie natürlich zur manuellen BPM-Synchronisation, blinkt aber auch zum Tempo auf und ändert ihre Farbe zu jedem Downbeat. Mit der neuesten Firmware-Version 5 gibt es auch ein sogenanntes Smart-Tap-Feature, wodurch die Tap-Funktion auf jeden Anschlag direkt reagiert. Es lässt sich auch einstellen, dass die Clock nach vier manuellen Anschlägen startet.
Mit der linken Play-Taste werden Start- und Stop-Befehle gesendet. Hält man sie lange gedrückt, werden alle Geräte neu synchronisiert und neu gestartet. Die rechte Play-Taste macht das ebenso, allerdings nur für den zweiten MIDI-Ausgang. Außerdem lässt sich mit ihr das Metronom stummschalten, daher das kleine Mute-Symbol auf der Taste.
Mit der Menütaste gelangt man zu den Einstellungen und beendet den Modus auch wieder. Die Navigation im Menü erfolgt über den Encoder, über den auch das Tempo eingestellt und gesperrt werden kann.
Das Menü der Sim’n Tonic Nome II
Im Menü der Sim’n Tonic Nome II lässt sich das Gerät vielseitig und individuell konfigurieren. Die Tastenfunktionen und auch wie die Nome II auf Hardware reagiert, sind abhängig von der Konfiguration. Obwohl das Menü recht umfangreich ist, werden die meisten Nutzer sich bestenfalls nur einmalig darin aufhalten.
Es gibt ein Basismenü, ein Advanced-Menü und sogar ein Software-Konfigurations-Tool. Das klingt aber alles viel komplizierter als es in der Praxis ist. Im Basismenü gibt es Einstellungen für Klick 1 und 2, Volume 1 und 2, Taktart, Input, Auto-Play, Analog 1 und 2 und zur Helligkeit der LED.
Im Advanced-Menü gibt es die Optionen Pedal 1 und 2, Mute, Reset/Sync, Play-Taste 1 und 2, MIDI-Clock und MIDI Out 2, sowie Tempo-Presets. Die Tempo-Presets beinhalten Tempo und Taktart, von denen sich bis zu 50 Presets speichern lassen.
Für das Metronom gibt es noch zusätzliche Einstellungen, die allerdings nur über die Software zugänglich sind. Hierbei geht es lediglich um Metronom 3 und 4 und deren Lautstärke und Klang.
USB-Verbindung
Beim Verbinden der Sim’n Tonic Nome II per USB mit einem Computer werden sechs MIDI-Interfaces hinzugefügt, aufgeteilt in jeweils drei Ein- und Ausgänge. Als Eingänge stehen Clock, DAW Control und „Module Itf“ zur Verfügung. Die Clock sendet das Signal zu einer DAW, DAW Control sendet MIDI-Befehle wie Start und Stop und Module Itf leitet MIDI-Signale weiter.
Die drei Ausgänge setzen sich zusammen aus Commands, um Befehle zu erhalten, und logischerweise den beiden MIDI-Ausgängen. Auf einem Windows Betriebssystem können die Bezeichnungen abweichen. Im Handbuch werden aber auch diese erläutert.
Was ist U-Sync?
Bevor ich erläutere, was U-Sync genau ist, sollte ich erwähnen, dass es aktuell nur für macOS verfügbar ist. Windows-Nutzer müssen derzeit noch auf das ältere Midronome-Plug-in zurückgreifen.
U-Sync ist eine neue Variante, um Hardware mit einer DAW zu synchronisieren. Entwickelt wurde diese Technologie von Sim’n Tonic zusammen mit Reliq Instruments, einem ebenso noch sehr jungen Unternehmen. So jung, dass das erste Produkt aktuell zwar beworben wird, aber noch nicht veröffentlicht wurde.
U-Sync besteht aus drei Komponenten. Die erste Komponente ist ein Plug-in, das in den Formaten VST3, AU und AAX vorliegt und als VST-Instrument in der DAW geladen werden muss. Ein Audiosignal wird dabei nicht generiert. Die zweite Komponente ist ein Hintergrundprogramm, das das Plug-in mit einem Gerät verbindet. Als Drittes kommt noch ein Skript hinzu, das die Integration für Ableton, Bitwig und Cubase/Nuendo übernimmt. Somit erscheint die Sim’n Tonic Nome II auch in den genannten DAWs als Bedienoberfläche.
Nach dem obligatorischen Prozess des Downloads und der Installation kann man U-Sync wie ein VST-Instrument in der DAW laden. Sobald man nun die Play-Taste in der DAW drückt, sollten alle verbundenen Geräte synchronisiert sein und vor allem Befehle wie MIDI-Clock, Start, Stop etc. müssen nicht nochmals gesendet werden. Latenzen lassen sich hiermit um bis zu 250 ms ausgleichen.
Je nachdem welche DAW man nutzt, gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten, die aber in dem separaten Handbuch sehr deutlich und verständlich erklärt sind. Hier werden dann auch weitere DAWs wie FL Studio, Logic Pro, Pro Tools, Studio One, Reaper und Luna erwähnt. Für alle übrigen DAWs gibt es nochmals eine eigene Sektion.
Wichtig: Aktuell verarbeitet U-SYNC nur MIDI-Clock-Signale. Andere MIDI-Daten (z. B. Noten) können vom Nome II weitergeleitet werden, ihr Timing bleibt jedoch unverändert. Die Daten werden nicht über U-SYNC, sondern über normales USB-MIDI übertragen. Das Problem soll mit einer neuen U-SYNC-Version behoben werden.
Die Sim’n Tonic Nome II in der Praxis
In meinem Fall hatte ich die Sim’n Tonic Nome II unter Hilfe der beiden Handbücher einmalig eingerichtet und alles lief genauso wie man es sich wünscht. Bei einem ersten Setup aus einem Drumcomputer, einem Synthesizer und Eurorack hatte ich keinerlei Latenzen feststellen können. Danach hatte ich das Ganze einfach mal durch ein leeres Bitwig-Projekt laufen lassen und zusammen mit dem Metronom der Nome II aufgenommen. Auch hier gab es keinerlei Latenz. Bei einem größeren Bitwig-Projekt, mit einigen VST-Instrumenten und -Effekten, gab es natürlich deutliche Latenzen, die die MIDI-Clock aber problemlos in den Griff bekommen hat. Ebenfalls hilfreich kann auch die Re-Sync-Funktion sein.
Natürlich muss die Sim’n Tonic Nome II nicht nur für Synthesizer-Setups herhalten. Auch in einer Bandkonstellation ist sie für alle Situationen gewappnet. Mit der neuesten Firmware-Version gibt es sogar eine Tempo-Nudge-Funktion. Hiermit lässt sich mit einer Tastenkombination das Tempo beliebig verlangsamen oder erhöhen, vergleichbar mit dem Beatmatching beim Djing. Ein Tempo-Following-Mode soll auch noch bald folgen.














































Äußerst interessant! Midi-Clock ist tatsächlich oft ein Problem, besonders bei der Synchronisation zwischen Software und Hardware. Selbst teure und hochwertige Synthesizer streiken hierbei nicht selten, warum auch immer – Selbst schon erlebt! Sie können alles – außer vernünftig Midi-Clock. Ich persönlich arbeite nicht damit aber weiß Leute, denen ich dieses Gerät vorschlagen werde. Wirklich eine sehr nützliche und schlaue Idee dieses Gerät. Ähnlich wie mein günstiger Anti-Rausch – Seitdem ist ruhe im Karton (bzw. in den Monitoren). 249€ ist natürlich Geld, aber wer damit arbeitet wird die Vorteile genießen und aufgrund der Qualität wird es sich garantiert über kurz oder lang bezahlt machen.
@Filterpad Im echten Leben ist das wirklich tricky, insbesondere mit der Position im Song. Denn die Feinheit der Position einer DAW ist höher als MIDI CLOCK und deren Feinheit ist höher als die des MIDI SONG POSITION POINTER.
Dass man nach dem Senden des MIDI SONG POSITION POINTER den empfangenden Geräten auch ein bisschen Zeit gönnen muss zum Positionieren, macht es noch komplizierter.
Da kann man als Programmierer eines Masters (z.B. Master-Funktion in der DAW) eine Menge Fehler machen, wenn man nicht darauf achtet, einen in der Zukunft liegenden MIDI SONG POSITION POINTER zu senden und den CONTINUE TRANSPORT verzögert zu senden.
@bluebell , das klappt alles recht Problemlos mit dem Nome II. Ich hab ihn als Ergänzung zum ACME gekauft und finde man hat hier für die 249 €, einen sehr guten Taktgeber, Sowohl mit und ohne DAW. Sowohl nur über MIDI als auch für hybriden Betrieb. Und U-SYNC funktioniert richtig klasse.
Hi!
Demnächst kommt die 5.0 Firmware, die einige großartige Neuerungen mitbringt, z. B. Smart Tap, was die Phase und Bpm wieder anordnet, was in organischen Jamsessions sehr wichtig ist, und eine Count-in Funktion über das Drumpad.
Sehr feine Sachen, die Simon geschafft hat. Das Gerät wird noch viel von sich reden lassen.
Ich finde es wirklich schade, dass diese Clock nicht für die Cubasis Ap auf dem I Pad geeignet wäre, da Ich dort schon einiges an Plugs investiert habe…