Ganze Songs loopen leicht gemacht
Das Singular Sound Aeros Gold Edition Loop Studio gehört zu den ambitioniertesten Loopern im Pedalformat. Mit großem Touchdisplay, umfangreicher Mehrspur-Funktionalität und flexibler Songverwaltung richtet es sich klar an Musiker, die ihre Performances live arrangieren und professionell aufbauen möchten. Wir schauen uns an, wie sich die Gold Edition des beliebten Aeros Loop Studio in der Praxis schlägt und was die überarbeitete Version speziell für Gitarristen interessant macht.
Worum geht es?
- Singular Sound Aeros Gold Edition: Ein professionelles Loop-Studio für Bühne und Studio.
- Konzept: Loops werden musikalisch sinnvoll in Songs und Songparts organisiert.
- Ausstattung: Touchdisplay, Mehrspur-Looping und flexible Songverwaltung bieten viel Kontrolle.
- Praxis: Trotz vieler Funktionen bleibt der Looper nach kurzer Einarbeitung gut bedienbar.
- Update: Die klicklosen Fußschalter sind besonders in leisen Umgebungen ein echter Vorteil.
Inhaltsverzeichnis
Die ersten 5 Minuten mit dem Singular Sound Aeros
Wir testen heute für euch das Singular Sound Aeros Gold Edition Loop Studio aus der Sicht von Gitarristen. Die Gold Edition hat im Vergleich zum Aeros Loop Studio, das wir für euch vor einigen Jahren mit dem Schwerpunkt Beats getestet haben.
Neben dem offensichtlichen optischen Update mit goldenen Fußschaltern sind diese mittlerweile zusätzlich klicklos ausgeführt. Ein Feature, bei dem man zunächst denken könnte, es sei zu vernachlässigen. Spätestens beim Loopen in leisen Umgebungen oder mit involvierten Mikrofonen wird dieser Umstand aber buchstäblich Gold wert.
Mit einem Preis von etwas über 600,- Euro richtet sich das Gerät an Singer-Songwriter und Instrumentalisten, die professionelles Looping auf der Bühne betreiben wollen, ohne direkt den doppelten Preis für einen Sheeran Looper ausgeben zu müssen.
Lieferumfang & erster Eindruck
Neben dem Gerät selbst liegen das zugehörige Netzteil sowie zwei Quickstart-Guides im Karton. Der Looper ist mehr oder weniger kompakt – je nachdem, mit welcher Art von Loopstation man ihn vergleicht. Ich persönlich finde die Größe ideal, wenn man das Gerät mit den Füßen zielsicher steuern möchte und trotzdem eine kompakte Lösung sucht. Die Verarbeitung macht einen hervorragenden Eindruck, und spätestens beim schwergängigen Volume-Wheel merkt man, dass das Gerät für die Bedienung mit der Sohle konzipiert wurde. Super!
Line Check
Der Line Check fällt bei einer Loopstation natürlich etwas schwieriger aus, da sie keinen eigenen Sound besitzt. Ich teile daher meine Erfahrungen des ersten Anspielens. Schaltet man das Singular Sound Aeros ein, gelangt man über den Touchscreen sehr einfach zum direkt sichtbaren Menüpunkt „Quick Start Guide“. Diesen verlasse ich allerdings direkt wieder, um zu schauen, ob ich auch ohne Anleitung einen Loop zustande bekomme. Im Settings-Menü kann man die Sprache ändern, was ich dann doch noch kurz ausprobiere. Nach einem Reboot ist das Aeros Gold Edition Loop Studio auf Deutsch eingestellt.
Man muss sich kurz zurechtfinden, versteht die grundlegende Navigation aber innerhalb von ein bis zwei Minuten gut genug, um die ersten Live-Loops einzuspielen. Im folgenden Line-Check-Beispiel habe ich zwei achttaktige Songparts direkt nacheinander geloopt. Beim Jammen über die Loops schalte ich per Fuß zwischen den beiden Parts hin und her.
Die Specs
Das Singular Sound Aeros Gold Edition Loop Studio ist ein innovativer Looper im Pedalformat, der sich durch ein großes Farb-Touchdisplay und enorme Flexibilität auszeichnet. Er fungiert quasi als Schaltzentrale für Musiker, vor allem Gitarristen und Multi-Instrumentalisten, die alleine den Sound einer ganzen Band kreieren wollen. Das Gerät ermöglicht es, mehrere Spuren und verschiedene Songparts live einzuspielen, zu schichten und abzumischen. Gerade für Live-Performances bietet es mit der visuellen Darstellung der Loops in Wellenformen und dem Scroll-Rad für den Fuß intuitive sowie innovative Features.
Im Zentrum steht das 4,3 Zoll große Touchdisplay, das eine Navigation fast wie in einer DAW ermöglicht. Technisch bietet das Gerät zwei Hauptmodi: einen einfachen 2×2-Modus für schnelle Sessions mit zwei parallelen Loops in zwei Songparts sowie einen umfangreichen 6×6-Modus, mit dem sich bis zu sechs Spuren in sechs verschiedenen Songparts organisieren lassen, etwa für Strophe, Refrain oder Bridge. Ein mitlaufender „Playhead“ zeigt zudem genau an, wo man sich im Takt befindet, was das Timing beim Einspielen deutlich erleichtert. Mit dem Scroll-Rad lässt sich unter anderem die Gesamtlautstärke der Loops per Fuß steuern.
In Sachen Audioqualität liefert das Gerät 24-Bit-Aufnahmen und eine 32-Bit-Floating-Point-Verarbeitung. Mono-Loops können bis zu 20 Minuten lang sein, ein Song kann insgesamt aus bis zu zehn Stunden Audiomaterial bestehen. Dank des SD-Karten-Slots lässt sich der Speicher mit einer 32-GB-Karte auf ganze 48 Stunden Audiomaterial in Mono erweitern. Intern reicht der Speicher für drei Stunden Mono- oder 1,5 Stunden Stereo-Aufnahmezeit.
Die Herstellerangaben auf einen Blick:
- Typ: Looper-Pedal mit digitalem Mischpult
- Looper: 6 Song-Parts, 6 Stereo-Spuren, unbegrenzte Song-Speicherplätze
- Looping-Zeit: 20 Minuten Mono (1 Track), 48 Std. Mono gesamt (max. Speicher mit 32-GB-Karte)
- Effekte: Reverse , Fade In/Out, Loop Decay
- Kanäle: 4 (L/R Main + Aux L/R)
- Fader: 7 x digital
- Signalverarbeitung: 32-Bit Floating Point
- Sample Rate: 44,1 kHz
- Bit-Tiefe: 24-Bit
- Eingänge: 2 x 6,3 mm Klinke (L/Mono, R), 1 x 6,3 mm TRS-Klinke (Stereo Aux)
- Ausgänge: 2 x 6,3 mm Klinke (L/Mono, R), 1 x 6,3 mm TRS-Klinke (Stereo Aux)
- MIDI I/O: 5-polig In/Out
- USB: 1 x Micro-B
- Weitere Schnittstellen: WLAN, Bluetooth
- Bypass: Digital Dry Through
- Speicher: Interner Speicher, SD-Karte (bis zu 32 GB, nicht im Lieferumfang enthalten)
- Display: 4,3 Zoll Diagonale, Touch-Funktion
- Stromversorgung: 9V DC Netzteil (im Lieferumfang enthalten)
- Stromverbrauch: 300 mA
- Maße (BxTxH): 198 x 142 x 56 mm
Der Praxistest
Schauen wir uns das Gerät jetzt einmal in der Praxis an. Um mit dem Aeros wirklich spielerisch umgehen zu können, braucht man definitiv etwas Einarbeitungszeit. Denn viele Funktionen bedeuten in den meisten Fällen auch ein gewisses Maß an Komplexität. Dennoch findet man sich über das Touchdisplay ziemlich schnell zurecht.
Ich habe das Aeros Gold Edition Loop Studio in Stereo angeschlossen. Das Routing-Szenario sieht folgendermaßen aus:
Gitarre → Fractal FM9 Inst In → Fractal FM9 Stereo Out → Aeros Gold Edition Loop Studio Stereo In → Aeros Gold Edition Loop Studio Stereo Out → RME Fireface 802 Stereo In
Was ich persönlich als etwas unhandlich empfinde: Das Gerät liefert bei einer Mono-In-/Stereo-Out-Verkabelung nur auf einem Output ein Signal. Möchte man in Stereo aufnehmen oder zur PA gehen, muss man den Input des Aeros also ebenfalls mit einem Stereosignal füttern. Das ist nicht dramatisch, sollte aber bekannt sein, da man für echten Stereobetrieb auch vor dem Aeros zwingend ein Stereosignal benötigt.
Positiv ist, dass es in vielen Menüs direkt einen Info-Button gibt, über den man Feedback zur jeweiligen Funktion erhält. Allgemein fällt auf, dass das Gerät in der Menüführung manchmal etwas träge reagiert. Bei den Loop- und Playback-Funktionen gibt es aber keine merkbare Latenz.
Die Einteilung in Songs und Songparts funktioniert einwandfrei und der dazugehörige Workflow ist leicht verständlich. Möchte man etwas loopen, startet man im Prinzip einfach einen neuen Song. Je nach Modus verfügt dieser im 2×2-Modus über zwei Songparts mit zwei parallelen Tracks oder im 6×6-Modus über sechs Songparts mit jeweils sechs parallelen Tracks – also maximal 36 Tracks. Wer tatsächlich 36 Tracks live loopen und verwalten möchte, meint es wirklich ernst.
Da das Singular Sound Aeros insgesamt nur über vier Fußschalter verfügt, sind sämtliche Single-Tap-, Double-Tap- und Hold-Funktionen belegt. Das ist anfangs etwas verwirrend, bei großem Funktionsumfang und gleichzeitig kompaktem Format aber kaum anders lösbar. Wer mehr Flexibilität und zusätzliche Fußschalter benötigt, kann das Gerät mit dem MIDI Maestro (den wir hier für euch getestet haben) erweitern.
Im folgenden File loope ich im 2×2-Modus einen Song mit zwei Parts, also den beiden unterschiedlichen viertaktigen Akkordfolgen. Auf dem zweiten Track loope ich jeweils eine Fake-Bass-Spur, die ich mit einem Octaver erstellt habe. Im Anschluss hat man ein perfektes Gerüst, um darüber zu solieren und währenddessen das Arrangement live durch das Umschalten der Songparts zu gestalten. Wenn man möchte, könnte man jede der beiden parallelen Spuren zusätzlich mit unzähligen Overdubs erweitern.
Das Singular Sound Aeros Loop Studio ermöglicht das Loopen zu einem voreingestellten Tempo. Um im Takt zu bleiben, ist die visuelle Darstellung mit Strichen für die einzelnen Beats sehr hilfreich. Zusätzlich kann man einen Count-in einstellen, der den Einstieg in den Loop im richtigen Tempo erleichtert. Dennoch ist es ohne Übung relativ schwierig, Einstieg und Ausstieg ausschließlich anhand des visuellen Feedbacks exakt zu treffen, sodass keinerlei hörbare Pause entsteht.
Über die Hold-Funktion des linken Fußschalters gelangt man in den Mixer-Bereich. Dort lässt sich per Scroll-Rad die Lautstärke der jeweiligen Tracks pro Songpart mit dem Fuß regeln oder die Spur komplett stummschalten. Hat man auf eine Spur Overdubs aufgenommen, sind diese natürlich nicht unabhängig voneinander regelbar. Wie sich das anhört, demonstriere ich hier:
Im 6×6-Modus ist der Workflow nahezu identisch, nur eben deutlich komplexer und umfangreicher. Hier ist es jedoch kinderleicht, in einem Part bis zu sechs Tracks zu loopen und anschließend in den nächsten Part zu springen. Da das Display gut aufgeteilt ist und alles in unterschiedlichen Farben sowie mit klaren Symbolen dargestellt wird – Overdub etwa gelb, aktives Recording rot –, lässt sich das alles „on the fly“ sehr gut verwalten.






































So rein vom ersten Eindruck würde ich sagen, das sieht vernünftig aus. Das Einzige, mit dem ich Probleme hätte. Das Ding steht (fast immer) auf dem Boden und dann ist da ein Touch Display. Könnte gehen, wenn ich Schuhe und Socken ausziehe. Bücken wäre die lausige Alternative. Gilt zumindest für die Aktionen, wo ich das Display bediene. Aber kommt vielleicht auch von diesen zwei gepunkteten Franko Kanadiern, die exzessiv loopen und das (soweit ich mich erinnere) barfuß