Test: Slate Digital FG-116 Blue, Kompressor-Plug-in

16. Januar 2017

True Blue

Steven Slate bietet mit den Slate Digital FG-116 BLUE ein zweites Set an: 1176-Kompressor-Plug-ins für ihr Virtual-Mix-Rack an. Außerdem gibt es den beliebten All-Buttons-In-Modus nun als eigenes kostenloses Plug-in. Da stellen sich automatisch die zwei Fragen, ob denn der schwarze FG-116 nicht schon gereicht hat und ob es überhaupt noch eines weiteren 1176-Style Kompressors bedarf. Die Antworten auf diese Fragen lesen Sie im Test.

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Slate Digital FG-116 Blue: Modern, Vintage und The Monster

Das Original stammt aus dem Jahre 1966 und wurde von Universal Audio Gründer Bill Putnam entworfen, eine Weiterentwicklung seiner 175/176 Limiting Amplifiers, bei der er Feldeffekttransistoren statt Röhren verwendete. Die ultraschnellen Attack-Zeiten des 1176 ab 20 µs wurden schnell in großen Studios legendär, u.a. für ihre treibende mittige Energie, die sowohl Gesang und Instrumente als auch als Percussions zu mehr „Größe‟ und Durchsetzungsfähigkeit verhalf. Seitdem hat das 1176-Konzept über 30 Hardware-Revisionen von Blue bis Black erfahren, alle mit verschieden Qualitätsgraden und eigenem Charakter. Beim Hardwarekauf sollte man daher sehr genau drauf achten, welches Modell man erwirbt. Als Software verhält es sich mit dem 1176 noch ausufernder. Fast jede Plug-in Firma hat einen in ihrem Sortiment. Was also können die Slate Digital FG-116 BLUE noch als Anreiz bieten?

Installation

Für die Details verweise ich auf den Test der Slate Digital 76/ 73 Preamps, da sich diesbezüglich nichts geändert hat. Daher nur als Überblick:

Die FG-116 Plug-ins benötigen zum einen die Virtual-Mix-Rack-Umgebung, in dem die einzelnen Slate Digital Plug-ins laufen. Das VMR is quasi das Äquivalent der modularen 500er Lunchbox-Serie. Die VMR als auch der Slate Digital FG-116 Blue benötigen ein iLok2- oder ein iLok3-Dongle. Eine iLok-Autorisation über Festplatte wird nicht angeboten. Die Seriennummer für eine „leere‟ VMR erhalten die Käufer nach Kauf und Registrierung der FG-116 in ihrem kostenlosen Konto auf der Slate Digital Homepage.

An dieser Stelle möchte ich auch noch mal auf die Lizenzierungsmodelle von Slate Digital eingehen, denn man kann die Plug-ins kaufen oder mieten. Üblicherweise macht mieten für Hobby und semiprofessionelle Anwender keinen Sinn, weil es sich nicht rechnet.

Nun aber sind Slate Digital mal wieder Pioniere und zwar beim Mietmodell. Der Mietbetrag wurde auf monatliche $14.99 bzw. $149 jährlich gesenkt und man erhält derzeit 26 Plug-ins sowie jedes zukünftige Plug-in von Slate Digital – bei gleichbleibendem Preis. Wobei allerdings drei Plug-ins (Trimmer, Revival, Monster) kostenlos sind und mit der „leeren‟ VMR mit installiert werden.

Das bedeutet effektiv, die Jahresmiete kostet ungefähr so viel, wie ein gekauftes Plug-in pro Jahr. Bis man hier also „draufzahlt‟, können also locker mal über 20 Jahre ins Land gehen und mit den neuen Plug-ins für Hall, Delay und Distressor ist die ganze Bandbreite der ITB-Mix-Anforderung sinnvoll abgedeckt. Das würde sich selbst für Hobby-Anwender rechnen.

Klangbeispiele
Forum
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    amazonaman  AHU

    Die Teile sehen am Bildschirm immer schöner aus, das haut einen ja richtig um,fehlt nur noch anfassen mit Ringelpitz dann wäre es perfekt. Softwareschönheiten sogar mit original Hersteller Schriftzügen und Emblem erobern die Welt. Was mich sehr irritiert ist die Idee mit dem Mieten, das ist ja wie bei Microsoft Office etc. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Das muss jeder selbst wissen.

    Achja was die Qualität angeht wird es wie immer das gleiche sein. Software kann Hardware nicht 100% ersetzen und Hardware kann Software nicht immer ersetzen. Tja und darüber streiten sich die Gelehrten in 100 Jahren noch wenn Computer dann vielleicht verboten werden, wer weiß denn schon so genau was uns noch erwartet in dieser verrückten Zeit!

  2. Profilbild
    amazonaman  AHU

    UAD hat sich für sehr viel Geld allerhand für Namenrechte eingekauft und kopiert das Design der Geräte 1 zu 1 auf den Computer Bildschirm, es soll dem gutgläubigen Kunden suggerieren man habe nun das Original Gerät vom Neve, Marshall oder Eventide! Natürlich ist auch der Klang etwas anders, aber das ist eine neue Dimension der legalen Raubkopie. Das ist wie bei einer Religion, also alles Glaubenssache. Am Ende kommt es vor allem auf den erfahrenen Toningenör an, und ob der gerade im Haus ist?

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