Test: Sonic Core B4000 ASB, Creamware

B4000 ASB Front

B4000 ASB Front

Darf ich mal anfassen? – die Hardware

„Ich bin kein Software-Synth für eine schnelle Session. Ich bin eine ‚Authentic Sound Box‘!“, hätte die B4000 ASB auf die Frage nach ihrem Nachnamen antworten können. Dann wollen wir uns diesen vermeidlichen Vorteil doch mal genauer ansehen.
Passend zum Erscheinungsbild würde ich die Haptik als hervorragend bezeichnen. Die Bedienelemente sind sinnvoll und übersichtlich angeordnet. Die Potis sind nicht zu weich drehend und alles andere als wackelig. Alle wichtigen Funktionen sind sofort zu erreichen. Die ersten vier Drehregler lassen „Click“, „Crunch“, „Drive“ und „Condition“ stufenlos regeln. Mit „Crunch“ ist hier der Grad der Übersprechnungen im Orgelinneren gemeint, „Drive“ fügt Verzerrung hinzu, während man mit „Condition“ frei zwischen einer jungfräulichen oder einer (freundlich ausgedrückt) wartungsbedürftigen Orgel überblenden kann. Wichtig auch die Mixersektion für die Lautstärken von „Upper“, „Lower“, „Pedal“ und nicht zuletzt „Input“. Über diesen Audioeingang, bestehend aus zwei Mono-Klinkensteckereingängen, lässt sich so z.B. der Haus- und Hofklangerzeuger einschleifen, während weiterhin nur zwei Klinkenkabel ins Mischpult laufen. Praktisch für die Live-Situation. Wie sich später zeigen wird die Königsdisziplin der virtuellen Schönheit. Weiterhin findet man Regler für Bass und Höhen. In der Mitte glüht ein dreistelliges LED-Display vor sich hin. Zu wenig? So hat mancher Midi-Controller mehr Platz, um Rückmeldung zu erstatten. Einerseits richtig, andererseits mehr als das aktuelle Preset muss ich bei der B4000 auch gar nicht gesagt bekommen, alles andere wird eindeutig über die Taster und natürlich die Zugregler selber „dargestellt“. Wo wir gerade bei den Drawbars sind: Die haben mir im Vergleich zur Arbeit mit einem Software Synth am meisten Spaß

gemacht. Da kommen Gefühle auf! Wobei die B4000 hier nicht zimperlich ist. Man muss schon etwas fester ziehen als ich das bei anderen Mitbewerbern in Erinnerung habe. Also ruhig mal beherzt zugreifen, die B4000 kann das ab.

Fehlendes Manual: Fluch oder Segen?

Eine gute Beziehung lebt von ihren Kompromissen. So! (An dieser Stelle überlege ich mir ernsthaft ein Volontariat bei der ‚Bunten‘ oder ‚Für Sie‘ einzureichen). Wenn andere Hersteller in ihrer Produktpalette eine ein- oder sogar zweimanualige Orgel zusätzlich zum Soundmodul anbieten, so ist das bei Sonic Core nicht der Fall und die B4000 steht selbstbewusst ‚ohne‘ da. Vielleicht auch nur konsequent. So ist die hochwertige ‚Betastung‘ eine Wissenschaft für sich. Je nachdem, wie man selbst aufgestellt ist, kann man ‚Gott sei Dank‘ bzw. ‚leider‘ auf seine eigenen Masterkeys zurückgreifen. Meiner Meinung nach eine gute Entscheidung des Herstellers in Hinblick auf die Ausrichtung der B4000. Bei Gefallen verrichten natürlich auch einfachere/preiswertere MIDI-Tastaturen ihren Dienst, Aftertouch kann zwar zur Steuerung des Rotary benutzt werden, muss es aber nicht.

Klangbeispiele
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    tja, der Preis !

    Ich finde das Gerät sehr interessant und würde es wegen seiner guten Haptik gerne live einsetzen wollen.
    Aber: Gute Orgelsounds habe ich ja (wie die meisten von uns?)zu Genüge, leider nur mit schlechter Liveebedienbarkeit.
    Was wäre mir nun eine bessere Haptik wert?
    Ich habe in mich hineingehorcht, und mein Gewissen sagte mir (oder war´s mein Herz, was mir Angesicht des hohen Preises in die Hose zu rutschen drohte? ;) : Finger weg bei 1000 Euro! Fang erst wieder an, darüber nachzudenken, wenn Du die B4000 für 600 Euro kriegen kannst. Greif sofort zu, wenn Du sie für 500 siehst!!

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      Du kannst den Sound der B4000 schon für 370€ haben, als "Plugiator" von UseAudio, wenn Du ohne die Haptik auskommen kannst… und bekommst nebenbei noch einen Mini…
      John Lord würde sicher deswegen keine der beiden Orgel-Varianten nehmen, weil es im Bereich drive und amp Modelling viel zu wenig Möglichkeiten gibt…

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    Leider geht Soniccore nicht darauf ein, ob die B4000 weitergepflegt wird, d.h. ob es neue Softwareversionen der Remotesoftware geben wird oder ob es irgendwann eine VST-Einbindung geben wird.

    Hört sich daher doch so an wie der Abverkauf der Lagerbestände.

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    Ich finde den Ssound überhaupt nicht überzeugend, sondern dünn.
    Die fette "Rocker-Schweineorgel" gibt das gerät wohl nicht her?

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    Hab mit der Rockschweineorgel des Creamware NOAH, das die gleiche Engine hat, und einem MK461- Keyboard von Evolution im Zugriegelmodus – 4 Jahre gegen 2 Gitarristen abgerockt. Das Teil ist fett und rotzt richtig ab. Da ging ich nie unter wie bei virtuellen Hammonds und sonstigen japanischen Klons. Die klingen teilweise wie Plastik …..

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      Noah gilt nicht, da kann man zusätzliche Effekte routen… Der Noah ist generell vielseitiger als alle ASB Boxen…

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    Schön, daß ich mal nicht der einzige bin, der kritisch über die B4000 schreibt… ich finde auch daß die B4000 viel zu zahm ist – eben nur eine reine Hammond-Orgel, aber ohne variationsreiche Amps und drive/distortion…
    Aber der Tester läßt ja zwischen den Zeilen durchblicken daß er das Teil für GM Aufsteiger sieht und weniger für Leute die wirklich eine Palette ultmativerer Orgelsunds suchen… und an erster Stelle (im Studio?) wird hier auch die NI B4II genannt, und wohl der Höflickeit halber danach noch die B2003, wenn's denn ein DSP plugin sein muß… ;)

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    DOC.. dann lass mal hören.. ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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      AMAZONA Archiv

      Im Mix wirken Sounds zwar oft anders als solo, trotzdem habe ich auch meine Zweifel…
      Die B4000 klingt wirklich nicht schlecht, aber nach meiner Meinung eben "zahm", da rotzt nix cremig ab, wenn, dann sägt es höchstens in übelster Transistor-Verzerrungs-Manier wie im Beispiel 4 eben…

      Wie gesagt, Noah ist mehr als eine B4000 ASB Kiste, ich denke das ist der Grund…

  7. Profilbild
    costello  RED

    Weil die gute alte B4000 im Umfeld vom Minimax-Revisited nochmal hochgezogen wurde hier nur der der Hinweis:
    In dem Soundbeispiel ProgRock (Link unten) ist sie recht prominent zu hören. Eingebunden in den Mix und ich finde, da klingt sie nicht dünn oder nach Transistoren-Zerre. Der Ventilator bringt die besten Eigenschaften der B4000 erst richtig nach vorn. Der eingebaute Drive und vor allem auch die Leslie-Simulation der B4000 sind nämlich tatsächlich nicht so der Hit.

    https://www.amazona.de/report-creamware-minimax-revisited-sonic-core/

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