Fazit

OK. Die ersten Dates sind gelaufen und sie setzt mir die Pistole auf die Brust: Ja oder nein. Bleiben oder gehen. Kaufempfehlung oder nur ein paar warme Worte.
Ich will es mal so formulieren: Bräuchte ich ausschließlich im Studio eine erstklassige Orgel, würde ich wohl auf eine Softwarelösung zurückgreifen. Mit Native Instruments B4 oder dem DSP Plugin B-2003 aus gleichem Haus muss ich die digitale Ebene nicht verlassen. Fehlende digitale I/Os verschaffen der B4000 hier Abzüge in der B-Note. Als Vollblutorganist und Nachwuchs-John-Lord, der ich nicht bin, würde ich vielleicht doch lieber auf ein Original oder „komplettes“ Konkurrenzprodukt sparen und später schleppen bzw. nach Entdeckung meines Genies, schleppen lassen. Wer passt also noch ins Beuteschema der B4000? Die passende Kontaktanzeige könnte lauten: „Dir ist GM-Sound Numero 17 Deines Klangerzeugers nicht genug? Du hast bereits ein bestehendes und bewährtes Setup mit entsprechendem Manual? Du stehst auf echte Drawbars?“ Sollten diese Kriterien auf Dich zutreffen, dann kann ich die B4000 nur wärmstens empfehlen.

Was ist mit dem Preis? Ganz subjektiv gesprochen, empfinde ich den Preisbereich von (sehr) knapp unter 1000 Euro als eher hoch gegriffen. Alternativen? Kaum. Und die Konkurrenz ist ähnlich teuer. Unterboten werden diese Produkte vom Viscount DB-3M Expander, den ich lediglich anspielen konnte. In dieser kurzen Zeit konnte mich das eher wacklige und klanglich blasse Gerät aber nicht überzeugen. Da wären noch Geräte von Roland und Hammond selbst, über die ich an dieser Stelle nicht urteilen will und kann.

Wer auf die hochwertige Oberfläche der B4000 verzichten kann, dem sei ein Blick auf die Homepages von use-audio und CME empfohlen. Die ASX Erweiterung bring die B4000 in die Controllerkeyboards der UF- und VX-Serie.

Dennoch, ein Eindruck bleibt: Die Kleine hat Soul und sie hat Stil, das ist bekanntlich nur schwer in Gold aufzuwiegen.

Plus

  • lebendiger Sound
  • gute Handhabe
  • solide und geschmackvolle Verarbeitung

Minus

  • fehlender digitaler Ausgang
  • Preis
  • keine VST-Einbindung

Preis

  • Ladenpreis 998,-€
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    tja, der Preis !

    Ich finde das Gerät sehr interessant und würde es wegen seiner guten Haptik gerne live einsetzen wollen.
    Aber: Gute Orgelsounds habe ich ja (wie die meisten von uns?)zu Genüge, leider nur mit schlechter Liveebedienbarkeit.
    Was wäre mir nun eine bessere Haptik wert?
    Ich habe in mich hineingehorcht, und mein Gewissen sagte mir (oder war´s mein Herz, was mir Angesicht des hohen Preises in die Hose zu rutschen drohte? ;) : Finger weg bei 1000 Euro! Fang erst wieder an, darüber nachzudenken, wenn Du die B4000 für 600 Euro kriegen kannst. Greif sofort zu, wenn Du sie für 500 siehst!!

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      Du kannst den Sound der B4000 schon für 370€ haben, als "Plugiator" von UseAudio, wenn Du ohne die Haptik auskommen kannst… und bekommst nebenbei noch einen Mini…
      John Lord würde sicher deswegen keine der beiden Orgel-Varianten nehmen, weil es im Bereich drive und amp Modelling viel zu wenig Möglichkeiten gibt…

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    Leider geht Soniccore nicht darauf ein, ob die B4000 weitergepflegt wird, d.h. ob es neue Softwareversionen der Remotesoftware geben wird oder ob es irgendwann eine VST-Einbindung geben wird.

    Hört sich daher doch so an wie der Abverkauf der Lagerbestände.

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    Ich finde den Ssound überhaupt nicht überzeugend, sondern dünn.
    Die fette "Rocker-Schweineorgel" gibt das gerät wohl nicht her?

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    Hab mit der Rockschweineorgel des Creamware NOAH, das die gleiche Engine hat, und einem MK461- Keyboard von Evolution im Zugriegelmodus – 4 Jahre gegen 2 Gitarristen abgerockt. Das Teil ist fett und rotzt richtig ab. Da ging ich nie unter wie bei virtuellen Hammonds und sonstigen japanischen Klons. Die klingen teilweise wie Plastik …..

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      Noah gilt nicht, da kann man zusätzliche Effekte routen… Der Noah ist generell vielseitiger als alle ASB Boxen…

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    Schön, daß ich mal nicht der einzige bin, der kritisch über die B4000 schreibt… ich finde auch daß die B4000 viel zu zahm ist – eben nur eine reine Hammond-Orgel, aber ohne variationsreiche Amps und drive/distortion…
    Aber der Tester läßt ja zwischen den Zeilen durchblicken daß er das Teil für GM Aufsteiger sieht und weniger für Leute die wirklich eine Palette ultmativerer Orgelsunds suchen… und an erster Stelle (im Studio?) wird hier auch die NI B4II genannt, und wohl der Höflickeit halber danach noch die B2003, wenn's denn ein DSP plugin sein muß… ;)

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    DOC.. dann lass mal hören.. ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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      Im Mix wirken Sounds zwar oft anders als solo, trotzdem habe ich auch meine Zweifel…
      Die B4000 klingt wirklich nicht schlecht, aber nach meiner Meinung eben "zahm", da rotzt nix cremig ab, wenn, dann sägt es höchstens in übelster Transistor-Verzerrungs-Manier wie im Beispiel 4 eben…

      Wie gesagt, Noah ist mehr als eine B4000 ASB Kiste, ich denke das ist der Grund…

  7. Profilbild
    costello  RED

    Weil die gute alte B4000 im Umfeld vom Minimax-Revisited nochmal hochgezogen wurde hier nur der der Hinweis:
    In dem Soundbeispiel ProgRock (Link unten) ist sie recht prominent zu hören. Eingebunden in den Mix und ich finde, da klingt sie nicht dünn oder nach Transistoren-Zerre. Der Ventilator bringt die besten Eigenschaften der B4000 erst richtig nach vorn. Der eingebaute Drive und vor allem auch die Leslie-Simulation der B4000 sind nämlich tatsächlich nicht so der Hit.

    https://www.amazona.de/report-creamware-minimax-revisited-sonic-core/

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