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Test: Sonor SQ1 Shell Set, Schlagzeug

30. Oktober 2020

Tolle Optik, super Sound, exzellente Verarbeitung

sonor sq1 test schlagzeug

Sonor SQ1 Shell Set, Schlagzeug

Die Sonor SQ1 Serie ist der günstigste Einstieg in die Welt der „Made in Germany“-Sets bei Sonor (wobei der Hersteller mit seinen Sets, die nicht in Deutschland gefertigt werden, auch den klassischen Einsteiger-Markt bedient). Günstig ist nicht zu verwechseln mit billig, denn für das getestete Shellset sind rund 2.500,- Euro fällig. Dafür bekommt man aber auch in jeder Hinsicht die Top-Qualität, die man von Sonor gewohnt ist. Was das im Detail heißt, klären wir in diesem Test.

Die kleine Schwester des SQ2

SQ1 klingt ja irgendwie verdächtig nach SQ2 – Sonors Top-Serie, bei der man sich sein Set nach Maß zuschneidern lassen kann. Dort hat man die Auswahl aus vier Kesselmaterialien (Ahorn, Birke, Buche und Acryl), sowie einer kaum überschaubaren Vielfalt von Lackierungen und Naturholzfinishes. Bursts, Fades, Solids, Sparkles, Seidenmatt, Hochglanz – ganz wie ihr wollt.

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sonor sq1 schlagzeug test

Trommelkessel gibt es in allen nur denkbaren Durchmessern, Tiefen und Stärken. In der SQ1-Serie sind wir von dieser Auswahl weit entfernt. Es gibt nur ein Holz, aber ein gutes, mit langer Tradition bei Sonor (Birke) und die gängigsten Trommelgrößen. Bass Drums in 20×16, 22×17,5 und 24×14, Toms in 8×7, 10×7, 12×8 und 13×9, Floortoms in 14×13, 16×15 und 18×15, dazu eine Holz-Snaredrum in 14×6,5, die wir leider nicht zum Test vorliegen hatten. Aber sind wir mal ehrlich – damit kommen die meisten von uns aus.

Auch die Auswahl an Farben ist übersichtlich. Vier Finishes stehen zur Wahl, diese sind aber tatsächlich was besonderes und laut Sonor von amerikanischen Autos der 50er und 60er Jahre inspiriert. 

Sonor SQ1 Set

Das Testset: 22,12,16 + Tama SLP Snare

Die Kessel

Unser Testset ist in Cruiser Blue lackiert, einem matten Baby Blau. Die Bassdrum besitzt kontrastierende Holzspannreifen in einem seidenmatten Walnuss-Finish. Das sieht ziemlich cool aus, auch wenn es vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Handwerklich ist die Lackierung absolut top ausgeführt und sieht im Bühnenlicht sicher fantastisch aus.

Sonor SQ1 Finishes

Die kleine Farbauswahl

Die Kessel selbst sind aus Birke, ein Holz mit langer Tradition bei Sonor. Die Bassdrum besteht aus zehn Lagen und kommt auf 10 mm Wandstärke. Die Toms auf 7 mm bei sieben Lagen. Die Bassdrum besitzt somit meines Wissens den dicksten Kessel, den man serienmäßig bei Sonor bekommen kann. Selbst die „Heavy“-Variante der SQ2 Kessel bringen es nur auf 8 mm. Die Auflagekanten der Felle sind sehr scharf geschnitten und fallen im 45-Grad-Winkel zum Kesselinneren ab.

Die Verarbeitung der inneren Holzlagen zählt zum besten, was ich je bei einem Drumset gesehen – oder besser nicht gesehen habe. Sonor verarbeitet die Lagen Stoß an Stoß und die Naht ist mit dem Auge absolut nicht zu erkennen. Ich habe in allen drei Kesseln danach gesucht und nichts gefunden. Respekt!

sonor sq1 schlagzeug test

Ein weiteres Merkmal aller in Deutschland gebauten Sonor-Serien sind die leicht unterdimensionierten Kessel. Das heißt, ein 13″ Kessel ist eigentlich etwas kleiner im Durchmesser. Das ist optisch nicht zu erkennen und hat den Vorteil, dass Felle aller Hersteller immer plan auf dem Kessel aufliegen. Das kann das Stimmen enorm vereinfachen und tiefere Stimmungen kurz vor der „Flattergrenze“ ermöglichen.

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Das Metall

Die Hardware entspricht weitgehend der Prolite-Serie, Böckchen, Brackets Bassdrum-Claws und Spannreifen sind identisch. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass Sonor Hardware im Prinzip unzerstörrbar ist. Ich hatte in 30+ Jahren mit insgesamt drei Sonor Sets nie (!) auch nur ein Problemchen mit der Hardware an den Trommeln.

Sonor SQ1 Hoop test

Die Gewinde und Stimmschrauben der Hardware laufen sauber, die Brackets für Standtombeine und Tomhalter funktionieren bei allen Sets wie am ersten Tag, genauso die Bass Drum-Füße. Voraussetzung dafür ist natürlich eine einigermaßen regelmäßige Pflege (Putzen, Gewinde fetten) aber das gilt ja bekanntlich für alle Instrumente.

Eine Besonderheit der SQ1-Serie sind die Tomhalter. Bei Sonor heißen sie Sound Sustainer und bestehen im Prinzip aus einer kräftigen Hartgummi-Unterlage, die das Halteböckchen und die Floortom-Brackets vom Kessel isoliert. Das ganze ist stabil und optisch angenehm unaufdringlich. 

Sonor SQ1 SSBracket

Sound Sustainer Tomhalterung

Der Sound

Als Felle kommen Sonor Medium Coated bzw. Clear auf den Toms und Powerstroke3/Powerstroke FiberSkyn auf der Bassdrum zum Einsatz. Sie sind „Made by Remo USA“ und entsprechen Ambassador coated bzw. clear Versionen. 

Bei den Soundbeispielen habe ich auch mal doppellagige Schlagfelle auf den Toms ausprobiert. In diesem Fall Evans G2 clear. Ich finde, sie passen besser zum Set als die Coated Ambassador, aber auch mit diesen klingt das Set super. Entscheidet selbst.

sonor sq1 schlagzeug test

Mit den Ambassadors klingt das Set „neutral“ und lässt sich durch tuning und leichtes dämpfen soundmäßig in viele Richtungen modellieren. Die Bass Drum war bei diesem Track nur leicht von außen gedämpft und klingt schon so, wie man es von einer 22x(fast)18 erwartet, nämlich dick!

Doppellagige Felle machen die Toms naturgemäß fetter und rockiger; die Bass Drum war hier mit gelochtem Frontfell versehen und innen mit einem passenden Kissen gedämpft, so wie es wahrscheinlich die meisten Drummer machen. Damit bekommt sie mehr Punch und klingt etwas definierter. Mir gefällt das besser.

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Fazit

Das Sonor SQ1 Shellset 322, wie wir es hier zum Test hatten ist eine Freude zu spielen. Alles funktioniert so, wie es soll. Die Kessel sind toll verarbeitet, das eigenständige Finish sieht toll aus und das Set klingt einfach gut – ein „Workhorse“ erster Güte. Für alle, die ein sauber und fett klingendes Rock/Pop-Set mit Birkenkesseln suchen kann ich das SQ1 bedenkenlos empfehlen.

Auch der Preis ist vollkommen angemessen. Das Set wird in Bad Berleburg gebaut und kann sich in Punkto Verarbeitung und Sound mit allem messen, was sich sonst in diesem und höheren Preissegmenten bewegt. Wer mit der etwas eingeschränkten Auswahl an Farben und Größen klar kommt, kann zuschlagen.

Ein kleiner Minuspunkt ist womöglich das Gewicht. Die Drums, besonders die Bass Drum, sind relativ schwer. Da gibt es tatsächlich deutlich leichtere Sets am Markt. Alle Viel-Gigger und Selbst-Schlepper sollten vor dem Kauf vielleicht einen Tragetest machen. Auch wenn gerade nicht allzu viele Gigs stattfinden. Irgendwann geht’s wieder los!

Plus

  • Verarbeitung der Kessel
  • Qualität aller Hardwareteile
  • Knalliger, fetter Sound
  • Vollkommen angemessener Preis

Minus

  • Gewicht

Preis

  • 2.490,- Euro (für das 22/12/16 Shellset)
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Zeitloses Design, Bestmögliche Verarbeitung und das Augenmerk auf ein gut klingendes Instrument: Sonor ist immer noch ein Traum. Freut mich, dass man sich bei den Farben gerne mal was traut und das dann auch noch gut funktioniert. Was hab ich die Farben der Designerserie damals gefeiert.

    Und der Minuspunkt? Naja, klingt halt auch schwergewichtig. ;-)

  2. Profilbild
    ISE500  AHU

    Wieso nennt ihr das denn „Sonor Einsteiger Set“? Es gibt doch viel günstigere Sonor-Sätze (z.B. Sonor AQ2). Ihr meint wegen „Made in Germany“? Dann würde ich aber unbedingt die Headline anpassen, da es schlichtweg einfach falsch ist, daß das günstigste Sonor-Set 2500 € kostet.

    Sonor bespielt mit günstigen Einsteiger-Sets den Markt genauso wie andere Herstellte wie Pearl und Tama, etc.

  3. Profilbild
    monoblau

    Vielen Dank für den Test. Ich finde es einfach toll, hier auch wieder vermehrt etwas über echte Schlagzeuge lesen zu dürfen. Und dann auch noch über solch ein Schmuckstück. Bitte weiter so :-)

    • Profilbild
      zeitlos  

      „Bitte weiter so“ Bitte nicht! Obwohl ich in erster Linie Drummer bin und dann erst Keyboarder, stört mich hier auf Amazona die Drumrubrik, genauso wie die Gitarrenberichte. Es gibt m.E. genug Seiten für diese Instrumente. Seiten für elektronische Musikinstrumente sind da schon rarer.
      Zudem passiert bei Akustikdrums und E-Gitarren nur sehr selten was wirklich Neues. Das empfinde ich bei Musikelektronik anders. Das kommt immer wieder was signifikant Neues. Nicht immer aber immer wieder.
      just my 2 cents. Nichts weiter.

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