Test: Sony PCM-D100, Mobiler Recorder

Doch nun ab zu den ersten Testaufnahmen. Zunächst eine normale Gesprächslautstärke bzw. Ansage mit allen drei unterschiedlichen Kapsel-Positionen, fest montiert auf einem Mikroständer, so dass die Position stets gleich bleibt, Straßen- bzw. Baustellenatmosphäre und die Aufnahme eines (nicht all zu gut gestimmten) Klaviers mit den internen Mikros. Um es auf den Punkt zu bringen: Was den Käufer hier erwartet, ist einfach klasse. Sehr positiv bin ich überrascht über die glasklaren Höhen und die detailgetreue Aufnahme auch von leisen Geräuschen. Dazu ist das Stereobild sehr gut. Ein klein wenig Kritik gibt es allerdings für den etwas schwachen Bassbereich, aber das war auf Grund der Mikrofonkapseln nicht anders zu erwarten. Ansonsten bin ich wirklich sehr überrascht, was alles mit dem Sony Recorder machbar ist. Ohne Weiteres kann man den Recorder somit auch bzw. vor allem für professionelle Anwendungen empfehlen, bei denen die aufgenommenen Signale später noch weiter im Studio bearbeitet werden oder beispielsweise in Rundfunkbeiträgen genutzt werden sollen.

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Wie auf den Aufnahmen zu hören, entscheidet die Stellung der Mikrofonkapseln ungemein darüber, welcher Klangeindruck letztendlich entsteht. Gerade bei der Aufnahme von Sprache, Gesang oder Einzel-Instrumentalisten sollte man da vorher ruhig etwas ausprobieren, um damit den gewünschten Sound zu realisieren.

Wem das interne Mikrofon nicht ausreicht bzw. gerne auf ein externes Mikro zurückgreifen möchte, kann dies einfach an den Sony Recorder anschließen. Auf Wunsch wird auch eine entsprechende „Plug in Power“ zur Verfügung gestellt. Ohnehin bietet sich das im Außenbereich meiner Meinung nach an, denn der Recorder ist etwas anfällig für Windgeräusche. Den mitgelieferten Windschutz sollte man somit immer bei Außenaufnahmen dabei haben.

Der Lieferumfang des PCM-D100

Der Lieferumfang des PCM-D100

Neben der sehr guten Audioqualität bietet der PCM-D100 aber noch ein paar weitere sinnvolle Funktionen. So kann man beispielsweise vor der Aufnahme schwer einzuschätzender Signale einen Limiter zuschalten, der das eingehende Signal im Extremfall im Zaum hält. Dabei greift er gut ins Geschehen ein, ohne das Signal stark zu verfälschen. Eine gute Möglichkeit auf Nummer Sicher zu gehen und sicherlich so manche Aufnahme zu retten. Weiterhin lassen sich relativ unkompliziert Marker setzen, Fade-Ins/Outs einfügen, Hochpassfilter aktivieren, Dateien schneiden oder kopieren.

Klangbeispiele
Forum
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    Franz Walsch  AHU

    Die kleinen Anschlüsse disqualifizieren den Recorder für mich aus der Profiliga. Ich kenne die vielen Probleme mit Buchsendefekten leider zu genau. Außerdem sind diese Anschlüsse generell messtechnisch auch nicht die beste Wahl. Auch schränkt es die Auswahl an externen Mikrofonen sehr stark ein. Aus meiner Sicht war der letzte Profi-Recorder der »SONY TCD-D10 PRO II«.
    Die Mikrofonanordnung im Taserdesign mutet auch etwas seltsam an. Kein X/Y, sondern irgendetwas außerhalb der Norm. Außerdem ist der »DSD-Recording-Modus« nur eingeschränkt zu nutzen, denn ich kenne keine frei käufliche DAW mit der man das aufgezeichnete Signal weiter bearbeiten oder schneiden kann. Also muss jedesmal als erstes gewandelt werden. Wie sinnlos und schade, denn wenn es die Software dazu geben würde, könnte man sich eigene SACDs herstellen. Aber das will die Industrie ja nicht. Auch sei jedem Hi-Res-Fan vorher der aufschlussreiche Hörvergleich DSD & PCM (24bit/176,4 kHz) den es hier: http://old...../index.htm gibt empfohlen. Wer damit leben kann …

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    Markus Galla  RED

    Mich verwundert etwas die Aussage zum Stereobild. Bei den Hörbeispielen wird in der 90° Stellung auf meiner Studio-Abhöre alles hart links gepannt abgebildet. Bei 120° wechselt alles auf die rechte Seite. Bei 0° sind weder Stimme noch Piano zu 100 Prozent in der Mitte. Auch mit einem Kopfhörer lässt sich das nachvollziehen. Wie war denn die Position des Recorders zur Schallquelle, dass sich das so drastisch äußert? Einen Fehleinstellung hier lässt sich ausschließen, da andere Testsignale richtig abgebildet werden. Oder war das Absicht?

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    Stephan Merk  RED

    Ich hatte auch vor längerer Zeit überlegt, meinen Olympus LS-100 gegen den SONY zu ersetzen, mich aber aufgrund der fehlenden XLR-Eingänge dagegen entschieden. Mir gefällt zwar das Klangbild geringfügig besser, beim damaligen Einstandspreis von um 900 Euro allerdings stand diese Verbesserung nicht in Relation zum Mehrwert. Auch wenn Auflösung und Digitalanschlüsse ein Alleinstellungsmerkmal sind, ist die Frage, ob man beides zwingend benötigt. Wer keine PC-Kenntnisse hat und ein Gerät für alles sucht und sich das Geld für externe Mikrofone sparen möchte, findet hier einen tollen Allrounder. Aber für Musiker dürften die Einschränkungen der Anschlussmöglichkeit und fehlende Mehrkanalaufzeichnung doch stärker ins Gewicht fallen, zumal doch die meisten einen Computer nutzen und somit die Daten direkt weiterverarbeiten. Dann fallen auch die Digitalanschlüsse als Vorteil weg.

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      Stephan Merk  RED

      Update: Inzwischen liebäugele ich mit dem Kauf des PCM-D100 und kann einige Punkte von SONY gar nicht verstehen und verstehe noch weniger, warum diese nicht bei vielen Rezensionen zur Abwertung führen, vielleicht habe ich auch was übersehen. Los geht’s mit dem Netzteil AC-ES608K, das zumindest hierzulande nicht beiliegt, aber auch nicht mehr erhältlich ist. Ich vermeide Nachbau- oder Ersatznetzteile, zumal Sony doch sonst nicht knauserig bei teurem Sonderzubehör ist. Als Weiteres der Batteriekasten, auch den finde ich nicht nachkaufbar und hier gehört eigentlich ein zweiter ins Paket. Dass Akkus wenn auch unzeitgemäß nicht im Gerät geladen werden können wäre noch verschmerzbar, aber schnell die Stromversorgung umstellen hätte schon was. Mit der Mini-Klinke kann ich mich arrangieren, wird eben der Mixer mit einem hochwertigen Kabel angeschlossen. Eine mögliche Signalverwirbelung sollte spätestens nach der MP3-Kompression nicht mehr auffallen.

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    Steppenwolf  

    Wenn man per Line-In in DSD Qualität aufnimmt ist der PCM-D100 richtig, richtig genial, selbst wenn man später von DSD in üblicheres 44.1kHz/16bit WAV konvertiert. Es ist auf meiner jahrelangen Suche bisher der einzige Handheld Recorder mit dem man ungelogen in so guter Audioqualität aufnehmen kann dass Mastering quasi überflüssig wird. Da können weder Olympus LS-100 noch andere gängigere Handheld Recorder mithalten. Tascam und Zoom bieten zwar günstige Alternativen an die ebenfalls gute Resultate liefern, allerdings gehen die sämtlich derart schnell kaputt und beherbergen von Haus aus derart häufig Defekte dass man die beiden Marken lieber gänzlich vermeidet. Und die Geräte von Roland überzeichnen generell die Höhen, was das aufgenommene Material ohne Nachbearbeitung unangenehm klingen lässt.

    Der 3.5mm Eingang tut der Klangqualität übrigens absolut keinen Abbruch, VORAUSGESETZT man verwendet gescheite Kabel und befasst sich mit den Unterschieden zwischen den verschiedenen Adapterkabeln ein wenig.

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