Exquisiter ANC-Kopfhörer im Check
Seit vielen Jahren bringt Sony im Rahmen seiner WH-1000XM-Reihe sehr gute ANC-Kopfhörer auf den Markt, die regelmäßig in den Bestenlisten auftauchen. Unter dem Namen Sony WH-1000X The Collexion bietet der Hersteller seit einiger Zeit eine gegenüber dem Standard-Modell WH-1000XM6 aufgewertete Version seines Oberklasse-Kopfhörers an. Und da wir wissen, dass viele unserer Leser solche drahtlosen ANC-Kopfhörer regelmäßig nutzen, schließlich gehören sie wie die kleinen, weißen In-Ears von Apple & Co., die heutzutage fast Standard beim Hören von Musik sind, für viele Nutzer auf Reisen oder beim entspannten Musikgenuss auf der Couch einfach dazu. Daher viel Spaß beim Testbericht des Sony WH-1000X The Collexion.
Was ist es? Der Sony WH-1000X The Collexion ist ein Over-Ear-Kopfhörer mit aktivem Noise-Canceling und Premium-Ausstattung.
- Design und Verarbeitung: Das minimalistische Design mit Kunstlederüberzug und Edelstahlkonstruktion vermittelt einen sehr wertigen Eindruck.
- Klangbild: Der Kopfhörer bietet ein warmes, bassbetontes Klangbild, das besonders bei modernen Musikstilen überzeugt.
- ANC-System: Das Noise-Canceling ist sehr effektiv und filtert Umgebungsgeräusche zuverlässig heraus.
- 360-Upmix: Die 360-Upmix-Funktion erzeugt ein räumliches Klangbild aus Stereo-Inhalten, was den Klang vom Kopf löst.
- Schwächen: Die Akkulaufzeit ist im Vergleich zu einigen Konkurrenzmodellen geringer und das USB-C-Ladekabel ist nicht im Lieferumfang enthalten.
- Einschränkungen: Der Kopfhörer lässt sich nicht zusammenfalten, was den Transport im Vergleich zu anderen Modellen weniger kompakt macht.
Inhaltsverzeichnis
Sony WH-1000X The Collexion
Wie der kürzlich von uns getestete Sennheiser Momentum 5 gehört der Sony WH-1000X The Collexion zu den höherpreisigen ANC-Kopfhörern. Eine Vielzahl von Features und Ausstattungsmerkmalen übernimmt der WH-1000X vom Standard-Modell WH-1000XM6, setzt in einigen Punkten und Details aber nochmal einen drauf. Auch preislich schlägt sich das nieder. Während der WH-1000XM6 369,- Euro kostet, veranschlagt Sony für den WH-1000X The Collexion satte 629,- Euro. Was bietet der Kopfhörer alles?
Aufbau und Ausstattung
Bereits das Auspacken des Sony WH-1000X The Collexion zeigt, dass es sich hierbei um einen echten Premium-Kopfhörer handelt. Während andere Kopfhörer in mehr oder weniger hübschen Pappkartons ausgeliefert werden, bekommt das neueste Modell aus dem Hause Sony neben einer aus recyceltem Karton bestehenden Umverpackung ein mit Stoff versehenes Hardcase spendiert, das über einen Tragegegriff verfügt und eher den Anschein einer Handtasche als den einer Transportmöglichkeit eines Kopfhörers hat.
Mit dem Kopfhörer spricht Sony natürlich nicht direkt die Studioleute an, wie bspw. mit dem MDR-7506 oder dem MV1, sondern zielt auf die vielen Musiknutzer und -hörer ab, die sich für ungestörte Fahrten in der Bahn, Flüge oder den Einsatz für zu Hause im Wohnzimmer einen ANC-Kopfhörer anschaffen möchten.
Hinsichtlich des Designs gibt sich der WH-1000X sehr minimalistisch, allerdings nicht ohne einen gewissen edlen Charme zu versprühen. Die kompletten Ohrmuscheln und auch das Kopfband sind rundherum mit Kunstleder überzogen. Dazwischen zeigt sich immer wieder mal die aus Edelstahl bestehende Grundkonstruktion. Die Anschlüsse und die Bedienelemente sind in das Kunstleder eingearbeitet, auch die Mikrofone für das ANC-System hat Sony passend integriert. Das macht alles einen sehr wertigen Eindruck und die Verarbeitungsqualität ist insgesamt auf einem sehr hohen Niveau.
Erhältlich ist der Kopfhörer in den Farben Schwarz und Platin. Wer mehr Farbauswahl möchte, sollte sich den bereits erwähnten Bruder WH-1000XM6 anschauen, diesen gibt es in insgesamt sieben verschiedenen Farben.
Mit seinem Gewicht von ca. 320 g gehört der Sony WH-1000X The Collexion nicht zu den allerleichtesten Kopfhörern und nach einer gewissen Zeit spürt man den Kopfhörer natürlich auch auf dem Kopf, aber insgesamt bietet er einen sehr angenehmen Tragekomfort. Der als Over-Ear-Kopfhörer konzipierte Sony WH-1000X lässt sich auf beiden Seiten um rund 3,5 cm ausfahren und für meinen Geschmack sitzen die Ohrmuscheln sehr angenehm und weich auf.
Wie bereits erwähnt, sind die Ohrmuscheln sowohl außen als auch innen mit Kunstleder ausgestattet. Der Innendurchmesser beläuft sich auf ca. 6,5 x 3,8 cm. Hierdurch umschließen die Ohrmuscheln meine Ohren komplett, so dass das Kunstleder weich rund um die Ohren aufsitzt.
Zum Lieferumfang des Kopfhörers gehören das erwähnte Hardcase sowie ein 1,2 m langes Audiokabel mit zwei vergoldeten 3,5-mm-Klinkensteckern, einer in gerader und einer in abgewinkelter Ausführung. Das zum Laden benötigte USB-C-Kabel liegt dem Kopfhörer leider nicht bei. Bei einem Preis von über 600,- Euro hätte ich dies durchaus erwartet.
Schade ist, dass sich der Sony WH-1000X The Collexion im Gegensatz zu seinem XM6-Bruder nicht zusammenfalten lässt. Vor allem im Hinblick auf Reisen ist dies ja ein gern gesehenes Feature. Dafür erhält man mit dem o. g. Hardcase eine sehr stabile und schicke Möglichkeit, den Kopfhörer zu transportieren.
Technische Features
Technisch gesehen stecken im The-Collexion-Kopfhörer viele Ausstattungsmerkmale des WH-1000XM6. Es kommen 30-mm-Treiber zum Einsatz und der Kopfhörer deckt einen Frequenzbereich von 4 bis 40.000 Hz ab. Die Empfindlichkeit gibt Sony mit 103 dB/mW an, die Impedanz mit 48 Ohm.
Etwas verwunderlich ist die gegenüber dem XM6 etwas geringere Akkulaufzeit. Gibt Sony für diesen eine maximale Laufzeit von 30 Stunden (mit ANC) bzw. 40 Stunden (ohne ANC) an, schafft der WH-1000X The Collexion nur 24 Stunden (bei aktivem ANC) bzw. 32 Stunden (ohne ANC).
Auch wenn das natürlich Laufzeiten sind, die ohne Weiteres für lange Reisen und generell für eine Nutzung ohne ständiges Aufladen ausreichen, sollte man zumindest wissen, dass es die aktuellen Modelle von Sennheiser wie bspw. der Momentum 5 oder auch das aktuell recht günstig zu bekommende Vorgängermodell Momentum 4, durchaus auf bis zu 60 Stunden bringen.
Dafür kommt beim Sony WH-1000X The Collexion bereits der neuere Bluetooth-Standard 6.0 zum Einsatz, beim XM6 setzt Sony noch auf Version 5.3. Der WH-1000X unterstützt die Formate SBC, AAC, LDAC und LC3. Alle technischen Daten des Kopfhörers findet ihr hier.
Seine Signale empfängt der Kopfhörer entsprechend über Bluetooth bzw. das analoge Anschlusskabel. Die USB-C-Schnittstelle dient dagegen nur zum Aufladen des Akkus, eine Audioübertragung ist hierfür nicht vorgesehen.
Wie klingt der Kopfhörer?
Grundsätzlich bietet der Sony WH-1000X The Collexion ein recht warmes und angenehmes Klangbild und überzeugt vor allem bei modernen Titeln aus dem Bereich Electro-Pop, Hip-Hop oder Dance mit einer guten, ordentlichen Portion Bassfundament. Dabei kommen Stimmen aber nie zu kurz und der Kopfhörer schafft es, diese stets sehr gut abzubilden. Auch bei dichten Arrangements bringt er alle Bestandteile des Mixes gut ans Ohr und wirkt nie verwaschen.
Geht man stilistisch mehr in Richtung Jazz und Klassik, fehlt es mir letzten Endes aber ein wenig am Detailreichtum. Auch wenn das Klangbild sehr stimmig und ausgewogen ist und man zunächst einmal nichts vermisst, fällt bei genauerem Hinhören und Vergleich mit einem Sennheiser HDB 630 auf, dass die letzten kleinen Klangbestandteile wie instrumentspezifische Geräusche von Violinen, Kontrabässen, Holzbläsern etc. oder Atemgeräusche von Sängern nicht bis ins letzte Detail abgebildet werden. Hier kommt es also letztlich darauf an, welche Musik man bevorzugt und wie der Kopfhörer vornehmlich zum Einsatz kommt.
Bei Film- und Videospielproduktionen kann der WH-1000X voll überzeugen. Der Sound ist eindrucksvoll, die Sprachverständlichkeit hoch, hier gibt es nichts zu kritisieren.
ANC-System
Sonys ANC-System des WH-1000X The Collexion basiert auf 12 Mikrofonen und dem QN3-Prozessor. Dieser bietet laut Sony eine siebenmal schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeit als der vorherige QN1-Prozessor.
In der Praxis schlägt sich dies in einer sehr guten Unterdrückung störender Außengeräusche nieder. Egal ob im Zug oder im Büro, der Kopfhörer schafft es mühelos, die unterschiedlichsten Geräusche zu filtern. Regelmäßige, tiefere Geräusche sind ohnehin kein Problem und auch bei helleren/frequenztechnisch höheren Geräuschen schlägt sich der Sony-Kopfhörer sehr gut. Im Vergleich zum Momentum 5 von Sennheiser empfinde ich das ANC einen Tick besser, weil es das eine oder andere Geräusch tatsächlich noch effektiver filtert.
So oder so bieten beide Kopfhörer ein erstklassiges Noise-Canceling, so dass man bei der Wahl zwischen dem einen oder anderen Kopfhörer (auch der WH-1000XM6 sollte in die Wahl mit einbezogen werden) eher auf andere Gesichtspunkte wie Akkulaufzeit, grundsätzlichen Klangeindruck oder die Kompatibilität des LDAC-Codecs mit dem eigenen Smartphone achten sollte.
Bedienung
Hinsichtlich der Bedienung ermöglicht es der Sony WH-1000X The Collexion, die wichtigsten Funktionen zunächst einmal direkt am Kopfhörer einzustellen. Hierfür bietet der Kopfhörer an der linken Ohrmuschel drei kleine Tasten. Hierüber wird der Kopfhörer ein- und ausgeschaltet, das ANC aktiviert bzw. der gewünschte Modus gewählt und der Klangmodus umgeschaltet. Die Tasten geben leider nur wenig haptische Rückmeldung, hier muss man schon genau fühlen, ob man die Taste gedrückt hat oder nicht.
Beim Musikhören lässt sich die Lautstärke per Wischen von unten nach oben auf der rechten Ohrmuschel einstellen, ein Doppeltipp pausiert die Wiedergabe und über eine Wischbewegung nach links oder rechts wechselt man zum vorherigen/nächsten Titel. In der Praxis funktioniert das alles sehr gut.
Alle weitergehenden Funktionen werden über Sonys „Sound Connect“-App gesteuert. Diese ist für iOS und Android erhältlich und übersichtlich aufgebaut. Neben der Wahl der 360-Upmix-Funktion (siehe nächster Abschnitt) lässt sich hier der ANC-Modus wählen oder ein 10-Band-Equalizer zur Anpassung des Klangs einstellen.
Mit kompatiblen Android-Smartphones lässt sich dazu auch eine Headtracking-Funktion nutzen, die dafür sorgt, dass der Klang bei Bewegungen des Kopfes mitwandert. Vor allem bei Filmen und Videogames lässt sich das gut nutzen.
360-Upmix
Eine Besonderheit des Sony WH-1000X The Collexion stellt die Funktion 360-Upmix dar. Dieses Feature ähnelt der Spatial-Audio-Funktion von Apple und ermöglicht es, Stereo-Inhalte künstlich in ein räumliches Klangbild zu überführen.
Grundsätzlich bietet 360-Upmix drei verschiedene Arbeitsmodi: Musik, Kino und Spiel. Der sich hieraus ergebende Effekt ist zunächst einmal sehr eindrucksvoll, allerdings verändert sich durch die Klangänderung auch die Lautstärke, wodurch es nicht ganz einfach ist, den „echten“ Unterschied nachzuvollziehen. Auf alle Fälle löst sich der Klang durch 360-Upmix vom Kopf und wirkt in der Tat räumlicher. Je nach Art des Ausgangsmaterials verliert der Klang dadurch aber etwas seine Wirkung.













































hab den xm4 seit 2 und halb Jahren.
200€ gezahlt.
Sound, Verarbeitung und Design super.
die Nachfolger finde ich vom Design nicht so gut und den xm5 kann man ja nichtmal einklappen.
alles andere zu teuer…
Hmm, was ich in diesem Test vermisse, ist der Bluetooth Standard und auch die Codecs, ebenso ob der Akku wechselbar ist.
Im Test des Sennheiser Momentum 5 vor kurzen wurden all die Punkte im Test angesprochen.
Das würde beide Kopfhörer vergleichbarer machen, ohne jetzt eine Recherche starten zu müssen.
@TomH ok, das mit Bluetooth 6.0 habe ich aufgrund der Kürze überlesen, mein Fehler.
@TomH Hallo TomH. Genau, die Infos zu Bluetooth und den Codecs findest Du bereits im Artikel. Beim Akku hast Du Recht, diese Info hatte ich vergessen. Dieser ist beim WH-1000X nicht austauschbar (bzw. nur über den Sony Support).
thx:)🙂
Danke für den Test! Verstehe, das ist eine Special Edition, die nochmal rund 300 Euro mehr kostet, als der WH-1000XM6. Sicherlich für manche wegen der Verarbeitung den Aufpreis wert, ich finde ihn einfach viel zu teuer ; )
@Langsuan Den Preis finde ich tatsächlich auch sehr hoch angesetzt. Anders herum ist es im Kopfhörermarkt ähnlich wie bei Hifi-Lautsprechern. Man kann die Preise verlangen, weil sie gezahlt werden – unabhängig vom tatsächlichen Warenwert oder der Qualität. Leute bezahlen auch fast 600 Euro für die Apple AirPods Max 2, obwohl es sicherlich für weniger Geld bessere Kopfhörer gibt.