Test: Soundboks Proboks, Interface

25. August 2017

Heiße Ware aus Dänemark

Die Proboks ist ein Interface für die Soundboks

Cleveres Interface

Mit der Proboks der Marke Soundboks kann man den trendigen Akku-Lautsprecher Soundboks erheblich aufwerten. Die Redaktion Stage hat das brandneue Interface für euch getestet und kann nicht nur Gutes berichten.

Schon seit einiger Zeit ist die Soundboks als lautester Akku-Speaker der Welt in aller Munde. Nicht nur die erreichbare Lautstärke dieses Bluetooth-Lautsprechers ist ein Argument, auch die sehr lange Akku-Laufzeit und das coole Design weit weg vom Mainstream scheinen weltweit zu gefallen. Die AMAZONA.de Redaktion Stage hatte bereits das Vergnügen, diese musikalische Ausnahmeerscheinung im Detail zu untersuchen und war vom Gesamtkonzept der Soundboks recht angetan. Diese „Kiste“ mit ihrer eigenwilligen Erscheinung hat einen enormen Coolness-Faktor. Hier ist der Link zum Testbericht.

Hier ist ein XLR-Kabel angeschlossen

Unterschiedliche Quellen anschließen

Was der Soundboks bisher fehlte oder nur auf Umwegen mit Hardware von anderen Herstellern funktionierte, war eine Möglichkeit, unterschiedliche Quellen gleichzeitig an der Soundboks anzuschließen, um sie so vielleicht auch für Straßenmusiker oder andere Anwenderkreise interessant zu machen. Denn die Soundboks kennt lediglich Bluetooth oder gibt das wieder, was ihr über die einzige 3,5 mm Mini-Klinkenbuchse einverleibt wird. Also wurde von den Anwendern wahrscheinlich nicht selten in der Adapterkabel-Kiste gewühlt, wenn die Soundboks neben ihrer Domäne als Partykracher auch für die Wiedergabe ganz anderer Zuspielungen (Akustikgitarre, Bassgitarre, Gesang …) Verwendung finden sollte.

Der dänische Hersteller Soundboks hat prompt reagiert und mit der Proboks genau diese Lücke geschlossen.

Anschlussmöglichkeiten

Mixer und Splitter

Die Proboks ist ein aktiver, mobiler Mixer-Splitter-Wandler mit variablen Anschlussmöglichkeiten für Line- oder Mikrofonsignale im Eingangsbereich. Aber nicht nur das, die Proboks kann bis zu sechs (!) einzelne Soundboks(en) mit diesen Signalen versorgen. Na, wenn da nicht ultimative Flexibilität und vor allem Power garantiert sind.

Kurze Rechnung: Bei einem aktuellen Ladenpreis von 749,- Euro pro Soundboks kommen für 6x Soundboks eine Summe von knapp 4.500,- Euro zusammen – zuzüglich der Anschaffungspreis von rund 250,- Euro für die Proboks. Das ist unterm Strich nicht unbedingt wenig, stellt aber auch eine Maximallösung dar.

Formgebung wie beim Logo

Die Proboks hat eine besondere Formgebung

Das auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich aussehende Interface leitet sich optisch vom Logo auf der Soundboks ab. Aber noch mehr. Die Proboks hat nicht nur die gleiche Form, sondern sogar eine identische Größe. Das ist auf unseren zwei Fotos deutlich zu erkennen. Hier wird sichtbar, dass der Hersteller nicht nur Wert auf intelligente technische Lösungen legt, sondern auch eine deutliche Formensprache spricht.

Passt …

Viele Eingänge und viele Ausgänge

Auf der Eingangsseite der Proboks warten drei unterschiedliche Anschlussvarianten auf die passenden Stecker. Da sitzen einmal zwei Neutrik Combo-Buchsen (XLR und 6,3 mm Klinke) und direkt daneben eine 3,5 mm (AUX IN) Stereo-Mini-Klinkenbuchse. Zusätzlich beherbergt diese Seite des Anschlussterminals einen kleinen Umschalter Line/Mikrofon (+0 dB/+20 dB) zur Vorverstärkung. Hier können also dynamische Mikrofone, Keyboards, Smartphones, MP3-Player und sogar Musikinstrumente wie zum Beispiel Gitarren oder Bässe angeschlossen werden.

Line-/Mic-Eingänge mit Umschalter

An der schmaleren Seite der Proboks, sozusagen zwischen den Eingängen und Ausgängen, gibt es dann noch ganz klassische Stereo-Cinch-Eingänge. Hier finden Line-Signale Anschluss, unbeeinflusst von der Stellung des Schalters Line/Mic.

Cinch-Stecker finden Anschluss

Im Ausgangsbereich teilen sich sechs 3,5 mm Mini-Klinkenbuchsen das Feld. Sie sind in drei Gruppen mit jeweils zwei Ausgängen aufgeteilt: Left, Stereo und Right. Das Verhalten der Ein- und Ausgänge ist von der Stellung des Umschalters Line/Mic abhängig. Steht der Schalter auf Line (+0 dB), sind alle Eingänge Stereo geschaltet und an jedem Ausgang liegen Stereo-Signale an. Das linke Pärchen gibt im Line-Modus also nur die Signale der linken Combo-Buchse wieder, das rechte Pärchen nur die der rechten. Die beiden mittleren Buchsen geben jeweils Stereo aus. Die Aufsplittung der Stereo-Signale auf links und rechts kann zum Beispiel genutzt werden, wenn zwei Soundboks(en) mit größerem Abstand und damit vergrößerter Stereo-Basis aufgestellt werden sollen.

Wird im Eingangsbereich die Stellung Mic (+20 dB) gewählt, haben wir nicht nur eine Vorverstärkung für beispielsweise dynamische Mikrofone oder Instrumente, alle Ausgänge sind in diesem Fall gleichzeitig Mono geschaltet.

Reiner Akkubetrieb

Eine externe Stromversorgung der Proboks ist nicht notwendig. Ganz nach Tradition der Soundboks läuft dieses Interface mit einem integrierten Akku. Geladen wird der Energielieferant mit einem Rechner oder einem separaten Ladeadapter (nicht im Lieferumfang) über das mitgelieferte kurze USB auf Mikro-USB-Kabel. Den kompletten Ladevorgang gibt der Hersteller mit acht Stunden an.

Viele Ausgänge

Eingeschaltet

Wird der Einschalter der Proboks betätigt, informiert eine große LED über den aktuellen Betriebszustand. Grün bedeutet Standby. Die Farbe wechselt auf Blau wenn Signale an den Eingängen erkannt werden und rotes Licht warnt vor niedriger Akkuleistung (unter 10 Prozent). Der eingebaute und robuste LiFePO4 Akku (3200 mAh) – dieses besondere Akku-Material haben wir schon bei der Soundboks kennengelernt – soll die Proboks über einen Zeitraum von bis zu 50 Stunden mit Energie versorgen.

Zum Lieferumfang gehört neben dem Akku-Ladekabel übrigens noch ein gut drei Meter langes Verbindungskabel (3,5 mm Stereo-Miniklinke) zum Anschluss der Proboks an einer Soundboks.

Lautsprecherschutz ebenfalls integriert

Sollten beim Einsatz der Proboks zu hohe Eingangssignale oder beginnende Verzerrung erkannt werden, wird die angeschlossene Soundboks abgeschaltet. Mit dieser automatischen Funktion sollen die Lautsprecher der Soundboks geschützt werden.

Die Proboks in der Praxis

Hier vermisse ich zunächst eine Ladekontrolle. Zwar habe ich das Interface schon längere Zeit geladen und die LED zeigt auch ganz brav grünes Licht, aber wie viel Saft der Akku hat, ist leider nicht festzustellen. Das ist vor allem dann schlecht, wenn ich die Proboks zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsetzen möchte, ohne sie vorher erneut mit Energie versorgt zu haben. Wenn dann beim Einsatz ganz unerwartet Rot aufleuchtet und ich stehe vielleicht in der freien Natur, könnte es zu spät sein. Hier kann eine separate Powerbank vielleicht über die Runden helfen – aber eine elegante Lösung ist das nicht.

Im meinem Testfuhrpark liegen für den Praxistest der Proboks nun ein Stereo-Zuspieler, eine E-Gitarre und ein dynamisches Mikrofon bereit.

Mit dem Stereo-Gerät geht es zunächst in die 3,5 mm Buchse Aux In. Der Umschalter Mic/Line hat bei dieser Belegung ja keinen Einfluss. Das ändert sich auch nicht, als die Musik über ein Cinch-Kabel und die entsprechenden Eingänge der Proboks über die mir zur Verfügung gestellte Soundboks läuft. Als dritte Möglichkeit kommen jetzt noch zwei große Klinkenstecker zum Einsatz. Wohlgemerkt, wir reden hier immer noch über den Anschluss des Stereo-Zuspielers. Um euch nicht lange auf die Folter zu spannen, es ist ein Boss BR-80. Und darüber höre ich unter anderem coole Live-Aufnahmen von Ana Popovic und Kenny Wayne Shepherd. Die Kombination Soundboks (Version 1) und Proboks funktioniert in diesem Testumfeld einwandfrei, alles ist bestens.

So sieht die Proboks innen aus

Nun bin ich mutig, schließe meine Strat an und lasse die Finger neben einzelnen Akkorden mit ein paar Pentatonik-Licks über die Saiten huschen. Dazu läuft ein Playback über meinen besagten BR-80. Na super, auch das funktioniert recht passabel, obwohl an der Proboks ja keine Hi-Z Eingänge verbaut sind. Das Lautstärkeverhältnis zwischen Gitarre und Playback stelle ich über den Ausgang am BR-80 ein. Selbst im Boost-Modus der Soundboks, also bei voll aufgedrehtem Lautstärkepoti (in der besagten Position11), hält sich das Rauschen absolut in Grenzen und geht in der Wiedergabe unter.

Eine Mischfunktion mit Musikzuspielung via Bluetooth und dem Gitarrensignal über die Proboks funktioniert ebenfalls tadellos. Häkchen dran, auch dieser Test gilt als bestanden.

Der Härtetest

Zum Abschluss soll es die Königsdisziplin an den Tag bringen, wie es mit den Mikrofon-Vorverstärkern bestellt ist. Schon das Umschalten auf Mic erzeugt ein deutlich hörbares Geräusch in den Lautsprechern. Ist mein SM58 (dynamisches Mikrofon) mit einem sehr guten Cordial XLR-Kabel angeschlossen, muss ich die Soundboks auf volle Pulle stellen – sonst ist es einfach zu leise. Das hat gleichzeitig einen unschönen Nebeneffekt: Es rauscht nun ganz ordentlich. Und dabei ist die erzielte Lautstärke des Schallwandlers nun nicht einmal besonders hoch. Eine Vorverstärkung von +20 dB reicht schlicht und ergreifend für mein dynamisches Mikrofon nicht aus. Besonders, wenn man bedenkt, dass rauschfreie Eingangsverstärker von Kleinmischpulten an ihren XLR-Mikrofoneingängen schon zwischen +50 dB und +60 dB zu bieten haben – und das meist ohne Störgeräusche.

Das Rauschen bleibt übrigens bei Maximalpegeln erhalten, sobald der Gain-Schalter auf Mic steht, selbst wenn kein Gerät an die Proboks angeschlossen ist.

Um sicher zu gehen, dass dieser Effekt nicht einem Montagsgerät geschuldet ist, soll eine zweite Proboks vielleicht Entwarnung geben. Hier ist der Rauschpegel zwar um etwa 3 dB geringer, aber bei sehr hohem Pegel eben noch immer deutlich hörbar.

Fazit

Die Proboks als Ergänzung zur Soundboks bietet Vorteile, wenn die Signale auf mehrere Akku-Lautsprecher verteilt werden oder mehrere Quellen gleichzeitig angeschlossen werden sollen. Eingangsbuchsen sind in den Formaten 3,5 mm Stereo, XLR/Klinke Combo (links und rechts), sowie Cinch (Stereo) vorhanden. Auf der Ausgangsseite lassen sich bis zu sechs Geräte gleichzeitig versorgen. Mit einer Akkulaufzeit von 50 Stunden (Herstellerangabe) haben wir es mit einem Marathonläufer zu tun. Dennoch wäre eine Ladekontrolle nicht schlecht. Leider sind die Mikrofon-Vorverstärker mit +20 dB etwas schwach auf der Brust und machen bei voll aufgedrehtem Regler im Boost-Modus durch lästiges Rauschen auf sich aufmerksam. Wer die Proboks nicht mit Mikrofonen einsetzen möchte, der bekommt mit diesem Interface eine variables Tool geboten. Sollen unbedingt auch dynamische Mikrofone laut verstärkt werden, würde ich zu einer anderen Lösung raten.

Plus

  • lange Akkulaufzeit
  • verschiedene Eingangsoptionen
  • zahlreiche Outputs
  • langes Überspielkabel

Minus

  • keine Ladekontrolle
  • schwache Mikrofon-Vorverstärker
  • Rauschen bei hoher Verstärkung (Stellung Mic)

Preis

  • Ladenpreis: 249,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hahaha…. guter Titel:

    „Heiße Ware aus Dänemark“

    Gut, dass wir nicht mehr in den 70ern leben. Eindeutig zweideutig….

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