Test: Soyuz SU-017, Großmembran Röhrenmikrofon

23. Oktober 2017

Kapitän Nemos Mikrofon


Endlich im Test: das Soyuz SU-017 Röhrenmikrofon aus russischer Fertigung. Auf den mir bis dahin unbekannten Mikrofonhersteller Soyuz wurde ich zum ersten Mal auf der pro lights and sound vor drei Jahren aufmerksam. Ich hatte mir geschworen, mich absolut nicht um Mikrofone zu kümmern und hatte das auch bis zum Stand des russischen Herstellers durchgehalten, der überschaubare zwei Produkte anbot. Einen Kleinmembraner und das auffällige Großmembran Mikrofon SU-017.

Bereits optisch ist das Soyuz SU-017 der absolute Hingucker. Retro Bottle Design, polierte Messingparts, kombiniert mit cremefarbigen Teilen. Bei einem kleinen Test konnte ich mich auch schnell von den klanglichen Qualitäten überzeugen. Ein Testobjekt war beim damaligen Distributor schnell klar gemacht. Leider erfolgte ein Vertriebswechsel und ich konnte das Exemplar leider nicht erhalten. Umso größer war nun meine Freude über die Anfrage der Redaktion, das Soyuz nun doch noch testen zu können.

Geschichte

Die Geschichte von Soyuz Microphones währt tatsächlich erst kurz, ist aber nichtsdestotrotz interessant. 2013 wurde die Firma vom amerikanischen Musiker David Brown zusammen mit dem Russen Pavel Bazdyrev gegründet und in dessen Heimatstadt Tula angesiedelt, in der auch Oktava seine Mikros fertigt. Der Hauptgrund für diesen Standort waren die niedrigen Kosten und qualifizierte Arbeitskräfte. In Tula ist ein Teil der russischen Waffenindustrie ansässig, so dass Fachkräfte zur Metallverarbeitung ausreichend zur Verfügung stehen. Es konnten hier auch günstig Secondhand-Maschinen aus der Rüstungsindustrie angekauft werden. So werden Soyuz Mikrofone auf Maschinen gefertigt, auf denen früher Kalashnikows hergestellt wurden. Schöner kann man den „Schwerter zu Pflugscharen“ Slogan der ehemaligen DDR Friedensbewegung nicht umsetzen.

Portfolio

Hier hat sich bei Soyuz inzwischen einiges getan. Dem Röhrenmikrofon Soyuz SU-017 wurde mit dem SU-019 ein FET-Kondenser zur Seite gestellt, der dieselbe Kapsel enthält. Ganz neu bei den Großmembranern ist das SU-023, dass es mit anderer Kapsel und Übertrager schafft, in einen dreistelligen Preisbereich zu gelangen.

Die Soyuz Großmembran Flotte

Bei den Kleinmembranern arbeitet das SU-011mit einer Röhre. Hier ist auch eine Version mit drei Wechselkapseln, Niere, Kugel, Hyperniere erhältlich. Beide Varianten sind als abgestimmtes Stereopaar zu beziehen. Mit dem SU-013 gibt es nun auch ein FET-Kleinmembran-Mikro für das optional neben der Standard Nierenkapsel auch die Richtcharakteristiken Kugel und Hyperniere erhältlich sind.

Forum
  1. Profilbild
    Onkel Sigi RED

    Uiiii…….

    Also ich hab etwas übrig für Schönes. Nur leider mein Geldbeutel zieht da nicht immer adäquat mit…….

    Musikalische Grüße von

    Onkel Sigi

    • Profilbild
      Armin Bauer RED

      Hi Sigi,

      Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Kann mir durchaus vorstellen, dass das SU-17 durchaus nicht nur positive Assoziationen weckt.
      Ich finde es optisch perfekt, klassischer Style mit mit einer eigenen (russischen) Note. Was letztendlich zählt ist die Performance und da liegt das Soyuz auch weit vorn.
      Wenn ich (da geht es mir wie dir) die 3,5 dicken Steine übrig hätte, wäre die Entscheidung Soyuz SU-17 oder Brauner Valvet schwierig zu treffen. Oder auf die Röhre verzichten und das von dir getestete Audio-Technica AT5040 nehmen?

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