Test: SPL SMC 2380

2. Juni 2003

SPL SMC 2380

Einleitung

Die Pistolenkugel fliegt von vorne rechts am Zuhörer vorbei nach hinten links und der Querschläger ist im selben Atemzug hinten rechts eindrucksvoll zu vernehmen. Die gesamte Szene wird von einem raumfüllenden Soundtrack untermalt und atmosphärische Geräusche bewegen sich wellenartig durch den Raum. Spätestens an dieser Stelle überlegt der begeisterte Musikschaffende, ob er nicht selbst einmal gerne Schöpfer dieser aufregenden neuen Klangdimension sein möchte.

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Aber wo soll man anfangen, beziehungsweise welches Equipment benötigt man für eine Surroundproduktion, sei es für eine Filmvertonung oder eine Musikkomposition?

Die Grundausstattung für normale Stereoaufnahmen ist im Prinzip heutzutage fast jedem Laien bekannt, weitaus komplizierter wird es jedoch bei einem Mehrkanalsystem zur Aufnahme und Wiedergabe von beispielsweise 5.1 Surroundmusik – oder Atmosphären.

Gerade zum Thema Monitoring gibt es viele Unklarheiten und Missverständnisse. Welche Lautsprecher braucht man? Wie stellt man diese am sinnvollsten auf? Wie schafft man eine optimale Abhörsituation? Eine mögliche Antwort auf die letzte Frage gibt ein neues Produkt aus dem Hause des deutschen Herstellers SPL: der Surround Monitor Controller SMC 2380.

 

Ausstattung

Der SPL SMC 2380 ist eine Hardware, die zwischen Audiowiedergabesystem und Lautsprecher geschaltet wird und so eine intuitive, hochqualitative Abhörkontrolle ermöglichen soll. An dem robusten Vollmetallgehäuse in Pultform befinden sich frontseitig die Kontrollelemente und rückseitig die Anschlüsse. Positiv fallen hier direkt die solide Verarbeitung und die aus fast allen Positionen lesbare Beschriftung der Ein- und Ausgänge auf.

Der SMC 2380 verfügt im Prinzip über vier getrennte Audioeingänge. Zwei davon als sind als direkte 5.1-kompatible Sechskanal-Eingänge ausgelegt, die beiden anderen als Stereoinputs. Der 5.1-Eingang A wie auch der Stereo-Eingang C sind beide in einer 25-polige Sub-D-Buchse vereint, die TASCAM mittlerweile zum Quasistandard erhoben hat. Damit ein Sub-D-Signal nicht im SMC enden muss, hat SPL einen Sub-D-Slave-Out spendiert, der das entsprechende Audiosignal durchschleift. So lässt sich beispielsweise ein Signal aus einem Rechner mit einer entsprechend ausgestatteten Audiokarte in den SMC und weiter an eine digitale Mehrspurmaschine (z.B. Tascam DA-88) leiten.
Der Input B bietet auch sechs Eingänge nach 5.1-Manier (Left, Right, Center, LFE, Left Surround, Right Surround), allerdings in Form von Cinch-Buchsen. Input D besitzt zwei Cinch-Eingänge für ein Stereosignal.
Auf der Ausgangsseite gibt sich der SMC mondän: sechs symmetrische Klinkenbuchsen beispielsweise zum direkten Anschluss von Aktivlautsprechern. Auch hier wiederum die allseits bekannte 5.1-Mehrkanalaufteilung. Ein weiterer Stereoausgang komplettiert die Anschlussleiste. So lassen sich neben den Surround-Moitoren noch zwei zusätzliche Lautsprecher für den normalen Stereobetrieb anschließen. Ebenfalls auf der Rückseite: ein Netzschalter nebst Anschlussbuchse für einen Kaltgerätestecker.
Auf der abgeschrägten Vorderseite fällt direkt der große Lautstärkeregler auf, der laut SPL als „Sechs-Ebenen-Potentiometer“ mit ausgewogener Lautstärkehüllkurve ausgelegt ist. Er regelt die Gesamtlautstärke aller Kanäle gleichzeitig. Der Vorteil: klangbeeinflussende Regelschaltungen entfallen, die bei getrennten Lautstärkereglern nötig wären. Der Nachteil: eine getrennte Klangregelung für einzelne Audiokanäle ist nicht möglich, aber darauf ist der SMC konzeptionell auch gar nicht ausgelegt.
Der Source-Bereich mit drei Tastern dient zur Auswahl der Surround- und Stereoquellen, wobei alternativ die Sub-D- oder die Cinch-Eingänge aktiviert werden können.

 

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Die Monitor-Sektion bietet Schaltfunktionen zur Korrelationskontrolle für die rechten und linken Front- bzw. Surroundspeaker. So lässt sich per Knopfdruck die Phasenlage hörbar überprüfen – stimmt diese nicht, vernimmt man Auslöschungen. Eine sehr hilfreiche Funktion, da gerade bei Verwendung von Modulationseffekten schnell die Phasenlage eines Mixes kippen kann.

Ein weiterer Schalter dämpft die Lautstärke um 20dB. Zu guter Letzt gibt es in diesem Bereich einen Mute-Knopf, der alle Ausgänge abschaltet.

Die Speaker-Sektion hält für jeden der sechs Surround-Audiokanäle einen getrennten Einschalter bereit, so dass sich bei Bedarf einzelne Speaker deaktivieren lassen. So kann man schnell gezielt einzelne Kanäle überprüfen. Ein Einschalter für den Stereokanal ist ebenfalls vorhanden.

Testumgebung

Meine Surround-Testumgebung bestand aus einem passiven Alesis-SMS-Monitorlautsprecher-Setup, welches über einen Denon AVR 3802 Verstärker mit Power versorgt wird. Dank der externen Eingänge des Denon ließ sich der SMC leicht einbinden, so dass die Lautsprecher ohne Umweg über den integrierten DSP direkt durch die sechs Denon-Endverstärker angesprochen werden konnten.
Ich habe einmal meinen DVD-Player Pioneer DV606D direkt über seine sechs analogen Decoder-Ausgänge an die SMC angeschlossen, um bei diversen DVDs gezielt einzelne Kanäle abzuhören bzw. die Lautstärke zu regeln.
Danach habe ich ein typisches Studio-Setup „simuliert“, indem ich ein Apple Titanium Powerbook mit Cubase SX und einer Emagic EMI 2/6 USB Audiokarte an die Eingänge des SMC angeschlossen habe. Bei beiden Setups ließ sich der SMC problemlos integrieren.

 

Testprogramm

Beim Abhören der DVD Audio „Offspace“, die zahlreiche Tracks in Dolby-Digital enthält, machte der SMC eine gute Figur. Der zentrale Lautstärke-Regler arbeitet sehr gleichmäßig, es sind erwartungsgemäß keine Lautstärke-Sprünge zwischen den einzelnen Audiokanälen zu vernehmen. Auch bei Filmen wie „Matrix“ und „Spider-Man“ arbeite der SMC einwandfrei :o) – interessant ist es auch, bei soundreichen Szenen einmal nur bestimmte Kanäle solo abzuhören. So lassen sich Dialoge durch Ausschalten des Center-Speakers komplett ausblenden.

Nahezu alle surroundfähigen Musikprogramme haben einen Nachteil – ihnen fehlt ein zentraler Lautstärkeregler – Cubase SX macht da keine Ausnahme. Hier läuft der SMC natürlich zur Hochform auf. In Kombination mit seinen Speaker-Tastern bietet der SMC perfekten Komfort beim Monitoring von Mehrkanalmischungen. Richtig Spaß gemacht hat der SMC beim Austesten der Halion 2.0 Demosequenzen aus der Urban Atmospheres Library. Aber auch in bei einfachen Sequenzen, die mittels des Surround-Panners im Raum verteilt werden, erweist sich die SPL-Konsole als äußerst hilfsreich, gerade wenn es um exakte Lokalisierung von einzelnen Signalen geht.

Umkehrschluß

Den SMC sollte sich jeder näher anschauen, der sein Stereo-Studiosetup um die Möglichkeit der Mehrkanalproduktion erweitern und eine optimale Monitoringumgebung schaffen möchte.
Dabei bietet der SMC ein Maximum an Audioqualität ohne Knacken und Rauschen.
Lediglich der etwas hohe Anschaffungspreis könnte den potenziellen Käufer vom SMC abhalten – in Anbetracht der hervorragenden Audioqualität geht dieser aber noch in Ordnung.
Wünschen würde ich mir noch eine sinnvollere Verknüpfung der Stereoeingänge mit den Surround-Inputs, so dass der SMC auch in einem 7.1-Setup einsetzbar ist (aber ich bin auch zu anspruchsvoll).

 

 

 

PLUS

+++ Gutes Konzept

++ Gute Ausstattung

MINUS

– hoher Preis

PREIS

UVP 648. – Euro

Straßenpreis: 599. – Euro

 

 

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