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Test: SPL Transient Designer

Praxis

Ich habe den Transient Designer anhand verschiedener Schlagzeugspuren, Gitarren, Gesang sowohl vor und nach der Aufnahme und anhand einiger Sub- und Endmixe ausprobiert. Abgehört wurde das ganze über ein Mackie 1604 VLZ und Yamaha NS 10 Studio.
Zunächst, da schon angesprochen, die Bearbeitung einer Bassdrum mit dem Transient Designers. Ich habe hier keine hochgezüchtete Metal-Bassdrum als Grundlage benutzt, sondern lediglich eine einfache Rockbassdrum mit einem durchschnittlichen Kick und einem dementsprechenden Ausschwingverhalten.
Über den Attack-Regler, der auf zwölf Uhr seine Grund- oder Nulleinstellung hat, läßt sich diese Bassdrum nun ohne Probleme in eben jene kickbetonte, harte und schnelle, heavy Bassdrum verwandeln. Ohne das großartig an einer Klangregelung herumgedreht werden muß. Hierbei muß der Pegel allerdings stets ein wenig im Auge behalten werden, weil die Bearbeitung des anliegenden Signals durch den Transient Designer bei starker Bearbeitung eine deutliche Pegelveränderung mit sich bringen kann und bringt.

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Dreht man den Attack-Regler gegen den Uhrzeigersinn in den Negativbereich, nimmt man der Bassdrum den Anschlag, was klanglich in Richtung einer Subbaß geht. Über den Sustain-Regler findet der Attack hier eine optimale Ergänzung. Bei Hinzugabe von Sustain wird die Bassdrum länger und klanglich runder und je nach Nutzung des Attack auch voller. Ohne die Nutzung eines künstlichen Hallsraums. Es wird lediglich das anliegende Signal selber genutzt. Dreht man jedoch Sustain raus, unterstützt dies einen positiven Attackwert zusätzlich. Die Bassdrum wird noch schneller und anschlagsbetonter.
Einer während der Aufnahmen zu stark gegateten Snare kann man mittels eines hohen Sustainwertes auch wieder Klang verleihen. Ähnlich dem „Pling“ einer nicht gegateten Funk-Snare.
Für Gesang und Gitarre sind die Ergebnisse , die mit dem Transient Designer zu erzielen sind ähnlich.

Interessant ist in erster Linie eine Wegnahme von Attack bei Hinzufügen von Sustain. Gerade die Stimme klingt anschließend gleichmäßiger und ausgeglichener. Kleine Unsauberkeiten in der Dynamik des Gesangs, die sich sofort in unerfreulichen Pegelspitzen bemerkbar machen, verschwinden. Vergleichbar ist das vielleicht mit einer leichten Komprimierung des Signals. Allerdings arbeitet der Transient Designer subtiler, unauffälliger, für mein Ohr feiner. Findet dann natürlich auch schneller seine Grenzen. Aber es handelt sich ja auch nicht um einen Kompressor oder gar Limiter.

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Man kann zwar auch einmal den umgekehrten Weg gehen, Attack rein- und Sustain rausdrehen. Eine Gitarre, und besonders eine verzerrte, läßt sich in Maßen dadurch noch etwas schärfer zeichnen. Besonders was Anschlag betrifft. Beim Gesang werden jedoch zunehmend Explosivlaute wie T, P, etc. überbetont. Und das in einer gar nicht musikalischen Art und Weise. Das Ergebnis klingt holperig und unharmonisch.
Für etwas kompaktere Signale wie Drumloops oder Signalkombinationen lassen sich im Grunde gar keine allgemein gültigen Aussagen treffen. Hier gilt es auszuprobieren. Gerade auch Stereosignale können durch unterschiedliche Bearbeitung der linken und rechten Seite mittels des Transient Designers wirklich interessant verändert werden.
Lediglich für Summenmix oder Mastering eignet sich der Transient Designer überhaupt nicht. Dieses Gerät ist wirklich für perkussive oder einfach zu verarbeitende Signale konstruiert. Im Mastering einer typischen Rockballade wäre die Einstellung des Transient Designer mindestens in einer Passage des Songs immer verkehrt. Und dann auch noch einmal innerhalb dieser Passage. Es ist einfach nicht möglich die Attack und Sustain Zeiten einem so komplexen Signal vernünftig und effektiv anzupassen.

Klang

Gemessen an Rauschverhalten und unerwünschter Signalverfremdung gibt es am Transient Designers rein gar nicht auszusetzen! Und man hat auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, daß sich der Sound negativ verändert, wenn man den Transient Designer mal intensivst nutzt. Anders als das manchmal bei exzessiver Nutzung von Noisegates der Fall ist.
Natürlich verändert der Transient Designer bei extremen Einstellungen den Klang eines Signals. Dann jedoch in einer Art und Weise, die erwünscht und der Musik oder sonstigem Audiomaterial dienlich ist.

Das Haar in der Suppe ?

Gibt es beim Transient Designer nicht.

Es sei denn man wertet es als negative Eigenschaft, daß man immer mindestens einen Kanalzug dieses Gerätes zu wenig hat.
Einzig eine Sache wäre schön, wenn auch purer Luxus gewesen. Böte der Transient Designer die Möglichkeit oder die Option einer Automation via MIDI etc., so wäre dies ein zweites i-Tüpfelchen gewesen.
Man könnte dann Beispielsweise eine einfache aber solide aufgenommene Snaredrum in verschiedenen Passagen eines Songs zunächst in ein Jazzsnare und weiter in eine Rocksnare verwandeln. Und das alles mit einem Minimum an Prozessoraufwand und ohne PC.

Fazit

Kaufen. Leasen. Mieten. Was auch immer; aber ausprobieren.

Ein tolles Gerät, mit dem man sowohl Leben und Dynamik in Aufnahmen bringt als auch interessante klangliche Facetten eines Instruments oder einer anderen beliebigen Klangquelle ans Licht bringen kann.

(+)
-Gute Verarbeitung und Design
-Einfache Bedienbarkeit
-erstklassige klangliche Resultate
-erstklassig für Dynamikbearbeitung
-kreativ und kreativitätsfördernd
-gutes Bedien-Manual

(-)

Preis:

2-Kanalig ca. 470 EUR
4-Kanalig ca. 980 EUR

Wo kaufen?

– Natürlich bei den Top Shop Händlern – empfohlen von AMAZONA.de

 

Klangbeispiele
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