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Test: SPL Venos, Röhrenkompressor

Moderner Variable-Bias-Kompressor

6. Juli 2026
spl venos röhrenkompressor test

Test: SPL Venos, Röhrenkompressor

Mit dem SPL Venos erweitert der deutsche Hersteller Sound Performance Lab sein umfangreiches High-End-Mastering-Sortiment um einen neuen Röhrenkompressor, bei dessen Entwicklung wieder einmal Firmengründer Wolfgang Neumann federführend war. Als Stereo-Bus-Kompressor konzipiert, soll der SPL Venos klanglich sehr vielseitig, aber dennoch einfach in der Bedienung sein. Dabei kombiniert SPL die klanglichen Vorzüge eines klassischen Variable-Bias-Kompressors mit der bewährten, hauseigenen 120-Volt-Technologie und den zwei innovativen Kompressions-Schaltungen „Focus“ und „Punch“, die bei Bedarf auch deutlich kräftiger zugreifen können.

Kurz & knapp

Was ist es? SPL Venos, hochwertiger Röhrenkompressor für Recording-, Mix- und Mastering-Anwendungen mit Variable-Bias-Technologie und 120-Volt-Technologie.

  • Klangqualität: Überzeugt mit außergewöhnlicher Transparenz, Tiefendarstellung und einer klanglich sehr hochwertigen Ein- und Ausgangsstufe.
  • Flexibilität: Drei Rectifier-Typen, Bias-Regelung, Sidechain-Filter sowie Focus- und Punch-Modi ermöglichen ein breites Klangspektrum.
  • Einsatzbereich: Eignet sich gleichermaßen für Mixbus, Mastering, Subgruppen und Einzelspuren.
  • Bedienung: Übersichtlich gestaltetes Interface mit einfacher Handhabung trotz komplexer Klangmöglichkeiten.
  • Minuspunkt: Eine integrierte Mixblende für Parallelkompression fehlt.
Bewertung

SPL Venos

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Bewertung des Autors

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SPL Venos – The son of Iron

Die SPL Mastering-Serie umfasst zahlreiche Geräte für den finalen, analogen Feinschliff von Audioproduktionen, wie den PQ, PASSEQ, Mercury, Gemini, DMC, Hermes und MC16.

Seit rund 10 Jahren gehört zu dieser Serie auch der sehr beliebte und international etablierte Mastering-Kompressor Iron, der schon ausführlich von AMAZONA.de getestet wurde:

Das Besondere an Iron ist sein offener, behutsamer und großer Klang, ebenso wie die äußerst vielseitige und flexible Steuerung, die sich für Stereo-, Dual-Mono- und Mid/Side-Anwendungen nutzen lässt. Zwangsläufig gestaltet sich dadurch die Bedienung etwas komplexer und benötigt eine längere Einarbeitungsphase.

Die rechte Seite des Venos

SPL Venos zum Test im Tonstudio

So entstand bei SPL zunächst die Idee, eine Stereo-Version des Iron mit einem einfachen, überschaubaren Interface zu bauen. Durch viele Experimente in der Entwicklungsphase veränderte sich aber nach und nach die ursprüngliche Schaltung und reifte zu einem eigenständigen Design heran, daher wurde letztendlich der Entschluss getroffen, ein komplett neues Gerät auf den Markt zu bringen.

Das Resultat ist der SPL Venos, ein Röhrenkompressor mit einer übergeordneten Steuerung für beide Kanäle, der trotzdem immer noch viele technische Parallelen zum Iron aufweist, aber in seiner Funktion als Bus-Kompressor klanglich andere Wege beschreitet.

Frontansicht des SPL Venos

19 Zoll, 3 HE und 8,75 kg Gewicht: SPL Venos

SPL Venos auf den ersten Blick

Schon das Äußere des SPL Venos hinterlässt einen imposanten Eindruck: 19 Zoll Breite, drei Höheneinheiten und 30 cm Einbautiefe zeichnen das robuste, pulverbeschichtete Stahlblechgehäuse aus, während das Gewicht stolze 8,75 kg beträgt. Für das 4 mm starke Frontpaneel verwendet SPL schwarz eloxiertes Aluminium, wahlweise ist der Venos – wie alle Produkte der Mastering-Serie – aber auch in Rot erhältlich.

Das großzügig gestaltete Bedienfeld wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich, die vier opulenten Regler zum Einstellen von Input (± 10 dB), Threshold, Bias und Output (± 10 dB) haben einen in 41 Stufen gerasterten Regelweg und laden regelrecht zum Zugreifen ein. Ebenso komfortabel verhalten sich die vier übrigen Drehschalter, die beim Betätigen einen gesunden Widerstand erzeugen. Zwei davon, Attack und Release, sind mit jeweils sechs wählbaren Positionen ausgestattet. Wie bei dem SPL Iron reicht die Einregelzeit von 0,1 bis 220 ms und die Ausregelzeit von 20 bis 5.000 ms, grundsätzlich sind solche Angaben bei Röhrenkompressoren natürlich immer variabel und abhängig von vielen Faktoren.

Einregelzeit in sechs Stufen

Drehschalter für Attack

Die beiden weiteren Drehschalter auf der rechten Seite des Frontpaneels dienen zum Anwählen der drei unterschiedlichen Dioden-Steuerkennlinien und der sechs verschiedenen Modi – hierzu aber gleich noch mehr.

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Ein großes VU-Meter in der Mitte zeigt ausschließlich das Maß der Pegelreduktion an und lässt sich mittels einer kleinen Schlitzschraube (GR Cal.) kalibrieren. Unterhalb dieser Anzeige befindet sich ein runder Bypass-Schalter, den SPL ebenfalls für den Iron und PASSEQ verwendet.

Auch die passiven EQ-Presets des Iron wurden übernommen, sie sitzen im Signalpfad hinter der Kompressionsschaltung und bieten zwei Optionen: „AirBass“ erzeugt eine Anhebung von 2 dB im High- und Lowend, während „Tape“ diese beiden Frequenzbereiche mit einem flachen Hoch- und Tiefpassfilter im Stil einer Bandaufnahme absenkt.

Auf der Rückseite ist neben dem Netzschalter und der Kaltgerätebuchse zur Stromversorgung eine Groundshift-Schaltung untergebracht, mit der sich bei Bedarf Brummschleifen beseitigen lassen. Alle Audioanschlüsse der zwei Kanäle, sprich die Ein- und Ausgänge, sowie die Send- und Return-Wege des Sidechains, sind im XLR-Format ausgelegt, haben vergoldete Kontakte und stammen aus dem Hause Neutrik.

SPL Venos von hinten betrachtet

Die Anschlüsse auf der Rückseite des Venos

Technische Details des SPL Venos

Wie alle seine Geräte produziert SPL den Venos in Deutschland, wobei ein Großteil der Bauteile mittels Durchsteckmontage (THT) verdrahtet wird.

In der Kompressionsschaltung kommen dieselben symmetrischen Mu-Metallkern-Übertrager wie im Iron zum Einsatz, die Lundahl exklusiv für SPL fertigt. Bei der Wahl der Röhren hat SPL sich für zwei russische Electro Harmonix 12AU7/ECC82 Doppeltrioden entschieden.

Auch Venos ist, wie alle Geräte der Mastering-Serie, mit der hauseigenen 120-Volt-Technologie ausgestattet, die ebenfalls von Wolfgang Neumann Ende der 90er-Jahre für die MMC 1 Mastering-Konsole entworfen wurde. Diese patentierten SUPRA OpAmps arbeiten mit einer Gleichspannung von ± 60 V, die viermal höher ausfällt, als bei regulären Operationsverstärkern. Durch die höhere Spannung verbessert sich die Klangqualität hinsichtlich der Dynamik, des Rausch- und Verzerrungsverhaltens.

SPL erläutert seine 120-Volt-Technologie sehr anschaulich in dem folgenden Video:

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Mehr Informationen

Sidechain-Optionen des SPL Venos

Neben der Möglichkeit, Venos mit einem externen Sidechain-Signal für beispielsweise De-Essing oder Ducking-Effekte zu speisen, gibt es zusätzlich drei interne Filter-Presets, um das Steuersignal frequenzabhängig zu verändern:

Das erste, „Linear“, hat fast keine Auswirkung auf den Kompressor und reduziert nur ganz leicht das Low- und Topend. Das sicherlich am häufigsten genutzte Preset heißt „Modern“, nimmt den Bass aus dem Steuersignalweg und verringert, wie „Linear“, minimal die hohen Frequenzen.

Bei dem dritten, „Vintage“, handelt es sich um ein spezielles Sidechain-Filter, das von Wolfgang Neumann für den Iron Masteringkompressor konzipiert wurde, um zu scharfe Tonmischungen schnell in den Griff zu kriegen. Gerade semiprofessionelle ITB-Mixes haben oft eine übermäßig betonte Präsenz, die sich mit diesem Preset schnell bändigen lässt, da es den Bereich zwischen 500 und 1.000 Hz weitestgehend aus dem Detektorpfad nimmt, gleichzeitig aber für eine wesentlich kräftigere Kompression in den oberen Mitten um 2 kHz sorgt.

Sechs verschiedene Modi: Linear, Modern, Vintage, Focus, Punch und externer Sidechain

Der Drehschalter für die unterschiedlichen Modi

Focus und Punch

Über denselben Drehschalter, mit dem auch die Sidechain-Optionen angewählt werden, lassen sich die zwei sogenannten Hyper-Kompressions-Modi aktivieren. Diese beiden Schaltungen sind mit „Focus“ und „Punch“ betitelt und verändern die Arbeitsweise von Venos drastisch, sodass er bei Bedarf ein äußerst kräftiges und pumpendes Klangverhalten an den Tag legt.

Sie beruhen auf dem Prinzip der negativen Kompression, bei dem die Kennlinie direkt wieder abfällt, nachdem sie ihren Höchstwert erreicht hat. Dadurch werden lautere Signale leiser wiedergegeben als die Signale, die unterhalb des Thresholds liegen.

Diese Kompressionsart hat Eventide in den 70er-Jahren mit dem VCA-basierten Omnipressor etabliert und kommt nun erstmalig in einem Variable-Bias-Kompressor zum Einsatz.

Laut SPL entstand die Idee durch einen Zufall, da beim Experimentieren und Vergleichen verschiedener Schaltungen versehentlich etwas falsch verkabelt wurde. Das klangliche Ergebnis dieses vermeintlichen Fauxpas beeindruckte allerdings die SPL-Techniker so sehr, dass die Schaltung ausgearbeitet und Teil des Venos wurde.

Großer Regler zum Einstellen des BIAS

Die BIAS-Regelung

Rectifier und Bias

Auch die Gleichrichterschaltungen zur Steuerung der Röhrenstufe stammen aus dem Iron Mastering-Kompressor. Venos ist mit drei verschiedenen Steuerkennlinien ausgestattet, die von Germanium-, Silizium- und LED-Dioden erzeugt werden. Sie beeinflussen vor allem das Ein- und Ausregelverhalten und vergrößern die Flexibilität von Venos deutlich.

Während Iron lediglich mit einer in drei Stufen regelbaren Röhrenvorspannung bestückt ist, lässt sie sich bei dem SPL Venos dank des großen Reglers wesentlich feiner dosieren. Einfach formuliert, sorgt ein höherer Bias-Wert für eine stärkere Kompression, deren Verhaltensweise aber immer auf einem Zusammenspiel aller anderen Regler beruht. Auch die Art der Sättigung oder Verzerrung bei einer hoch ausgesteuerten Eingangsstufe lässt sich mit dem Bias-Regler beeinflussen.

Das Innere des SPL Venos

Zwei russische Electro Harmonix 12AU7 / ECC82 Röhren

SPL Venos in der Praxis

SPL empfiehlt nach dem Einschalten von Venos eine Aufwärmzeit von 30 Minuten für die Röhren, damit das volle Klangpotenzial sich entfalten kann.

Schon beim ersten Ausprobieren beeindruckt der Klang von Venos enorm. Die Eingangsstufe verfügt über einen sehr großen Headroom, der viel Platz für Anhebungen des Quellmaterials bietet und ihm dabei direkt mehr Tiefe, Klarheit und eine geschärfte Kontur verleiht – wohlgemerkt, ohne dass der Kompressor überhaupt aktiv wird. Dieses edle Klangverhalten ist laut SPL ein großer Vorzug der 120-Volt-Technologie und tatsächlich auch schon bei diversen anderen SPL-Tests positiv aufgefallen. Trotzdem lassen sich bei einer sehr hohen Aussteuerung der Eingangsstufe auch schöne Obertonanreicherungen, Sättigungs- oder Verzerrungseffekte mit Venos erzielen.

Genau wie bei Iron, sind die Regelzeiten des SPL Venos äußerst flexibel gestaltet, sodass selbst für einen Röhrenkompressor ungewöhnlich schnelle Attack-Werte kein Problem darstellen. Der oft als musikalisch gepriesene Klang von Röhrenkompressoren beruht vor allem auf der Abhängigkeit des Regelverhaltens vom Quellmaterial. Wie sich die Regelzeiten von Venos verhalten, lässt sich dank der drei Rectifier-Typen äußerst facettenreich bestimmen.

Grob zusammengefasst sorgt die LED-Diode für ein eher gemütlich arbeitendes Attack- und Release-Verhalten, das erst bei höheren Pegeln einsetzt, dann aber für eine kräftige Kompression mit energetischen Transienten sorgt, während die Germanium-Diode wesentlich sensibler auf das Quellmaterial reagiert und es entspannter und feinfühliger komprimiert. Konventioneller und neutraler verhält sich hingegen die Silizium-Diode, womit SPL die Auswahl der Möglichkeiten gelungen abrundet. Auch sie reagiert tendenziell auf höhere Pegel, hat dafür aber ein weniger programmabhängiges, eigenständigeres Regelverhalten mit einer wohl dosierten Kompression.

Beim Erkunden der Bias-Regelung wird abermals deutlich, wie umfangreich die klanglichen Möglichkeiten von Venos sind, da jeder Parameter Einfluss auf seine Wirkungsweise hat. Die Unterschiede können dabei sehr minimal und filigran ausfallen, aber auch offensichtlicher sein, wenn beispielsweise die Intensität der Kompression, der generierten Obertöne oder der Verzerrung ausgelotet werden soll.
Es bedarf einer langen Einarbeitungsphase, um alle diese Wechselwirkungen zu verinnerlichen, wobei die intuitive Bedienung des einfach gestalteten Interfaces eine große Hilfe ist und diesem Prozess auch eine spielerische Leichtigkeit verleiht. Dadurch können wiederum sehr brauchbare Ergebnisse erzielt werden, ohne alle erdenklichen Möglichkeiten zuvor erfasst zu haben.

SPL Venos

Die Einsatzbereiche des Venos sind sehr weit gefächert, was auch gleich die Klangbeispiele demonstrieren sollen. Zum einen eignet er sich in einer gemäßigten Einstellung hervorragend als Stereo-Bus-Kompressor, um die Summe einer Tonmischung mit einem dezenten „Glue“ zu veredeln und ihr mehr Transparenz zu verleihen. An dieser Stelle ist auch das „AirBass“-Setting ein willkommenes Werkzeug, da viele Tontechniker im Mixbus einen Equalizer einsetzen, der nur leicht die Höhen und Bässe anhebt.

In derselben Funktionsweise ergibt Venos natürlich auch als Teil einer Mastering-Kette Sinn.
Im Vergleich zum SPL Iron, der vollständig für Mastering-Anwendungen konzipiert wurde, klingt Venos zwar nicht ganz so offen und behutsam, dafür aber etwas dunkler, muskulöser und bei Bedarf auch deutlich kräftiger und aggressiver. Letztendlich ergänzen sich die beiden Kompressoren durch ihre Unterschiede sehr gut.

Äußerst vielseitig zeigt der SPL Venos sich ebenso in seiner Rolle als Mix-Tool, egal ob es sich um die Bearbeitung einzelner Spuren oder Sub-Gruppen handelt. Er kann ein Signal sehr unscheinbar komprimieren, Transienten angenehm abrunden oder Raumanteile plastischer hervorheben. Gerade bei solchen diskreten Einsätzen ist es faszinierend, dass das Ergebnis trotz der verringerten Dynamik oft lebhafter klingt als zuvor.

Richtig Spaß bereiten letztendlich noch die beiden Hyper-Kompressions-Modi „Focus“ und „Punch“. „Focus“ klingt ein bisschen entspannter und offener als „Punch“, wobei beide für einen Röhrenkompressor völlig untypische und sehr extreme Ergebnisse liefern. Gerade bei kurzen Regelzeiten lassen sich Venos aggressiv schnappende Transienten entlocken, die vor allem schnellen Signalen eine enorme Durchsetzungskraft verleihen. Dadurch ist Venos wie geschaffen für die Nachbearbeitung von einer Schlagzeugsumme.

Leider fällt dabei als einziges Manko von Venos die fehlende Mixblende zum Mischen des unbearbeiteten und komprimierten Signals auf. Das potenzielle Klientel hat sicherlich genügend Outboard, wie zum Beispiel den SPL Hermes, um eine Parallelkompression mit Venos zu bewerkstelligen, dennoch wäre eine Lösung für Standalone-Anwendungen schon wünschenswert gewesen.

VU-Meter in Aktion

Das VU-Meter zeigt das Maß der Pegelreduktion an

Klangbeispiele mit dem SPL Venos

Alle Klangbeispiele lassen sich wahlweise im WAVE-Format (44,1 kHz, 24 Bit) oder als MP3 (320 kBit/s) aufrufen.

Drum-Bus

Los geht es mit einer Schlagzeugaufnahme von Christoph Eggener, die er für den Test des Undertone MPDI-4 und MPEQ-1 eingespielt hat. Sie wurde anschließend noch mit dem Gyraf Audio G14-S nachbearbeitet.

Die folgenden drei Ausspielungen zeigen direkt die große klangliche Flexibilität und Vielfalt von Venos. Dabei kommen verschiedene Modi und Rectifier-Typen zum Einsatz und das Maß der Kompression nimmt stetig zu. Beim letzten Beispiel ist die Pegelreduktion schließlich so extrem, dass es schon ein Fall für Parallelkompression wäre, dennoch ist gut zu hören, wie enorm energetisch Venos zupacken kann.

Einstellungen:
Bsp. 1: Rectifier LED, Modus Modern, Attack 2, Release 1, GR 1 -3 dB
Bsp. 2: Rectifier Silicon, Modus Punch, Attack 1, Release 1, GR 1,5 -4 dB
Bsp. 3: Rectifier Germanium, Modus Focus, Attack 1, Release 1, GR 1,5 -4 dB

Vocal

Als nächstes soll eine Gesangsaufnahme von Mani Mathia durch den SPL Venos geschickt werden, die er für den Test des Sontronics ARIA 2 eingesungen hat.

Bei diesem Beispiel kommen die edlen und behutsamen Seiten des SPL Venos zur Geltung, da er den Gesang unscheinbar komprimiert und ihm etwas mehr Entspannung verleiht.

Die erste und zweite Ausspielung haben die gleiche Einstellung, bei der zweiten ist allerdings zusätzlich das AirBass EQ-Preset aktiv.

Einstellungen:
Bsp. 1: Rectifier Silicon, Modus Linear, Attack 2, Release 2, GR 1,5 -4,5 dB
Bsp. 2: Rectifier Silicon, Modus Linear, Attack 2, Release 2, GR 1,5 -4,5 dB, AirBass

Threshold in 41 Stufen gerastert

Der große Threshold-Regler

Bus-Kompression: Electro

Seine Qualität als Bus-Kompressor demonstriert der SPL Venos bei den nächsten beiden Klangbeispielen. Zunächst wird eine Aufnahme des Twisted Electrons Blast Beats bearbeitet.

Venos komprimiert die elektronischen Beats nur ganz vorsichtig mit einer Pegelreduktion von 0,5 bis 1 dB, um für den klassischen Mix-Bus-Glue zu sorgen. Wie zuvor sind beide Ausspielungen identisch, bei der zweiten ist wieder das AirBass-Setting eingeschaltet.

Einstellungen:
Bsp. 1: Rectifier Germanium, Modus Modern, Attack 2, Release 1, GR 0,5 -1 dB
Bsp. 2: Rectifier Germanium, Modus Modern, Attack 2, Release 1, GR 0,5 -1 dB, AirBass

Bus-Kompression: Akustik-Duo

Das letzte Klangbeispiel stammt von dem Improvisations-Duo „Tim von Malotki & Andy Hafner“. Es ist ein knapp einminütiger Ausschnitt ihrer Performance „Calling“, bei dem der SPL Venos als Teil der Mastering-Kette dient. Die vollständige, finale Version kann in dem folgenden YouTube Video gehört und gesehen werden.

Einstellungen:
Bsp. 1: Rectifier Germanium, Modus Modern, Attack 2, Release 1, GR 1,5 – 3 dB, AirBass

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Klangbeispiele
Fazit

Der SPL Venos ist ein hervorragender Röhrenkompressor für professionelle Recording-, Mix- und Mastering-Anwendungen. In gewohnter SPL-Qualität überzeugt nicht nur die hochwertige Verarbeitung des Venos, sondern auch die Gestaltung des Interfaces, das eine spielend leichte Bedienung dieses eigentlich recht komplexen Kompressors ermöglicht.

Klanglich ist der Venos einfach eine Offenbarung, allein die Eingangsstufe sorgt schon für eine deutlich klarere Kontur und plastischere Tiefendarstellung des Eingangsmaterials. Der Kompressor besticht dank des gelungenen Zusammenspiels der drei Rectifier-Typen mit dem Bias-Regler, das Sidechain-Filter-Presets und den innovativen Focus- und Punch-Modi durch eine enorme Flexibilität. Sein Spektrum reicht von einem subtilen Glue auf dem Mixbus, über weiche Vintage-Kompression bis hin zu verzerrten, pumpenden Ergebnissen mit „snappy“ Transienten, wodurch der Venos weitaus mehr zu bieten hat, als ein herkömmlicher Röhrenkompressor.

Der Preis für dieses in Deutschland entwickelte und gefertigte High-End-Gerät beträgt 4.989,- Euro.

Plus

  • hervorragender Klang
  • äußerst vielseitiger Röhrenkompressor
  • innovative Focus- und Punch-Modi
  • großzügig gestaltetes Interface
  • einfache Bedienung
  • hochwertige Verarbeitung

Minus

  • keine Blende für Parallelkompression

Preis

  • 4.989,- Euro
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Über den Autor
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Chris Pfeil RED

Chris Pfeil ist Tontechniker und Musiker. Seit Juli 2005 testet er für AMAZONA.de Equipment in den Bereichen Guitar & Bass, Keys und Studio.

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  1. Profilbild
    Linus AHU

    Fast 5.000 Euro sind natürlich weit außerhalb meines Homestudios, aber genau solche Tests lese ich inzwischen mit völlig anderen Augen. 😄 Seit ich mich wieder intensiver mit dem Mix meiner eigenen Songs beschäftige, merke ich erst, wie viel zwischen „lauter und komprimierter“ und einem wirklich lebendigen Mix liegt.
    Gerade die Beschreibung, dass ein Signal trotz verringerter Dynamik lebhafter wirken kann, finde ich spannend. Und bei Focus und Punch hätte ich vermutlich sofort meine Drum-Spuren im Kopf. 😄
    Der Venos wird bei mir sicher nicht im Rack landen, aber hören und ausprobieren würde ich ihn verdammt gerne einmal.

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