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Test: Squarp Instruments Hermod, Sequencer

Anschlussmöglichkeiten des Squarp Instruments Hermod

Anschlussseitig lässt der Hermod keine Wünsche offen. Sowohl analoge als auch MIDI-orientierte Sequencer-Freunde kommen voll auf ihre Kosten und es wurde an einiges gedacht. Widmen wir uns zuerst der analogen Welt.

Wie in der fortfolgenden Abbildung zusehen ist, verfügt der Hermod über acht CV-Gate-Ausgänge (1-8) und über 4 CV-Eingänge (A-D). Jeder Ausgangs-Track ist ferner mit einer SMD-LED ausgestattet, die indiziert, was für ein Notenwert (Pitch, Velocity, Aftertouch) per Spannungssteuerung ausgegeben wird (Genaueres hierzu im Abschnitt zum Track-Modus).

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Die 4 CV-Eingänge dienen dazu, Effektparameter, Modulationswerte, Pitch, Clock oder Sequenz-Wechsel via Spannungssteuerung zu kontrollieren bzw. anzusteuern. Die Zuweisung der Eingänge an die entsprechenden Parameter nimmt man in der modMatrix des Hermod im Effect-Modus vor. In der modMatrix kann man wahlweise zwischen CV und MIDI-CC auswählen. Das ist natürlich ein starkes Plus und mit etwas Vorstellungsvermögen lässt sich hier schon erahnen, dass mit etwas Patching doch eine äußerst intuitive Arbeitsweise mit dem Hermod denkbar ist. Widmen wir uns weiter den digitalen Anschlüssen.

Die spannungsgesteuerten Anschlüsse des Hermod für CV/Gate-Applikationen

Der Squarp Instruments Hermod ist mit einem MIDI-Eingang zum Anschluss handelsüblicher MIDI-Peripherie ausgestattet. Wie man es kennt, dient dieser zum Übertragen von MIDI-Clock, dem Anschluss von MIDI-Keyboards über DIN wie auch MIDI-Controller zur Übertragung von MIDI-CC-Befehlen. Der MIDI-Ausgang, versteht sich von selbst, dient zur Ansteuerung externer MIDI-Klangerzeuger.

Viel spannender ist jedoch, was der Hermod seitens USB bietet. Der USB-A-Anschluss (USB Host) und der USB-B-Anschluss (USB Device) arbeiten beide bidirektional. Widmen wir uns zuerst dem USB-Device-Anschluss rechts auf dem Bild. Dieser dient zum Beispiel für den Anschluss eines Rechners. Stellt man in den Projekt-Settings die entsprechenden MIDI-Kanäle ein, entpuppt sich der Hermod als MIDI-to-CV/Gate-Converter, was das Programmieren von Sequenzen über die präferierte DAW erlaubt. Wahnsinn! Andersherum ist es möglich, auch über den Hermod VST-Plug-ins sequentiell anzusteuern. Noch mehr Wahnsinn! Der USB-Host dient zum Anschluss von USB-MIDI-Controllern bzw. anderer USB-MIDI-Peripherie. Da darf man ruhig denken, hier wurde an alles gedacht. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass man über die beiden USB-Ports per Daisy-Chain mehrere Hermods Master-Slave fahren kann, um beispielsweise die Anzahl der Kanäle mit zwei Hermods zu verdoppeln, spielen meine Gedanken verrückt und mir wird ganz schwindelig, wenn ich über die Einsatzmöglichkeiten nachdenke. Der krasse Giga-Wahnsinn!! Ultra findet man hingegen beim Fußball oder Behringer.

Die MIDI-Anschlüsse und USB-Ports des Hermod von Squarp Instruments

Bevor ich auf die einzelnen Modi eingehe, sind im Nachfolgendem ein paar Setup-Beispiele zum näheren Verständnis der Anschlussmöglichkeiten eingefügt. Noch mehr Beispiele findet ihr natürlich in der Produktübersicht direkt auf der Website von Squarp Instruments.

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Beispiel zur Konnektivität des Hermod von Squarp Instruments

Beispiel zum Master-Slave-Setup des Hermod via Daisy-Chain

Der Sequencer-Modus des Squarp Instruments Hermod

Viel gibt es über den Sequencer-Modus nicht zu erzählen. Was hier aber geboten wird, ist dennoch beachtlich und gerade für das Erstellen von Songstrukturen und der Projektverwaltung sehr gut durchdacht. Speziell für die Arbeit mit Modularsystemen. Einmal das Seq-Pad gedrückt, kann man zwischen den einzelnen 8 Sequenzen, die erstellt wurden, über Pad 1-8 auswählen. Was sehr schön ist, dass man beim Brücken des Push-Encoders direkt in das Sequence-Edit-Menü gelangt. Hier kann man Projekte auf der Micro-SD-Karte abspeichern, laden und löschen. Ferner steht hier noch die Option offen, eine Sequenz zu kopieren, einzufügen und zu löschen. Hierbei sei bemerkt, dass die Copy-and-Paste-Funktion auch für die anderen Modi (Track, Effekt und Step) mit der gleichen Eingabeprozedur zur Verfügung steht. Somit ist die Ausgangssituation, um mehrere Variationen einer Sequenz zu erstellen, schon einmal sehr gut gelöst beim Hermod.

Das Display im Seq-Mode

Wie man in der Abbildung links sehr schön sieht, stehen alle Informationen im Sequencer-Modus zur Verfügung. Hier werden die 8 Tracks mit der entsprechenden Spurlänge angezeigt, der Projekt-Name, die Loop-Länge wie auch der entsprechende Play-Modus, der das Verhalten der Sequenz beim Sequenzwechsel steuert. Gerade die Möglichkeiten, Spurenlänge der 8 einzelnen Tracks der Sequenz als auch die Loop-Länge der Sequenz selber unabhängig von einander zu definieren, verrät hier schon, dass man mit dem Hermod wirklich komplexe polyrhythmische  Sequenzstrukturen aufbauen wie auch einfach durch Verändern der Sequenzlänge schnell Sequenzvariationen erstellen kann.

Bei gedrückten Y-Pad kann man über das Drehen des Push-Encoders die einzelnen Play-Modi auswählen. Diese gestalten sich wie folgt:

  • Sequential (default): Der Sequenzwechsel erfolgt zum nächsten Beat am Ende der Loop-Länge
  • Jump: Der Sequenzwechsel erfolgt sofort auf der entsprechenden MIDI-Clock-Position ohne Sequenz-Reset auf die Startposition
  • Restart: Der Sequenzwechsel erfolgt beim nächsten Step mit Sequenz-Reset bei der darauffolgenden Sequenz

Das Display im Seq-Mod mit Songstruktur

Über das Drücken des X-Pads und der einzelnen Seq-Pads 1-8 simultan lassen sich Sequenzketten erstellen, um Songstrukturen zu kreieren. Dieses sieht man recht deutlich in der Abbildung.

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Forum
  1. Profilbild
    tonvibration  

    Hallo, vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel. Ist gar nicht so einfach ein so komplexes Gerät kurz und knapp und für alle – zumindest für viele – verständlich zu beschreiben. Ich beschäftige mich viel mit Sequencern und hätte dem kleinen Ding von den Bildern her garnicht so viel zugetraut. Hätte ich ein Modularsystem mit CV Steuerung wär das Ding jetzt bestellt!

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    [P]-HEAD  AHU

    Finde ich sehr interessant, jedoch ist das kleine Display wirklich ein Grauen. Ein größeres Display hätte 2-3 EUR mehr gekostet. Zwar wäre dann evtl. eine Rackeinheit mehr verbraten worden, aber gerade für live ist das echt Mist. Da lob ich mir den Eloquencer oder den Nerdsequenzer.

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    Son of MooG  AHU

    Wenn ich nicht schon ein Doepfer Low Cost Case voll mit Sequencern und Artgenossen hätte, könnte ich mir den Hermod als zentralen Sequencer nicht nur für’s Eurorack, sondern für das ganze Studio vorstellen. Leider lässt sich so viel Komplexität auf so wenig Platz nicht mehr intuitiv bedienen, daher bleibe ich doch lieber bei meinem simpleren Gespann, wo ich fast alles direkt über Potis und Fader eingeben kann…

  4. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Der ist ja richtig günstig für einen Euro-Sequencer mit diesen Möglichkeiten. Einen Beat Step Pro stösst er jetzt in Punkto Preis-Leistung nicht vom Thron, aber die Preisgestaltung im Vergleich zum Desktop-Gerät ist doch sehr fair. Besonders die CV-Eingänge sind sehr interessant, hier hätte ich gern noch mehr erfahren – wie ist die Auflösung, wie sieht`s mit audio rate Modulationen aus, wird intern alles auf MIDI umgesetzt usw.
    Am meisten beschäftigt mich allerdings die Frage, wie es mit der Bedienbarkeit bei voll gepatchtem Panel aussieht. Kommt man dann mit den Wurstfingern noch überall hin, wenn 8 Patchkabel und jeweils 2 klobige USB- und MIDI-Kabel drinstecken? Und kann man dann noch alles lesen?

    • Profilbild
      Lars Hemmerling  

      Hi Schwellkörper,

      sorry für die späte Antwort. Deine ergänzenden Überlegungen zu dem Test sind durchaus begründet. Wie gesagt bei dem Funktionsumfang, die der Hermod bietet, war es zeitlich schwewr auf alles einzugehen. Die Kompaktheit hat natürlich auch seine Nachteile. Andererseits gesehen Hilft viel oft nicht viel und weniger ist oft mehr in der musikalischen Komposition ;).. Generell bietet der Hermod aber auch das entspannte Sequencing über den Rechner und ob da Wurstfinger noch eine Rolle spielen, kann bezweifelt werden. Der Hermod bietet genug Flexibilität um sich an den gewohnten Workflow anzupassen..

  5. Profilbild
    Synthie-Fire  AHU

    Hab ja schon den Squarp Pyramid und bin begeistert davon.
    Hier scheint es mit dem Aufbau (natürlich mehr CV und Gate) und Funktion ähnlich zu laufen.
    Denke das ich mir den ins Rack holen werde, dann kann ich ein anderen Sequencer unddas MIDI/CV Modul rauswerfen. Hätte dann mehr Funktionen .. gerade Ratcheting und Arp. kommen bestimmt echt gut :-)

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