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Test: Steinberg Plex Software-Synthesizer

29. September 2002

Digitaler Synth auf PCM-Basis

Vorab eine Info der Redaktion. Seit Ende 2011 gibt es den Steinberg Plex als freeware-Version. Als solche wurde er sogar weiter entwickelt und liegt inzwischen als V2 vor, allerdings nur für die Verwendung in PCs. MAC Computer werden leider nicht unterstützt. HIER GEHTS ZUR FREEWARE

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DAS PALM COMEBACK

Eigentlich ist Wolfgang Palm ja so etwas wie prähistorisches Urgestein, den jüngeren Lesern wahrscheinlich kaum bekannt, den älteren aber durch seine revolutionäre PPG Serie sehr wohl ein Begriff. Wolfgang Palm, ein Name den man ohne Probleme in eine Reihe stellen kann mit Oberheim und Moog.

Ohne Wolfgang Palm wäre eine Firma Waldorf heute nicht da wo sie ist. Oder können sie sich die Geschichte der Firma Waldorf ohne die MicroWave Serie und ihre diversen Ableger vorstellen. Genau diese basieren zum Grossteil auf den legendären PPG Synthesizern.

Lange Zeit war es still um Wolfgang Palm. Nun ist er zurück mit einem VST Plug-In Namens PLEX.
Sie können sich vorstellen wie gespannt ich war, diesen Test für AMAZONA.de schreiben zu dürfen.

ANOTHER VINTAGE VST

Klare Frage, klare Antwort: NEIN!

Ich bin mir auch nicht sicher wie viele VST Minimoogs und Prophets die Musikerwelt noch braucht. Klar ist jedenfalls, Wolfgang Palm hat mit dem PLEX einen neuen Ansatz gesucht und offensichtlich auch gefunden. Den Aufbau klassischer subtraktiver Klangerzeuger sucht der User nach dem Start von PLEX vergeblich. Statt dessen überrascht uns Wolfgang Palm mit einer vollkommen intuitiven Oberfläche, die selbst ohne Blick ins Handbuch die gezielte Erstellung von neuen Klängen ermöglicht.

Alleine dafür gebührt dem Synthesizer-Veteranen ein dickes Lob!

FEATURES:

Wechsel zwischen 33 Soundquellen – 97 spezielle voranalysierte Soundquellen mitgeliefert

  • 3 ADSRs, 3 synchronisierbare LFOs, Global Pitch LFO
  • Modulations-Sektion mit Stereo Delay und Flanger Effekten
  • Bis zu 64 Stimmen, 300 Presets mitgeliefert
  • All Parameter über MIDI ansteuerbar

PLEX SYNTHESE

Zunächst wurde jeder Klang für PLEX synthetisch analysiert und in vier Komponenten aufgeteilt. Wolfgang Palm spricht dabei von einer Analyse-/Synthese-Technologie. Alle vier Komponenten gemeinsam ergeben wieder den ursprünglichen Klang. Mischt man nun allerdings die Komponenten verschiedener Klänge, entstehen schnell und unkompliziert, neue Klänge.

Sicher kennen Sie das Kartenspiel für Kinder, bei dem jeder Körper in vier Teile zerschnitten ist. Kopf, Brust, Bauch und Beine. Mit ein paar Handgriffen entstehen die witzigsten Figuren wenn man z.B. den Bauch eines Seemanns mit den restlichen Karten einer Balletttänzerin kombiniert. Ähnlich funktioniert PLEX, nur das die Ergebnisse nicht witzig, sondern musikalisch verwendbar sind.

KLANGPALETTE

Der Hauptscreen des PLEX zeit die Klangpalette und damit den Baukasten der PLEX Synthese. Alle geladenen Klangkörper werden innerhalb der drei Kreise dargestellt. Auf dieser Klangpalette befinden sich nun drei rechteckige Symbole (gelb, rot, grün) die drei der vier Komponenten. (Dazu später mehr) repräsentieren.

Die ganze Programmierung neuer Klänge besteht nun darin die drei farbiges Symbole mit der Maus verschiedenen Feldern zuzuordnen. Schon bei der ersten Bewegung eines Symbols auf ein anderes Feld, ändert sich der Klang. Mit der Zeit bekommt man ein sehr gutes Gefühl wie man die Felder gezielt verschiebt um einen gewünschten Sound zu generieren.

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Wer also bisher Sound-Programmierung eher gescheut hat und nur mit Presets gearbeitet hat, dem kann ich an dieser Stelle PLEX schon einmal wärmstens empfehlen.

Die vier PLEX Komponenten:

FILTER KOMPONENTE:

Der Filterverlauf ist bei PLEX nicht durch eine Hüllkurve etc. einstellbar, sondern entspricht dem jeweils gewählten Klangbaustein. Die Filtercharakteristik wird also durch den gewählten Baustein (z,B, Flöte) vorgegeben auf den sie das gelbe Symbol positionieren.

TOP-KOMPONENTE

Das grüne Symbol steht für die Top-Komponente. Wie der Name schon andeutet, werden mit diesem Baustein nun die hohen Frequenzanteile des Klanges zugeordnet auf dem sie das grüne Feld bewegen.

BASE-KOMPONENTE

Mit dem roten Symbol wählen sie Schließlich die tiefen Frequenzanteile aus.

Wie basteln uns einen Klang
Orgel-Bass (rotes Rechteck auf Feld Organ 1), dazu die Höhenanteile einer Pan Flöte (grünes Rechteck auf Pan Flut.), dazu der Filterverlauf eines Snare (gelbes Feld auf Snare 2)

Die vierte Komponente

Ganz so einfach wollte Wolfgang Palm uns doch nicht wegkommen lassen. Auf Zusatzseiten lassen sich nun eigene ADSR Hüllkurven und LFO´s der ersten drei Komponenten einstellen. Außerdem ist es hier möglich die Pegel der ersten drei Komponenten einzustellen.

die LFO Wellenformen bieten dabei die Besonderheit, dass sie aus 16 Schritten bestehen, die sie beliebig abändern können. Die Übergänge der einzelnen Schritte können sie auf Wunsch über den Smooth Regler auch wieder glätten.

EFFEKTE

in PLEX ist ein brauchbarer Modulations-Effekt eingebaut, der sowohl Flanger als auch Phaser Effekte erlaubt. Für speziellere und bessere Effekte wird man wohl auf andere VST Plug-Ins zurückgreifen.

CONTROLING

Alle PLEX Parameter lassen sich MIDI-Controllern zuweisen und können somit extern gesteuert und deren Änderungen, aufgezeichnet werden.

DAS WICHTIGSTE – DER KLANG

PLEX ist kein Ersatz für einen virtuell analogen oder analogen Synthesizer. Wer nach druckvollen Analogbässen sucht sollte nicht zum PLEX greifen. Das soll nicht bedeuten das PLEX keine druckvollen Bässe erzeugen kann – da schon, aber eindeutig mit digitalen Charakter.PLEX stellt die Welt der digitalen Synthesizer auf den Kopf und erzeugt lebendige Sounds. Vor allem die PLEX Pads haben es mir angetan.Selbst Sweeps mit Filterverläufen bekommt der PLEX gut hin, drückt dabei aber jedem Klang seinen unverwechselbaren Charakter aufs Auge – und genau das ist die Stärke von PLEX. PLEX ist PLEX und nicht die zehnte Kopie einer Kopie!!!

Gratulation Wolfgang Palm.

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Plus

  • inspirierende und einfache Soundprogrammierung möglich
  • eigenständiger und unverwechselbarer Klangcharakter
  • niedrige Systembelastung
  • sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis
  • neuer Synthese-Ansatz

Minus

  • kein Ersatz für einen virtuell analogen Synthesizer
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