Test: Steinberg The Grand 3

28. Oktober 2009

Steinberg The Grand

Mit The Grand 3 läutet Steinberg die nächste Runde der Flügelsimulation auf dem Rechner ein. Nicht weniger als fünf verschiedene Klaviere wurden akribisch mit verschiedenen Mikrofonpositionen gesampelt, um ein realistisches Abbild der akustischen Vorbilder zu erzeugen.

Die gesampelten Modelle rekrutieren sich aus drei Flügeln, nämlich einem Yamaha C7, einem Bösendorfer 290, einem Steinway Model D, einem älteren Klavier, dem Upright Piano und dem halbakustischen Yamaha CP80.

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Installation

The Grand 3 wird auf vier DVDs ausgeliefert. Installiert man alle Modelle, so sind satte 35 GB auf der Festplatte nötig, was natürlich zunächst einmal etwas Zeit für die Installation benötigt. Auf meinem System dauerte dies insgesamt ca. eine Stunde. Hektik ist hier also fehl am Platz, und man sollte auch nicht die recht unauffällige  Einstellungs-Schaltfläche übersehen, die gleich am Anfang der Installationsroutine auftaucht. Diese ist nötig, um die Sounddateien auf eine andere Festplatte als C: installieren zu können.
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The Grand 3

The Grand 3 steht als Plug-in in den Formaten VST2, VST3, sowie AU und Rewire zur Verfügung. Eine Standalone-Version für die Nutzung ohne separate Hostsoftware wird ebenfalls mitgeliefert.
Die Bedienoberfläche ist in fünf Seiten aufgeteilt. Auf der Model-Seite wird das Multisample ausgewählt, und es können Anpassungen am Sound vorgenommen werden, und auf der Equalizer-Seite steht ein vollparametrischer 4-Band EQ parat.
Die Ambience-Seite eröffnet vollen Zugriff auf die beiden integrierten Hallprozessoren. Neben einem recht gut klingenden algorithmischen Reverb ist auch ein Faltungshall integriert. Cubase 5 Nutzer kennen die Impulsantworten bereits aus dem Reverence-Plug-in. Der Faltungshall ermöglicht sogar Surround-Hall, wenn er benötigt wird.
Auf der Control-Seite kann man die Anschlagsdynamik auf sein Masterkeyboard anpassen, um ein Flügel-ähnliches Spielgefühl zu bekommen. In diesem Punkt ist bei The Grand 3 ein 88-Tasten Keyboard übrigens Pflicht, um echtes Flügel-Feeling aufkommen zu lassen.

Die Options-Seite ermöglicht schließlich die Einflussnahme auf die Stimmung des Klaviers, das darf natürlich bei einem Flügel nicht fehlen, um möglichst auch die anspruchvollsten Gemüter zu befriedigen. Außerdem finden wir hier Performance-Einstellungen für das Disk-Streaming. The Grand 3 lädt nämlich nicht etwa alles ins RAM, sondern nur die Anfänge der Samples. Der Rest wird in Echtzeit von der Festplatte ausgelesen.
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Performance

Das erste Öffnen des Plug-ins geht flott von der Hand, nur das Laden der Modelle dauert relativ lange. Zum einen liegen die Sample-Dateien in einem verschlüsselten und zudem auch noch komprimierten Format vor, zum anderen besteht ein Flügel-Multisample aus bis zu 4000 Einzelsamples. All dies erfordert zum vollständigen Laden rund 30 Sekunden beim Yamaha C7 Flügel und immerhin noch rund 20 Sekunden beim viel kleineren CP80 Sample. Ein schnelles Durchprobieren der Modelle ist also nicht einfach ‚mal eben’ möglich.

Klangbeispiele
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