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Test: Steinberg WaveLab Pro 9, Audio Editor


Die fast perfekte Welle

Seit 1995 ist Steinbergs Audio Editor und Mastering Suite WaveLab nun schon am Markt. Vor über 20 Jahren als reines Wave-Bearbeitungstool gestartet, sind im Laufe der Versionen immer neue Features hinzugekommen. Im Sommer 2013 kam mit WaveLab 8 das letzte Major-Update, mit rund 150 Neuerungen gegenüber dem Vorgänger – wie verbessertem Plug-in Management, übersichtlicherem Projekt-Management oder EBU R-128-Metering. Ein Jahr später schob Steinberg mit der Version 8.5 eine Art Zwischenupdate nach, mit AAC Encoder Implementation, Multi-Format Rendering Funktion und neuen Möglichkeiten zur Dateikonvertierung und Stapelbearbeitung. Waren all das aber eher Verbesserungen im Detail, soll die jetzt erschienene Version 9 – die erstmals ein „Pro“ im Namen führt – eine neue WaveLab-Ära einläuten. Das sei „das umfangreichste und intuitivste Feature Set für Audiobearbeitung, das jemals entwickelt wurde“ – sagt Steinberg. Dann schauen wir mal, was da dran ist.

 

WaveLab Pro 9

WaveLab Pro 9

 

Intermezzo: Mein WaveLab und Ich

Ich bin ein alter „WaveLabber“ und eigentlich von Anfang an dabei. In den 90er Jahren – wo ich hauptberuflich noch Musik und das Sounddesign für Videogames gemacht hatte – war WaveLab mein Standardtool, meist, um Tausende von FX-Sounds zu bearbeiten („Feuerspeiender Drache zieht Holzkarren durch Matsch“). Mit wachsender Featureliste und steigenden Versionsnummern wurde es dann auch zu meinem bevorzugten Werkzeug, um meine Radiobeiträge für die ARD zu produzieren. Seit 2010 nutze ich die Version 7 – den Wechsel auf die 8 hatte ich zwar immer mal wieder geplant, aber irgendwie dann doch nicht vollzogen. Warum auch – lief ja alles perfekt mit der 7, die alles hatte, was ich für meinen Job brauchte. Umso neugieriger machte mich die Ankündigung, dass WaveLab Pro 9 jetzt einiges auf Links gekrempelt und ganz wesentliche Neuerungen im Gepäck habe. Aber: Wie groß ist da die Umgewöhnung? Bleibt die intuitive Bedienung? Gibt es neue Features, die auch ich wirklich brauchen kann?

Installiert

In meinem Keller stapeln sich noch aus alten Tagen die fetten Kartons der Steinberg-Produkte. Nuendo, Cubase, WaveLab – mit kiloschweren Handbüchern, in denen man stundenlang blätterte und mehreren DVDs. Auch heute noch gibt es die Vollversion nur als Box-Version, einen Key für den eLicenser und ein PDF-Handbuch gibt’s dazu. Steinberg empfiehlt übrigens 4 GB RAM und eine Intel oder AMD Dual Core CPU – die Anforderungen sind also noch recht moderat. Lauffähig ist WaveLab Pro 9 unter Windows 7 / 8.x oder 10 oder unter Mac OS X Versionen 10.10/10.11.

Anyway, die Installation läuft dann schnell und problemlos durch. Ich werde sogar danach gefragt, ob ich nicht meine Einstellungen aus WaveLab 7 übernehmen möchte. (Aber ja doch, gerne!). Übrigens ist es natürlich auch möglich, ältere Versionen weiterhin parallel zu betreiben – da wird nichts überschrieben, gelöscht oder unbrauchbar gemacht. Wichtig für alle, die ihr altes WaveLab aus welchen Gründen auch immer noch weiterhin nutzen möchten. Etwa, um alte Projekte später noch mal zu laden. Das aber nur nebenbei.

 

Zur Erinnerung: So sah WaveLab 7 aus

Die Einstellungen aus älteren Versionen können übernommen werden

 

Nach der Installation der Software (die etwa ein Gigabyte auf der Platte belegt) muss WaveLab Pro 9 noch eben registriert werden (eLicenser), außerdem empfiehlt sich der Download des PDF-Handbuchs (903 Seiten!) und des Updates (zur Zeit des Tests war das die Version 9.0.15 – aber derzeit kommen regelmäßig Neue, Steinberg ist da recht emsig).

Genug der Vorrede: Werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die Neuerungen von WaveLab Pro 9.

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  1. Profilbild
    boa75

    wow endlich hat es Steinberg geschafft ein einigermassen anständiges Userinterface für Wavelab zu designen. Bis anhin musste ich stets auf Adobe Audition ausweichen weil man mit dem Wavelab ja fast Augenkrebs bekam, so hässlich war das. Da mir aber die Adobe Abo-Politik überhaupt nicht gefällt, werd ich wohl bald wieder zu Wavelab wechseln. Gute Arbeit !

  2. Profilbild
    arnte

    Puh…199,- € für das Update von Wavelab 7. Ganz schön happig…
    Wavelab 8 habe ich schon ausgelassen, da der Gegenwert für das Geld imo nicht gegeben war. Hier sieht es erstmal besser aus. Aber 199,- € sind schon ne Stange Geld. Da bekomme ich anderswo eine vollständige DAW mit allem drum und drann als Vollversion.
    Achso, ich hab irgendwo was gelesen, dass nur noch 64 bit Plug Ins unterstützt werden. Stimmt das?

  3. Profilbild
    elexred

    Übersichticher ist es schon (wenn man mal alles halbwegs überblickt hat), ABER musste das sein, alle Tastaturbefehle zu ändern!?!?

    Seit Jahren konnte man ganz schnell mal ein Wave bearbeiten, STRG-F für Fade In, Shift-F für Fade Out…N für normalisieren….geht alles nicht mehr, wtf werte Steinberger?? geht’s noch?!?

    @arnte, yep, der Full Installer von Pro 9 installiert nur mehr 64 Bit, bei den Vorgängern konnte man noch auswählen. vom J-Bridge Adapter 32bit auf 64Bit würde ich übrigens abraten. der ging noch nie gescheit.

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