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Test: Sterling by Music Man Luke 100 Signature, E-Gitarre

12. Juni 2018

Die neue Luke ist da!

Sterling by Music Man Luke 100 Signature title

Steve Lukather gehört schon sehr lange zum erlesenen Kreis der Endorser im Hause Music Man, die für ihn auch genau so lang schon ein Signature-Instrument bauen und kontinuierlich weiterentwickeln. Doch wie es mit Signature-Gitarren immer so ist: Sie sind in aller Regel sehr teuer, wenn auch fast immer jeden Cent wert. Das gilt zumindest für die in San Louis Obispo gefertigten Music Man Instrumente, unter denen sich natürlich auch die Luke Signature befindet und für die aktuell ca. 2500,- Euro zu berappen sind.

Wer dennoch nicht auf den Look & Feel von Music Man Gitarren verzichten möchte, der schaut rüber zu Sterling by Music Man, dem Günstiganbieter im Hause der Amerikaner. In deren Angebot finden sich nahezu alle US-Instrumente als Kopie, kostengünstig hergestellt in Indonesien und zur genauen Endkontrolle noch einmal in die Staaten zurück exportiert. Das sorgt für die gleichbleibend gute Qualität, wie wir auch bereits in anderen Tests schon feststellen konnten. Schauen wir heute mal, ob die Sterling by Music Man Luke 100 Signature ein ebenso gutes Bild abgibt.

Sterling by Music Man Luke 100 – Facts & Features

Sterling by Music Man Luke 100 Signature front

Unverkennbar erscheint das Design der Sterling by Music Man Luke 100 Signature, das auf Basis des Music Man Klassikers Silhouette entstand und für viele weitere Signature-Modelle des Herstellers dient. Für den schlanken und wohl konturierten Korpus wurden zwei Teile Linde verwendet, man sieht das ganz gut beim Blick auf die Rückseite, die nur mit einer Klarlackschicht versiegelt wurde. Die Decke hingegen ist nur die Illusion eines massiven Stück Ahorns, hier wurde ein Furnier verwendet und in der Farbe „Hazel Burst“ gebeizt. Erhältlich ist die Luke 100 Signature darüber hinaus noch im der typischen „Luke Blue“ – so wie man sie eigentlich auch im Kopf bzw. vor Augen hat.

Sterling by Music Man Luke 100 Signature model blue

— Die Sterling by Music Man Luke 100D Signature in Luke Blue —

Der Ahornhals mit seinem deutlich spürbaren V-Profil wurde wie beim Original US-Modell mit einer Metallplatte und fünf Schrauben bombenfest im Korpus verankert. Wie auch zunehmend bei den US-Modellen von Music Man ein Roasted Maple Neck das unbehandelte Ahorn ersetzt, so soll auch der Hals unsere Testgitarre diesem Verfahren unterzogen worden sein. Nachprüfen kann man es im Endeffekt nicht genau, aber auf mich wirkt die Oberfläche des Holzes eher dunkel gebeizt, als mit diesem doch aufwendigen, thermischen Verfahren behandelt. Egal, ob nun Beize oder Hitze – der Hals ist sehr gut gelungen, das gilt für die 22 sauber in das Griffbrett eingesetzten Jumbo-Bünde genau so wie auch für den passgenau gefertigten Sattel, der allerdings nicht längenkompensiert wie beim US-Modell ausgeführt ist.

Ein kleines Manko tritt dann doch beim Erstkontakt mit der Gitarre auf – die Oberfläche der Bundstäbchen unseres Testmodells erscheinen nicht ausreichend poliert, was zunächst zu schabenden Geräuschen und erhöhtem Kraftaufwand beim Ziehen der Saiten führt. Doch dieses Problem sollte sich nach ein paar Stunden Beschäftigung mit dem Instrument schnell in Luft auflösen.

Sterling by Music Man Luke 100 – Hardware

Sterling by Music Man Luke 100 Signature vibrato

— Sterling by Music Man Luke 100D Signature: Zweipunkt-Vibrato mit gestecktem Hebel —

Das Vibratosystem ist dem Original exakt nachempfunden, es wurde eben nur „Sterling“ anstelle von „Music Man“ eingraviert. Das System ruht auf zwei massiven Bolzen, besitzt einen gesteckten Vibratohebel und wurde ab Werk so eingestellt, dass der Vibratoblock auf der Decke aufliegt. Das bedeutet, dass in diesem Zustand nur Downbendings möglich sind, die aber einwandfrei funktionieren und keine nennenswerten Verstimmungen hinterlassen.

Das System zusammen mit den sechs Klemmmechaniken an der Kopfplatte wirkt sehr solide und macht Hoffnung darauf, dass man auch mit einem freischwebenden Vibratoblock vernünftig arbeiten bzw. das System überhaupt vollwertig nutzen kann, durch ein geringfügiges Anheben der zwei Stehbolzen ist dies nämlich machbar. Sage ich als stolzer Besitzer und Benutzer einer Music Man Silhouette mit einem in der Bauart exakt gleichen Vibratosystem.

Die Elektrik und der Booster

Die zwei „Sterling by Music Man“ Humbucker wurden in ihren Positionen am Hals und Brücke direkt in die Decke eingesetzt und mit verchromten Blechkappen versehen. Sie zeigen sich erfreulich flexibel in ihrer Schaltung, dafür sorgt die Elektronik mit einem Fünfwegeschalter, der sich nicht nur knackig bedienen, sondern beide Pickups auch als Einspuler arbeiten lässt.

Für den Extraschub an Power sorgt auch hier wie beim US-Modell ein Booster, der nach Drücken des Volume-Poti das Ausgangssignal um 12 dB anhebt. Den dafür benötigten Strom erhält die Schaltung über einen 9-Volt-Block, der auf der Rückseite in einem leicht zu öffnenden Batteriefach schlummert. Ein Tone-Poti komplettiert die elektrische Schaltung der Sterling Luke 100 Signature, beide Regler lassen sich dank ihrer griffigen Metallpotis auch mit schweißnassen Händen zuverlässig bedienen und bieten einen nicht zu starken Widerstand beim Drehen.

Die Sterling Luke – ein Zwischenfazit

Nach der ersten genauen Begutachtung sind bei der Sterling by Music Man Luke 100 Signature keinerlei Mängel festzustellen. Das Instrument wurde solide gefertigt und besitzt nicht minder solide Hardware, die dem Besitzer lange Freude bereiten wird. Allenfalls die nachlässig polierten Oberflächen der Bundstäbchen könnte man bemängeln, wenn man denn unbedingt die Lupe auspacken möchte. Ab der nächsten Seite erfahren wir, wie sich die indonesische Luke in der Praxis schlägt!

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