Neue Referenz im Studio-Kopfhörer-Segment?
Mit dem VSX Immersion One präsentiert Steven Slate Audio die neue Spitzenklasse seines Virtual-Monitoring-Systems. Während die bisherigen VSX-Kopfhörer vor allem als Werkzeug für die hauseigene Software konzipiert waren, verfolgen die US-Amerikaner nun einen deutlich ambitionierteren Ansatz. Der neue Steven Slate Audio VSX Immersion One soll nicht nur als Bestandteil eines virtuellen Abhörstudios überzeugen, sondern auch als eigenständiger High-End-Studiokopfhörer bestehen.
Was ist es? Steven Slate Audio VSX Immersion One, ein planarmagnetischer High-End-Studiokopfhörer mit Virtual-Monitoring-System und VSX-6-Software.
- Klangqualität: Neutrale Abstimmung, hohe Auflösung, exzellente Dynamik und überzeugende Räumlichkeit auf Referenzniveau.
- Planarmagnetisch: Großer Treiber sorgt für schnelle Impulswiedergabe, geringe Verzerrungen und hohe Detailtreue.
- VSX-System: Realistische Simulation verschiedener Lautsprecher- und Abhörumgebungen für Mixing und Mastering.
- Verarbeitung: Hochwertige Materialien wie Ahornholz und Aluminium sowie eine insgesamt sehr robuste Konstruktion.
- Fazit: Einer der spannendsten Studiokopfhörer der letzten Jahre und zusammen mit VSX eine der derzeit besten Virtual-Monitoring-Lösungen.
Inhaltsverzeichnis
Wer sich ein wenig mit Steven Slate Audio beschäftigt, wird schnell feststellen: Langweilig können die US-Amerikaner nicht. Kaum ein Hersteller bringt so viele ungewöhnliche Ideen auf den Markt und selbst wenn nicht jedes Produkt ein Volltreffer ist, fehlt es Steven Slate Audio selten an Mut und Innovationsfreude. Genau das gilt auch für den VSX Immersion One. Er ist nicht einfach nur ein Kopfhörer, sondern Teil eines kompletten Systems aus hochwertiger Hardware und der aktuellen VSX-6-Software. Deshalb schauen wir uns zunächst den Kopfhörer selbst an, bevor wir später auf das Gesamtsystem eingehen.
Steven Slate VSX Immersion One: Überblick
Bislang bestand das VSX-System aus einem geschlossenen Kopfhörer, der zusammen mit der VSX-Software als Essentials- oder Platinum-Version angeboten wurde. Die Unterschiede lagen dabei ausschließlich im Umfang der enthaltenen Lautsprecher- und Raumsimulationen.
Der bisherige VSX-Kopfhörer war ohne Frage ein gutes Arbeitsgerät. Seine eigentliche Stärke lag allerdings immer in der Kombination mit der Software. Die virtuelle Abbildung verschiedener Lautsprechersysteme und Räume funktionierte bereits erstaunlich gut und machte das System insbesondere für Produzenten ohne akustisch optimiertes Studio interessant.
Klanglich konnte der bisherige VSX-Kopfhörer jedoch nicht ganz mit etablierten Studioreferenzen von Beyerdynamic, Neumann oder Focal mithalten. Genau an diesem Punkt setzt der neue Steven Slate Audio VSX Immersion One an.
Mit dem Steven Slate Audio VSX Immersion One hat der Hersteller diesmal richtig einen rausgehauen. Statt eines soliden Arbeitsgeräts bekommt man einen ausgewachsenen planarmagnetischen Studiokopfhörer geboten, der bereits auf dem Papier deutlich macht, dass hier nicht mehr die Mittelklasse bedient werden soll.
Planarmagnetische Technik
Im Inneren des Steven Slate Audio VSX Immersion One arbeitet ein großer planarmagnetischer Treiber mit den Abmessungen 97 x 76 mm. Die Funktionsweise unterscheidet sich deutlich von klassischen dynamischen Kopfhörern. Statt einer Schwingspule bewegt sich eine extrem dünne Membran mit aufgedampften Leiterbahnen innerhalb eines Magnetfelds. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt in der gleichmäßigen Kraftverteilung über die gesamte Membranfläche. Dadurch werden Verzerrungen reduziert und insbesondere die Impulswiedergabe profitiert von der sehr geringen bewegten Masse.
Anders als elektrostatische Systeme benötigt der VSX Immersion One keinen speziellen Verstärker. Mit einer Impedanz von 32 Ohm lässt er sich grundsätzlich bereits an normalen Audiointerfaces betreiben.
Ganz so unkompliziert ist es allerdings nicht. Wie viele planarmagnetische Kopfhörer reagiert auch der Immersion One recht sensibel auf die Qualität des vorgeschalteten Kopfhörerverstärkers. Der Hersteller empfiehlt deshalb ausdrücklich eine hochwertige Verstärkung. Diesem Rat kann ich mich nach dem Test nur anschließen. An meinem Universal Audio Apollo x6 spielte der Kopfhörer jedenfalls auf sehr hohem Niveau.
Verarbeitung und Ausstattung
Bereits beim Auspacken wird klar, dass Steven Slate Audio hier nicht beim Materialbudget sparen musste. Ahornholz, Aluminium und eine insgesamt sehr massive Konstruktion sorgen dafür, dass der Kopfhörer eher wie ein Boutique-Produkt als ein typisches Computer-Audio-Accessoire wirkt.
Trotz der robusten Konstruktion bleibt der Kopfhörer erstaunlich flexibel. Die Gelenke erlauben Bewegungen in nahezu alle Richtungen, wodurch sich die Ohrmuscheln sehr gut an unterschiedliche Kopfformen anpassen.
Die Verkabelung erfolgt über ein abnehmbares Y-Kabel, bei dem jede Seite separat angeschlossen wird. Auf der Gegenseite befindet sich ein 3,5-mm-Klinkenstecker samt Adapter auf 6,3 mm.
Das 1,8 Meter lange Kabel macht einen hochwertigen Eindruck und überzeugt insbesondere durch seine sehr geringe Körperschallübertragung. Selbst deutliche Berührungen oder Bewegungen des Kabels bleiben praktisch unhörbar. Das ist im Studioalltag ein echter Pluspunkt.
Die Velours-/Kunstlederpolster lassen sich austauschen. Ersatzpolster sind über den Zubehörshop von Steven Slate Audio erhältlich und mit rund 52,- Euro erfreulich fair kalkuliert.
Technische Daten
- Bauweise: offen
- Treiberprinzip: planarmagnetisch
- Treibergröße: 97 x 76 mm
- Frequenzgang: 20 Hz – 40 kHz
- Impedanz: 32 Ohm
- Empfindlichkeit: ca. 96 dB
- Gewicht: ca. 470 g
- Anschluss: 3,5 mm Klinke
- Adapter: 6,3 mm
- Kabellänge: 1,8 m
- Software: VSX 6
- Preis: 999,- Euro (inkl. Software)
- Upgrade-Preis: 769,- Euro
Geht man allein von der verwendeten Technik, den Materialien und der Verarbeitungsqualität aus, erscheint der Preis durchaus angemessen. Auch die planarmagnetischen Modelle von Audeze bewegen sich in ähnlichen Regionen und bieten nicht zwangsläufig die gleiche Materialanmutung.
Die VSX-Software
Die aktuelle VSX-Software liegt mittlerweile in Version 6 vor und bildet nach wie vor das Herzstück des Systems. Im Wesentlichen vereint die Software zwei Kerntechnologien.
Zum einen werden verschiedene Lautsprechersysteme und Räume simuliert. Dabei reicht das Spektrum von professionellen Regieräumen über Heimkinos und Wohnzimmer bis hin zu Autoradios, Boomboxen oder Clubanlagen. Ziel ist es, die Mischung unter möglichst vielen realistischen Hörbedingungen beurteilen zu können.
Zum anderen wird diese Modellierung gezielt auf die VSX-Kopfhörer abgestimmt. Erst dadurch entsteht die beeindruckende Illusion realer Lautsprecher vor dem Hörer.
In der aktuellen Version berücksichtigt die Software zusätzlich die Anatomie des menschlichen Ohrs deutlich stärker als bisher. Dadurch sollen insbesondere die Tiefenstaffelung, die räumliche Wahrnehmung und die Bassabbildung nochmals verbessert worden sein.
Bei der Installation muss man zunächst das Kopfhörerprofil mit Hilfe der Seriennummer auswählen und ein paar Kalibrierungen für die Anpassung an das eigene Gehör durchführen, damit wir einen natürlichen Klang erreichen. Wenn man dann im Plug-in den gewünschten „Room“ auswählt (also die Referenz-Hörumgebung), dann hat man die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Monitorsystemen (z. B. Near-Field, Mid-Field, Far-Field) auszuwählen, oder Umgebungen wie verschiedene Automodelle oder Kopfhörer. Als eigene Kalibrierung steht auch Human Linear zur Verfügung.
Klang des Steven Slate Audio VSX Immersion One
Die wichtigste Frage lautet natürlich: Taugt der Kopfhörer auch ohne die Software? Ja. Und zwar überraschend gut. Ehrlich gesagt hatte ich erwartet, dass die Software erneut der eigentliche Star des Pakets sein würde. Nach wenigen Minuten war jedoch klar, der neue Kopfhörer spielt in einer ganz anderen Liga als die bisherigen VSX-Modelle.
Der Grundcharakter des Steven Slate Audio VSX Immersion One ist neutral, transparent und sehr ausgewogen. Dabei vermeidet der Kopfhörer die Sterilität, die man bei manchen Studioreferenzen findet. Stattdessen gelingt eine überzeugende Balance zwischen analytischer Präzision und musikalischem Hörspaß.
Der Bass reicht tief hinab und bleibt jederzeit kontrolliert. Weder wirkt er künstlich aufgebläht noch zu zurückhaltend. Gerade für Mixing- und Mastering-Anwendungen bietet er eine sehr glaubwürdige Grundlage.
Im Mittenbereich überzeugt der Steven Slate auf ganzer Linie. Stimmen werden natürlich und körperhaft dargestellt. Instrumente profitieren von einer hervorragenden Feindynamik und einer sehr authentischen Wiedergabe ihrer Klangfarben. Das Anblasen einer Trompete, das leichte Kratzen einer Violinsaite oder das raue Timbre einer erfahrenen Sängerin wirken ausgesprochen realistisch.
Im Hochtonbereich zeigt sich die Stärke der planarmagnetischen Konstruktion besonders deutlich. Feinste Details werden mühelos herausgearbeitet, ohne jemals scharf oder anstrengend zu wirken. Der Kopfhörer klingt offen und luftig, bleibt dabei aber stets angenehm.
Auch dynamisch gibt es praktisch nichts zu kritisieren. Gerade die Impulstreue gehört zu den größten Stärken des VSX Immersion One. Schlagzeugtransienten, perkussive Elemente und komplexe Arrangements werden mit beeindruckender Geschwindigkeit und Präzision dargestellt.
Besonders spannend war im Test der direkte Vergleich mit meinem Neumann NDH 30, der für viele Toningenieure inzwischen als Referenz unter den offenen Studiokopfhörern gilt. Beide Modelle verfolgen eine ähnliche Zielsetzung, setzen dabei aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Der Neumann wirkt zunächst etwas nüchterner und analytischer. Seine Darstellung erinnert stark an hochwertige Studiomonitore und besitzt eine beeindruckende Sachlichkeit. Der VSX Immersion One klingt dagegen einen Hauch größer und räumlicher. Stimmen und Instrumente wirken etwas körperhafter und greifbarer.
Im Bassbereich liegen beide Kandidaten erstaunlich dicht beieinander. Der NDH 30 spielt minimal trockener und etwas straffer, während der VSX Immersion One ein wenig mehr Fundament vermittelt. Die Unterschiede bewegen sich allerdings auf sehr hohem Niveau.
Im Hochtonbereich präsentiert sich der Neumann etwas zurückhaltender und ausgesprochen kontrolliert. Der Steven Slate wirkt dagegen etwas luftiger und offener, ohne jemals zu hell oder aggressiv zu werden.
Besonders beeindruckt hat mich die Impulstreue des VSX Immersion One. Hier spielt die planarmagnetische Konstruktion ihre Vorteile klar aus. Transienten werden mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit dargestellt und selbst feinste dynamische Nuancen bleiben erhalten. Auch die räumliche Darstellung gelingt hervorragend. Die Ortung einzelner Instrumente ist präzise und die Tiefenstaffelung wirkt ausgesprochen glaubwürdig.
Während des gesamten Testzeitraums habe ich ständig zwischen beiden Modellen gewechselt. Und genau das ist vielleicht das größte Kompliment, das man dem Kopfhörer von Steven Slate machen kann: Nie hatte ich nach dem Wechsel vom Neumann zum Steven Slate Kopfhöhrer das Gefühl, einen qualitativen Rückschritt zu machen. Wer den NDH 30 kennt, weiß, wie ungewöhnlich diese Aussage ist.
VSX Immersion One & VSX-Software
Jetzt kommt der Moment, für den die meisten Käufer den VSX überhaupt anschaffen werden. Und ganz ehrlich: Auch nach mehreren Tagen Testbetrieb sorgt die Software noch regelmäßig für ein breites Grinsen.
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Man hat im Laufe der Jahre viele 3D-Audio-Systeme, Lautsprechersimulationen und virtuelle Räume gehört. Die meisten funktionieren irgendwie gut oder weniger gut. Das VSX-System gehört jedoch zu den wenigen Lösungen, bei denen man sich nach wenigen Sekunden dabei ertappt, wie man unwillkürlich nach links und rechts schaut, weil das Gehirn partout nicht akzeptieren möchte, dass der Klang gerade aus zwei Treibern direkt auf den Ohren kommt.
Die Illusion echter Lautsprecher vor dem Hörer gelingt verblüffend gut. Egal ob Nahfeldmonitore, große Regieräume, Wohnzimmer oder Autoradio – die Unterschiede zwischen den einzelnen Umgebungen sind klar nachvollziehbar und wirken erstaunlich glaubwürdig.
Die Unterschiede sind sehr deutlich hörbar und für das Gehirn auch nachvollziehbar. Je nachdem, ob man Near-Field oder Far-Field wählt, sind die Speaker näher oder weiter entfernt und der Höreindruck ist mehr oder weniger direkt. Auch die Charakteristik der Monitore wurde berücksichtigt. All das wirkt sehr durchdacht und ist auch effizient. So kann man sehr schnell prüfen, ob der eigene Mix auch im Auto oder im Club funktioniert.
Das VSX-Plug-in für den Steven Slate Audio VSX Immersion One wird üblicherweise auf dem Masterbus eingesetzt. Die Simulation wird selbstverständlich nicht mitgerendert, sondern dient ausschließlich der Kontrolle des Mixes. Genau darin liegt die große Stärke des Systems. Statt zwischen verschiedenen Lautsprechern wechseln zu müssen, kann man innerhalb weniger Sekunden überprüfen, wie eine Produktion auf unterschiedlichen Wiedergabesystemen klingt.
Jeder Produzent kennt die Situation: Im Studio klingt die Mischung hervorragend, im Auto plötzlich basslastig und auf der heimischen Stereoanlage fehlt jede Transparenz. Genau dieses Problem adressiert das VSX-System – und das mit einer Effizienz, die mich im Test immer wieder beeindruckt hat.
Kritik am Steven Slate VSX Immersion One
Trotz aller Begeisterung gibt es auch einige Kritikpunkte. Der erste Kritikpunkt ist einfach: Das Ding ist schwer. Mit rund 470 g gehört der VSX Immersion One definitiv nicht zu den Leichtgewichten. Während kürzerer Sessions fällt das kaum auf, bei längeren Arbeitstagen macht sich das zusätzliche Gewicht jedoch bemerkbar.
Der zweite Punkt betrifft den Tragekomfort. Unter den Velourspolstern wird es vergleichsweise schnell warm. Nach einigen Stunden im Dachgeschossstudio war ich jedenfalls froh, zwischendurch wieder zum Neumann greifen zu können.
Mein dritter Kritikpunkt betrifft die Größenverstellung. Obwohl ich meinen Kopf nicht gerade als klein bezeichnen würde, saß der Kopfhörer selbst in der kleinsten Einstellung einen Tick zu tief. Das ist sicherlich sehr individuell, sollte aber zumindest erwähnt werden.
Natürlich sind die letzten beiden Punkte stark von den körperlichen Voraussetzungen des jeweiligen Nutzers abhängig und werden nicht jeden gleichermaßen betreffen. Trotzdem gehören sie für mich in einen ehrlichen Testbericht.
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Ersatzpolster sind über den Zubehörshop von Steven Slate Audio erhältlich und mit rund 52,- Euro erfreulich fair kalkuliert.
nö viel zu teuer, wie bei einigen anderen herstellern auch.
in wahrheit sind das für die hersteller cent artikel aus übersee..
zum glück gibt es auf zb aliexpress solche pads in absoluter top quali für akg und co. um ca 10eur fürs paar.
die dinger ansich: werd die mal testen müssen, klingt alles sehr intressant. 👍
@chris Die Neumann Polster (für NDH 30) kosten aktuell 66€ und waren bis vor kurzem noch bei satten 69€. – Nur die Velour Ersatzpolster wohlgemerkt. Ich finde aber alles über 30€ für Polster auch seltsam. Manche kaufen sich für die 70€ neue Kopfhörer, auch wenn der Vergleich etwas hinkt. Das Produkt von Steven Slate gefällt mir nach dem Bericht in allen Belangen hervorragend. Gut das diese auch ohne Software funktionieren, denn das wäre eher ein Minuspunkt meiner Ansicht nach. Noch besser ist, dass diese Raumsimulationen nicht im finalen Mix auftauchen bei Verwendung im Mixbuskanal. Eine sehr durchdachte Entscheidung und es wäre ansonsten übernervig. Schick sind sie ebenso. Die VSX Immersion One werde ich im Auge behalten, auch wenn der Preis schon im oberen Segment liegt, für Studiokopfhörer.
wäre für mich interessant zu hören, wie sich die Steven Slate Lösung im Vergleich zur Hardwarelösung Smyth Realiser A16 schlägt. Die ist zur Zeit meine persönliche Referenz, was Abhörraumemulationen über Kopfhörer angeht. Beim A16 stopft man sich InEar-Mikrofone in die Ohren und macht mit denen einen personalisierten Scan eines Abhörraums. Dazu spieli der A16 Sweeps über die Lautsprecher ab, die dann von den Mikros aufgenommen werden. In einem zweiten Messdurchgang widr auch der Kopfhörer eingemessen. Das Ergebnis ist eine personalisierte und daher sehr realistische Raumemulation. Man kann sogar jeden der bis zu 16 virtuellen Lautsprecher solo hören.
Solche Systeme finde ich für das Homerecording ausgesprochen spannend. Nicht jeder hat einen akustisch optimierten Raum oder mehrere unterschiedliche Monitorpaare zur Verfügung. Wenn ein Kopfhörer zusammen mit der Software verschiedene Abhörsituationen wirklich glaubwürdig simulieren kann, ist das beim Mischen eine enorme Hilfe. Besonders interessant finde ich, dass der Immersion One offenbar auch ohne Software als hochwertiger Referenzkopfhörer überzeugt. Der Preis ist natürlich eine Ansage und 470 Gramm muss man bei längeren Sessions erst einmal tragen wollen. Trotzdem könnte ein solches Gesamtpaket langfristig sinnvoller sein als ständig neue Plug-ins zu kaufen und anschließend jeden Mix im Auto, Wohnzimmer und auf verschiedenen Lautsprechern kontrollieren zu müssen.