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Test: Strymon Deco, Effektgerät für Gitarre

Ein dreistufiger Mini-Switch wählt zwischen den verschiedenen Betriebsarten des „Double-Tracker“, dem zweiten Effekt neben der Tape-Saturation-Schaltung an Bord des Strymon Deco. Er emuliert die Phasenverschiebungen zwischen zwei (analogen) Bandmaschinen und lässt sich mit dem Mini-Switch in drei verschiedenen Grundarten betreiben, die von leichtem Flanging, über Chorus-Sounds bis hin zum Slapback-Echo von maximal 500 ms reichen. Mit dem Lag Time Poti durchfährt man dann dieses Spektrum stufenlos und schließlich sorgt ein Regler mit der Bezeichnung Wobble für zufällige Modulationen der Geschwindigkeit der virtuellen, zweiten Bandmaschine.

Nichts weist erst mal darauf hin, dass sich der Strymon Deco auch tiefergehend editieren lässt. Erst durch das gleichzeitige Drücken der beiden Metallswitches eröffnet sich dem Benutzer ein Sub-Menü, in dem sich die einzelnen Effekte noch genauer einstellen lassen.

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Secondary Functions

— Strymon Deco Submenü —

Wie man auf dem Foto sieht, ist auch die Wide-Stereo-Option über dieses Sub-Menü erreichbar. Dieses Feature macht das Gerät somit auch interessant für den Einsatz im Studio. Strymon weist auf der Website auch explizit darauf hin, dass das Deco auch dort dem einen oder anderen müden Signal auf die Sprünge helfen kann. Egal ob Drums, Synthesizer oder Vocals, der Strymon Deco schluckt alles. Dass dabei Rauschen im Signalweg kein Thema sein sollte, lässt auch schon der Verkaufspreis erahnen – für über 300,- Euro darf man das heutzutage schließlich erwarten. Zumal es sich bei dem Deco auch um ein digitales Gerät handelt.

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Erwarten könnte man bei einem Pedal digitaler Bauart eigentlich auch Speicherplätze, doch die sucht man beim Deco vergeblich. Dafür erweitert ein angeschlossenes Expression-Pedal die Performance enorm, denn schlichtweg jeder Parameter des Deco lässt sich so mit dem Fuß steuern.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    OscSync  

    Oh je, das macht ja schon wieder Appetit….
    Die Strymon-Pedale sind wirklich top, auch wenn im Bandbetrieb über die Gitarrenverstärkung nicht jedes Klangdetail, das zu Hause begeistert, erhalten bleibt.

  2. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Nicht alles, was in Verbindung mit Gitarren brauchbar ist, eignet sich auch für andere Instrumente, im Studiobetrieb beim Nachpflegen von Tracks außerhalb von DAW oder im Mix. Ich habe mir aus Verdacht ein Deco zur direkten Verwendung mit genau diesen anderen Sachen zugelegt. Im Netz wie hier ist wenig zur Verwendung außerhalb der Saitenzunft zu finden.
    Glück gehabt: Die Effekte sind zumeist subtil, aber dennoch deutlich wahrnehmbar und qualitativ sehr ansprechend. Das Gerät ist auf frühe Tapedeck-Effekte spezialisiert, d.h. niemand soll Klangwolken erwarten. Das Deco rein als Gitarreneffektgerät zu begreifen ist nach meiner Erfahrung ein fataler Fehler und es könnte m.E. schon vom Hersteller breiter gefächert beworben werden. Mein Anfangsverdacht erwies sich als begründet, Deco ist in seiner (Doppel-)Spezialisierung als Saturation und Doubletracker ein sehr wertvolles Werkzeug und sorgt bei der Entdeckungsreise in allen Belangen für positiv überraschende Klangereignisse. Die fehlende Speicherbarkeit ist bei den überschaubaren Parametern kein Minuspunkt für mich. Ich behaupte, dass man dadurch bedingt dieses Gerät wesentlich besser beherrschen lernt. Und das lohnt sich in diesem Fall wirklich, um es gezielt einsetzen zu können. Erwähnenswert ist vielleicht noch die Tatsache, dass auch der Pegel des Eingangssignals und das Verhalten bei Bypass umschaltbar ist.

  3. Profilbild
    711  

    Das Deco ist mein „Do it all“ FX. Vor dem gerade noch cleanen Tweed Amp tut sich für den Tape Saturator ein breites Feld auf, das Pedal funktioniert so in erster Näherung als „Kleines Besteck“. Der im Test bereits als subtil attribuiert einsetzbare Effekt erzeugt vom leichten Andicken des Signals über schönen gemäßigten Overdrive, fast bis hin zu einem durchsetzungsfähigen Leadsound. Dabei klingt das Pedal immer sehr harmonisch und wärmer als man von einem digitalen Vertreter erwarten würde.

    Sowohl die Modulations-, als auch die Delaysounds klingen außergewöhnlich gut, weniger plakativ als die native Geräte der jeweiligen Spezies dies umsetzen, aber immer noch prominent genug nicht als „Understatement“ missverstanden zu werden. Trotz der grundsätzlich zurückhaltenden Charakteristik aller Effekte klingt gerade die Modulationsabteilung sehr neuartig und spektakulär, das sage ich als Jemand, der Modulationseffekte eigentlich weder mag, noch einsetzt.

    Die Delays sind eh über jeden Zweifel erhaben, solange man mit 500 ms auskommt und keine Feedback Orgien veranstalten will.

    Ich habe auch schon einen YT Clip gesehen/gehört in dem das Deco zuvor den Gesang bereichert, Synths passen ebenfalls.

    Insgesamt ein sehr breites Anwendungsspektrum, das dann auch – je nach Umfang und Beschaffenheit des vorhandenen Gears – den Preis relativieren kann.

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