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Test: Strymon Fairfax Preamp, Effektpedal

Strymon fertigt nun auch vollständig analoge Pedale

3. März 2026
Strymon Fairfax Preamp Aufmacher

Strymon Fairfax Preamp

Mit dem Strymon Fairfax Preamp schlägt der Hersteller aus dem sonnigen Kalifornien ein neues Kapitel auf. Weg von aufwendig programmierbaren Digitalboliden, hin zu einer puristischen, vollständig analogen Schaltung, die das Gefühl einer aufgerissenen Röhrenendstufe ins Pedalformat bringen soll. Kein Display, keine Menüs, keine versteckten Parameter – nur Gain, Sag und Lautstärke. Ob das Konzept aufgeht, klärt der folgende Testbericht.

Kurz & knapp

Was ist es? Strymon Fairfax Preamp, vollständig analoges Overdrive-/Preamp-Pedal der „Series A“, inspiriert von einer 5-W-Class-A-Röhrenschaltung der 1960er-Jahre.

  • Analog-Konzept: Keine digitalen Komponenten, JFET-Schaltung mit 40 V interner Spannung für echtes Amp-Feeling.
  • Klangcharakter: Komprimierte, endstufenartige Verzerrung mit rauem Vintage-Touch.
  • Sag-Regler: Simuliert das „In-die-Knie-Gehen“ einer Röhrenendstufe bis hin zu gated Fuzz-artigen Sounds.
  • Flexibel: Von Clean-Boost bis kräftigem Amp-Breakup einsetzbar.
  • Zielgruppe: Für Gitarristen, die organischen Röhrensound ohne Menüführung suchen.
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Strymon Fairfax Preamp

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Strymon Fairfax Preamp

Der Strymon Fairfax Preamp ist der Auftakt einer neuen analogen Reihe von Strymon („Series A“), vollständig ohne digitale Komponenten, ohne Display oder Menüs. Er basiert auf einer seltenen 5-W-Class-A-Röhrenschaltung aus den 1960er-Jahren (ähnlich dem Garnet Herzog), die als einer der ersten „Amp-in-a-Box“-Effekte gilt und oft für klassische Rock-Sounds verwendet wurde. Ziel ist es, das Spielgefühl, die Sättigung und das dynamische Verhalten einer voll aufgedrehten Röhrenendstufe nachzubilden. Das Pedal nutzt JFETs, um Röhrenverhalten zu emulieren und beinhaltet eine interne Spannungsanhebung auf 40 V, um reichlich Headroom und echtes „Amp-Feeling“ zu erzeugen.

Das Strymon-Fairfax-Pedal ist insofern bemerkenswert, da es einen (momentanen) Richtungswechsel für den bekannten digitalen Effekt-Hersteller Strymon darstellt. Es handelt sich um ein vollständig analoges Pedal, das weniger als klassischer Overdrive, sondern vielmehr als „Miniatur-Röhrenverstärker“ im Pedalformat konzipiert ist. Möglicherweise genau das Richtige für Gitarristen, die den organischen, rauen Ton alter Röhrenverstärker suchen, sich aber nicht mit Editing beziehungsweise „tieferliegenden“ Parametern beschäftigen wollen. Das Pedal eignet sich, um Amps einen „Vintage“-Charakter zu verleihen oder als „Always-on“-Pedal, das den Grundsound fetter und lebendiger macht.

Strymon Fairfax Preamp, Bild 1

Der analoge Strymon Fairfax Preamp

Facts & Features

Der in den U.S.A. gefertigte Strymon Fairfax ist ansprechend designt. Er besitzt die Abmessungen von 73 x 110 x 60 mm (B x T x H) bei einem Gewicht von 290 g. Die Stromaufnahme wird vom Hersteller mit satten 500 mA angegeben, was mich etwas wundert, da sogenannte FETs (Feldeffekttransistoren, die ähnliche Kennlinien wie Röhren aufweisen) normalerweise mit ausgesprochen wenig Strom auskommen. Das bedeutet, dass man sicherstellen muss, ein leistungsstarkes Multinetzteil zu besitzen (Netzadapteranschluss: Hohlsteckerbuchse 5,5 x 2,1 mm, Minuspol innen). Ein Batteriebetrieb wird folglich nicht unterstützt. Das Pedal besitzt erwartungsgemäß True-Bypass.

Strymon Fairfax Preamp, schräg

Super designt, das kennt man von Strymon

Regler & Bedienelemente

Die Ausstattung des Pedals ist recht spartanisch. Der Sag-Regler simuliert das Verhalten des Ausgangstrafos eines Röhrenamps, wenn dieser „in die Knie geht“. Auf niedrigen Einstellungen klingt das Pedal noch offen, bei höheren Einstellungen eher „spuckend“, da die extrem komprimierten Klangergebnisse an „gated Fuzz“-Sounds erinnern. Das muss man mögen.

Der große Drive-Regler bestimmt den Grad der Verzerrung, die durchaus beträchtlich werden kann, der Level-Regler die Endlautstärke.

Das Fairfax-Pedal kann mit moderaten Einstellungen auch als Clean-Boost oder leichter Amp-Breaker genutzt werden. Der zuschaltbare Bright-Switch erlaubt es, das Pedal an verschiedene Amps anzupassen.

Strymon Fairfax Preamp, rear

Einfache und klare Struktur

Wer einmal Pete Townshends Hiwatts oder andere Röhrenverstärker gehört hat, die bis zur Halskrause aufgerissen waren, weiß, wie das klingt. Man hört diese schmutzige Endstufenverzerrung, wie sie bei Röhrenverstärkern ohne Master-Volume auftritt, die an ihrer Leistungsgrenze arbeiten. Auch weitere Kandidaten wie Billy Gibbons oder zeitweise Eric Clapton rissen ihre Verstärker voll auf, häufig kleinere 5-W-Amps, um ihre teilweise etwas „kaputten“ Signature-Sounds zu erhalten. Das Fairfax versucht, dies in Pedalform umzusetzen.

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Mehr Informationen

Sound

Für die Klangbeispiele wird mein Peavey Classic 20 Minihead ausschließlich auf dem klaren Kanal gespielt. Wir beginnen mit sehr moderaten Einstellungen. Um einen besseren Eindruck zu bekommen, wie das Fairfax klingt, wird dieses erst nach fünf Sekunden aktiviert:

Der Sound wird etwas fetter und „schmutziger“ und ist somit nichts für Freunde eines kristallklar eingestellten Fender Twin Reverbs.

Nun mit identischen Einstellungen und aktiviertem Bright-Switch. Der Sound wird „crisper“ und man hört die auftretende Kompression.

Nun mit etwas heftigeren Einstellungen, nach 13 Sekunden, zuvor clean.

Um herauszufinden, was der Sag-Regler wirklich tut, wird er im folgenden Beispiel erst ganz zurückgedreht, anschließend auf 12 Uhr positioniert und schließlich voll aufgerissen.

Der Sound wird schrittweise „kaputter“. Nun testen wir die klanglichen Veränderungen, die der Drive-Regler bei maximaler Einstellung bewirkt. Nach fünf Sekunden wird der Effekt aktiviert. Leider kann ich persönlich diesem extrem eingestellten Sound nichts abgewinnen, da er das Signal eher „downgraded“. Einen vergleichbaren Sound liefern mitunter auch günstigere Fuzz-Pedale.

Am besten und interessantesten klingt das Pedal mit moderaten Einstellungen des Drive-Reglers in Kombination mit Experimenten am Sag-Regler.

Signalweg: Suhr Classic Strat SSH – Strymon Fairfax Preamp – Peavey Classic 20 Mini Head – MESA/Boogie 1×12″ Thiele-Box mit Celestion Creamback – Sennheiser e906 – MOTU M4 – Mac Studio mit Logic.

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Klangbeispiele
Fazit

Der vollständig analoge Strymon Fairfax Preamp eignet sich vornehmlich für Freunde der „Endstufenzerrung“. Der Drive-Regler sollte mit Bedacht bedient werden, da dieser auch Sounds ermöglicht, die manch einer als „zu viel des Guten“ empfinden dürfte. Als Clean-Boost mit moderaten Einstellungen oder leichter „Anfettung“ des Klangs mithilfe des Sag-Reglers liefert das Pedal Ergebnisse, die den Sound eines „überforderten Ausgangstrafos“ bzw. einer gestressten Endstufe glaubhaft nachbilden.

 

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Design

Preis

  • 229,- Euro
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Über den Autor
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Johannes Krayer RED

Seit 1985 professioneller Musiker. Bisher ca. 6.000 live Auftritte absolviert. Musical, Studio, Theater, Filmmusik, Galas, Clubs. Zusammenarbeit mit etlichen renommierten Musikern. Fußtreter-affin, eigene Stompboxschmiede im Haus.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Numitron AHU

    interessant.
    vielleicht sind strymon endlich draufgekommen, dass nicht jeder 500€ für einen einzelnen Effekt ausgeben kann / will.
    bin gespannt.

  2. Profilbild
    chardt AHU

    Es klare die Lebheit!

    Danke für den schönen Test eines interessanten Pedals. Leider hat mir folgendes die Freude an der Lektüre eingeschränkt:
    – Das Pedal wird mehrfach als „Strymon Fairfax Preamp“ bezeichnet (ja, auch von T), obwohl es hauptsächlich eine Endstufe emuliert und deshalb auch vom Hersteller tituliert wird als „output stage drive“.
    – „Er basiert auf einer seltenen 5-W-Class-A-Röhrenschaltung aus den 1960er-Jahren, die als einer der ersten „Amp-in-a-Box“-Effekte gilt“
    Ähh nö, „Amp in a Box“ ist ein eher neuer Begriff für Pedale, die einen konkreten kompletten Verstärker (z.B. Marshall Plexi) nachahmen. (Wampler verwendet als Basis gerne die Schaltung des Originals, aber mit JFETs statt der Röhren.) Das Vorbild für den Fairfax scheint doch etwas anders gestrickt zu sein, z.B. mit echter 5 Watt-Röhrenendstufe – also eher ein „small amp“. (Kennt jemand hier noch die H&K Cream Machine?)

    • Profilbild
      Johannes Krayer RED

      @chardt Da liegst Du richtig, danke für die Klarstellung. Jeder findet andere Begriffe, ich fand die Bezeichnung Preamp auch unpassend, aber er wird nu mal unter dieser „Rubrik“ verkauft.

      Hatte vor Urzeiten mal eine Cream Machine. Die hatte Kinderkrankheiten, war aber prinzipiell eine gute Idee und mehr als laut genug für zu Hause. Als ein guter Kumpel mir neulich erzählte, er hätte seine alte Cream Machine „weggeschmissen“, war ich etwas entsetzt, weil ich diese gerne mal wieder gehört und notfalls als Endstufe für daheim eingesetzt hätte.

      • Profilbild
        chardt AHU

        @Johannes Krayer Man nehme:
        – Eine Box mit Celestion 12″-Lautsprecher
        – Die Cream Machine
        – Gitarre nach Wahl
        und der Marshall in erträglicher Lautstärke steht im Raum. (Und bei meiner Cream Machine habe ich auch weiter keine Kinderkrankheiten bemerkt :)

        Geht’s noch krasser? Klar:
        – Gehäuse von einem Fender Sidekick 20 (Amp-Chassis, Hallfedern und Lautsprecher raus)
        – Jensen 10″-Lautsprecher rein
        – In den Spalt oben, wo die Amp-Frontblende war, einen Crunch Master reinstecken
        – Gitarre nach Wahl, gerne was Fender-artiges
        und jetzt klingt es so richtig nach Fender Blackface. Nur schade, dass der Hall (das Beste am Sidekick) jetzt fehlt, aber irgendwas ist bekanntlich immer.

        Gruß, Carsten

      • Profilbild
        mofateam

        @Johannes Krayer Verstehe ich richtig, daß das Fairfax den Sound einer Low Watt-Röhren-Endstufe analog emuliert ?
        Dann könnte man da keinen Speaker anschließen wie bei der Creammachine dranhängen bzw man hätte keine Verstärkung.

        Übrigens: wenn man nach dem Sagging-Effekt und gleichzeitig einen Pedal-Amp sucht, sollte sich den Hughes & Kettner StompMan anschauen…mich hat er überzeugt, kann viel und kostet deutlich weniger als der Fairfax Preamp.

        • Profilbild
          chardt AHU

          @mofateam Der Fairfax emuliert (per Transistortechnik, daher kompakter) den Sound eines „legendären“ Geräts, ist als Effekt-Pedal konzipiert und gibt daher Gitarren-Level aus, nix Lautsprecher.
          Das Original war ein (sehr) kleiner Röhrenverstärker mit einer 5-Watt-Endstufe, da sollte also ein Lautsprecher dran können. Ich weiß aber über dieses Teil nicht mehr, als was Strymon in der Werbung für den Fairfax erzählt. Mich hat das mit der 5-Watt-Endstufe nur an die Cream Machine erinnert, deshalb habe ich sie erwähnt.
          Ich hab den Wampler PlexDrive, der „saggt“ auch ganz gut finde ich.

      • Profilbild
        Kosh66

        @Johannes Krayer Hallo Johannes,
        ich habe seit Jahren eine Creame Machine im Keller liegen, die ich zuletzt vor ca. 35 Jahren auf der Bühne genutzt habe. Damals habe ich meinen JCM800 damit angeblasen😁
        Hast Du wirklich Interesse an dem Ding?

        LG

        Kosh66

  3. Profilbild
    Mike Perschy

    Cooler Test, danke.

    Für mich klingt das Pedal in den moderaten Drive- mit variablen Sag-Einstellungen definitiv nach Blues. Eine helle Freude und dennoch habe ich den Eindruck, dass so manch Mitbewerber das Thema noch feiner, universeller und flexibler hinbekommt als Strymon es mit seiner analogen Schaltung tut.

    Man reiht sich mit dem Preis ja direkt in die amerikanische Analog-Boutique-Clique ein. Da muss man den Vergleich mMn doch etwas „härter“ eingehen.

    @ Johannes Krayer: Vorsicht beim Drive-Regler: Völlig richtig herausgearbeitet und sehr hilfreich hinsichtlich einer Kaufentscheidung. Ich finde den kaputten, wenig fundamentalen Sound bei hohen Drive-Einstellungen auch nicht schön. Danke.

    BG
    Mike:P

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