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Test: Strymon Timeline Delay und Big Sky Hall Pedal-Effekte

28. August 2019

Keyboarder im 7. Himmel

Die Effektgeräte des kalifornischen Herstellers Strymon genießen unter Gitarristen einen ausgezeichneten Ruf. Die Kombination aus dem Hallgerät Big Sky und dem Echoeffekt Timeline findet sich auf unzähligen Pedalboards. In diesem Report wollen wir der Frage nachgehen, wie nützlich die beiden Effekte für Keyboarder und Synthesizer-Spieler sind. Dass die Tastendrücker die Strymons längst für sich entdeckt haben, beweist nicht zuletzt eine stetig wachsende Anzahl von YouTube-Videos.

Für Details zum Strymon Big Sky möchte ich gerne auf den AMAZONA.de Test von Michael Fendt verweisen. Da er das Hallgerät als Gitarreneffekt getestet hat, konzentriere ich mich hier auf die Eignung des Pedals für Synthesizer und Keyboards. Da beide Pedale ähnlich aufgebaut sind, kann ich viele Funktionen für beide gemeinsam schildern. Das Strymon Timeline wurde hier noch nicht vorgestellt, weshalb ich es insgesamt etwas ausführlicher würdige. Vor allem sollen viele Klangbeispiele meinen Text auflockern und euch eine praxisnahe Einschätzung von den Möglichkeiten der beiden Effektpedale vermitteln.

Zur Einstimmung das Klangbeispiel „Wall of Strings“ aus meinem Vintage-Report zum Yamaha SS-30 von 2017. Gedoppelter Stringsynthesizer der im Stereopanorama wandert, ein Brass-Sound als Bassfundament plus „Sparkling“ und Leadstimme vom Moog. Das gesamte Arrangement wurde mit dem Hallprogramm des Strymon Big Sky veredelt. Und auch das Timeline stellt sich vor mit einem Tape-Echo-Sound – auch wenn man bei diesem Klangbeispiel vielleicht eher einen Digitalhall erwartet hätte.

Strymon Big Sky Hall-Effekt

Heiliger Gral oder verkappter Equalizer?

Die Strymon-Geräte sind hochgelobt und heimsen regelmäßig positive Reviews ein. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass insbesondere der Klang des Big Sky durchaus auch polarisieren kann. Wenn man sich die Mühe macht, die Nutzer-Kommentare zu lesen – sei es auf der Produktseite von Thomann, sei es bei Sequencer.de oder Gearslutz – merkt man das recht schnell. Für die einen ist das Big Sky von Strymon so etwas wie der heilige Gral unter den modernen Hallpedalen. Vor allem der bei Markteinführung neuartige Shimmer-Sound des Big Sky sorgte bei der Ambience-Fraktion für wohlige Rückenschauer und begründete seinen Ruhm. Andere mögen gerade diesen Sound überhaupt nicht und behaupten, das Gerät sei eher ein Equalizer als ein Hallgerät. Das härteste Urteil in dieser Richtung kommt von unserem AMAZONA.de Autor und ausgewiesenem Hallkenner Swissdoc. Er beschreibt den Big Sky auf Sequencer.de als „Egal was rein – schimmernde Sch… raus-Gerät“. Wobei das natürlich nicht apodiktisch zu verstehen ist, sondern im Kontext des Threads. Aber die Kritik, dass das Big Sky ein großer Gleichmacher ist, klingt hier schon deutlich an.

Strymon Big Sky und Timeline – komplex und teuer

Eine dritte Gruppe findet die Strymon-Geräte zwar gut, fragt sich aber, ob man wirklich so viele Programme braucht. Manche Nutzer suchen einfach ein Plug & Play Gerät. Auf sie wirkt die Vielzahl einzeln justierbarer Parameter eher abschreckend. Zumal die Firma aus Westlake Village sich die Features gut bezahlen lässt. Big Sky und Timeline sind Strymons jeweilige Flagship-Modelle für Hall und Echo und haben aus Kundensicht eine eher betrübliche Gemeinsamkeit: Sie sind teuer. Und zwar richtig teuer: Das Timeline kostet aktuell 479,- Euro und das Big Sky gar 499,- Euro. Der Preis lag übrigens auch schon mal deutlich über 500,- Euro! Daran merkt man übrigens, dass die Geräte schon ein paar Jährchen auf dem Markt sind.

Master-Programs

Gut geschlafen, AMAZONA.de?

Man könnte nun mit zusammengekniffenen Augen anmerken: „Guten Morgen AMAZONA.de! Gut geschlafen? Kommt ihr auch mal mit einem entsprechenden Bericht rüber?“ Ich denke aber, es ist in diesem Fall gar nicht schlecht, eine solche Überprüfung mit etwas zeitlichem Abstand vorzunehmen. Denn als das Big Sky auf dem Markt kam, knieten Teile der Musikwelt förmlich nieder. Cloud-, Shimmer- und Bloom-Effekte in einem handlichen Bodentreter – das war neu. Zuvor musste man dafür relativ aufwändig einen guten Digitalhall mit einem Harmonizer für die Pitchshifting-Effekte verkoppeln. Dadurch dass diese Effekte jetzt relativ einfach auf Knopfdruck zur Verfügung standen, wurden sie relativ häufig eingesetzt. Man kann auch sagen: inflationär. Nur zu verständlich, dass heute, wo man diese Effekte seit einigen Jahren auf unzähligen Produktionen gehört hat, eine gewisse Sättigung eingetreten ist. Der Thrill ist nicht mehr ganz so stark, der Blick etwas abgeklärter und nüchterner geworden. Oder um es etwas drastischer auszudrücken: Der Shimmer-Effekt – hundertmal gehört – kann inzwischen auch mal ordentlich nerven.

Muss er aber nicht: Hier animiert Shimmer eine geräuschhafte Synthesizerfläche. Dabei habe ich den Parameter Shift angewählt und immer wieder das Intervall geändert, das der Big Sky zum Tonsignal hinzufügt. Mit erfreulichem Ergebnis:

Schicken wir gleich noch ein Beispiel für Cloud und Bloom hinterher. Bei Bloom kratzt es an einigen Stellen ein wenig, da war die Wandlung etwas überfordert. Aber ich mochte auf das Beispiel nicht verzichten, das sehr an düstere Filmmusik erinnert. Cloud versetzt einen in ein Himalaya-Kloster, wo Mönche in diese langen Hörner blasen. Auch diese Klänge haben das Big Sky bekannt gemacht. Der Mix-Regler ist hier meist bei 15 Uhr, der Klang also relativ „wet“:

Ich selbst besitze Big Sky und Timeline schon etwas länger und setze sie auch ein. Nicht immer, aber immer wieder. Wer meine Vintage-Reports liest und die Klangbeispiele hört, hat also mit den Strymon-Geräten auf alle Fälle schon Bekanntschaft gemacht. Aber der Reihe nach. Schauen wir uns die beiden Effektpedale mal näher an. Und da relativiert sich dann auch die Kritik über den hohen Preis ein wenig.

Das Timeline gibt sich in dezentem Grau

Strymon Big Sky und Timeline: Nicht kleckern, klotzen!

Beide Effektpedale kleckern nicht, sie klotzen. Unter der Haube werkelt ein hochgezüchteter Sharc-Prozessor. Beim Big Sky werden mit seiner Hilfe nicht weniger als 12 verschiedene Hallmaschinen generiert. Darunter befinden sich Reverb-Klassiker wie Room (Studio und Club), Hall, Spring und Plate, aber auch sehr abgefahrene Effektklänge wie die bereits erwähnten Cloud, Shimmer und Bloom.

Mit Chorale kann gar ein scheinbar Silben und Worte artikulierender Chorsound erzeugt werden. Das Beispiel dazu stammt ebenfalls aus meinem Bericht über den Yamaha String-Synthesizer SS-30, der hier freilich gar nicht zu hören ist. Der Stringsound dient lediglich als Trägersignal für den Chorale-Effekt, den ich im Random-Mode nutze, so dass er immer neue Silben hervorbringt. Der Mix-Regler ist rechts auf Anschlag, das heißt, wir hören das reine Effektsignal.

Wer angesichts des geballten Hallangebots leicht eingeschüchtert kapitulieren möchte, kann sich zunächst einmal durch die 100 Presets klicken, um einen Eindruck zu bekommen. Insgesamt hat das Blue Sky 300 Speicherplätze, die in 100 Bänken à 3 Presets organisiert sind und über die drei Fußschalter angewählt werden.

Timeline: Ein Delay-Programm namens ICE

Auch beim Timeline stehen 12 Programme zur Verfügung. Neben Simulationen von Bandecho, Eimerkettenschaltung und Digital-Delay gibt es auch hier jede Menge Zugaben: Im Dual-Mode können zwei Delays kombiniert werden, Pattern bietet diverse rhythmische Muster an und bei Reverse läuft das Delay rückwärts. Das Preset ICE hat nichts mit geänderter Wagenreihung und ausgefallener Klimaanlage zu tun, sondern bezeichnet einen Harmonizer-ähnlichen Effekt, der dem Echo ein Intervall hinzufügt.

Hören wir uns das mal an. Beim Klavier-Beispiel habe ich zwischendurch auch mal die Modulation reingedreht. Das kann ein netter Effekt sein, solange man es dosiert einsetzt. Mein Eindruck: Gitarristen lieben Modulation und die Strymons liefern sie. Aber als Keyboarder sollte man sie öfters auch schlicht mal abstellen.  Beim 3. Klangbeispiel – Pattern – habe ich ein Synthesizer-Arpeggio des Roland Juno-60 mit mehreren der Rhythmusmuster kombiniert, die das Programm anbietet. ICE ist ein Verwandter der Schimmer-Effekte im Big Sky und arbeitet ebenfalls mit hinzugefügten Intervallen. Ein etwas dröger Synthesizer-Sound kann dadurch ordentlich aufgepeppt werden.

Kratzende Schallplatte

Weiter bietet das Strymon Timeline Duck- und Swell-Effekte, Tremolo, einen synchronisierten Filtereffekt und sogar ein Lo-Fi-Effekt wurde nicht vergessen. Dieser entpuppt sich als  veritabler Bitcrusher, inklusive Verzerrer und – wenn’s denn sein muss – Vinylkratzen. Als Dreingabe gibt es noch einen Looper, der mit seinen gerade mal 30 Sekunden Aufnahmezeit allerdings nicht kaufentscheidend sein dürfte. Das Timeline wartet mit 100 Presets und 200 Speicherplätzen auf. Warum das Timeline 100 Plätze weniger als das Big Sky bietet, ist leicht zu erklären. Es stehen pro Bank nur zwei Fußschalter zum Anwählen zur Verfügung. Der dritte wird nämlich wird für die Looper-Funktion gebraucht.

Hier eine Auswahl der Sonderprogramme des Timeline. Mit  Tremolo und Filter lassen sich wunderbar Flächen modulieren. Wir  können u. a. zwischen Rechteck, Sinus und Sägezahn wählen und natürlich das Tempo bestimmen. Das ist eigentlich so, als ob man einen weiteren LFO am Synthesizer zur Verfügung hätte. Sehr praktisch! Zwei Beispiele illustrieren das Lo-Fi-Programm. Den Schellackeffekt konnte ich mir nicht verkneifen.

Strymon Big Sky und Timeline: Dezentes Design

Rein äußerlich haben Big Sky und Timeline eine Menge gemeinsam: Beide sind echte Hingucker und stecken in einem ebenso robusten wie stylischen Metallgehäuse mit den Abmessungen 172 x 127 x 66 mm. Das Blau des Big Sky und das Dunkelgrau des Timeline wirken dezent und unterscheiden sich wohltuend von den poppigen Designs und Farbexplosionen, die bei Bodentretern derzeit so beliebt zu sein scheinen. Beide Pedale sind grundsätzlich sehr ähnlich aufgebaut. Wer also bereits eins der beiden Effektgeräte besitzt, wird sich auf dem zweiten schnell orientieren können.

Bitte nicht in die Bierlache stellen

Die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Die Potis bieten einen angenehmen Widerstand beim Drehen, während die Encoder etwas labberig wirken und keinerlei Rasterung besitzen. Was mir allerdings übel aufstößt: Die Gehäuse sind nicht komplett geschlossen. An den Ecken der gekanteten Stahlbleche tun sich kleine Löcher auf: Man sollte die Geräte also auf der Bühne nicht unbedingt in einer Bierpfütze abstellen. Neben Flüssigkeiten könnten aber auch Staub und Kleingetier durch die Öffnungen ihren Weg ins Gerät finden.

Der Sturz vom Kleiderschrank

Ansonsten ist sind Strymon-Effekte wirklich unverwüstlich, wovon ich mich gerade selbst (unfreiwillig) überzeugen durfte. Als ich, auf einem wackligen Stuhl balancierend, das Strymon Timeline aus der obersten Ablage meines Kleiderschranks zwischen der Bettwäsche herausklauben wollte – sozusagen „between the sheets“ – fiel es mir prompt herunter. Lichte Höhe: Gut 2,40 Meter. Nicht ein Kratzer!

Weil wir gerade bei unsanfter Behandlung sind, bietet es sich an, hier zwei etwas rauere Digitalsounds vom Sequential VS vorzustellen. Am Start:  Die Eimerspeicherkette vom Timeline und das Hallplatten-Programm vom Big Sky:

Das Front Panel von Big Sky und Timeline

Schauen wir uns einmal die Bedienoberfläche der beiden Strymons an: Links oben sitzt das Display, das über die gewählte Preset-Bank, Hall- bzw. Echozeiten und die verschiedenen Spezialparameter Auskunft gibt. Direkt darunter befindet sich ein Encoder, der mit „Type“ bezeichnet ist. Seine Funktion ist selbsterklärend: Um ihn herum sind wie bei einer Uhr die 12 Programme angeordnet, jedes mit einer eigenen LED versehen. Die Anordnung der drei Fußschalter, des „Value“-Encoders für Feinabstimmung von Decay- bzw. Delay-Time und der insgesamt sieben Potis zur Steuerung verschiedener Effekt-Parameter ist bei beiden Geräten identisch. Natürlich bedienen die Potis bei den beiden Pedalen unterschiedliche Funktionen. Wo beim Big Sky etwa das Pre-Delay (0 – 1,5 Sekunden) definiert wird, heißt  der gleiche Knopf beim Timeline „Repeats“ und bestimmt die Zahl der Echowiederholungen.

Wir gönnen uns wieder eine kleine musikalische Unterbrechung und hören uns einige Hallprogramme an, die gut für Orgel passen. Ich hatte früher an meiner Orgel eine originale Hammond Hallspirale in einem Allsound-Effektgerät. Wenn ich da ordentlich draufhaute, klang es wie eine Explosion. Diesen Effekt kann ich mit dem Spring Reverb des Big Sky leider nicht nachbilden. Aber sonst klingt es schon ziemlich echt. Für den Drive der Hallspirale können wir zwischen Clean, Combo, Tube und Overdrive wählen. Overdrive hat Strymon „for maximum trashiness“ vorgesehen und ist für unsere Zwecke des Guten eindeutig zu viel. Beispiel Nummer eins verwendet die cleane Einstellung, Beispiel Nummer zwei dagegen „Tube“. Auch das Programm Swell kann in manchen Situationen sehr brauchbar sein, etwa um einer kurzen Passage aus Genesis „Suppers Ready“ Leben einzuhauchen. Ach ja, für die Orgelbeispiele habe ich auch mal die Amp-Simulation am Big Sky eingestellt.

Zweierlei Bypass

Mit den Fußschaltern habe ich die Möglichkeit, ein Preset sozusagen scharfzustellen oder auf Bypass zu gehen. Er gibt übrigens einen True-Bypass, bei dem mittels elektromechanischer Relais das Input-Signal von allem, was im Gerät so vor sich geht, isoliert wird.  Und es existiert ein Analog-Buffered-Bypass, bei dem das Signal durch einen analogen Buffer fließt. Die Umstellung erfolgt im Global Menu. Wozu braucht man den Analog-Buffered-Bypass? Nun, wenn man möchte, dass ein Effekt auch nach Aktivierung des Bypass noch natürlich ausklingt und nicht abgerissen wird. Das kriegt man mit dem True-Bypass nicht hin. Mittels der Fußschalter kann ich auch die nächsthöhere Bank ansteuern, wenn ich A und B gleichzeitig drücke. Will ich dagegen einen Gang runterschalten, muss ich B und C (beim Timeline B und Tap) drücken.

Speichern von Effekten

Der Type-Encoder kann nicht nur gedreht, sondern auch gedrückt werden, um zwischen Preset-Bank und der Decay-Zeit beim Big Sky bzw. der Delay-Time beim Timeline hin- und herzuschalten. Um ein nach den eigenen Wünschen verändertes Preset zu sichern, muss ich den Type-Decoder zunächst gedrückt halten. Sobald „save“ im Display auftaucht, kann ich den abgewandelten Effekt durch nochmaliges Drücken am selben Ort speichern. Will ich den alten Effekt erhalten und das veränderte Programm auf einem neuen Speicherplatz ablegen, kann ich unter Zuhilfenahme des „Value“-Decoders die gewünschte  Speicherbank anwählen. Es ist auch möglich, die Presets namentlich zu taufen, wenn es denn der Orientierung hilft.

Der richtige Mix

Der Drehregler oben ganz rechts wiederum heißt bei beiden Pedalen „Mix“ und bestimmt  das Verhältnis von trockenem zum Effektsignal. Während „Tone“ beim Big Sky den Obertonanteil am Hall reguliert, von dunklen, warmen Hallräumen bis zu strahlenden und hell schimmernden Klängen, hat „Filter“ beim Timeline je nach gewählten Echotyp ganz unterschiedliche Auswirkungen. Beim Bandecho simuliert das Filter zum Beispiel das Alter des Bandes. Mit dem Grit-Regler können wir dem Signal zusätzlich Verzerrung und Artefakte hinzufügen, damit es schön vintage klingt.

Wenn sich das Band kringelt

Über eine dedizierte Modulationsregelung verfügen beide Effektgeräte, wobei beim Timeline Geschwindigkeit und Stärke des Effekts gesondert eingestellt werden können. Beim Bandecho wiederum bestimmt Speed das „Tape Crinkle“ – also wie knitterig unser Band schon ist – und Depth kontrolliert „wow & flutter“. Man sollte sich also durchaus mal die Bedienungsanleitung durchlesen, um zu verstehen, was die Strymon-Leute sich beim Programmieren der Algorithmen so gedacht haben. Einen wichtigen Unterschied bei der Potibelegung der beiden Effektgeräte möchte ich noch erwähnen: Beim Big Time können zwei Potis in der unteren Reihe frei zugeordnet werden, während sie beim Timeline bereits fest definiert sind.

Strymon hat also nichts unversucht gelassen, sich dem Mojo der alten Vintage-Geräte anzunähern. Ein typischer Bandecho-Effekt meines alten Roland Re-201 Space Echo misslingt beim Timeline allerdings kläglich: Die Veränderung der Geschwindigkeit während des Spielens (Beispiel 1, ab 41. Sekunden)  klingt – ähem – interessant, aber kein bisschen authentisch. Sehr schön ist das Magneto-Programm, mit dem Big Sky in den Echo-Gefilden wildert.

Globale Werte

Der eben schon erwähnte „Value“-Encoder ist wie sein Kollege „Type“ ebenfalls multifunktional. Einfaches Drücken bringt mich zu den einzelnen Parametern eines vorgewählten Hall- oder Echoprogramms. Gedrückt halten katapultiert mich hingegen ins Global Menu der Strymons. Hier wird der MIDI-Kanal eingestellt, MIDI-CC an- oder abgeschaltet, man hat die Option, MIDI-Thru zu aktivieren, wodurch MIDI-Daten am MIDI-Out ausgeben werden, so wie sie hereinkamen, ohne zusätzliche MIDI-Daten vom Strymon. Den EXP-Eingang können wir konfigurieren, je nachdem, ob wir ein Expressionpedal anschließen wollen, einen Tap-Schalter oder Strymons Multiswitch-Schalter, um Preset-Bänke und Einzel-Presets anzuwählen. Es ist möglich, mittels MIDI-Dump die Daten auf einen anderes Strymon-Pedal oder einen MIDI-Recorder zu übertragen. Und last but not least wollen wir  die Funktion „Spillover“ erwähnen: Spillover erlaubt es, dem nassen Signal beim Preset-Wechsel in das nächste Preset „überzulaufen“ – also einen weichen Effektwechsel zu ermöglichen.

Hier schieben wir wieder zwei Digitalklänge ein: Den bekannten Sequential Circuits VS-Chor über das Hall-Programm des Big Sky und Glocken, die mit dem rückwärts laufendem Echo des Timeline gegen den Strich gebürstet werden.

Strymon Big Sky und Timeline: Echte Stromfresser

Bei beiden Strymon-Geräten wird ein 9 Volt Netzgerät beigelegt, das man nach Möglichkeit nicht in der großen Kabelkiste verkramen sollte. Die Strymons haben nämlich einen ordentlichen Stromhunger und verlangen mindestens 300 mA. Ein x-beliebiges Boss-Netzgerät wird es also nicht tun und genauso versteht es sich, dass die Strymon-Geräte nicht für den Betrieb mit Batterien ausgelegt sind.

Anschlüsse: Alles in Stereo!

Die Anschlüsse der beiden Strymon-Geräte befinden sich sämtlich auf der Geräterückseite. Und hier erwartet einen eine sehr positive Überraschung. Es gibt jeweils zwei Stereo-Ein- und Ausgänge. Beim Strymon kann ich also – anders als etwa beim jüngst getesteten TC Electronic June-60 – mit meinem Roland Juno-60 mit beiden Ausgängen in den Effekt reingehen.  Und auch mit zwei Kanälen wieder raus, ohne ein Y-Kabel bemühen zu müssen. Es ist zum Beispiel ohne Weiteres möglich, ein Chorus-Gerät mit Stereoausgängen wie das Boss CE-1 vorzuschalten. Da heute immer mehr Synthesizer und Keyboards Stereoausgänge besitzen, sind die Strymons hier erstklassig aufgestellt. Zum Beispiel um  CP-70 und ein Rhodes aus dem Kurzweil zu verhallen.

Kein Problem mit Line-Signalen

Und weil wir gerade bei den Ein- und Ausgängen sind: Die beiden Strymon-Effekte verarbeiten Line-Signale relativ gutmütig und sind eher unanfällig gegen Übersteuerung. Man beachte das Wörtchen „relativ“. Natürlich kann man auch die Strymons zum Zerren bringen. Aber ein Catalinbread Echorec zum Beispiel scheint in dieser Beziehung empfindlicher zu sein. In jedem Fall lässt sich bei den Strymons  relativ leicht am Instrument ein Pegel einstellen, den das Effektgerät noch gut abkann und der einen nicht dazu zwingt, anschließend am Mixer das Gain so aufreißen zu müssen, dass alles im  Rauschen versinkt. Aus Keyboardersicht ergibt auch das einen dicken Pluspunkt!

MIDI und Firmware

Auch das bekannte MIDI-Duo steht zur Verfügung. Von einfachen Wechselbefehlen für die Presets bis zu den Effekt-Parametern lassen sich die Strymon-Geräte komplett über MIDI steuern. Über MIDI-Sysex lassen sich die Strymons übrigens auch updaten. Die aktuelle Firmware-Version des Big Sky heißt 1.44 und stammt aus dem November 2017. Um zu sehen, welche Firmware-Version das Gerät hat, muss man es einschalten  und gleichzeitig  Fußschalter ‚C‘ gedrückt halten. Anschließend den Type-Encoder drehen, bis das Display REVISN anzeigt. Jetzt noch ein sanfter Druck auf den Type-Encoder und man sieht die aufgespielte Firmware-Version. Vor allem wer Probleme mit der MIDI-Clock hat, sollte mal schauen, ob er die aktuelle Firmware benutzt, da es in einer frühen Version einen Bug gab, der für „whacky MIDI“ sorgte und inzwischen behoben wurde. Beim Timeline heißt das letzte Software-Update 1.84 und datiert ebenfalls vom November 2017.

USB wäre schön gewesen

Leider gibt es keinen USB-Anschluss, was die Einbindung in eine DAW zweifellos noch erleichtern würde. Bei mir – wie wohl bei vielen Keyboardern, die ein Strymon benutzen – liegt das Effektgerät direkt auf dem Instrument und wird von Hand bedient. Das ist ja gerade der Vorteil im Vergleich zum  19’’-Gerät, wo man immer wieder zum Rack krauchen muss, wenn man einen Effekt richtig tweaken will. Es sein denn, man besitzt so einen schnieken Studiotisch.

Auch fürs Studio tauglich

Insgesamt merkt man: Die Strymon-Konstrukteure wollen den Einsatzbereich ihrer Effektgeräte durchaus nicht nur auf die Bühne beschränkt wissen. Die beiden Pedale können ebenso im Homerecording- und Studio-Bereich eingesetzt werden: Die Strymons machen sich überall gut: Zwischen Instrument und Mixer/Verstärker, als Insert-Effekt, aber auch über die Send/Return-Kanäle des Mischpultes. Mit einem Signalrauschabstand von 115 db und einer A/D-D/A-Wandlung  mit 24 Bit und 96 kHz bringen sie  alle Voraussetzungen mit für einen detailliert auflösenden und sauberen Klang.

Der Umschalttrick

Zusätzlich kann an der Rückseite auch ein Expression-Pedal angeschlossen werde, mit dem sich Effektparameter live steuern lassen. Neben den MIDI-Buchsen gibt es noch einen kleinen Schalter, der bei beiden Geräten eine unterschiedliche Funktion hat. Beim Big Sky wird hier das Cab-Filter aktiviert: „This will engage our sophisticated speaker response curve“ heißt es in der Gebrauchsanweisung. Man spart sozusagen den Neunaber Iconoclast ein. Na ja, vielleicht nicht wirklich. Wenn man also aus dem Big Sky direkt in den 100 Watt Marshall Amp geht, sollte das Cab-Filter sich in der Off-Position befinden. Den „Special Effect“ beim  Timeline finde ich fast noch interessanter: Der Schalter Feedback-Loop aktiviert einen internen Loop, durch den nur die Echowiederholungen laufen. Mit einem weiteren externen Effektgerät – etwa einen Phaser, Flanger oder Chorus – kann man auf diese Weise nur die Echos verbiegen.

Alles nur Geschmackssache?

Ob uns ein Hall oder Echoeffekt gefällt, ist am Ende auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ob wir den Klang dünn, flach und digital empfinden oder aber reich, dicht und warm, verrät bei Effektgeräten der Strymon-Klasse auch viel über unsere eigenen subjektiven Vorlieben. Das eine Hallgerät, das alle glücklich macht, muss noch erfunden werden. Es soll Musiker geben, die auch mit dem derzeitigen State of the Art Gerät von Bricasti nicht wirklich warm werden. Ich räume freimütig ein, dass ich nicht Experte genug bin, um Hallfahnen bis ins letzte Detail zu analysieren. Aber ich kann beurteilen, ob sie im musikalischen Kontext funktionieren, wie leicht sie sich in die Produktionsumgebung einbinden lassen und ob sie mich inspirieren und meine Musik bereichern können. Und das würde ich für die beiden hier vorgestellten Strymon-Pedale ohne Einschränkung bejahen.

Strymon Big Sky und Timeline – die Alternativen

Natürlich gibt es Alternativen. Wem Big Sky und Timeline zu groß und zu kostspielig sind, der wird vielleicht sogar im gleichen Hause fündig: Mit dem abgespeckten Hallgerät Strymon Blue Sky und dem El Capistan, das sich auf die Emulation eines Bandechos spezialisiert hat. Wenn es um den Shimmer-Sound geht, würde mir noch das Neunaber Immerse Reverberator einfallen. Auch ein Boss RV-500 und ein Eventide Space wären eventuell eine Überlegung wert. Wer eine geniale Emulation von Vintage-Effekten sucht, wird vielleicht beim OTO Machines BAM Space Generator aus Frankreich fündig, das freilich auch in der Preisrange von 460,- Euro liegt. Wer speziell mit Vintage-Synthesizern arbeitet, wird vielleicht ohnehin eher zu Effektgeräten aus dieser Zeit greifen wollen. Die Körnigkeit früher Digital-Reverbs und Delays aus den 80ern ergänzt den Vintagesound auf das Schönste. Sei es ein PCM 60, 70 oder 80/81, ein Yamaha Rev 7 oder SPX90 oder ein Roland SRV-2000 (auf das Retrosound-Spezialist Marko Ettlich schwört).

Nicht 08/15 – Strymon Big Sky und Timeline

Bei den Echogeräten wollen wir den Tape-Klassiker Roland RE-201 Space Echo nicht vergessen, der für mich in jede gute Effektsammlung gehört. Die Liste ließe sich um viele Geräte ergänzen. Aber es handelt sich hier meist um 19“-Rackgeräte und der Charme der Strymons besteht ja auch darin, dass man sie sich direkt neben oder auf das Keyboard legt und so einen viel unmittelbareren Zugang zu den Effekt-Parametern hat. Die großen Hallklassiker wie die frühen Lexicon-Geräte 224 und 480, AMS RMS 16 oder Quantec QRS sprengen sicher die Geldbörse der meisten Musiker und gleichen – was ihr technisches Innenleben angeht – zuweilen tickenden Zeitbomben. Die Strymons ihrerseits schließen also weitere Effektgeräte keineswegs aus. Ja, sie haben ihre ganz eigene Farbe, was ich gut finde: 08/15-Effektgeräte gibt es genug. Der Sound kann aber so vielfältig angepasst werden, dass die Strymons auch als Allrounder taugen.

Fazit

Strymon Big Sky und Timeline sind absolut praxistaugliche Effektgeräte für den Keyboarder. Sie bieten in sehr guter Qualität die ganze Palette von  Hall- und Echoeffekten, die ein Live-Keyboarder auf der Bühne braucht. Und sie bieten darüber hinaus dem Synthesizerspieler eine große Zahl zusätzlicher Spezialeffekte, die zum Experimentieren und Töneverbiegen einladen. Die oft heikle Eingangsempfindlichkeit bei Gitarreneffekten stellt hier keine Einschränkung dar, kompromissloses Stereo erfreut die Tastenspieler-Fraktion ebenso. Die Shimmer-Sounds haben das Big Sky zwar berühmt gemacht, aber das Pedal kann ebenso warme Hallklänge produzieren. Insofern sind die Presets tatsächlich nur ein Ausgangspunkt, um Hall und Echo den eigenen Vorstellungen anzupassen. Will man sich nur ein Gerät anschaffen, würde ich zum Big Sky tendieren. Aber für beide – Big Sky und Timeline – kann ich guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen.

Plus

  • große Vielfalt an Hall- und Echoprogrammen
  • meist exzellente Klangqualität
  • absolute Line-Tauglichkeit
  • Stereo-Ein- und Ausgänge
  • große Anzahl an Presets
  • trotz Komplexität überschaubare Bedienung
  • sehr solide Verarbeitung

Minus

  • nicht komplett geschlossenes Gehäuse
  • kein USB
  • relativ hoher Preis

Preis

  • Big Sky: 499,- Euro
  • Timeline: 479,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Analog Twin

    Was für ein umfassender Test, da reicht die Zeit auf dem Weg zur Arbeit kaum aus; von den vielen Klangbeispielen mal ganz abgesehen. Klasse, wie so viele deiner Beiträge, zum Feierabend werde ich das ganze nochmal in aller Ruhe goutieren.

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    spookyman  

    Costello, ich liebe deine Tests. Tiefgründig, gut geschrieben und mit sehr musikalischen Beispiele. Weiter so !

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      costello  RED

      Danke spookyman! Sitze schon am nächsten Test: Ein Vergleich vom Behringer VC340 mit dem Original-Vocoder Plus von Roland :-)

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    Hectorpascal  AHU

    Erstmal, ich liebe deine Schreibweise und ständig eingehende Reflektion deiner Bewertung und Sichtweise. Neben der Musik machen hast du da echt Potential. Toll wie immer! :) Nun zum Test. Alles richtig aber meine persönliche Meinung ist: Die beiden Effektgeräte sind perfekt für eine inspirierende Solosession abends nach einer Sportzigarette und einer halben Flasche Wein aber bei Tage betrachtet ist es nur eine grelle Effekttapete die nerven kann. Das geht mir aber nicht nur bei den beiden hier getesteten Effekten so. :) Einiges ist bestimmt auch Sache der Einstellung, nur verführt der Schönklang dazu den ursprünglichen Sound und musikalischen Ausdruck an die Wand zu fahren. Das hört man schön in den Beispielen, auch wenn diese absichtlich „in die Fresse“ aufgenommen wurden. Ich finde, die Strymons zu nutzen hat Ähnlichkeit wie mit aktiver Mastering-Kette auzunehmen. Entweder die sind ständig an und geben die Richtung vor oder das Instrument mit dem Interpreten tritt in den Vordergrund. Reine Entscheidungssache. Der Tag hat auf jeden Fall schon mal gut begonnen. Danke lieber Costello! ;)

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      costello  RED

      Hallo Hectorpascal, ich freue mich, dass ich Deinen Tagesauftakt verschönern konnte :-) Ich kann Deine Sicht auf die Strymons 100-prozentig nachvollziehen. Man muss da wirklich aufpassen, dass die ursprüngliche musikalische Idee nicht unter dem Effekt-Schönklang begraben wird. Ich denke aber, diese sehr plakativen Sounds lassen sich schon von Zeit zu Zeit einsetzen. Aber die Strymons können ebenso einfach einen brauchbaren Hall oder ein solides Echo liefern. Dafür allein würde man dann aber vermutlich nicht so viel Geld ausgeben wollen.

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    Jörg Hoffmann  RED

    Das kann ich nur bestätigen: Ein toller Test – vielen Dank!
    Die Gefahr bei den Strymons ist wirklich nur, wie alle anderen zu klingen. Beim Synthie mag das weniger ein Problem sein, weil das Eingangssignal ja schon beliebig komplex sein kann. Bei der E-Gitarre sieht es schon anders aus, und deswegen habe ich mich hier (noch) nicht zu einem Strymon hinreißen lassen.

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      costello  RED

      Hallo Jörg, die Gefahr zu klingen „wie alle anderen“ besteht natürlich, weil die Signature-Sounds der Strymons (namentlich des Big Sky) schon ziemlich herausstechen und schnell identifiziert werden können. Weniger ist hier ganz sicher mehr. Mir gefallen die vielen kleinen Details wie zum Beispiel der Amp/Speaker-Emulator beim Big Sky. Gitarrensounds vom Kurzweil etwa klingen darüber viel natürlicher.

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    Marcel Halbeisen  

    Danke für den sensationell guten Test. Aber er kommt für mich „zu spät“, denn genau diese beiden Traumgeräte „hängen“ bei mir seit kurzem am Voyager. Und ich kann bestätigen, dass da Sounds entstehen die über das Vorstellbare heraus gehen.
    Und so kommt der Test aber auch „gerade richtig“, denn da sind viele wertvolle Tipps dabei die ich sehr gerne umsetze. Ganz herzlichen Dank dazu :-)

    Betreffend Preis: Ja, die Teilchen haben ihren Preis, aber ich finde der geht in Ordnung. Ich hatte früher von EHX einen „Memory Man Hazarai“ und ein „Epidome“ (klar, nicht wirklich 1:1 vergleichbar) aber der Sound hat mich nie so richtig überzeugt. Bei den Strymons stimmt für mich der Sound perfekt!

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      costello  RED

      Hallo Marcel, danke für Dein nettes Feedback. Ich habe viele Effekt-Programme beim Testen auch erst so richtig für mich entdeckt. Was auch gut kommt: Einen Drumcomputer über das Programm Magneto laufen lassen, voll „wet“ und ein bisschen Phaser dazu. Klingt wie Bowies „Station to Station“. Da ist noch vieles zu entdecken :-)

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    TobyB  RED

    Guten Morgen Mr. C,

    Vorzüglicher Test! Den Shimmer möchte man sparsam einsetzen, denn seit Auslöschung wissen wir der Shimmer verändert das Bewusstsein. Beide Pedale haben etwas, wo die EHXe eher im Low und Mid liegen, ist das hier fast Highend. Wer einen sauberen Raumklang sucht hat hier mit seine wahre Freude. Markos Einschätzung zum SRV 2000 und anderen teile ich auch. Auch wenn ich sagen muss das beide Teile in einem Outboard für Keys und Synths einen sehr guten Job machen werden. Ich würde denen sogar zugestehen einen an und für sich billigen klingenden Synth extrem aufzuwerten. Insbesondere der Big Sky.

    Digitaler Tape Loop und Geschwindigkeitsänderung, es klingt als hätte jemand der Katze auf die Extremitäten gelatscht. Hast du die Geschwindigkeit von Hand gekurbelt? Ich erledige das z.b. am MX 200 mit einem Clock Teiler, entweder hintenrum durch die Brust MIDI 2 CV/GATE und EHX Clockworks und CV/GATE 2 MIDI oder dem audiowerkstatt Clock Divider v2. Je nach dem welche Tempi ich bedienen muss. Oder ob noch ein anderes Gerät versorgt werden will.

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      costello  RED

      Hi Toby, beim Tape-Effekt habe ich tatsächlich per Hand gedreht, wie ich das beim RE-201 auch gemacht hätte. Dieses Heulen ist ja beim Original durchaus manchmal gewünscht, aber das kriegen der Big Sky nicht so hin. Nach einem SRV 2000 halte ich noch Ausschau, einmal war ich nur eine Spur zu langsam :-) Aber ansonsten bin ich wirklich happy mit den Strymons.

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        TobyB  RED

        Hallo Costello,

        du kannst digitale Tape Delays nicht mit Hand drehen, da drehen die ab und quietschen fröhlich wie die imaginäre Katze :-D Ausser du hast Virtual Tape Machine RE1 für für iOS. Da kannst auf dem Bildschirm das Tape beschleunigen und bremsen und das funktioniert. Auf Wunsch mit Ableton Link und MIDI und MIDI CCs. Und das ganze ist Livetauglich. Wobei preislich bist du dann mit allem „etwas“ über dem Strymon ;-)

        Ich drück dir die Daumen für den SRV2000, wenn ich meinen nicht bräuchte, würde ich ihn dir ja leihen.

        • Profilbild
          costello  RED

          Dann hat das aber doch wenigstens die Grenzen der digitalen Emulation aufgezeigt, so wie ich bei „Spring“ auch nicht den krachenden Anschlag des Original-Federhalls simulieren kann.

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            TobyB  RED

            Das stimmt, wenn man digital ein analoges akustisches Ereignis manipulieren will muss man manchmal schon um die Ecke denken. Ich denke das es dem Big Sky und Timeline keinen Abbruch tut. Wenn denn unbedingt einen Tapeloop und ein Sproing braucht. Gibt es Alternativen, Federhall Element und ein bissi löten und Post in den Aux Weg vom Mixer und schon scheppert das Blech. Und mit dem Boss RE 20 gibts ein sehr gutes Gerät als Ergänzung.

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      swellkoerper  AHU

      Die alten MPXe (MPX1, MPX5x0) haben analoges Tap-Tempo über TRS-Eingänge. Klappt wunderbar mit einem Insert-Kabel am Eurorack oder Clockworks. Letztens hab ich für nen Fuffi ein altes Quadraverb 2 geschossen, das hat eine ganz wunderbare Funktion: Effect-Forward über Fuss-Schalter. Am Modularsynth ist das eine Art Sequential Switch für Effektpresets in beliebiger Länge :-) Das Effektgerät switcht einfach mit jedem Trigger durch eine zu definierende Anzahl Presets. Quasi eine Hardware-Dubstep-Wobble-Schleuder aus den frühen Neunzigern, herrlich.

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        TobyB  RED

        Auch ein guter Vorschlag, der Vorteil der alten FX Kisten mit Trigger/Gate Eingang ist halt die unkomplizierte Einbindung ins Setup. Die neueren MX200ff haben zumindensten noch den Switch Input, den kann man schön vür EDM Riser missbrauchen :-D

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      costello  RED

      Hi Toby, habe heute auf Netflix „Annihilation“ gesehen. Jetzt habe ich auch Deine Anspielung auf die bewusstseinsverändernde Wirkung des Shimmer-Effekts verstanden. Bin gespannt, ob mir jetzt himmel-blaue Strymon-Blüten aus den Poren sprießen :))

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        TobyB  RED

        Hi Mr. C, und das ist die geschnittene Fassung bei Netflix. Beim Big Sky gilt es wirklich aufzupassen, wann und wie man den Shimmer einsetzt. Man kann sich darin verlieren. Nur wenn die Blüten aus den Poren kommen ist es schon zu spät. Ich bin auch immer geneigt, den grossen Raum vom Raum vom Hansastudio zu nehmen. Stelle dann aber oft fest das der Rauhputz vom SRV2000 oder der Sichtbeton vom Lexicon passender ist. Oder das der Canyon vom MPX nach einem grossen tiefen Sandstein Raum klingt.

        PS:
        Ich hab die Bücher zu Auslöschung gelesen und den Film nun einige Male gesehen, ich bin mir immer noch nicht sicher, was die geraucht haben und ob der Film nun ein Geniestreich und Meisterwerk ist oder ganz grosser Schmock.

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          costello  RED

          Ich fand den Film ziemlich gut und – gerade weil er die Schockeffekte eher dosiert einsetzt – sehr beklemmend. Das Testpublikum muss ja völlig entsetzt gewesen sein und fand Natalie Portman in dieser Rolle abweisend und unsympathisch. Aber die Kommunikation insgesamt im Film strotzt ja nun nicht gerade vor Empathie und menschlicher Wärme. So ist der Streifen ja dann auch bei Netflix gelandet. Für mich steckten da so viele Assoziationen drin: von Carlos Castaneda bis Alien. Der Schluss hatte was von Body Snatchers.

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            TobyB  RED

            Wie oben geschrieben, Genie und Wahnsinn balancieren sich in Auslöschung aus. Einige Bilder erinnern mich an den MTV Kurzfilm Balance. Und andere, wie Phosphor Granaten Szene erinnern an Evolution von Ivan Reitman, Napalm Death Szene in Evolution. Die empathielose Kommunikation ist 1:1 aus den Büchern übernommen. Ich vermute mal die Evolution ob nun in einem „what if“ Film oder die andere ist recht empathielos ;o) Evolutionier dich oder stirb aus… Heimlicher Star des Films ist die Musik. Ich dachte ich hör nicht richtig als ich Moderat „The Mark“ hörte. Neben dem Score von Alien Covenant von Jed Kurzel ein Highlight der letzten Jahre. Der Film wurde in Deutschland erstmal nur über Netflix vertrieben, auf die deutsche DVD/BD musste man ein Jahr warten, bei iTunes gibt es den Film auch erst seit April/Mai.

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    justme  

    Wirklich ausführlicher Test bis auf : Den Signalpfad ! Wenn der hohe Preis schon genannt wird, sollte dazu auch erwähnt werden, daß diese Strymons wie nur wenige Effektgeräte das digital emulierte Effektsignal dem komplett und ungewandelten Original-Analogsignalpfad zumischen, was sicher ein weniger aufwendiger in der Schaltung ist ! Nur mal so…

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      costello  RED

      Hi justme, danke für die Ergänzung zum Signalpfad. Das komplettiert den Eindruck eines rundum ausgereiften und wertigen Produktes. Über den Klang kann man freilich trefflich streiten. Mir jedenfalls gefällt er.

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    swellkoerper  AHU

    Unglaublicher Bericht, Costello und Swissdoc liefern hier mit konstanter Regelmässigkeit eine Qualität ab, die Ihresgleichen sucht. Und das als Gratis-Content. Ausserdem finde ich es sehr schön, dass unser langes Quengeln endlich erhört wurde und Gitarreneffekte für Synthies getestet werden, ich hoffe, das ist der Auftakt zu mehr.

    Interessant finde ich die Preisleistungs-Diskussion zu Strymon, Eventide Factors, OTO und dergleichen, wenn am Gebrauchtmarkt immer noch Preise jenseits der 600€ für PCM70 und Co verlangt und erzielt werden. Zum Glück ist Reverb so schön subjektiv.

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      costello  RED

      Danke Swellkoerper! Mit der Preisleistung-Diskussion hast Du natürlich völlig recht. Bei Vintage drückt man ohne Klagen Beträge ab, als ob es kein Morgen gäbe. Der Vintage-Fetisch! In der realen Welt sind knapp 500,– Euro für ein Effektgeräte eben doch viel Geld.

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      swissdoc  RED

      Gerne doch. PCM70 oder PCM80/81 kann etwas mehr als ein OTO BAM, aber als reines Reverb ist der OTO fast schon die bessere Wahl.

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        swellkoerper  AHU

        Hatten wir hier eigentlich schonmal die Reverb-Underdogs im Shoot-Out? Kandidaten wie Eventide SP2016, Kurzweil KSP8 oder Roland R880? Wir brauchen wieder eine starke Dosis Reverb-Nerdism vom Doc.

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          TobyB  RED

          Ich werfe mal Boss SE 50 und Boss SE 70 in den Raum, ich mach grade noch einige Logic X Artikel fertig. Und dann bekommen diese beiden ihre Würdigung hier. Space Heizungen und so kann der Doc machen, ich bin froh das meine Klimaanlage mir erträgliche 23 Grad im Studio macht. ;) Ende September sollte da ein Artikel folgen.

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              TobyB  RED

              Die Tutorials sind Klasse, kann ich Anfängern und Fortgeschrittenen und den Profis nur ans Herz legen. Viel anders sieht mein Rack auch nicht aus, ausser das da die EMTs von einer UAD kommen und ich anders Summiere um den 2 Track in den Master Rechner zu bekommen. Ich verspüre aber derzeit kein GAS meine Racks damit aufzuhübschen. Ich hab jetzt 3 FX Racks mit je einer Kreuzschiene.

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        Hectorpascal  AHU

        Hallo Doc. Als nun Ex-OTO Bam Besitzer verstehe ich nicht ganz deine Begeisterung. Der Charakter war mir durch alle Programme hinweg etwas flach nach Soundblaster-DAC klingend. Effekt-Reverbs wie Shimmer sind auch nicht seine Stärke. Einzig die gut klingende Verzerrung ist mir in Erinnerung geblieben. Ein bischen Marketing Overhyped? ;)

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          swissdoc  RED

          Der Scope vom OTO BAM ist Vintage Reverb in einer modernen Packung mit direktem Zugang. Das macht er in meinen Ohren sehr gut und auch die Verbreitung (wie in Youtube Videos und das Feedback zu meinem Test hier auf Amazona) gibt dem Recht. Shimmer oder sonstige Effekt-Reverbs gehören da nicht dazu.
           
          Nach meiner Erfahrung mit einer recht grossen Anzahl Hallgeräte (von billig bis teuer, von alt bis neu) ist der Klang sehr abhängig von den verhallten Instrumenten und Klängen und den Settings des Halls. Wie es einem dann jeweils gefällt, ist eine sehr persönliche Sache.
           
          Ich habe mir den Strymon BigSky vor einiger Zeit besorgt und finde (wie das Costello oben ja schon geschrieben hat) eher nicht so pralle, ausser, man will, dass alles gleich klingt. Einfach aus Spass hier noch ein paar Zitate von der Dunklen Seite des Mondes:
           
          „Das Strymon BigSky ist in der Beziehung wirklich übel. Weder der H3000 noch das AMS Delay färben so übermässig.“
           
          „OTO BAM ist ein Hallgerät für warmen Wohlfühlhall, Effekthall ist seine Sache nicht. Der Ambient Type ist das einzige, was etwas in diese Richtung geht, aber von Shimmer (zum Glück) weit entfernt. Wenn Du wirklich Shimmer haben willst, dann nimmst Du ein Strymon BigSky oder ähnliches. Leider kommt dort der „normale“ Hall mit etwas Blaustich heraus. Warme Wattte ist das nicht. Ein Wedge könnte noch gehen.“

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          swissdoc  RED

          …cont…
           
          „Der Cloud Algorithmus vom BigSky ist ja die Pest in Tüten. Egal, was man reinschickt, kommt immer so eine blaue Sosse raus…“
           
          Das oben mit PCM80 vs. OTO BAM bezieht sich auf den fragilen Repair- und Support-Status vom PCM80 und die Tatsache, dass OTO BAM ein aktuelles Desktop-Gerät mit Reglern ist. Wenn man das ausser Acht lässt, so ist das Lexicon natürlich weitaus mächtiger.

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            Hectorpascal  AHU

            Mit dem färben ist es auch schwierig. Bei mir ist es immer eher grün! :) Das OTO ist m.M.n. kaum mit dem Instrument verschmolzen, sondern war immer wie in einem separaten Raum, wenn ich das aus heutiger Perspektive so sagen kann. In meinem Ensoniq DP finde ich die Signatur des Instruments im Hall gut wieder und kann die homogen zuordnen. Ich habe mich am OTO für ein Long Reverb mal durch alle Algorithmen und Einstellungen geschraubt um einen Blade Runner Intro-FX zu bekommen. Das Ergebnis war relativ unbefriedigend. Es fehlte an Tiefe und Pfund. Ein echt bescheidenes Midiverb Mk1 mußte ich quasi nur einschalten und war dem gewünschten schon näher. Das gleiche mit dem Mutable Instruments Clouds. Natürlich mit Parasite Firmware. In den Videos der Firmen und Tests wird immer alles toll suggeriert aber, worauf ich eigentlich hinaus wollte, der persönliche Test und das Gefühl dabei ist viel wichtiger. Wahrscheinlich wird uns Kritikern der Strymon in Zukunft nur so um die Ohren gehauen und wir denken: „Geiler XY-Sound!“ ;)

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              swissdoc  RED

              Eben. Es muss passen und einem selbst gefallen. An einem eigenen Test mit einem Instrument, das man gut kennt, und dem Gerät selber, wird man in der Regel nicht herumkommen. Und jeder hört es anders. Ist bei Synths etc. ja nicht anders. Man schaue sich die Grabenkämpfe in den Foren einfach mal an. Was einer Partei gefällt, treibt die andere Fraktion auf die Palmen. In diesem Sinne: Ein Reverb geht immer.
               
              Und ansonsten, wie psv-ddv schon schreibt. Die Vintage Rack-Fraktion ist eine recht andere Baustelle, als die aktuellen Bodentreter. Recht schwierig zu vergleichen, weil die technischen Rahmenbedingungen und auch Produktspezifika sich geändert haben.
               

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    Henrik Fisch  

    Das kann nicht wahr sein! Erst am letzten Wochenende dachte ich beim Durchsehen einiger YouTube-Videos »Dieses Strymon-Teil haben echt eine Menge von den Synth-Fans!« Vor allem diejenigen, die ohne Computer Musik machen, sondern »nur« mit diversen Grooveboxen a la »Elektron Digitakt/Digitone« und Verwandschaft. Am Anfang der Woche habe ich dann mit einem Kollegen darüber diskutiert … und *zack* … schon gibt es einen Test dazu bei Amazona.de. Und dann auch noch so ausführlich! Vielen lieben Dank dafür! :-)

    Ich persönlich schwanke im Moment zwischen einem »Eventide H9 Max«, einem gebrauchten »Lexicon PCM81« und eben dem blauen dicken Strymon. Mal sehen.

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      costello  RED

      Hallo Henrik, das ist gar keine leichte Wahl! Das PCM 80 oder 81 (letzteres mit Pitch-Effekten und 24-bit-Konvertern) müssen richtig toll sein. Amazona-Leser psv-ddv – Reverb-Fetischist wie swissdoc (was nett gemeint ist) – hat mir sehr zu dem Lexicon-Klassiker geraten. Wenn das Budget nicht zu eng ist, kann es Sinn machen beide zu kaufen. Das von Marko Ettlich favorisierte Roland SRV 2000 ist auch eine Überlegung wert. Aber das hast Du jetzt nicht gelesen, weil das suche ich ja gerade ;-) Aber es ist tatsächlich so – viele kaufen gerne immer wieder neue Keyboards und Synthesizer aber scheuen die Ausgabe für vernünftige Effekte. Dabei haben die einen so entscheidenden Anteil am Klang.

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        Henrik Fisch  

        Hey costello,

        vielen Dank für die schnelle Antwort und die Tipps.

        Ich rappele mich gerade erst wieder auf, nach Jahren Musik zu machen. Das mit den Effekten denke ich mir auch. Mit Synthesizern bin ich gut versorgt und ich liebe es, mit den Geräten herumzufrickeln. Ich merke auch, was man alles erreichen kann, wenn man sich nur ein Gerät schnappt, und aus diesem versucht, einiges heraus zu holen. Ich kann mich noch erinnern, wie viel Spaß ich damals alleine mit meinem »Waldorf Pulse (1)« oder meinem »Casio VZ-10M« hatte.

        Ich merke zwar auch immer wieder, wie mich »GAS« ein wenig quält. So muss ich mir im Moment immer wieder auf die Finger hauen, um KEINEN »Korg Minilogue XD« zu kaufen. Stattdessen habe ich vor kurzem in Monitor-Boxen investiert (»KRK RP6 RoKit G3«, die ersten Monitore meines Lebens, fettes Grinsen ins Gesicht, wenn die losmachen). Als nächstes ist noch ein »Arturia KeyStep« dran (wegen der praktischen Größe) … und dann eben noch ein oder zwei Effekt-Geräte.

        Ein »Lexicon PCM 81« bekommt man gebraucht relativ günstig. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich auf das Gerät auch total subjektiv privat/persönlich scharf bin, weil einer meiner … wie nenne ich ihn denn … Techno/Ambient/Experiment-Götter, nämlich Robert Henke aka »Monolake«, das Gerät im Einsatz hat. Naja, irgendwie muss man ja getriggert werden. ;-)

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          psv-ddv  AHU

          Ist schon ein bisschen her, aber als ich das letzte mal dort war, hatte Robert hat ein PCM80 im Studio stehen. Wenn Du diesen speziellen Sound suchst, würde ich Dir zum 80ger und nicht zum 81ger raten.
          Grüße!
          psv

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            Henrik Fisch  

            Aha? Wegen der 24-Bit-Wandler im PCM81, die den ein bischen »cleaner« machen?

            Nebenbei bemerkt: Ein aktuelles Interview mit Herrn Henke würde ich gerne mal lesen (hint hint). Mich hat eines vor Jahrzehnten in der »Keys« auf »Monolake« und diese ganz spezielle Musik gebracht. Seitdem habe ich jede Veröffentlichung von ihm … stop, nein, stimmt nicht, »VLSI« fehlt noch. Und: Ja, tatsächlich, es gibt Leute – nämlich zum Beispiel mich – die diese Musik im stillen Kämmerlein und nicht auf der Tanzfläche genießen. ;-)

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              psv-ddv  AHU

              1. Ja.
              2. Bin leider kein Journalist, daher muss ich passen.
              Aber hier gibt es ja einige sehr fähige Schreiber. Und ein Interview mit Robert ist garantiert immer eine lohnende Sache.
              3. Ich höre seine Musik auch sehr gerne und ausschliesslich im stillen, bzw. dann überhaupt nicht mehr stillen Kämmerlein. :)

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      swellkoerper  AHU

      Ein wichtiger Aspekt bei Vintage Rack vs. Boutique Pedal ist neben Klang, Preis und Zuverlässigkeit auch die Ergonomie und Bedienung. Ich kann man mir kaum noch vorstellen, vor einem Rackteil zu sitzen und mich durch die Menü-Pages zu hangeln, wenn das Pedal auf dem Tisch vor mir steht und mit Ein-Knopf-pro-Funktion Bedienung glänzt.

      Bei mir war`s übrigens die oben besagte Alesis-Kiste: FSOL hatten die auf „Lifeforms“, also musste eins bei mir ins Rack..

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    Doc  

    Hallo,

    Hab hier jeweils 2 MX200 und Neunaber Immerse Mk1&2.

    Ein paar als Auxxe im Mixer.

    Das Andere direk fuer Polysynths. Delay und Detune/Chorus vom MX, Hall vom Immerse.
    Die Modulationseffekte im MX sind richtig gut.
    Der Detuner – Hammer.
    Und das geile ist .. der MX bedient sich wie ein Bodentreter.
    Direktzugriff ohne Untermenues, Anschluss fuer 3fach Pedal, Midi und Speicher.

    Diese Kombi an nem DM12 (da sind die Internen Effekte auf bypass)
    Da geht die Sonne auf..

    Costello; Toller Bericht, auch wenn ich kein Fan der Strymons bin.

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      costello  RED

      Danke Doc, ja die Strymons polarisieren. Das Neunaber Immerse ist bestimmt klasse und kann auch schön „shimmern“.

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      psv-ddv  AHU

      Die Neunaber Immerse 1/2 sind ganz hervorragend klingende Hallpedale.
      Ich würde sie trotz geringerem Funktionsumfang jederzeit dem Strymon Big Sky vorziehen.

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    ISE500  

    Was ist denn vom Strymon El Capistan zu halten, gleiche Qualität wie das Timeline?

    Was mich auch noch interessieren würde, wäre das „Digitec – Polar“ – soll ja auch ein Geheimtip sein in Anbetracht des Preises.

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      costello  RED

      Hi ISE500, zum El Capistan gab’s hier auch schon einen Test, allerdings als Gitarreneffekt. Stephan hat es mit der Höchstnote „best buy“ beurteilt, auf der Thomann-Seite gibt es auch ein Beispiel mit Piano, sollte also an Keyboards auch laufen. Hat allerdings von Hause aus eingeschränktes Stereo bei den Eingängen, die sind auf Mono überbrückt. Man muss das Gerät aufschrauben und die Überbrückung rausnehmen. Kostet nur 339,- Euro ist aber eine dezidierte Bandecho-Emulation. Also nix mit Bucket Brigade oder Digital Echo.

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        ISE500  

        Hallo Costello,

        danke für deine Antwort. Ist der von dir genannte Mod also ein Weg, aus einem El Capistan ein „True Stereo“-Pedal zu machen und würdest du sagen, daß dieser auch von einem Laien mit zwei linken Händen durchzuführen ist? ;-)

        Bislang dachte ich der grösse Fallback gegenüber dem Timeline wäre beim El Capistan, daß sich das Delay nicht mit Midi syncen lässt.

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          costello  RED

          Hallo ISE500, ich habe mit dem El Capistan selbst leider keine praktische Erfahrung. Schau mal auf die Thomann-Seite vom El Capistan, da kommt bei den User-Bewertungen ein längerer Textbeitrag, in dem über diese Eigentümlichkeit des Geräts berichtet wird. Da klingt es so, als ob er Eingriff keine große Sache wäre. Vielleicht kann Dir auch Son of MooG mehr dazu sagen, da er das Echo selbst besitzt.

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      Son of MooG  AHU

      Das El Capistan habe ich exklusiv für meinen neuen Sub37 gekauft (das Timeline war mir für einen Synth zu teuer), was super zusammen passt. Für mono- bzw. duophone Synthies ist El Capistan absolut geeignet, sowohl für Solo-Spiel als auch für Sequencer-Anwendungen. Nebenbei bietet es ja auch noch ein gut klingendes Reverb…

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    Frame 65  

    Hallo,
    Ich habe mein altes Lexikon MPX100 wieder entdeckt. Die Tape Delays sind wirklich klasse und dazu noch eine Prise Ambient ! Nichts desto trotz besitze ich noch zwei analoge Bodentreter von MXR (Phaser und Delay). Klingt wunderbar hinter meinem Moog!

    Gruß

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    mar beso  

    Source Audio – Nemesis Delay und – Ventris Reverb sind auch super. Stereo, Midi, mehr Algos über App-Steuerung, günstiger

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    psv-ddv  AHU

    Es macht wie immer viel Spass Deine Testberichte zu lesen costello.
    Ich kann verstehen, warum viele Musiker mit den Strymons happy sind.
    Das sind solide, ausgereifte Kisten mit beeindruckendem Klang und schickem Design.
    Mein Problem mit Strymons ist der starke Eigenklang gegenüber dem Nutzsignal.
    Ich kann mich noch gut daran erinnern wie mich mein erstes hochwertiges Digitaleffektgerät damals umgehauen hat, weil es wie ein komplett anderes Gerät klang je nach dem was man durchgeschickt hat. Da tat sich für mich ein unerschöpfliches Universum an klanglichen Möglichkeiten auf. Das war ein Eventide H3000, den ich mit der heutigen Erfahrung eher nicht unbedingt als klangneutral bezeichnen würde, trotzdem ist er klangvariabel.
    Bei den Strymons habe ich hingegen immer das Gefühl, unabhängig von der Mischung, mehr den Effekt als das Nutzsignal zu hören. Das kann natürlich sehr beeindruckend klingen, wie Du es per Klangbeispiel ja auch gut demonstrierst. Nur klingt es eben vor allem nach Strymon.
    Ich höre diesen charakteristischen Strymon Sound auch bei allen Geräten des Herstellers. Delay, reverb, Scheibenechosimulation, egal, klingt alles nach Strymon. Tolle durchdachte Geräte, wirklich leistungsfähig. Nur leider ein wenig das McDonalds unter den Effektgeräten: Erst hat man Heisshunger drauf und danach hat man Bauchschmerzen. Auch wenn’s vielleicht länger dauert als bei McD :)

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      costello  RED

      Hallo psv-ddv, McDonalds trifft’s nicht so ganz. Das sind schon eher Gourmet-Burger ;-) Die Strymons haben einen eigenen Klang-Charakter. Manchmal ist es genau das, was man sucht und erreichen will. Und in den anderen Fällen lässt sich der Sound durchaus auch dosieren. Wobei die Strymons ihre Herkunft nie ganz verleugnen können. Ich mag ihren Sound. Und ansonsten bin ich für Biodiversität – gerade bei Effekten. Habe nun auch ein Roland SRV-2000 erstehen können. Das bringt wieder eine neue Farbe ins Haus :)

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        psv-ddv  AHU

        Freut mich sehr zu hören, dass Du Dein Hallarsenal aufrüstest costello.
        Das macht bei Deinem klanglich hochwertigen Setup absolut Sinn.
        Wir unterhalten uns in 2 Jahren nochmal über Strymon ;))

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    psv-ddv  AHU

    Konkurrenz für die Strymons sind meiner Meinung nach nicht die im Test erwähnten vintage Rack Boliden (Stichwort: Anderes Sonnensystem) als vielmehr hochwertige Bodentreter anderer Hersteller. Da gibt es ja mittlerweile eine riesige Auswahl.

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    philbmc

    Hat denn schon jemand Erfahrungen mit dem TC Electronic Hall of Fame oder einen Vergleich zum strymon Big Sky gesammelt/gemacht? Der Hall of Fame kostet ja wesentlich weniger…

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      ISE500  

      Ich hatte das Hall of Fame und fand es gut, aber nicht brilliant. Da klingt das Digitec Polara in meinen Ohren VIEL besser.

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