Test: Studiologic Sledge 2 & Black Edition

21. September 2016

Black Magic

black-sledge

Hinter dem Studiologic Sledge 2 steht die italienische Firma Fatar, bekannt als Lieferant und Hersteller von hochqualitativen Masterkeyboards. Bereits 2012 präsentierte man den DSP-Synthesizer Studiologic Sledge erstmals auf der Musikmesse. Für die Klangerzeugung zeichnet die bekannte Firma Waldorf verantwortlich. In den Folgejahren entwickelte sich der Budget-Synthesizer immer mehr zum „hidden Champion“ und wurde durch ein Update auf die Version 2.0 und nun durch eine Special-Edition in Schwarz (bei der sich nicht nur die Farbe geändert hat) deutlich aufgewertet.

Nicht ohne Grund hat sich auch Axel Hartmann in seinem Design-Synthesizer „20“ für die Synth-Engine des Sledge entschieden. Allerdings muss man für diese Variante 20.000 Euro bezahlen, während die Studiologic-Varianten unter 1.000 Euro angesiedelt sind.

An dieser Stelle sei ein Hinweis erlaubt auf unser Interview mit Axel Hartmann zum „20“.

Hartmann "20" mit Sledge Soundengine

Hartmann „20“ mit Sledge Soundengine

 

SLEDGE – FIRST LOOK

Der erste Blick auf den Sledge vermittelt den Eindruck eines ausgewachsenen analogen Synthesizers, denn die Bedienoberfläche ist mit zahlreichen Drehreglern und Knöpfen bestückt. Unten thront ein 61-Tasten Keyboard, das gelungene Design stammt wieder einmal von Axel Hartmann.
Der Sledge verkörpert im weitesten Sinne eine Urversion eines polyphonen Synthesizers. Abgesehen davon, dass die Klangerzeugung rein digital von einem DSP berechnet wird und nicht etwa analog aufgebaut ist, erinnert er konzeptionell stark an altehrwürdige Synthesizer der 80er Jahre. Was ihn von aktuellen anderen Hardware-Synthesizern abhebt ist, wie auch beim Nord Lead, die Eine-Funktion-Pro-Knopf Bedienoberfläche.

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Diese Vorgabe wird auch weitgehend eingehalten, so dass man sich nicht mit verschiedenen Layern und Matrizen aus Parametern beschäftigen muss. Für fortgeschrittene Soundschrauber ist es somit sofort möglich, intuitiv einen bestimmten Klang zurechtzudrehen. Aber auch Einsteiger werden mit dem Sledge die subtraktive Synthese schnell verstehen und schätzen lernen. Manche mögen den Sledge langweilig finden, andere erfreuen sich an den limitierten Möglichkeiten. Limitiert ist der Sledge natürlich nur im Vergleich zu den Funktionen aktueller High-End Synthesizer oder Plug-ins. Der Sledge reduziert somit die Möglichkeiten auf das Wesentliche. Man kann sich nicht in Synthese-Details verlieren und ist schnell am Ziel. Hier und da muss man sogar wieder die „alten Tricks“ anwenden, um bestimmte Klänge zu erzeugen.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Oh, dieses „Forever-young-Pad“ ab Sekunde 29 klingt einfach nur geil. Wie macht man denn das? Das müsste doch auch auf einem Blofeld oder Virus hinzubekommen sein? Ich habe schon mindestens 10 so ähnliche Sounds, aber hier ist es so sauber und klar getroffen.

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      t.walter  AHU

      Das Original FY-Pad stammt aus dem Roland JX8-P, Preset Soundtrack. Das sind im Grunde nur zwei gegeneinander verstimmte Sägezähne mit 24 dB Tiefpassfilter und Amp-Hüllkurve. Das wichtigste ist aber der nachgeschaltete Chorus. Der Sledge-Sound im MP3 ist aber nicht ganz 1:1. Wirklich einer der einfachsten Sounds :-)

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        AMAZONA Archiv

        Also dieses saubere, sahnige habe ich nicht hinbekommen. Bei mir ist immer so ein hässliches „Brizzeln“ auf dem Sound. Und wenn ich den Cutoff vom Filter so weit herunterregele, dass das Brizzeln weg ist, ist der ganze Sound schon zu dumpf.

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        El Plauzo

        Ist hier das Original von Alphaville gemeint? Dann ist es ausgeschlossen, dass bei den Aufnahmen ein JX-8P verwendet wurde, da dieser erst ein Jahr nach den Aufnahmen auf den Markt kam. Wahrscheinlicher ist, dass man den Jupiter-8 vom damaligen Keyboarder Frank Mertens verwendet hat (einem Interview zufolge ein Abigeschenk – so viel Glück muss man haben…), zumal man auch deutlich hört, dass der Bender zur Modulation der Cutoff-Frequenz herangezogen wird – eine Funktion, die man mit dem JX-Aftertoch niemals so feinfühlig hinbekommen würde… :-)

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          t.walter  AHU

          Kann sein, ich hab da keine direkten Einblicke. Aber das Soundtrack Preset ist nahezu identisch programmiert und da liegt die Vermutung nahe, zumal auch mehr Presets verwendet wurden als man meinen möchte. Jupiter 8 als Abigeschenk … hätte ich auch gerne gehabt. :-)

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    AMAZONA Archiv

    Danke für den Tipp. Das werde ich jetzt gleich ausprobieren.

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    Markus Galla  RED

    Hallo Herr Walter,

    vielen Dank für den wirklich guten Test. Ich habe erst kürzlich einen Testbericht in einem Fachmagazin gelesen und muss als Autor sagen, dass Amazona.de wirklich den Print-Magazinen bald den Rang abläuft. Ich bin immer öfter hier und allein die Geschwindigkeit, mit der mittlerweile neue Tests veröffentlicht werden, beeindruckt. Weiter so!

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    AMAZONA Archiv

    Ich habe das Teil mal eine halbe Stunde ausprobiert, und war das erste mal seit langem wieder von einem Synthesizer fasziniert.

    Es gibt sicherlich Gerät mit mehr Features und vielleicht auch welche mit einem Quentchen besseren Klang, aber das ist am Ende egal, wenn man erst mal vor dem Teil steht. Es macht schlicht wieder Spaß mit einem Synthesizer zu „spielen“. Der Klang ist erstaunlich gut. Eine Bereicherung der Synthesizer-Landschaft …

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    microbug  

    Schöner Test, danke dafür, und das FY-Pad ist wirklich geil. Wenn Waldorf die Multimode-Einschränkung noch rausnimmt, sodaß man wenigstens Split/Dual fahren kann, wäre das genial.

    Muß trotzdem mal meckern:

    „Die Studiologic TP-9 Tastatur lässt sich recht gut spielen und ist von guter Qualität. Von den meisten Fernost Billigkeyboards hebt sie sich positiv ab, kann aber nicht mit einer guten und auch weitaus teureren Roland oder Yamaha Tastatur mithalten.“

    Studiologic ist ja die Endkunden-Marke von Fatar, von denen auch die Tastatur stammt. Es handelt sich dabei genau genommen und die ungewichtete TP/9S (Synth), also exakt die gleiche Tastatur, wie sie auch im Waldorf Blofeld zum Einsatz kommt. Die gewichtete Version davon steckt in den kleineren Viren und den Kurzweils PC361, PC3K6 und K2661.

    Ich weiß ja nicht, mit was Du die verglichen hast, aber bei Roland sind nur die 76er Tastaturen besser (Juno Stage oder JP-80) und bei Yamaha vielleicht die der Motif 7, das wars aber auch schon. Yamaha verbaut schon lange keine Tastaturen mehr wie beim DX7II, selbst beim SY99 war sie nicht so schön schwer.

    Die aktuellen 61er von Yamaha sind jedenfalls allesamt schlechter als eine TP/9S. Von den Tastaturen in den Nordleads rede ich erst garnicht ….

    Das mit dem „weil sie es können“ würde ich auch etwas relativieren. Studiologic/Fatar ist ein großer OEM-Hersteller und kann Masterkeyboards bauen, hat aber keine Kompetenzen bei Klangezeugungen. Daher suchte man sich dafür einen entsprechenden Partner, in diesem Fall Waldorf. Kunden aus diesem Bereich haben die ja genug, die sie fragen konnten :)

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      t.walter  AHU

      Danke für den Beitrag. Ich finde diese leicht gewichteten Tasten eben viel besser, ist halt alles eines Preis- und Geschmacksfrage.

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    AMAZONA Archiv

    Warum hat man nicht die Architektur des Largo genommen. Zwei Oscillatoren die die Wavetables können ( und natürlich die Standartwellenformen) und noch einen dritten oder Subosci.
    Zwei hätte auch genügt. Der Microwave z.B. hatte ja auch nur zwei. Wenn dann noch eine Option für eigene Wavetables implementiert wäre wäre das Ding perfekt. Einen Editor noch dazu und gut. Total Integration wie beim Virus wäre der Himmel auf Erden ein Wavetableeditor unbeschreiblich.

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    SINUS

    mal ehrlich, an alle leute die den ausprobiert haben:
    laut waldorf ist die klangerzeugung und die dsp sc hwächer als die des blofeld. Nun wird der gelbe im test mit dem virus und anderen teuereren synth, von der klangquali auf eine ähnliche stufe gestellt.
    Dem blofeld wurde damals ja eine schlechtere klangqualität (was analog simulation und druck angeht) bescheinigt.
    Klingt der sledge wirklich „besser“ als der blofi?

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    iltis30  

    Hmm, hab den Sledge hier in Hamburg im Musikgeschäft mal ausgiebig probegespielt. Die Knöpfe fassen sich grossartig an, das Ding sieht cool aus. Aber unterm Strich würde ich mein Nord Lead 2x dafür nicht hergeben. Da helfen auch die internen Durchschnittseffekte des Sledge nichts. Aber er hat mich inspiriert: ich hab gleich mal wieder ein paar Folgen von Sledge Hammer geschut … ((-;

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    Phill-Dodge

    Ich nutze seit jeweiliger Veröffendlichung den Largo und den Blofeld. Der Sledge ist eine sehr gute Ergänzung zu meinen Setup und macht einfach riesig Spaß zum schrauben. Alles ist groß und angenehm griffig gestaltet. Auch grobes anfassen steckt der locker weg. Einfach ein super Synthie.

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    joegedicke  

    Der Sledge macht erst einmal riesigen Spaß. Gerade bei der Erstellung von bissigen und analog klingenden Leadsounds bekommt man sehr schnell etwas gut Klingendes und Inspirierendes hin. Der Klang ist über jeden Zweifel erhaben. Das Gerät steht bei mir im Studio mit einem Motif XF6 und einem Tyros 4 und reiht sich klanglich sehr gut darin ein. Was gerade positiv auffällt ist die absolute Rauschfreiheit der Ausgangsstufe. Das habe ich schon viel schlechter hier gehabt (Kronos, oh ja, da rauscht es, zwar dezent, aber dennoch). Die Effekte sind von sehr guter Qualität, allerdings nicht sehr variabel. Dem kann man übrigens mit einem Zoom Gitarreneffektgerät hervorragend nachhelfen, wenn man das nicht innerhalb der DAW erledigen möchte. Die Tastatur spielt sich absolut perfekt, auch im Vergleich zur Motif-Tastatur. Sehr griffig und ansprechend. Das Gerät ist nicht billig, klingt aber verdammt gut und ist genial einfach bedienbar. Alle Drehpotis sind einwandfrei und vermitteln ein sehr wertiges Anfassgefühl. Das gab es schon viel schlechter bei viel teureren Geräten! Für Studiomusiker gibt es nur ein Fazit: Kaufen! Für Klangtüftler und Soundsucher bzw. Sammler gibt es andere Geräte und vor Allem PlugIns…

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    AMAZONA Archiv

    Am Sledge sieht man sehr gut, wie Synthesizer gewinnen können, wenn sie über mehrere Versionen konsequent weiterentwickelt werden, bis ein wirklich brauchbares Gerät herauskommt. Das hat auch nichts mit dem Bananenprinzip zu tun (Produkt reift beim Kunden), sondern ich denke, derart komplexe Entwicklungen brauchen einfach Zeit und Feedback, um ein wirklich hohes Entwicklungsniveau zu erreichen. Der Virus ist dafür auch ein gutes Beispiel. Meines Erachtens eine schlechte Angewohnheit vieler Hersteller, Geräte in einer ersten Version auf den Markt zu werfen und dann zum nächsten zu springen. Da wird viel Potential nicht ausgeschöpft. Beispiele, wo ich das wirklich bedauert habe, sind Blofeld und Accelerator.

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    AMAZONA Archiv

    Kann ich im Split/Dual-Modus über einen Midikanal zwei Sounds separat ansteuern? Es muss ja kein Multimedia sein aber wenigstens das wäre cool. Ich nutze seit Ewigkeiten den PPG-Vst für Plucksounds und wünsche mir endlich mal einen einfachen und bedienbaren WT-Synth. Das DIY-Maddox Rack ist mein Traum aber wer baut es, hat es oder will es bezahlen? :)

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      Tyrell  RED 1

      Die Antwortet lautet leider nein. Habs soeben auch noch im Minus-Kasten beim Test ergänzt. Der SLEDGE versteht keinen Multimodus, auch nicht wen es sich nur um zwei anspielbare Kanäle handeln würde im Layer-Mode. Man kann sich wirklich nur damit behelfen die Sounds auf der Tastatur im Split-Modus zu verteilen um dann auch über Midi zwei Sounds getrennt anspielen zu können. Echt ein Versäumnis :-(

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    Son of MooG  AHU

    Als Blofeld-User hat mich der Sledge abgesehen vom Bedienpanel nicht besonders gereizt. Ich stimme zwar grundsätzlich zu, dass Beschränktheit die Kreativität erhöhen kann, aber die Modulations-Matrix meines Blofeld möchte ich nicht mehr missen. Der ist übrigens auch schwarz und klingt für meine Ohren einen Tick besser (und ist als Modul zum MicroKorg-Preis zu haben).

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    OscSync  

    Ich hatte mal das Blofeld Keyboard und fand den Sound und die Synthesemöglichkeiten super, die Waldorftypische Matrixbedienung aber nur mittelmäßig inspirierend. Den Sledge habe ich mal im Laden länger angetestet und konnte mich gar nicht losreissen, so viel Spass macht das intuitive Bedienpanel; mit einer implementierten Modulationsmatrix wäre er perfekt. Aber auch so wäre wäre der Sledge ganz vorne auf meiner Liste, wenn ich gerade einen Hardwaresynth suchte!

  15. Profilbild
    OscSync  

    Nachtrag: bei meinem Blofeld war die MIDI-Synchronisation des Arpeggiators etwas wackelig. Gibt es Erfahrungen, ob das beim Sledge ähnlich ist?

  16. Profilbild
    superikone

    Hey, die beiden klingen ganz anders. Mit dem NL4 hast du viel mehr Möglichkeiten. Wenn es dein Haus- und Hof-Synth werden soll, dann spare lieber noch. LG

  17. Profilbild
    superikone

    Heyho. Ich habe immer noch nicht verstanden, ob ich meinen Sledge 1 (OS 1.5) auf das OS des Black upgraden kann… Help :-)

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