Test: Sugar Bytes Round-Up

Robotronic

Vocoder in Softwareform existieren nun beileibe nicht so viele wie Effekt-Plug-ins oder Synthesizer. Grundsätzlich gibt es an einen Vocoder auch nicht viele Anforderungen: die Sprachverständlichkeit sollte hoch, der Klang sämig und die Bedienung einfach sein. In diesen Punkten schlägt sich Robotronic wacker. Allerdings klingt er eher in Richtung Daft Punk als zum Beispiel nach Electric Light Orchestra. Der interne Synthesizer verfügt über vier Wellenformen – genug, um den klassischen Vocoderklang nachzuahmen.

Robotronic

Robotronic

Die Klangformungsmöglichkeiten bieten den Standard, können darüber hinaus mittels Formantshifting aber auch Stimmen herrlich zu Leibe rücken. Am Ende der Kette steht eine Multieffekteinheit mit Reverb, Delay, Phaser und einem Retroeffekt, bei dem es sich um eine Art Bitcrusher mit Overdrive handelt. Robotronic ist ein gelungener Spross der Gattung Vocoder. Dem Anwenderkommentar auf der Sugar Bytes Homepage, der ihn zum besten nativen Vocoder kürt, möchte ich nicht beipflichten. Klanglich wissen die beiden Native Instruments Versionen, einmal im Paket mit Reaktor, einmal Vokator, mehr zu gefallen. Zugegeben, beides nicht die selbe Preisklasse und mit Vokator obendrein ein Tool, das nicht annähernd so leicht im Zugang ist wie Robotronic. Lassen wir es daher bei „best sounding“ in seiner Preisklasse.

Vogue

Vogue wird als Channelstrip beworben, ist aber weitaus mehr als das. Wie schon bei Wow, erwartet einen kein sanfter Klangformer, sondern ein „mitten im Gesicht“ Sound. Neben den analogen Klassikern Gate, Vorverstärker, Kompressor und (dynamischer) EQ kommt eine Effektsektion zum Einsatz. Diese besteht aus einem in der Charakteristik umschaltbaren Filter, einer simplen Delay- und einer Reverbeinheit. Das Filter lässt sich via LFO oder Hüllkurvenfolger modulieren. Unter den Punkt „mitgedacht“ fällt die Option, das Filter bei Bedarf nur auf die Effektsektion wirken zu lassen. So können bestimmte Frequenzen gezielt von Delay und Hall ausgenommen werden. Häufiger Anwendungsfall: das Herausfiltern der Mulmtiefen und Mitten, die in Hall und Delay oft nur zu Klangschrott führen.

Vogue

Vogue

Kommen wir aber zu den Kernfunktionen des Kanalzugs. Das Gate macht seine Sache ok. Bei mir ist es eher deaktiviert. Die Preampsektion verfügt über das wohl kernigste Element: die Overdriveschaltung. Hier wird wirklich angenehm in die Sättigung gefahren, wobei schon alles vor der Zwölf-Uhr-Stellung den Klang dermaßen aufbläst, dass schnell zu viel des Guten ist. Ohne dass es explizit drauf steht, geht der Sound in Richtung Röhre und ist tendenziell analog. Aber auch hier gilt: Mit einem schlechten Mikro über einen billigen Preamp aufgenommener Soundmüll wird auch mit Vogues Overdrive nur aufgeblasener Soundmüll. Guter Analogsound entsteht am Anfang der Kette, nicht im Rechner. Bei Computer-internen Signalen ist die angebotene „Wärme“ allerdings oft ein Gewinn. Nur sollte man es bei den Leadstimmen belassen. Sonst gibt’s am Ende Obertonklangbrei.

Klangbeispiele
Forum
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    An dieser Stelle muss ich mal eine Lanze für den Service der Sugar Bytes Jungs brechen: 2 mal hab ich den über die Kontaktmöglichkeit ihrer Website in Anspruch nehmen müssen, zweimal bin ich rasch und erstklassig bedient worden.

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    AMAZONA Archiv

    Robotronic klingt einfach nur kratzig-digital. Gute Ideen und Features stecken ja drin, aber vom Sound her ist das eines der schlechteren Vocoder-Plug-ins. Der kostenlose TAL Vocoder (auch PC und Mac) klingt um Längen besser.

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    AMAZONA Archiv

    Harr, da hat sich jemand meine Vorschläge zu neuen Plug-In Rezensionen mal zu Herzen genommen und mal die anderen Sugar Bytes Plugs unter die Lupe genommen (nur consequence ist nicht dabei -.-)(jetzt bitte noch die Vemberaudio- und die FabFilter- Sachen und evtl. die Sachen von Soundhack unter die Lupe nehmen dann bin ich wunschlos glücklich)Weiter so!

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