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Test: Surfy Industries SurfyTrem Tremolo, Effektpedal

1. Juni 2021

Surfy Industries - feinster analoger Surf-Sound!

Surfy Industries SurfyTrem Tremolo

Surfy Industries SurfyTrem Tremolo

Der Tremolo-Effekt gehört zu den Pionieren der Effekte für die elektrische Gitarre, daran besteht wohl kein Zweifel. Kaum ein Gitarren-Amp der 50er- und 60er-Jahre wurde ohne ein Tremolo ausgeliefert, besonders die Amps von Fender besaßen ein Tremolo quasi als Standard in ihrer Grundausstattung und sind damit auf zahlreichen Aufnahmen jener Zeit zu hören. Später wurde es etwas ruhiger um den wabernden Sound: Chorus, Phaser, Flanger und Konsorten lösten das Tremolo immer mehr ab und verpassten ihm mehr oder minder ein Nischendasein im Repertoire von Surf-Gitarristen oder im Sound der Country-Szene.

Das hat sich aber seit geraumer Zeit geändert, viele von uns haben diesen durchaus charmant klingenden Effekt wiederentdeckt, vor allem Musiker aus dem Alternative-Bereich setzen den Tremolo-Effekt heute wieder vermehrt ein. Die schwedische Firma Surfy Industries präsentiert mit dem SurfyTrem Tremolo ein analoges Pedal, das zwei der legendärsten Tremolo-Sounds aus einem Hut zaubert: Das des Fender Brownface Showman und das kurze Zeit später verbaute Tremolo in den Blackface-Amps von Fender. Ob und wie es so schön wabert wie einst, werden wir im folgenden Artikel versuchen herauszufinden.

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SurfyTrem Tremolo – Facts & Features

In einer Pappschachtel mit aufklebbaren Gummifüßen erreicht das SurfyTrem Tremolo seinen neuen Besitzer. Eine Bedienungsanleitung gibt es nicht dazu, was bei der simplen Bedienung auch nicht wirklich nötig erscheint. Der Hersteller beschreibt aber auf seiner Website das SurfyTrem ausführlich, wer also mehr über die Hintergründe und die berühmten Vorbilder erfahren möchte, kann sich dort mehr als ausreichend informieren. Mit den Maßen von 60 x 110 x 50 mm und einem Gewicht von rund 200 g gehört das Pedal eher zu den zierlichen Vertretern seiner Art, dennoch muss man etwas mehr Platz auf dem Pedalboard einplanen, denn die Audio-Ein- und Ausgänge wurden an den Außenseiten des Gehäuses untergebracht. Der Netzstecker hingegen sitzt an der Stirnseite, ein Batteriebetrieb ist aber auch möglich, zum Einsetzen eines 9-Volt-Blocks müssen allerdings an der Unterseite vier Schrauben gelöst werden.

Brownface und Blackface

Die drei Bedienelemente auf der Oberseite, dazu zählen die Regler für „Intensity“, ein weiterer für „Speed“ sowie der Minischalter für die Auswahl zwischen den beiden Charakteristiken Brownface und Blackface, wurden leider nicht mit dem Gehäuse verschraubt. Das hat zur Folge, dass alle drei etwas wackelig erscheinen. Fragil würde ich es zwar nicht unbedingt nennen, bei einem Preis nahe der 200-Euro-Grenze für solch ein schlichtes Pedal würde man sich aber hier an diesen Stellen eine etwas solidere Verarbeitung wünschen. Ähnlich verhält es sich mit dem Metallschalter, der leider kein Softklicktyp ist, sondern mit einem lauten mechanischen Krachen die Fuhre in Bewegung setzt.

Oberhalb des Schalters dient eine rote LED zur Überwachung des Betriebszustands, durch zusätzliches Pulsieren weist das Lämpchen zudem darauf hin, wie schnell der Parameter „Speed“ aktuell eingestellt ist. Im Gegensatz zu den „Flutlichtern“ vieler Mitbewerber ist die Strahlkraft der LED angenehm dezent ausgefallen, sodass man auch in dunkler Umgebung die Stellung der Regler und des Schalters noch gut erkennen kann.

SurfyTrem Tremolo Regler & Schalter

Und so klingt das SurfyTrem Tremolo

Der Hersteller weist darauf hin, dass das SurfyTrem über keine True-Bypass-Funktion verfügt – man ist also von der verbauten analogen Schaltung überzeugt, dass die Signalqualität auch bei deaktiviertem Effekt in keiner Weise negativ beeinflusst wird. Und das ist korrekt, klangliche Einbußen sind nicht wahrzunehmen und das Pedal überrascht zunächst nach dem Einschalten mit einem wunderbar niedrigen Rauschspektrum. Die Unterschiede zwischen den beiden Modi Blackface und Brownface sind zwar nur marginal, aber sie sind da: So greift der Blackface-Modus beherzter zu, besitzt einen eher dunkleren, basslastigen Klangcharakter und bringt den Speaker im Amp damit wunderbar zum Pumpen. Der Brownface-Modus hingegen bringt ein deutlich schärferes Höhenbild und rotiert nicht ganz so tief und voluminös, bietet aber dennoch ein ähnlich charmantes Klangspektrum, das mit einer ausgesprochen guten Dynamik glänzt.

Die Bandbreite der Modulation reicht von sanften, schwebenden und Chorus-artigen Sounds bis hin zum psychedelischen „Sirren“ bei voll aufgeregeltem Speed-Poti, dabei bleibt der Charakter des angeschlossenen Instruments aber stets erhalten. Eine analoge Schaltung eben – hier wird nichts gewandelt und verbogen, sondern so ausgegeben, wie es reingekommen ist. Das Umschalten zwischen beiden Modi durch den Mini-Switch geschieht absolut geräuschlos, lediglich das Knacken des Metallschalters stört die Stille, die für ein analog aufgebautes Pedal wirklich erstaunlich ist und für die hohe Qualität der verwendeten Bauteile im Innern spricht. Ob das SurfyTrem nun exakt so klingt, wie die berühmten Vorbilder von Fender, sei mal dahingestellt. Tatsache ist aber, dass das Pedal einen faszinierenden Vintage-Charakter besitzt, der nicht nur Fans von Surf-Sounds zufriedenstellen dürfte.

SurfyTrem Tremolo – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele wurde das SurfyTrem in den Effektweg eines Mesa/Boogie Studio 22+ Combos eingeschleift. Vor dem Combo wurde ein AKG C3000 Mikrofon platziert, als Gitarre kam diese Harley Benton Telecaster zum Einsatz. Aufgenommen wurden die Tracks in Logic Audio ohne weitere Effekte.

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Fazit

Mit dem SurfyTrem Tremolo präsentiert die noch junge schwedische Firma Surfy Industries ein Tremolo-Pedal, das den kultigen Sound der Tremolo-Effekte der 50er- und 60er-Jahre in einem kompakten und einfach zu bedienenden Format verpackt. Der Klang kann absolut überzeugen, Abzüge in der Bewertung gibt es lediglich aufgrund der Bedienelemente, die nicht mit dem Gehäuse verschraubt wurden und von daher etwas fragil wirken.

Plus

  • Klang
  • zwei Modi
  • kompakt
  • einfache Bedienung

Minus

  • Bedienelemente nicht mit dem Gehäuse verschraubt

Preis

  • 175,- Euro
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Klangbeispiele
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