Robustes und wetterfestes WLAN für Musiker
Wer schon einmal ein digitales Mischpult per Tablet gesteuert hat, weiß, wie schnell ein wackeliges WLAN zur Geduldsprobe werden kann. Vor allem im Proberaum, auf der Bühne oder bei Veranstaltungen möchte man sich auf die Verbindung verlassen können, ohne ständig auf das Funknetz achten zu müssen. Der Swissonic Professional Access Point richtet sich genau an solche Anwendungen und kombiniert ein wetterfestes Gehäuse, PoE-Stromversorgung und Wi-Fi 6 in einem recht kompakten Gerät. Im Test musste er zeigen, ob er nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Bandalltag mit mehreren mobilen Geräten überzeugen kann.
Was ist es? Swissonic Professional Access Point, wetterfester Wi-Fi-6-Access-Point für Proberaum, Bühne, Installation und Outdoor-Anwendungen.
- Praxis: Im Bandbetrieb mit digitalem Mischpult blieb die Verbindung stabil.
- Ausstattung: Wi-Fi 6, Dualband-Betrieb, PoE und IP67-Gehäuse.
- Montage: Wandmontage ist vorbereitet, für Pfosten oder Traversen braucht es Zubehör.
- Einsatz: Besonders geeignet für Proberäume, Live-Bühnen, feste Installationen und Outdoor-Veranstaltungen.
- Preis: Für 149,- Euro bietet der Access Point viel Praxisnutzen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Access Point?
Ein Access Point ist ein Gerät, das ein vorhandenes kabelgebundenes Netzwerk per WLAN zugänglich macht. Vereinfacht gesagt wird der Access Point über ein Netzwerkkabel mit einem Router oder Switch verbunden und stellt anschließend ein Funknetz bereit, mit dem sich Smartphones, Tablets, Laptops oder andere WLAN-Geräte verbinden können. Er ersetzt also nicht zwangsläufig den Router, sondern erweitert das Netzwerk um eine drahtlose Verbindung.
Im Bereich der Live-Musik kann ein Access Point beispielsweise dafür sorgen, dass Tablets oder Smartphones zuverlässig mit einem digitalen Mischpult verbunden bleiben. Auch bei Installationen, Proberäumen, Live-Bühnen oder Outdoor-Veranstaltungen ist das hilfreich, weil man das WLAN unkompliziert dort platzieren kann, wo es tatsächlich gebraucht wird. Im Unterschied zu einem einfachen Heimrouter ist ein Access Point oft stärker auf Montage, Reichweite und dauerhaften Betrieb ausgelegt.
Der Swissonic Professional Access Point geht dabei noch einen Schritt weiter, da er wetterfest gebaut ist, über PoE versorgt wird und sich dadurch auch an Orten einsetzen lässt, an denen ein normaler Router schnell an seine Grenzen kommt.
Der Swissonic Professional Access Point im Detail
Erster Eindruck
Der Swissonic Professional Access Point ist kein typischer Router für den Schreibtisch, sondern ein Gerät, das vor allem für den Außeneinsatz gebaut wurde. Dementsprechend macht das Gehäuse einen robusten Eindruck und passt damit auch gut zu Proberäumen, Bühnen, festen Installationen oder generell zu Outdoor- und Indoor-Veranstaltungen aller Art. Das Gerät ist nach IP67 geschützt, wodurch das Gehäuse staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt ist.
Abmessungen, Gewicht und Antennen
Ohne Antennen misst der Swissonic Professional Access Point nur 170 × 204 × 50 mm, mit montierten Antennen 656 × 516 × 50 mm. Das Gewicht liegt gerade einmal bei 550 g, wodurch das Gerät angenehm handlich bleibt. Der Swissonic Professional Access Point besitzt sechs abnehmbare Antennen, von denen drei im 2,4-GHz-Bereich und drei im 5-GHz-Bereich arbeiten.
Stromversorgung
Das Gerät besitzt auf der Unterseite einen WAN- beziehungsweise LAN-Port als RJ45-Buchse, der hinter einer wasserdichten Abdeckung sitzt und sowohl der Netzwerkverbindung als auch der Stromversorgung über PoE dient. Die Schnittstelle arbeitet mit bis zu 1.000 Mbit pro Sekunde, weitere Netzwerkbuchsen gibt es nicht. Wer mehrere kabelgebundene Geräte anschließen möchte, braucht also zusätzlich einen Switch oder einen passenden Router. Die Stromversorgung über Power over Ethernet ist allerdings sehr praktisch, da kein zusätzliches Netzteil erforderlich ist.
Montage
Der Swissonic Professional Access Point lässt sich beispielsweise an einer Wand, an einem Pfosten oder an einer Traverse montieren. Für die Wandmontage liegen Halterung, Montageplatte und Schrauben bei. Für Pfosten oder Traversen werden zusätzliche Rohrklemmen beziehungsweise Schellen benötigt.
Wichtig für den Außeneinsatz ist die sauber montierte RJ45-Abdeckung, denn erst wenn Kabel, Dichtung und Abdeckung in der richtigen Reihenfolge festsitzen, ist der Anschluss wirklich gegen Feuchtigkeit geschützt. Hinzu kommt ein integrierter Erdungsanschluss, der bei dauerhafter Außenmontage fachgerecht genutzt werden sollte.
Bedienung des Geräts
Am Gerät selbst gibt es eine Taste mit Doppelfunktion: Wird die Taste eine Sekunde lang gedrückt, lässt sich der Swissonic Professional Access Point mit einem Mesh-Netzwerk koppeln. Wird sie sechs Sekunden lang gedrückt, wird er auf seine Werkseinstellungen zurückgesetzt. Eine Status-LED zeigt außerdem den aktuellen Verbindungszustand an.
Technisches zum Access Point
WLAN
Der Access Point von Swissonic arbeitet als Dualband-Gerät im 2,4-GHz- und 5-GHz-Bereich und unterstützt unter anderem Wi-Fi 6. Damit kann der Swissonic Professional Access Point sowohl mit älteren Geräten als auch mit aktuellen Smartphones, Tablets und Laptops genutzt werden. Die maximale Datenrate wird mit bis zu 574 Mbit pro Sekunde im Bereich von 2,4 GHz und bis zu 2.401 Mbit pro Sekunde im Bereich von 5 GHz angegeben. Die Reichweite wird mit bis zu 1.000 m im freien Sichtfeld angegeben, was natürlich ein Idealwert ist. In der Praxis können Wände, Metall, Menschenmengen oder andere Funkstrecken die Reichweite deutlich verkürzen.
Betriebsarten
Das Gerät bietet mehrere Betriebsarten: AP-Modus, Repeater-Modus, Mesh-Router-Modus, Mesh-AP-Modus und Mesh-Extender-Modus. Im AP-Modus wird der Swissonic Professional Access Point per Kabel mit einem vorhandenen Netzwerk verbunden und stellt ein eigenes WLAN bereit. Im Repeater-Modus erweitert er ein vorhandenes WLAN-Signal. Die Mesh-Modi sind interessant, wenn mehrere Geräte gemeinsam eine größere Funkabdeckung schaffen sollen.
Praktisch sind auch die Funktionen Smart DHCP Services und Dual Frequency: Smart DHCP kann IP-Adressen vergeben und erkennt, ob bereits ein anderer DHCP-Server aktiv ist. Dual Frequency erlaubt es, 2,4 GHz und 5 GHz entweder mit einem gemeinsamen WLAN-Namen oder getrennt voneinander zu betreiben.
Praxistest
Einsatz bei einer Bandprobe
Im Praxistest habe ich den Swissonic Professional Access Point zusammen mit dem Swissonic Professional Router 2 MKIII genutzt. Diese Kombination gibt es bei Thomann auch als Bundle zu kaufen. In meinem Praxisszenario ging es um eine typische Situation aus dem Bandalltag: Alle Musiker sollten sich per Smartphone oder Tablet mit unserer Behringer WING verbinden, um ihr In-Ear-Monitoring steuern zu können.
Verbindung
Die Einrichtung des Geräts war schnell erledigt. Nach der Konfiguration stand das WLAN zur Verfügung und die Smartphones und Tablets konnten sich ohne Probleme verbinden. Auch während der Probe lief die Bedienung der Monitoring-App durchgehend stabil und jeder konnte seinen eigenen Mix anpassen, ohne dass es zu Abbrüchen oder längeren Wartezeiten kam. Für solche Anwendungen ist genau das entscheidend.
Reichweite im Alltag
Die Probe fand zwar in einem Raum statt, trotzdem habe ich die Reichweite zusätzlich ausprobiert. Mit dem Smartphone bin ich in andere Räume gegangen und auch nach draußen. Die Verbindung zur Monitoring-App blieb dabei durchgehend stabil, auch wenn ich mich vom eigentlichen Proberaum entfernt habe. Natürlich hängt das Ergebnis immer von Wänden, Türen, Funkbelastung und der jeweiligen Umgebung ab. In meinem Test gab es aber keinen Grund zur Kritik und für den Einsatz bei einer Bandprobe mit mehreren mobilen Geräten war die Leistung absolut ausreichend.
Eindruck zur Verarbeitung
Auch haptisch macht der Swissonic Professional Access Point einen guten Eindruck. Auf mich wirkt das Gehäuse robust, die Antennen sitzen ordentlich und die wetterfeste Bauweise inklusive solider Gummiringe für die Antennen und den Netzwerkkabelanschluss passt zum vorgesehenen Einsatz. Man merkt dem Gerät an, dass es nicht nur für den Innenraum gedacht ist. Ich hätte keine Bedenken, den Swissonic Professional Access Point dauerhaft draußen zu montieren, sofern die Verkabelung sauber ausgeführt ist und der Montageort sinnvoll gewählt wird.
Mögliche Anwendungsbereiche
Proberäume und Bandbetrieb
Im Proberaum kann der Swissonic Professional Access Point überall dort sinnvoll sein, wo mehrere Musiker gleichzeitig mit einem digitalen Mischpult oder anderen Netzwerkgeräten verbunden sein sollen. Gerade bei einer Steuerung über ein Tablet oder Smartphone ist ein stabiles WLAN wichtiger, als man denkt.
Live-Betrieb
Auch für den Einsatz auf der Bühne ist der Swissonic Professional Access Point interessant, denn neben digitalen Mischpulten arbeiten auch immer mehr Bereiche einer Live-Produktion über Netzwerkverbindungen. Wenn das WLAN nicht vom Router im Rack irgendwo am Rand des Geschehens kommen soll, lässt sich der Swissonic Professional Access Point besser und flexibler positionieren. Durch PoE reicht dafür auch ein Netzwerkkabel.
Outdoor-Veranstaltungen
Durch die Schutzart IP67 bietet sich der Swissonic Professional Access Point ganz besonders für Außenbereiche an, wie beispielsweise bei Open-Air-Veranstaltungen, Stadtfesten, Vereinsfeiern oder temporären Bühnen, an denen er dort montiert werden kann, wo das WLAN gebraucht wird. Voraussetzung ist natürlich, dass auch die Verkabelung wettergerecht ausgeführt wird und die wasserdichte RJ45-Abdeckung korrekt sitzt.
Feste Installationen
Auch für feste Installationen in Schulen, Gemeindehäusern oder Kulturzentren ist der Swissonic Professional Access Point eine naheliegende Lösung, denn er kann dauerhaft an Wand, Pfosten oder Traverse montiert werden und versorgt dann einen bestimmten Bereich mit WLAN. Auch hier ist die Stromversorgung über PoE besonders praktisch, weil am Montageort keine separate Steckdose benötigt wird.
Erweiterung bestehender Netzwerke
Das Gerät kann nicht nur ein eigenes WLAN bereitstellen, sondern auch vorhandene Netzwerke erweitern. Je nach Betriebsart lässt es sich also auch als klassischer Access Point, Repeater oder als Teil eines Mesh-Netzwerks nutzen. Daher eignet es sich generell für alle Situationen, in denen ein vorhandenes WLAN nicht weit genug reicht oder an bestimmten Stellen stabiler sein soll.








































Es ist bezeichnend, dass der Inhalt des Tests sich im wesentlichen auf „der Accesspoint macht zuverlässiges WLAN und darf dabei auch nass werden!“ beschränkt. Zuverlässiges WLAN zu machen ist genau das, wofür so ein Gerät da ist. Und wenn die passende Konfiguration einmal erstellt ist, Muss man die nie mehr wieder anfassen: Montieren, einschalten, läuft.
@Klaus B. Richtig. Mein Swissonic Router im Rack wurde auch seit vielen Jahren nur eingeschaltet und ansonsten vergessen.
Erhrlich, einen stink normalen Router nur weil er aus der Thomann’schen Swissonic Vertriebsschiene kommt? und dann ohne Test der Outdoorqualität, was ja das einzige Merkmal ist, dass ggf interessant ist?
@DasIch&DerEr Hi,
wie möchtest du die Outdoor-Qualität denn über das, was der Autor beschrieben hat, hinaus testen?
Die Testprodukte gehören uns nicht und sind Eigentum des Herstellers/Vertriebs/Thomann. Wir können den Router jetzt nicht in einem Wassereimer versenken, bei Regen draußen im Garten liegen lassen oder bei 40°C in der Sonne auf der Terrasse. Die Autoren sind angehalten, pfleglich mit den Produkten umzugehen.
Wir schauen also, ob bestimmte Punkte wie Spritzwasserschutz oder gar Wasserdichtheit durch Vergabe von Schutzklassen wie IP67 dokumentiert sind, Versiegelungen vorhanden sind und so weiter.
Ansonsten testen wir die Funktionalität, die Ausstattung und so weiter. Da Router im Bereich der Veranstaltungstechnik und Festinstallationen täglich im Einsatz sind und es für diesen Einsatzzweck spezialisierte Geräte gibt (z. B. auch im 19″ Format), testen wir diese selbstverständlich auch. Du könntest natürlich auch eine Fritz!Box dafür nutzen – geht auch (hatte ich selbst bis zum Kauf eines 19″ Swissonic Routers im Einsatz).
@Markus Galla Genau. Was man bei diesem (oder einem technisch vergleichbaren) Gerät bezahlt, ist nicht so sehr der WiFi-Funktionsumfang … das kann jede Fritzbox und jeder in einen Mini-Digimixer ala XR18 eingebaute Accesspoint eigentlich genauso.
Man kauft hier die Robustheit, die ab Werk vorgesehenen Montageoptionen, die Wetterfestigkeit, die PoE-Versorgung sprich einfache und trotzdem robuste Verkabelung, die UV-Beständigkeit(!). WiFi gibt’s nebenbei dazu.
Was man aber im Betrieb nicht übersehen sollte: Wenn das Ding tatsächlich im Freien hängt, sollte man die PoE-Versorgung nicht abstellen, damit die Bauteile um vorgesehenen Temperaturbereich bleiben. Ein extremer Kaltstart eines tiefgefrorenen APs kann zu Problemen mit Kondenswasser, Temperaturspannungsrissen etc. führen. APs, die ausdrücklich fürs Freie vorgesehen sind, sind aber da meistens doch recht robust.
Dei dem Preis kann ich mir sogar vorstellen, dass Gerät mal selbst zu testen und bei Nichtgefallen innerhalb von 30 Tagen eine Rücksendung zu veranlassen.😃👍
Da stellt sich der Hersteller sehr kulant an!
@CDRowell Schlussendlich bezahlen die „dummen“ Kunden die es kaufen für deinen „kulanten Service“ und nicht der Hersteller.
@masterBlasterFX Ja, wie bei jeder App z. B. der Discounter, Tankstellen, mit Zwei Cent Rabatt pro Liter, die Mitmachenden erhalten „tolle“ Preisnachlässe! Oder beim Punktesammeln, wie „Payback“, bei der eigenen Gesundheitskasse und und und…😬
Da fallen wir alle auf die Schnauze, weil ein Geschäftsmodel nur über das Geschäfte machen funktioniert. Soweit nicht ungewöhnlich oder?😱
@CDRowell Deine Beispiele haben keinen Bezug auf meinen angesprochenen Punkt, oder ich verstehs nicht.
Nicht ungewöhnlich ist, dass das eigene Verhalten rechtfertigt wird.
Ich finde, für den Preis ist er eine Überlegung wert, wenn man outdoor einen Access Point braucht.
Würde ich ihn nutzen? Nein, denn ich habe Ubiquiti als Standard im Netz.
Aber das ist eine andere Preisklasse und auch ein anderer Funktionsumfang, den sicher nicht jeder braucht und bezahlen will.
Somit alles gut.
P.S.
Wenn ich Netzwerk Komponenten auswähle habe ich andere Kriterien die ich nicht hier bei Amazona besprochen erwarte. Geht es hier nicht um eine schnelle einfache und gute Lösung für den Musiker, der selten ein Netzwerk Spezialist ist, oded sein will, oder?
@TomH Da bin ich voll bei Dir… Ein Netzwerk ist eben nicht nur ein Netzwerk… Und die Kostenprofile ergeben sich dann doch über Funktionsvielfalt und ggf. benötigte Konfigurationsmöglichkeiten.👍