Zweikanaliges Amp-in-a-box-Pedal mit echter Röhre
Mit dem T-Rex Twinblaze bringt der dänische Hersteller ein zweikanaliges Amp-in-a-box-Pedal mit echter Röhre auf den Markt – für authentische 80s-Rock-Sounds direkt vom Pedalboard, mit Speaker-Sim, Boost und edlem Design.
- Zwei Kanäle: Crunch- und Lead-Modus mit identischer Ausstattung für Rhythmus und Solo.
- Volle Kontrolle: 3-Band-EQ, Presence, Gain, Level und Boost pro Kanal – wie am Amp.
- Röhrensound & Design: Edles Gehäuse mit leuchtender 12AX7A-Röhre und beleuchteten Reglern.
- Live- und Studio-tauglich: Speaker-Sim-Ausgang für Amp-freie Setups, inkl. Netzteil.
Inhaltsverzeichnis
Die ersten 5 Minuten
Gerade haben wir das Fuzztopia getestet, schon steht mit dem nächsten neuen Vertreter von T-Rex das nächste Pedal in den Startlöchern: das Twinblaze. Dabei handelt es sich um ein zweikanaliges Amp-in-a-box-Pedal mit integrierter Röhre, das die klassischen Rock-Sounds der 80er-Jahre aufleben lassen soll. Auch dieses Pedal hat – im Vergleich zum Design älterer T-Rex-Effekte – ein deutliches Facelift erhalten. Mit knapp 300,- Euro liegt es preislich im Mittelfeld und richtet sich gleichermaßen an ambitionierte Hobbymusiker und Profis. Das schauen wir uns doch gerne etwas genauer an!
Lieferumfang & erster Eindruck
Das T-Rex Twinblaze kommt – aufgrund seines erhöhten Stromhungers – inklusive Netzteil, was definitiv ein willkommenes Feature ist. Ansonsten bleibt der Lieferumfang dezent: Neben einem Kurzhandbuch ist der Karton leer. Was als Erstes ins Auge sticht, ist das edle Design des Pedals mit der prominent platzierten Röhre hinter Plexiglas. Auffällig ist zudem der kompakte Formfaktor – besonders angesichts der vielen Regler und Fußschalter. Das dürfte Besitzer dichter Pedalboards freuen. Wie üblich bei T-Rex hinterlässt auch das Twinblaze in Sachen Haptik und Verarbeitungsqualität auf den ersten Blick einen hervorragenden Eindruck!
Line Check
Feuert man das Pedal an, bekommt der Ästhet in mir direkt gute Laune, denn sobald man das Pedal einschaltet, schlägt das Ästhetenherz höher: Die beleuchtete, spürbar warm werdende Röhre und die hintergrundbeleuchteten Beschriftungen machen richtig was her. Der Line-Check im Frontend eines Fractal FM9 zeigt: Das Twinblaze hat einiges zu bieten – besonders, wie unterschiedlich die beiden Modi Crunch und Lead agieren, wenn alle Regler in 12-Uhr-Stellung stehen. Am Anfang des ersten Klangbeispiels ist das Bypass-Signal zu hören.
T-Rex Twinblaze – die Facts
Das Twinblaze von T-Rex ist ein zweikanaliges Overdrive-/Distortion-Pedal mit echter 12AX7A-Vorstufenröhre. Es soll den klassischen Rock-Sound der 1980er-Jahre und den Charakter echter Röhrenverstärker auf das Pedalboard bringen. Die beiden identisch aufgebauten Kanäle bieten per Kippschalter zwei Gain-Stufen, sodass man mühelos zwischen Low-Gain-Overdrive und gesättigtem High-Gain-Sound wechseln oder zwei völlig unterschiedliche Grundsounds für Rhythmus und Solo abrufen kann – inklusive zusätzlichem Boost.
Beim Design hat sich T-Rex sichtlich Mühe gegeben: Das Pedal im edlen grünen Metallgehäuse ist angenehm leicht und mit seinen Maßen von 19 × 12 × 7 cm kompakter als zunächst vermutet. Besonders ins Auge fällt die sanft leuchtende Röhre zwischen den beiden Fußschaltern – ein visuelles Highlight.
Insgesamt 13 Regler stehen zur Verfügung: Pro Kanal jeweils Gain, Bass, Middle, Treble, Presence und Level, ergänzt um einen gemeinsamen Boost-Regler. Zwischen Crunch- und Lead-Modus schaltet man per Kippschalter um. Die Reglerbeschriftungen sind hintergrundbeleuchtet – im Crunch-Modus grün, im Lead-Modus orange. Diese Ausstattung erinnert eher an vollwertige Verstärker wie den JCM800 oder Mesa/Boogie – auf Letztere nimmt T-Rex auch Bezug (wenn auch fälschlich mit dem nichtexistierenden „JCM45“).
Ergänzt wird das Ganze durch einen kräftigen 20-dB-Clean-Boost, der das Signal anhebt, ohne die Verzerrungsstruktur zu beeinflussen. Dieser Boost ist kanalübergreifend und wird über einen separaten Regler bedient.
Auch anschlussseitig ist das Twinblaze flexibel: Neben dem normalen Ausgang zum Amp gibt es einen zusätzlichen Ausgang mit integrierter Speaker-Simulation – ideal zum direkten Spielen ins Audiointerface, Mischpult oder PA-System. Damit empfiehlt sich das Pedal als letzter Baustein auf dem Board – selbst in verstärkerlosen Setups. Das Twinblaze wird in Dänemark von Hand gefertigt und kommt inklusive 12-V-Netzteil.
Die Facts auf einen Blick
- Distortion
- Crunch- und Lead-Modus pro Kanal
- British-Clean bis High-Gain
- 20 dB Clean-Boost ohne Klangveränderung
- Regler: Gain, Bass, Middle, Treble, Presence, Level, Boost
- Drucktasten: Channel A, Channel B, Boost
- Schalter: Crunch, Lead
- LED: Effekt an
- Fußschalter: Effekt-Bypass
- Eingang: 6,3 mm Klinke
- Ausgang: 6,3 mm Klinke
- Speaker Sim: 6,3 mm Klinke
- Netzadapteranschluss: Hohlstecker Buchse 5,5 x 2,1 mm, Minuspol innen
- Stromaufnahme: 500 mA
- Stromversorgung mit einem 12 V DC Netzadapter (im Lieferumfang enthalten)
- Abmessungen: 19 x 12 x 7 cm (B x T x H)
- Gewicht: 800 g
- handmade in Denmark
Das Twinblaze in der Praxis
Eines ist klar: Einen Zerrer dieser Größe muss man sich platzmäßig auf dem Pedalboard leisten können – besonders, wenn man ihn als Erweiterung des vorhandenen Overdrive-/Distortion-Arsenals einsetzen möchte. Denn auch wenn das Twinblaze für seinen Funktionsumfang mit zwei Kanälen durchaus kompakt ist, bleibt es insgesamt ein recht ausladendes Pedal. Entscheidet man sich dennoch dafür, empfiehlt es sich, das Twinblaze als letztes Drive-Pedal in der Signalkette zu platzieren – etwa um einen alternativen Grundsound zum eigenen Amp zu erzeugen, der wiederum als Basis für weitere Drive- und Boost-Pedale dienen kann.
Ebenso gut – wenn nicht sogar besser – eignet sich das Twinblaze als alleiniger Zerrer im Setup. So lässt sich aus einem kleinen, cleanen Combo-Verstärker im Handumdrehen eine vierkanalige Rockmaschine machen. In dieser Disziplin bietet das Pedal alles, was man sich wünschen kann: Die üppige Klangregelung mit 3-Band-EQ plus Presence-Regler pro Kanal erlaubt tiefe Eingriffe in den Sound. Und der kräftige Boost macht jedes Solo hörbar – egal, wie laut die Band spielt.
Man kann aber auch vollständig auf einen Verstärker verzichten. Dank des integrierten Speaker-Sim-Ausgangs eignet sich das Twinblaze hervorragend als Verstärkerersatz. Die Klangregelung ist deutlich tiefgreifender als bei Lösungen wie dem Strymon Iridium und als echter Zweikanaler ist das Pedal für nahezu jede Anwendung gewappnet. Besonders praktisch: Beide Kanäle können im gleichen Modus betrieben werden, was die Flexibilität nochmals erhöht – etwa, um zwei Varianten desselben Grundsounds zu realisieren.
Der Sound
Wie das klingt, hört ihr in den Klangbeispielen. Insgesamt liefert das Twinblaze vor einem cleanen Amp im Crunch-Modus einen warmen Grundcharakter, der zugleich genug Gain-Reserven für kraftvolle Rhythmus-Sounds und bluesige Licks bietet. Der Lead-Modus setzt da an, wo der Crunch-Modus aufhört und erweitert das Gain-Spektrum organisch nach oben. Der Boost fügt sich klanglich gut ein – in Beispiel 6 wird er nach einigen Sekunden aktiviert.
„Organisch“ ist ohnehin das passende Stichwort, denn so klingen die Sounds: warm, offen, durchsetzungsfähig. Ob dieser Eindruck tatsächlich der 12AX7A-Röhre zu verdanken ist, lässt sich kaum überprüfen – entscheidend ist letztlich der Klang. Und der überzeugt. Dank der flexiblen Klangregelung sollte sich das Pedal mit nahezu jedem Verstärker gut kombinieren lassen.
Auch der Speaker-Sim-Ausgang liefert akzeptable Ergebnisse – eine brauchbare Alternative, wenn gerade kein Amp zur Hand ist.
Signalkette: Fender American Ultra Strat → T-Rex Twinblaze → Fractal FM9 → RME Fireface 802 → Ableton Live 12.
Alle Klangbeispiele sind unbearbeitet.

































