Großer Sound fürs kleine Geld
Die Takamine GY11MENS ist eine Akustikgitarre mit eingebautem Tonabnehmersystem, mit der Takamine die beliebte „All Mahogany“-Reihe um die kleinere Korpusgröße New Yorker ergänzt. Wie sich die Gitarre in unserem Praxistest schlägt und wie sie klingt, erfahrt ihr hier!
Inhaltsverzeichnis
Takamine GY11MENS – Unboxing der Akustikgitarre
Als ich den Karton für meinen nächsten Gitarrentest öffne, weiß ich noch nicht, was mich genau erwartet. Einzig die Aufschrift Takamine lässt mich vermuten, dass es sich um eine Akustikgitarre handeln wird. Und Bingo, in einem weiteren Karton mit einiger Polsterung verbirgt sich meine kleine Überraschung die Takamine GY11MENS.
Was mir direkt als erstes Auffällt, noch bevor ich die Gitarre von ihrer Polsterfolie befreit habe, ist die angenehm kleine Korpusform mit recht schmalen Schultern, die sich später als sogenannte „New Yorker“-Korpusform erweist. Optisch setzt die Gitarre auf Bescheidenheit und besitzt auf eine Schallloch-Rosette mit konzentrischen Kreisen in Schwarz-Weiß und einen Natur-Look. Auch das Binding, das die Ränder des Korpus verziert, ist in Schwarz-Weiß gehalten. Simpel und effektiv, wie ich als Fan von dezenten Looks finde!
Als nächstes folgt ein kleiner Anspieltest, bei dem ich nicht schlecht staune: Getäuscht von der kleinen Korpusform, hätte ich erst einmal nicht erwartet, dass die Gitarre im Strumming so Gas gibt. Sie kann definitiv gut laut, wenn man will! Auch der Hals macht beim ersten Anspielen einen wirklich guten Eindruck und fühlt sich direkt vertraut an.
In puncto Verarbeitung kann ich ebenfalls ein Lob aussprechen. Die Bundkanten sind sauber und glatt gearbeitet, sodass sich beim Entlangfahren am Gitarrenhals mit der Handfläche keine störenden Kanten bemerkbar machen. Auch beim Abrichten der Bünde wurde gute Arbeit geleistet, alle Töne der sechs Saiten klingen in den 20 Bünden einwandfrei und ohne zu schnarren. Dieser gute erste Eindruck setzt sich auch bei den Mechaniken fort, die fest und ohne Spiel angebracht sind und butterweich laufen. Zuletzt ist auch das Tonabnehmersystem fest und ohne Spiel eingesetzt und wirkt wertig.
Insgesamt macht die Gitarre einen tollen ersten Eindruck! Werfen wir nun einmal einen Blick auf die Fakten zum Instrument.
Facts & Specs zur Takamine GY11MENS
Die Takamine GY11MENS besitzt eine New-Yorker-Korpusform mit Boden und Zargen aus Sapele. Die Gitarre kommt im Natural-Satin-Finsh daher und besitzt eine Mensur von 644 mm. Auf der Decke, die ebenfalls aus Sapele gefertigt ist, befindet sich der Pin-Steg aus indischem Lorbeer. Der Mahagoni-Hals mit Griffbrett aus indischem Loorbeer hat 20 Bünde und eine Sattelbreite von 42,5 mm. Schließlich sorgen sechs Chrome-Mechaniken für die nötige Stimmstabilität.
Zur Verstärkung ist das Takamine TP-4T Tonabnehmersystem verbaut, das über einen 3-Band-EQ zur Klangregelung und ein integriertes Stimmgerät verfügt. Der Klinkeneingang der Akustikgitarre ist in den hinteren Gurtpin integriert.
Im Lieferumfang ist neben der Gitarre selbst noch ein Inbus-Schlüssel zur Einstellung des Halsstabs enthalten. Die UVP für die Takamine GY11MENS liegt bei 429,- Euro, im Handel ist sie derzeit allerdings für 349,- Euro erhältlich.
Praxistest: Bespielbarkeit und Werkseinstellung der Akustikgitarre
Weiter geht es für die Takamine GY11MENS mit dem Praxistest: Auch nach einer ausgiebigen Spielprobe und der Aufnahme der Klangbeispiele fühlt sich die Gitarre absolut bequem an. Die kleinere New-Yorker-Korpusform ist für mich sehr angenehm, da mein rechter Arm hier ohne Probleme auch bei längeren Strumming-Parts aufliegen kann, ohne dass die Korpuskante unangenehm einschneidet, wie es bei manchen größeren Korpusformen der Fall ist.

Die Takamine GY11MENS verfügt über ein schlichtes Kopfdesign mit Chrome-Mechaniken und ein Griffbrett aus Indian Laurel
Auch der Hals lässt sich wunderbar spielen und die etwas schmalere Sattelbreite von 42,5 mm kommt mir bei den Openchords auf eine angenehme Weise zugute. Ab Werk kommt mein Testinstrument mit einem gut eingestellten Hals und einer angenehmen Saitenlage, die zum Spielen einlädt. Für alle, die es genau wissen wollen, habe natürlich einmal nachgemessen: Die tiefe E-Saite misst am 12. Bund 2,5 mm Abstand, die hohe E-Saite 2 mm. Für eine Akustikgitarre also alles genau so, wie es sein sollte. So sind auch Barré-Akkorde in den hohen und tiefen Lagen möglich, ohne dass es schmerzhaft wird.
Ebenfalls wichtig für das Handling ist natürlich die Stimmstabilität. Hier leisten die sechs Chrome-Mechaniken einen ausgezeichneten Job und halten die Gitarre immer in Stimmung, egal ob ich mit hartem Strumming oder bluesigen Bendings versuche, die Gitarre aus der Stimmung zu bringen. Einen Pluspunkt im Handling gibt es von mir für die Positionierung und das Vorhandensein des vorderen Gurtpins. Dieser ist am Ende des Halses angebracht und stört mich so nicht beim Spielen. Generell freue ich mich, dass man hier auf einen zweiten Gurtpin setzt, da mich das befestigen des Gurtes am Kopfende beim Spielen in meiner Bewegungsfreiheit einschränkt. Hier hat man meiner Meinung nach alles richtig gemacht!
Die Sounds der Takamine GY11MENS im Praxistest
Kommen wir nun zur wichtigsten Frage in unserem Akustikgitarrentest: Wie klingt die Takamine GY11MENS? Zunächst teste ich die Gitarre vor dem Mikrofon, genauer gesagt verwende ich hierfür zwei Austrian Audio CC8 in X/Y-Konfiguration in einem Abstand von ca. 25 cm, die auf den Übergang zwischen Hals und Korpus ausgerichtet sind.
Beim Spielen mit dem Plektrum macht die Gitarre eine gute Figur und liefert einen runden und eher warmen Gesamtsound. Der Mittenbereich ist leicht überbetont, während die Ränder des Frequenzspektrums leicht abgesenkt erscheinen. Insgesamt aber ein ziemlich stimmiger Sound, der sich beispielsweise zur Begleitung von von Xtimmen gut eignet, da er im Bassbereich nicht zu aufdringlich wird und in den Höhen Platz für die Sprachverständlichkeit der Stimme lässt. Beim Spielen von Dezimen mit dem Plektrum macht sich außerdem die direkte Ansprache bemerkbar, die für knackige Rhythmus-Parts und die nötige Durchsetzungskraft sorgt.
Schauen wir uns nun also einmal an, wie die Takamine GY11MENS beim Finger-Picking reagiert. Beim Spielen von Open-Voicings in Kombination mit dem Finger-Picking macht sich der Bassbereich bemerkbar, der für meinen Geschmack noch etwas definierter ausfallen könnte, um Läufe im Bass noch etwas klarer erkennbar zu machen. Beim Spielen von Dezimen trägt aber gerade der softere Bassbereich zu einem angenehm weichen und ausgewogenen Gesamtsound bei, der mir ziemlich gut gefällt. Auch in puncto Saitentrennung macht die Gitarre eine gute Figur, sodass auch bei engen Voicings die einzelnen Stimmen problemlos erkennbar sind.
Im nächsten Teil des Soundtests schauen wir einmal, wie die Akustikgitarre auf verschieden starke Plektren reagiert. Hierzu spiele ich den gleichen kurzen Strumming-Part mit drei unterschiedlichen Plektren in den Stärke 0,60 mm, 0.73 mm und 0,88 mm. Bemerkbar macht sich hier vor allem, wie sich die Präsenz und die Definition im Bassbereich verändern. Mein Favorit ist hier eindeutig das Plektrum mit der Stärke von 0,73 mm, da es den Bassbereich leicht hervorhebt jedoch im Gegensatz zum 0,88 mm Plektrum definierter klingen lässt. Beim Finger-Picking mit Slaps oder anderen perkussiven Elementen macht die Takamine GY11MENS eine sehr gute Figur. Hier muss man so gut wie nichts tun, um ein sehr gutes Verhältnis zwischen den perkussiven Elementen und den gespielten Voicings hinzubekommen.
Als letztes testen wir einmal den eingebauten Takamine TP-4TD Preamp. Dieser liefert einen recht neutralen Klang, der mir in der flachen EQ-Einstellung allerdings etwas zu steril klingt. Natürlich muss man hierbei bedenken, dass wir es hier nicht mit einer Akustikgitarre für mehrere tausend Euro zu tun haben, die über ein Premium-Tonabnehmersystem wie das beliebte Anthem von LR Baggs verfügt, sondern mit einer Akustikgitarre für unter 400,- Euro. Der eingebaute 3-Band-EQ leistet hier allerdings ziemlich gut Abhilfe und mit einem leichten Boost in den Bässen und Höhen klingt die Gitarre schon deutlich lebendiger und wärmer.
Takamine GY11MENS Klangbeispiele
Alle Klangbeispiele wurden mit folgender Signalkette angefertigt:
Takamine GY11MENS -> Austrian Audio CC8 Pair in XY-Konfiguration/DI -> Universal Audio Apollo Twin X Interface -> Logic Pro X
Es kamen keine externen EQs, Kompressoren oder andere Plug-ins zum Einsatz. Bei den Klangbeispielen mit dem integrierten Takamine TP-4TD Tonabnehmersystem hört ihr immer zuerst die EQ-Einstellung flat und dann mit einem leichten Boost in den Bässen und Höhen (Mid-Scoop).


































Schöner Testbericht aber die fehlende Aussparung für das greifen in den obersten Registern würde ich schon eher als ein Minuspunkt aufführen, Tradition hin oder her.