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Test: TAL Software TAL-J-8X Synthesizer nach Roland JX-8P

Der bessere Roland JX-8P?

27. Mai 2026
TAL Software TAL-J-8X Software Synthesizer Test nach Roland JX-8P

Test: TAL Software TAL-J-8X Synthesizer nach Roland JX-8P

TAL Software TAL-J-8X ist der jüngste Spross von Patrick Kunz, der seinerzeit mit dem TAL-U-NO-62 Geschichte geschrieben hat und seitdem mit erstklassigen Emulationen analoger Vintage Synthesizer und sehr guten Effekt-Plug-ins positiv aus der Flut an Plug-ins heraussticht. Dieses Mal hat sich TAL Software nach dem Jupiter-8 und dem Juno-60 einen weiteren Roland Synthesizer vorgenommen.

Kurz & knapp

Was ist es? TAL TAL-J-8X Software-Synthesizer-Plug-in, eine virtuelle Emulation mit erweitertem Funktionsumfang nach dem Vorbild des Roland JX-8P.

  • Vorbild: Orientiert sich klar am Roland JX-8P, inklusive typischer Architektur und Klangästhetik.
  • Bedienung: Sehr übersichtliche, „wunschgemäße“ Oberfläche mit direktem Zugriff auf zentrale Synth-Parameter.
  • Sound: Klingt bereits ohne externe Bearbeitung überzeugender, wenn Chorus sowie die integrierten Effekte genutzt werden.
  • Extras: Voice-Calibration (inkl. Random) und MIDI-Learn plus SysEx-Support bringen Praxisnutzen über das Original hinaus.
  • Bewertung: Insgesamt ein sehr gelungener JX-8P-inspirierter Softsynth.
Bewertung

TAL Software TAL-J-8X

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TAL Software TAL-J-8X Software Synthesizer

Man muss kein Robert Langdon aus Dan Browns Romanen sein, um die kryptisch anmutende Produktbezeichnung TAL-J-8X zu entschlüsseln. Natürlich verbirgt sich hinter diesem Kürzel eine Anspielung auf den Roland JX-8P.

Roland JX-8P als Vorbild

Der Roland JX-8P war einer der letzten analogen Synthesizer des japanischen Herstellers und schon rein optisch atmet er den Geist des digitalen Konkurrenten Yamaha DX7. Vorgestellt wurde der Roland JX-8P im Jahr 1985 auf der Frankfurter Musikmesse.

Optisch digital anmutend, verbirgt sich unter der Haube ein leistungsfähiger analoger Synthesizer mit zwei DCOs mit den Fußlagen 2′, 4′, 8′ und 16′ und den Schwingungsformen Sägezahn, Puls, Rechteck und Noise sowie Tune (± 1 Oktave). DCO 2 ist zusätzlich mit Crossmodulation und Finetune ausgestattet. Ebenfalls möglich sind Sync sowie Pulsbreitenmodulation.

Filterseitig ist der Roland JX-8P mit einem resonanzfähigen Tiefpassfilter (24 dB/Oktave) mit Keytracking sowie einem dreistufigen Hochpassfilter ausgestattet. Das Keytracking lässt sich zudem modulieren.

Zwei ADSR-Hüllkurven (invertierbar), ein LFO (Dreieck, Rechteck, Random), Velocity (wirkt wahlweise auf die Lautstärke, die DCOs oder das Filter) und Aftertouch (für Cutoff, Vibrato und Lautstärke) sowie der für Roland typische Bender mit Modulationsmöglichkeit (LFO) runden die Ausstattung ab. Typisch für den Roland JX-8P sind auch die drei Key-Modes Poly (6-stimmig), Unison und Solo.

An Effekten steht wie bei den Juno-Synthesizern ein Chorus zur Verfügung (off, 1, 2).

Ein großes Problem des Roland JX-8P war, dass die Bedienung über die Folientaster (der Yamaha DX7 lässt grüßen) wenig intuitiv war. Deshalb gab es wie auch für den Roland JX-3P einen externen Programmer mit Reglern, um etwas Analog-Feeling aufkommen zu lassen. Der Programmer PG-800 konnte rechts auf den Synthesizer gestellt werden, was leider die wohl ungünstigste Position überhaupt ist, wenn man beim Spielen z. B. mit der linken Hand die Parameter ändern möchte.

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TAL Software TAL-J-8X Test Roland PG-800 Programmer

Roland PG-800 Programmer

Moderne Hardware

Ob es sich lohnt, heute noch in einen Roland JX-8P plus Programmer zu investieren, muss selbstverständlich jeder für sich selbst entscheiden. Roland selbst bietet mit dem Roland JX-08 einen digitalen Nachbau an, der gleich mit Reglern ausgestattet ist. Zudem bietet der Roland JX-08 gleich bis zu 20 Stimmen und kostet deutlich weniger. Integrierte Effekte und vor allem der Step Sequencer sind weitere „Goodies“ der modernen Re-Inkarnation.

Wir werden in einem zweiten Artikel den Roland JX-08 Hardware-Synthesizer mit dem TAL Sounds TAL-J-8X vergleichen.

Software

Es gibt nicht viele Roland JX-8P Plug-ins am Markt. Neben dem PG-8X, einem Freeware-Plug-in, ist noch die Roland JX-8P Model-Expansion erhältlich, die in ZENOLOGY und zudem in allen ZEN Core-kompatiblen Instrumenten wie zum Beispiel Jupiter-X, Jupiter-Xm oder Fantom gespielt werden kann.

Roland JX-8P Model Expansion für Zenology und Zen-Core Hardware Synthesizer

Roland JX-8P Model Expansion für Zenology und Zen-Core Hardware-Synthesizer

PG-8X Freeware GUI

Eine andere Software-Version des Roland JX-8P ist die Freeware PG-8X

Roland setzt bei seiner Model-Expansion auf das Design von ZENOGLOGY Pro, während die Freeware PG-8X eher auf das Design des PG-800 Programmers setzt. Ganz anders hingegen die TAL Software TAL-J-8X:

TAL Software TAL-J-8X Bedienoberfläche

TAL Software TAL-J-8X Test GUI

Das gesamte Benutzer-Interface des TAL-J-8X

Hand aufs Herz: Wäre das nicht das Bedienpanel gewesen, das man sich von der Original-Hardware gewünscht hätte?

Die Farbgebung orientiert sich an den analogen Roland-Instrumente der frühen 1980er-Jahre und alles wirkt schön übersichtlich.

Die wichtigsten Funktionen sind mit Fadern und Reglern ausgestattet. Die Icons orientieren sich an denen, die auf dem Programmer PG-800 aufgedruckt sind. Wer schon einmal einen subtraktiven Synthesizer bedient hat, kommt mit dem TAL Software TAL-J-8X sofort zurecht.

Enthalten ist alles, was man von einem Hardware JX-8P kennt: DCO 1 und DCO 2 mit den vier Schwingungsformen, DCO 2 zusätzlich mit Crossmodulation und Fine-Tuning. Die DCO MOD Sektion umfasst das Routing des LFOs auf DCO 1 und DCO 2, außerdem der zwei Envelopes auf DCO 1 und DCO 2, jeweils auch invertiert. Es folgt der vom JX-8P bekannte Mixer.

TAL Software TAL-J-8X Test DCO Mod und Mixer

DCO 1, DCO 2, DCO Mod und Mixer

In zweiter Reihe finden wir den LFO, Envelope 1, Envelope 2 sowie den VPF mit Highpass-Filter, Lowpass-Filter (umschaltbar auf „Modern“) und diverse Modulationsmöglichkeiten.

TAL Software TAL-J-8X Test LFO Envelopes

Die LFO- und Hüllkurven-Sektion von TAL-J-8X sowie die VCF-Sektion mit Highpass-Filter und Lowpass-Filter

Die nächste Reihe zeigt ein virtuelles Display, außerdem sind hier der VCA, die Control-Sektion (für Pitchbender und Modulationsrad) sowie die Mastersektion zu finden.

TAL Software TAL-J-8X Test

VCA, Control und Master

In der untersten Reihe des Plug-in-Fensters folgen nun die sechs Voice Modes Poly 1, Unison 1, Solo 1, Poly 2, Unison 2 und Solo 2. Für den Unison-Modus können wir zudem die Parameter Detune und Width mit zwei Reglern bestimmen. Wer ein Keyboard mit Aftertouch besitzt, freut sich über das einfache Aftertouch-Routing (off, Vibrato, Filter, Volume) mit zusätzlich regelbarer Modulationstiefe. Fehlen noch der Arpeggiator (off, Up, Down, Up & Down, Random, Up & Down 2) mit einer Range von bis zu vier Oktaven sowie natürlich der zweistufige Chorus-Effekt (off, 1, 2).

TAL Software TAL-J-8X Voice Mode Chorus

Bringt unser Pad weiter nach vorne: Unisono und Chorus

Der TAL-J-8X Synthesizer lässt sich wie das Original sechsstimmig spielen, hat aber auch einen 12-stimmigen-Modus wie der Roland JX-10/MKS-70.

Doch unter der Haube verbirgt sich beim TAL Software TAL-J-8X noch deutlich mehr.

Effekte

Ich habe es schon oft bei AMAZONA in die Kommentare geschrieben und wiederhole es noch einmal an dieser Stelle: Die legendären Synthesizer-Sounds berühmter Vintage-Songs auf allseits beliebten Hits der 70er- und 80er-Jahre bestehen niemals nur aus dem puren Synth-Sound, sondern sind immer das Ergebnis einer massiven Bearbeitung mit EQs, Kompressoren und Effekten. Hall, Phaser, Flanger, Pitch Shifter, Delay, Ringmodulatoren und vieles mehr kamen damals zur Anwendung.

Zusätzlich wurden Sounds gestackt, teilweise sogar mit anderen Synthesizern. Hört man heute einen Vintage-Synthesizer ganz trocken ohne Effekte, klingt dieser langweilig. Das klang er auch damals schon, doch in den 70ern und 80ern kannte man das nicht anders. Man wusste, dass man externe Effekte benötigt, um seinem Sound Leben einzuhauchen.

Moderne Plug-ins bringen diese Effekte in der Regel gleich mit, obwohl man das auch eigentlich in der DAW erledigen könnte. Der TAL Software TAL-J-8X kommt mit einem FX-Panel, das sich einblenden lässt. Dieses beinhalten einen EQ, ein Delay (mit Synchronisierungsfunktion zum DAW-Tempo) sowie ein Reverb. So klingen die Sounds gleich deutlich lebendiger und ansprechender.

TAL Software TAL-J-8X Test FX-Sektion

Die FX-Sektion mit EQ, Delay und Reverb

Voice Calibration

Der TAL Software TAL-J-8X ist mit bis zu 12 virtuellen analogen Stimmen bestückt und wie es sich für analoge Synthesizer gehört, lassen sich die einzelnen Stimmen noch per Voice-Calibration anpassen. Hier stehen Parameter wie Cutoff, Detune, Attack, Decay, Release und Pan zur Verfügung. Wer möchte, drückt einfach mal den Random-Schalter und schaut beziehungsweise hört, was geschieht.

TAL Software TAL-J-8X Test Voice Calibration

Voice-Calibration

Beim analogen Vorbild war so etwas nicht ganz so einfach. Zwar muss ein mit DCOs ausgestatteter Synthesizer selten von Hand kalibriert werden, weil das in der Regel automatisch nach dem Einschalten geschieht, dennoch konnte es unter Umständen notwendig sein, die einzelnen Voicecards einzustellen. Das geschieht bei analogen Synthesizern nicht so bequem wie beim TAL Software TAL-J-8X, sondern dazu mussten die Geräte aufgeschraubt und die Kalibrierung mit einem Schraubendrehern an kleinen Trim-Potis vorgenommen werden. Meiner Meinung nach ist das eher etwas für Service-Techniker.

Der Effekt der Voice-Calibration beim TAL-J-8X ist beim Einsatz der Random-Funktion eher subtil. Nimmt man diese manuell vor, lassen sich aber sehr schöne und drastische Effekte generieren. Gespeichert werden die Einstellungen mit dem jeweiligen Sound. Noch ein Vorteil gegenüber analoger Hardware.

Die Voice-Calibration sorgt für einen individuellen Charakter und imitiert damit die Unterschiede zwischen analogen Synthesizern, die zum Beispiel durch Bauteiltoleranzen, Alterung und so weiter existieren.

MIDI und SysEx

Der Roland JX-8P war anders als der kleine Bruder JX-3P bereits mit einer umfassenden MIDI-Implementation ausgestattet und konnte neben zahlreichen Controllern auch SysEX-Messages empfangen und senden. Über SysEx ließen sich komplette Klanginformationen übertragen und einzelne Parameter manipulieren. Aus diesem Grund gibt es für den Roland JX-8P auch Editoren und zahlreiche Sounds zum Download im Internet.

Auch TAL Software TAL-J-8X kann SysEx-Patches der Original-Hardware laden und auch SysEx-Messages senden. Damit sollte sich TAL-J-8X auch als Editor für einen Roland JX-8P (oder JX-10/MKS70) eignen.

Per MIDI Learn lassen sich die Parameter des TAL Software TAL-J-8X über MIDI steuern. Eine verrückte Idee wäre, sich den DTRONICS DT-800 Controller, der eigentlich als Ersatz eines PG-800 gedacht ist, zuzulegen und über die USB-Schnittstelle den TAL-J-8X zu steuern. Der DT-800 sendet nämlich für jeden Regler MIDI-CC über die USB-Schnittstelle. Somit käme sofort Analog-Feeling auf. Bei einem Verkaufspreis von 369,- Euro kein ganz günstiges Unterfangen, aber möglich. Natürlich funktioniert auch jeder andere MIDI-Controller.

Praxis

Da es sich beim Roland JX-8P und demzufolge auch beim TAL Software TAL-J-8X um einen einfach gestrickten subtraktiven Synthesizer handelt, kommen auch Einsteiger schnell zu guten Ergebnissen. Es lohnt sich, einfach mal die vielen mitgelieferten Sounds der Sound-Bibliothek durchzugehen und sich inspirieren zu lassen.

Erfreulich ist, dass auch die originalen Patches des Roland JX-8P enthalten sind – wie es sich gehört ohne die zusätzlichen Effekte, die der Roland JX-8P natürlich noch nicht hatte. Statt dann aber einen Effekt aus der DAW zu bemühen, schaltet man einfach fix einen Hall- oder Delay-Effekt ein und schon klingt es gleich deutlich ähnlicher dem, was man von berühmten Songs der 1980er her kennt.

Für Einsteiger, die noch nie Sounds mit einem subtraktiven Synthesizer erstellt haben, empfehle ich, zunächst einmal das Default-Patch zu laden und im Mixer DCO 2 auszuschalten, indem man dort den DCO2-Regler ganz herunterzieht.

TAL Software TAL-J-8X Test Pad DCO 1 Mixer

Um nur DCO 1 zu hören, müssen wir zunächst den Lautstärkeregler für DCO 2 im Mixer herunterregeln

Nun hören wir uns einfach mal die Schwingungsformen von DCO 1 der Reihe nach an und schalten per Range-Fader auch durch die einzelnen Fußlagen. So bekommen wir gleich einen guten Eindruck vom rohen Klangmaterial, bevor es dann mit dem Filter oder Hüllkurven zur Sache geht:

Das klingt noch wenig beeindruckend. Bevor wir aber den zweiten DCO hinzunehmen oder mit dem Filter spielen, schauen wir doch einfach mal, was der Chorus aus diesem rohen Klangmaterial macht. Ich Spiele den Sägezahn von DCO 1 zunächst mit ausgeschaltetem Chorus, dann mit Chorus 1 und schließlich mit Chorus 2:

Probieren wir mal das Highpass-Filter aus. Es steht zu Beginn in der Neutral-Position (N), danach schalte ich die vier Stufen von unten nach oben und wieder nach unten durch, sodass ihr den Klang beurteilen könnt. Erneut nutze ich den Sägezahn von DCO 1:

Und nun das 24 dB/Oktave Lowpass-Filter, zunächst ohne Resonanz, dann mit:

Und jetzt noch einmal die identische Filterfahrt, diese Mal aber mit der „Modern“-Variante des Lowpass-Filters:

Ein erster Programmierversuch

Versuchen wir nun mal, einen Pad-Sound zu erstellen, um auch die Wirkungsweise der Envelope-Regler zu überprüfen. Wir nutzen erneut den Sägezahn von DCO 1:

TAL Software TAL-J-8X Test Pad DCO 1

Alles beginnt mit dem Generieren einer Schwingungsform mit DCO 1 – hier einer Dreieckschwingung

Damit die Hüllkurve auf die Lautstärke wirkt, müssen wir diese zunächst passend routen. Dazu schalten wir zunächst in der VCA-Sektion Envelope 2 (ENV 2) auf den VCA:

TAL Software TAL-J-8X Test Pad VCA

Für den Lautstärkeverlauf unseres Pads müssen wir zunächst die Hüllkurve (ENV 2) im VCA aktivieren

Nun können wir mit den ADSR-Fadern von ENV 2 den Lautstärkeverlauf beeinflussen. Für einen Pad-Sound benötigen wir eine etwas längere Einschwingzeit (Attack-Zeit) und drehen dafür den Regler etwas auf. Mit dem Decay-Regler bestimmen wir, wie lange es dauert, bis bei gehaltener Taste die Lautstärke erreicht ist, die wir mit dem Sustain-Regler einstellen können. So könnte zum Beispiel der Klang erst etwas anschwellen und dann wieder abschwellen, bevor er die Lautstärke der Sustain-Phase erreicht. Soll der Klang nach dem Loslassen der Taste noch etwas nachklingen, regeln wir diese Nachklingzeit mit dem Release-Regler. Probiert es einfach mal aus:

Mit Key Follow könnt ihr zusätzlich noch die Geschwindigkeit verändern, mit der die Hüllkurve durchlaufen wird, und zwar in Abhängigkeit von der Tonhöhe. Höhere Töne sorgen mit eingeschaltetem Key Follow für ein schnelleres Durchfahren der Hüllkurve als tiefere Töne.

Mit der Hüllkurve klingt es schon etwas mehr nach Pad-Sound, allerdings sägt es noch ganz schön. Ein Pad sollte noch etwas weicher klingen. Dazu nutzen wir nun den VCF und reduzieren mit dem Lowpass-Filter etwas den Obertongehalt der Sägezahnschwingung von DCO 1:

TAL Software TAL-J-8X Test Pad

Im nächsten Schritt stellen wir das Filter in der VCF-Sektion für unser Pad passend ein

Nun klingt es schon etwas weicher, aber auch sehr steril. Wie wäre es, wenn das Öffnen und Schließen des Filters nicht starr wäre, sondern sich über die Zeit nach dem Tastenanschlag verändert? Kein Problem. Wir nutzen nun ENV 1, um den zeitlichen Verlauf der Filterfahrt zu beeinflussen. Dazu müssen wir zunächst in der VCF-Sektion ENV 1 auswählen und den ENV-Regler etwas aufdrehen. Nun sollte ein Ergebnis zu hören sein, wenn man mit den ENV 1-Reglern „spielt“:

TAL Software TAL-J-8X Test Pad Envelope 1

Envelope 1 wirkt nun auf den Filter-Cutoff und sorgt für ein etwas lebendigeres Klangbild

So richtig beeindruckend klingt unser Pad nun noch nicht. Um es etwas breiter klingen zu lassen, haben wir beim TAL Software TAL-J-8X (und beim Original Roland JX-8P) mehrere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit sind die Voice-Modes. Hier wähle ich nun statt Poly 1 den Unison 1 Modus und kann über die Detune und Width-Regler den Effekt anpassen.

TAL Software TAL-J-8X Voice Mode Chorus

Bringt unser Pad weiter nach vorne: Unisono und Chorus

Klingt schon gleich deutlich amtlicher, oder? Probieren wir doch noch den Chorus aus, zunächst ohne Unison 1, dann mit.

Mir gefällt besonders die Variante Unison 1 plus Chorus 1 sehr gut. Jetzt haben wir schon ein amtliches Pad. Im letzten Schritt route ich noch die Anschlagdynamik auf das VCF, indem ich dort den DYN-Fader auf die Position 2 stelle. Außerdem route ich das Modulationsrad ebenfalls auf das VCF, indem in der Control-Sektion unter MW der VCF-Fader etwas aufgezogen wird. Nun öffnet und schließt das Modulationsrad zusätzlich das Filter. Am Schluss noch etwas Hall über das FX-Panel und schon ist unser Pad fertig.

TAL Software TAL-J-8X Test Pad Control

In der Control-Sektion können wir das Modulationsrad ebenfalls auf den Filter-Cutoff routen

Es bleibt zu erwähnen, dass hier alles nur mit einem einzelnen Oszillator, mit DCO 1 gemacht wurde. DCO 2 könnte noch mit hinzu genommen werden, um noch breitere oder wuchtigere Sounds zu erzeugen. Drahtige, glockige und FM-artige Sounds lassen sich ebenfalls mit DCO 1 und DCO 2 mit eingeschalteter Crossmodulation erzeugen. Nicht umsonst behaupten einige Fans des Roland JX-8P, dass dieser neben typischen analog anmutenden Klängen auch Sounds ermöglicht, die man sonst eher einem FM-Synthesizer wie dem Yamaha DX7 zuordnen würde.

Hier noch einmal der PAD-Sound mit DCO 2 und Crossmodulation:

Klangbeispiele

Zum Abschluss hier noch eine kleine Auswahl der mitgelieferten Presets. Außerdem hört ihr einen kleinen Nachbau des berühmten Final Countdown Brass Sounds, denn dieser wurde mit einem Roland JX-8P gespielt und von einem FM-Sound aus dem Yamaha TX816 gedoppelt. Hier hört ihr lediglich zwei Sounds aus dem TAL Software TAL-J-8X.

Dass ein Roland JX-8P und somit auch der TAL-J-8X sehr gute Pads erzeugen können, zeigt dann noch einmal das kurze Klangbeispiel zum Song „Forever Young“, bei dem ich die Intro-Akkorde des Songs mit einem TAL-J-8X Pad spiele.

Außerdem habe ich wieder einen kleinen Demo-Song gebastelt, der bis auf die Drums ausschließlich aus Sounds des TAL Software TAL-J-8X besteht – kein EQ, keine externen Effekte, nur die Sounds aus dem TAL-J-8X pur! Dass auch FM-mäßige Sounds möglich sind, zeigt die Marimba, die an zwei Stellen im Song zum Einsatz kommt.

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Klangbeispiele
Fazit

Mit dem TAL Software TAL-J-8X Synthesizer bekommt man in meinen Augen den Roland JX-8 der Zukunft – zumindest dann, wenn man Software nicht verschmäht. Der Synthesizer klingt exakt so, wie ich es mir erhofft habe. Er ist leicht zu programmieren und zeigt noch einmal, dass sich der Roland JX-8 nicht vor einem Jupiter-8 verstecken musste. TAL Software hat erneut ganze Arbeit geleistet und eine detailgetreue Software-Nachbildung des JX-8 abgeliefert, die sogar Patch-kompatibel zur Hardware ist und SysEx-Patches laden kann. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Dtronics Controller für den Roland JX-8 ist vorgesehen.

Wer noch zweifelt, ob es nicht doch besser Hardware in Form des Roland JX-08 aus der Roland Boutique-Reihe sein sollte, muss sich noch etwas bis zu meinem großen Vergleichstest gedulden, der dann die moderne Hardware gegen die Software antreten lässt. Es bleibt spannend.

Plus

  • toller Sound
  • einfach zu bedienen
  • großartige Bedienoberfläche
  • SysEx-kompatibel zur Hardware
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 69,- Euro zzgl. MwSt. (82,11 Euroinkl. 19 % MwSt.)
  • 55,20 Euro zzgl. MwSt Aktionspreis (65,69 Euro inkl. 19 % MwSt.)
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Über den Autor
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Markus Galla RED

Studium Musik (Klavier/E-Gitarre) und Germanistik, Audio Engineer Diplom (SAE), seit 2009 freiberuflich selbstständig als Fachredakteur, Tontechniker, Musiker (Keyboarder und Gitarrist), Musiklehrer. Autor von "Tontechnik in der Schule" (Lugert Verlag), "Heavy Metal" (Lugert Verlag), Herausgeber und Co-Autor von "Amadeus 1" (Lehrbuch Musik für Gymnasien), Autor hunderter Fachartikel in Print- und Online-Medien

www.markusgalla.com

Referent/Workshop-Leiter für

- Beschallungstechnik ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    fitzgeraldo AHU

    Danke für den knackigen Test mit integriertem Soundworkshop und tollen Klangbeispielen. Für mich neben u-he’s Zebra 3 bis dato das Soft-Synth-Highlight 2026. Ganz einfach wegen des tollen Klanges. Für mich ist der neue TAL seit seinem Erscheinen ein Fixstarter in meinen Tracks …

  2. Profilbild
    CDRowell AHU

    Danke für Deinen Artikel, alles drin und alles dran. 🫠👍

    Diese Hardware-Musikkiste ist der Brüller, wie mir schwant! 😀

    Bei der Software ist an so viel brauchbar Gutes gedacht worden, dass ich ehrfürchtig den Hut ziehen mag. 😃👍

    ❤️

  3. Profilbild
    Numitron AHU

    sehr cool!
    ich will schon länger den jx08 kaufen.
    endlich genug polyphonie (20 statt 4 wie bei den anderen boutiques) und split mit layer.
    wollte den se 02 und bin draufgekommen, der wird seit einem jahr nicht mehr produziert..
    wisst ihr eigentlich, warum der jx8p so viel platz benötigt?
    ich rätsle noch immer. 😀

    • Profilbild
      Viertelnote AHU

      @Numitron platz ja okay ist mammuth aus der eiszeit.
      aber tastatur sehr schön aber so braucht es gute pflege.

      was meinst du mit 40 voices? also 2x jx08 polychaining?
      okay dann man kann ohne releaseangst haben chords einfach schmelzen laßen.🙂

      • Profilbild
        Numitron AHU

        @Viertelnote 20 stimmig im normalen Modus oder 10 im split oder layermodus (2 sounds zusammengemischt..
        also eher ein jx10 Klon fast. 😉
        hab damals die ersten Boutiques.nicht gekauft wegen der nur 4.stimmigen Polyphonie!
        mein Roland p6 und der model cycles sind endlich da! hole ich Bald!

        • Profilbild
          Viertelnote AHU

          @Numitron da ich mich für dich freue wünsche freude und dabei spaß🎹P6 war tip von dir und ja ich freue mich daran:)

  4. Profilbild
    AntonAmazona

    Wieder einmal ein absolut vorbildlicher Test von Markus – danke !

    Was ich nicht verstehe ist: „Der Programmer PG-800 konnte rechts auf den Synthesizer gestellt werden, was leider die wohl ungünstigste Position überhaupt ist, wenn man beim Spielen z. B. mit der linken Hand die Parameter ändern möchte“

    Wenn ich mit der linken Hand spiele, kann ich doch ganz bequem mit der rechten Hand editieren…oder nicht? Anders wäre es natürlich, wenn ich mit der rechten Hand spielen würde, dann müsste man über Kreuz quer greifen.

    • Profilbild
      Viertelnote AHU

      @AntonAmazona wäre so position mitte okay 🙂
      ich denke links sind ja pitchbender und controlling slider.
      ich bin linkshändrin okay ich so controller links lieber haben
      aber man kommt damit schon klar. man gewöhnt sich daran
      jx8p ja ist eher mammuth groß und botique ich finde klingt sehr gut
      kann man auch 2xhaben.

      ps: bei jx8p kommt aftertouch wieder meist.
      sensitive reinigung von tastaturcontacten.

    • Profilbild
      Numitron AHU

      @AntonAmazona ja, Melodien spielt man wohl eher mit der rechten Hand.
      aber für basslines OK.
      beim jx3p hat es mich nicht so gestört.
      da hat man den Controller auch dort.
      gestern endlich den Alpha Juno 2 ins Service gebracht!
      hab ein OLED Display und den stereoping Controller!

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @AntonAmazona Die Mehrheit der Keyboarder spielt mit einem starken Fokus auf die rechte Hand: Soli, Bass Lines und mehr werden mit der rechten Hand gespielt. Ich vermute stark, dass deshalb auch alle Spielhilfen links angeordnet sind.

      Zudem ist laut Google das Verhältnis Rechtshänder zu Linkshänder 90:10.

      Am Ende ist das immer auch Übungssache und persönliche Vorliebe.

      • Profilbild
        Viertelnote AHU

        @Markus Galla ich alles mit links tue aber instrument ich denke ja okay keys bemerkt man das nicht
        ja ist vorliebe haben. anders ist wenn man schreiben gezwungen rechts
        macht probleme.sollte antique eine erziehungspractic sein aber kommt heute noch vor.🙁

        okay back to music: violine war bis mein fracture handgelenk die griffhand schneller. bogen war ticklangsamer ich vermute doch es giebt links rechts conflict. study / studie gibt es da
        einige aber sagt das ja nicht über können oder talend aus. ich möchte sagen links rechts ist nicht dumm oder mehr klug.

  5. Profilbild
    8-Voice AHU

    Hmm…. Pulsbreitenmodulation war beim Original und ich denke auch hier nicht möglich. (Ausser mit dem Trick Sync. und LFO Mod. von DCO 2) Das Original hatte Osc. Sync. welches ich hier in der Software nicht sehe, ev. versteckt „unter der Haube“…..

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @8-Voice Peter Grandl schreibt in seinem Vintage-Artikel:

      „ Pulsbreitenmodulation ist über feste Werte möglich. Hinzu kommen Sync und Crossmodulation, die sich einzeln oder kombiniert nutzen lassen.“

      Was nicht heißt, dass Peter nicht falsch liegt. Da ich selbst nie einen JX-8P besessen habe, kann ich das nicht verifizieren. Peter hatte wohl mal einen, deshalb habe ich da nicht weiter nachgeforscht, weil es für den Test nicht unmittelbar von Belang war. Vielleicht wissen ein Leser oder Franz Kreimer mehr?

      • Profilbild
        8-Voice AHU

        @Markus Galla Ich hatte vor langer Zeit mal einen, lass mich kurz AI Gemini fragen dazu fragen:

        „Nein, der Roland JX-8P hat **keine echte Pulsweitenmodulation (PWM)** bei seinen Oszillatoren.

        Obwohl es sich um einen fantastisch klingenden analogen Synthesizer handelt, war das Fehlen von PWM eine der bewussten Designentscheidungen (und für viele Musiker auch eine der größten Einschränkungen) dieser JX-Generation.

        Hier sind die Details dazu, wie die Oszillatoren des JX-8P aufgebaut sind:

        ### Die Oszillator-Architektur (DCOs)

        Der JX-8P verwendet zwei digitale gesteuerte analoge Oszillatoren (**DCOs**) pro Stimme. Diese bieten folgende Wellenformen:

        * **DCO 1:** Sägezahn (Sawtooth), Puls/Rechteck (Pulse/Square), Rauschen (Noise).
        * **DCO 2:** Sägezahn, Puls/Rechteck, Rauschen.

        Das Problem dabei: Die Puls-Wellenform hat ein **festes Symmetrieverhältnis** (in der Regel eine klassische, starre Rechteckwelle oder eine fest eingestellte Pulswelle). Es gibt keinen Regler und keinen Modulationsweg (weder über den LFO noch über die Hüllkurve), um die Breite dieses Pulses dynamisch zu verändern.

        ### Wie man den Sound trotzdem „andicken“ kann

        • Profilbild
          8-Voice AHU

          @8-Voice Teil 2:
          Da der typische, schwebende PWM-Sound (der zum Beispiel den Juno-60 oder Juno-106 so berühmt gemacht hat) beim JX-8P nicht direkt im Oszillator erzeugt werden kann, muss man auf andere Tricks zurückgreifen, um ähnlich breite Sounds zu bauen:

          * **DCO-Sync & Crossmodulation:** Der JX-8P besitzt mächtige Optionen zur Oszillator-Synchronisation (`Sync 1 & 2`) und Crossmodulation (X-Mod). Damit lassen sich metallische, aggressive oder glockige Sounds erzeugen, die über klassisches PWM weit hinausgehen.

          Zwei Oszillatoren leicht verstimmen: Da du im Gegensatz zur Juno-Reihe zwei DCOs zur Verfügung hast, kannst du beide auf die Puls-Wellenform stellen und sie ganz leicht gegeneinander verstimmen (Fine Tune). Das erzeugt einen fetten, chorussartigen Sound, der einem PWM-Effekt zumindest nahekommt.

          Der eingebaute Stereo-Chorus: Der JX-8P verfügt über den legendären, analogen Roland-Chorus (Modus I und II). Dieser ist praktisch das „Geheimrezept“ des Synthesizers, um den eher statischen DCO-Wellenformen die typische Wärme, Bewegung und Breite zu verleihen.

          • Profilbild
            Viertelnote AHU

            @8-Voice danke für facts.🙂
            ich so trotzdem sage pwm ist das nicht. es klingt schrecklich.
            chorus ist auch nicht junolike. stereo feld ist enger. aber soundpallete ist schön groß. sentimentally pads klingen himmlisch. jx8p+j3p sind partner

            • Profilbild
              8-Voice AHU

              @Viertelnote Ja eine gute „Pad-Maschine“ hatte ich in den 90’s aber andere Sounds liebte ich nicht so, ich hatte leider auch keinen PG-800 controller…

  6. Profilbild
    division

    Servus!

    Da ich den JX-8P und den JX-10 hatte (hab den JX-10 behalten), kann ich bestätigen, daß
    beide keine Pulsweitenmodulation bieten. Dafür gibt es aber ein Mod von Vecoven… ;)

    Pfiads eich!

  7. Profilbild
    chardt AHU

    Danke für den schön geschriebenen Test, der notfalls auch als Bedienungsanleitung durchgehen würde ;)
    Ich war damals dabei, als der Besitzer des lokalen Musikladens den niegelnagelneuen JX-8P im Vergleich zum DX-7 vorführte, der raumfüllende Klang des Rolands ist mir dauerhaft in Erinnerung geblieben. „Mann ist der dick, Mann!“ Dagegen wirken die Klangbeispiele hier geradezu ausgehungert. Meine persönliche Empfehlung: Nur für Leute, die warme Klänge nicht mögen (wegen „matscht den Mix voll“ oder so). Da bringen diverse andere Synths – auch ohne weitere Effekte etc. – erheblich mehr „Gewicht“ auf die Waage :)
    Biblisch ausgedrückt: Gewogen, gewogen und für zu leicht befunden.

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