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Test: Tascam DR-44WLB, mobiler Digitalrecorder

3. September 2021

Bekannter Recorder mit Extras

tascam dr 44 wlb test

Tascam DR-44WLB, mobiler Digitalrecorder

Vor gut sieben Jahren, Mitte 2014, brachte Tascam seinen Mobile-Recorder DR-44WL auf den Markt, den wir dann ein paar Monate später auch hier testeten. Jetzt gibt es mit dem Tascam DR-44WLB – ja was eigentlich? Einen Nachfolger? Hm. Der sieht eigentlich exakt aus wie die 2014er Ausgabe. Also nachgefragt bei Tascam: Was hat es mit dem WLB auf sich? Antwort: Technisch identisch, aber mit aktueller Firmware und in Schwarz. Ein Blick auf die Firmware-Historie verrät, dass sich seit unserem Test Anfang 2015 (da war noch die Firmware-Version 1.12 aktiv) da einiges getan hat: Zum Zeitpunkt dieses Test ist der DR-44WLB bei v2.14 angekommen. Daher schauen wir mal, was es da Neues gibt und auch, ob das ja nun schon etwas ältere Gerät heutzutage technisch überhaupt noch mithalten kann. Denn schließlich haben sich ja auch die Testkriterien im Laufe der Jahre verschoben: Was damals noch als Riesen-Feature gefeiert wurde, kann heute ja unter Umständen schon ein alter Hut sein. Daher – und damit du jetzt nicht dauernd zum alten Test springen musst – gibt es hier jetzt einen aktuellen Re-Test.

Tascam DR-44WLB

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Tascam DR-44WLB: Ausgepackt

Erste Irritation: Auf der Verpackung ist zwar das neue, schwarze Modell abgebildet, darunter aber groß der Schriftzug „DR-44WL“. Also doch das alte? Nein, ganz klein darunter findet sich der Zusatz „Black Edition (DR-44WLB)“. Also doch. Also mal auspacken und nachschauen, ob sich an den damals doch recht umfangreichen Zubehör-Beigaben – dabei waren eine dünne Tasche, ein Plastik-Handgriff zum Aufschrauben, USB- und Netzkabel, 4 AA-Batterien, eine 4 GB microSD-Karte samt Adapter (4 GB – süß!) und ein Schaumstoff-Windschutz – etwas geändert hat. Das wäre ja nicht das erste Mal; gerade in letzter Zeit habe ich immer wieder das Gefühl, dass die Hersteller da – in den Zeiten des immer härter werdenden Preiskampfes – den Rotstift angesetzt haben und sich nicht mehr so spendabel zeigen wie früher. Und tatsächlich: Handstativ, USB- und Netzkabel, Tasche sowie die micro-SD-Karte sind auf der Strecke geblieben, lediglich der Recorder, vier Batterien und ein fünfsprachiges gedrucktes (eher Schnellstart)-Manual haben das Rotstift-Gemetzel überlebt. Warum nun das Manual aber noch einmal in eine Plastiktüte verpackt werden musste, will sich mir auch nicht so recht erschließen (wird ja kaum reinregnen in die Verpackung) – dafür gibt’s die gelbe (Umwelt)-Karte. Dafür ist immerhin der Preis mit 299 Euro die letzten Jahre auf den ersten Blick stabil geblieben. Wer aber ein Netzgerät will, muss dafür jetzt 21,90 Euro hinblättern (Tascam PS-P520OU) oder das Tascam AK-DR11G MKII (wer denkt sich solche Namen aus? Ruft mal bei Ikea an, die wissen, wie man so was macht) Komplettpaket wählen, bestehend aus eben diesem Netzteil, Fellwindschutz, Transporttasche und drei USB-Kabeln, für 32,- Euro. Also doch teurer geworden.

Tascam DR-44WLB

Die Mikros des Tascam DR-44WLB sind in Gummi gelagert

Technische Details und Preispolitik

Ist der Tascam DR-44WLB nach all den Jahren überhaupt noch auf der Höhe der Zeit? Mit einer Audioqualität von max. 24 Bit Auflösung und 96 kHz liegt der WLB durchaus auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, wie etwa dem preislich ähnlichen Sechsspur-Recorder Zoom H6 Black aus dem Jahr 2020. Und auch sonst kann sich Tascams Vierspurrecorder (Feature)technisch gut gegen die jüngere Konkurrenz behaupten: MP3 bis 320 kbps, ein maximaler Schalldruckpegel von 132 dB SPL (H6: 136 dB SPL), Speichern auf SDXC-Karte bis 128 GB, USB 2.0, +48 V zuschaltbar – alles im grünen Bereich. Allein preislich darf man da ein Fragezeichen machen: Der Zoom H5 – ebenfalls ein mobiler Vierspur-Recorder aus dem Jahr 2014 und ebenfalls heute immer noch am Markt – hatte im Startjahr mal rund 270 Euro gekostet und ist mittlerweile für 233 Euro zu haben. Diesem „natürlichen“ Preisverfall ist Tascam durch die Neu-Etikettierung (mitsamt kleinem Farbwechsel) elegant aus dem Weg gegangen. Gleichzeitig kann man Käufern – die beim Online-Händler ihres Vertrauens dann ja gern auch mal auf das Erstausgabejahr schauen – dann ja auch suggerieren, mit dem DR-44WLB ein topaktuelles Gerät zu bekommen („Oh, sieh an, erhältlich seit Mai 2021, ist ja noch ganz frisch!“), das aber eigentlich ja schon sieben Jahre alt ist. Psychologisch ganz schön clever (bzw. fragwürdig, je nach Standpunkt), aber technisch – wie eben gesehen – eigentlich überflüssig, da immer noch aktuell.

Tascam DR-44WLB, mobiler Digitalrecorder

Die neue Firmware des Tascam DR-44WLB

Dass der Tascam DR-44WLB mit der Firmware-Version 2.14 ausgeliefert wird, ist natürlich kein Grund, vom alten auf das neue Modell umzusteigen; das dafür notwendige Update kann man ja leicht selber vornehmen. Nicht nur die Geräte-Firmware hat seit unserem letzten Test einen Sprung gemacht, auch die WLAN-Firmware ist von der damaligen Version 1.01 (Stand November 2014) auf die jetzt aktuelle Version 2.00 gesprungen; zwar gibt es die seit der Version 1.01 nicht mehr als gesonderten Download, wird aber vermutlich mittlerweile zusammen mit der neuen Geräte-Firmware aufgespielt. In den Anfängen hatte es ja immer wieder in den Foren Berichte gegeben, dass die WLAN-Verbindung damals doch recht unzuverlässig und wenig stabil gewesen sei, vielleicht wurde das ja damit gefixt. Teste ich natürlich später mal.

Dann schauen wir mal, was sich da – seit unserem letzten Test – in den letzten Jahren getan hat und inwiefern die neue Firmware den Tascam DR-44WLB aufwerten kann. Dass in vielen neuen Versionen die „Stabilität im laufenden Betrieb“ bzw. die „Stabilität bei Steuerung durch die App DR Control“ verbessert wurde, ist sicherlich nützlich, aber auch keine sensationelle Neuerung. Erwähnenswerter ist da schon, dass es mit der Version 2.00 nun zwei Möglichkeiten gibt, eine WLAN-Verbindung aufzubauen: Zum einen wie gehabt direkt mit der App DR Control, die auf einem Smartphone installiert ist, aber auch über den Umweg über einen Router, was dann ja vielleicht für mehr Stabilität in der Verbindung und für eine größere Reichweite sorgen kann (was ich, wie gesagt, gleich im Anschluss testen werde). Auch nett: Marker können (seit der Version 1.20) sowohl während der Wiedergabe manuell gesetzt werden, aber auch automatisch immer dann, wenn eine Peak-Warnlampe leuchtet; überdies können sämtliche Marker eine Datei auf einmal, aber auch einzeln wieder entfernt werden. Und auch die Fernbedienungs-App DR Control hat (seit der Version 2.00) zusätzliche Funktionen erhalten: Dateien können per App sowohl vom Recorder als auch vom Mobilgerät gelöscht oder umbenannt werden – gut für den Workflow.

Tascam DR-44WLB

Anfangs etwas störrisch: Der Pegelsteller

Ein Blick auf den Tascam DR-44WLB

Wie anfangs versprochen (für alle Link-und Zurückblätter-Unwilligen) hier noch mal – nach sieben Jahren – eine kurze aktuellere Vorstellung samt Hardware- und Praxistest des Tascam DR-44WLB. Der ist mit seinen Abmessungen von 79x162x43 mm und seinen 251 g Gewicht (ohne Batterien) eher etwas für größere Hände (H5: 67x135x42 mm und 176 g). Oben zwei Kondensatormikrofone in XY-Konfiguration, von zwei Drahtbügeln geschützt und in Gummi gelagert, um Handgeräusche und Erschütterungen abzufangen. Ob das funktioniert? Schauen wir gleich mal. Auf der Frontseite ein großes (auf Wunsch orange hintergrundbeleuchtetes) Monochrom-Display mit 128×128 Bildpunkten, darüber – gut im Blick, solange man nicht selber von oben in die Mikrofone spricht, sondern selbige jemandem vor die Nase hält oder den DR-44WLB auf den Tisch legt –  die Peak-LEDs, darunter die Tasten für Transport, Record, (Schnell)Menü und ein Scrollrad. Ein Wort zu den Tastern und Schaltern: Die kleineren sind mir da teilweise etwas zu schwammig, weil ohne erkennbaren Druckpunkt. Ich bekomme einfach keine haptische Rückmeldung, ob ich die nun betätigt habe oder nicht, was eine Blindbetätigung erschwert.

Auf der Unterseite (bzw. auf der Vorderseite, wenn der Recorder rutschsicher auf den vier kleinen Gummifüßen auf der Rückseite liegt) die beiden XLR/Klinke-Kombobuchsen (Neutrik, verriegelbar – was bei Mobilgeräten ein Must Have ist, also Pluspunkt dafür), auf die 48V Phantomspannung zugeschaltet werden kann. Auf der linken Seite Power, Output Level, Kopfhöreranschluss (Miniklinke) und SD-Kartenschacht (die große Version, nicht Micro-SD; dafür wird dann ein Adapter benötigt) und der WLAN-Button, rechts der Wahlschalter für den externen Eingang (MIC PHANTOM, MIC, LINE), ein Input-Level-Schalter (mit dem ich die vier Kanäle einzeln oder paarweise scharf schalten und justieren kann) und der Eingangspegelregler. Der ist aber nicht – wie bei anderen Recordern – im Gehäuse versenkt, sondern seitlich aufgesetzt. Eigentlich eine gute Lösung, weil so im Einhandbetrieb gut erreichbar, ohne dass man da aus Versehen dran herumfummelt. Allerdings war das Kontrollrad bei unserem Testmodell anfangs sehr schwergängig und ließ sich kaum bewegen – was sich dann aber nach einigen Dutzend (beidhändigen) Testrunden deutlich gebessert hat; es musste wohl erst noch eingefahren werden.

Auf der Rückseite (bzw. Unterseite – je nach Lage) das Batteriefach – an das man auch ohne Schraubenzieher kommt, was gerade im Praxis-Livebetrieb enorm von Vorteil ist, ein kleiner Speaker und die Gewindebohrung für ein Stativ. Eigentlich alles dran, was man so braucht.

Tascam DR-44WLB

Rechts alles für die Aufnahme – gut für den Einhandbetrieb

Kurztrip durch die Aufnahme

Aufgenommen wird per Doppelklick auf den Recordbutton: Einmal tippen und der Button blinkt (und ich kann mit dem Stellrad an der Seite einpegeln und über die kleinen Track Input Tasten mit dem Fingernagel die Aufnahmekanäle auswählen), beim zweiten Mal tippen leuchtet der dauerhaft und es wird aufgenommen – das ist praxistauglich. Gut erreichbar über die Input-Einstellungen ist ein Tiefpassfilter (40 / 80 / 120 /220 Hz) und die Möglichkeit der automatischen Pegelanpassung (Spitze, Limiter). Und auch sonst hat der Tascam DR-44WLB einiges an praktischen Aufnahmefunktionen zu bieten, wie etwa duale Aufnahmen (zwei gleichzeitige Aufnahmen in unterschiedlichen Formaten oder mit unterschiedlichem Pegel), einen Selbstauslösen (5 Sek / 10 Sek), vorgezogene Aufnahme, ein Delay zum Ausgleich von Laufzeitunterschieden bei Mehrspuraufnahmen mit externen Mikros oder Mid/Side-Mikrofonie. Marker lassen sich während der Aufnahme automatisch setzen (entweder auf Zeit, auf Pegel oder als Peak-Markierer), Dateien auf Wunsch während des Recordings auch teilen (5 / 10 / 15 /30 / 60 Minuten). Gerade letzteres finde ich enorm praktisch; so habe ich hinterher zum einen nicht elend große Files (wenn ich diese an die Redaktion schicken muss), zum anderen auch die Gewähr, dass mir am Ende eines einstündigen Interviews der Recorder nicht einen Speicherfehler meldet und die komplette Aufnahme hinüber ist – was mir zwar nicht mit diesem, aber schon mit einem anderen Recorder passiert ist. Seitdem unterbreche ich jedes Interview nach 10-15 Minuten stets mit einem etwas unprofessionellen „Moment, ich speichere mal eben zur Sicherheit.“

Stelle ich vom 4CH-Mode auf Multitrack um, kann ich auch mit allen Eingängen gleichzeitig aufnehmen (im 4CH-Modus scheint es nur entweder intern oder extern zu geben, aber vielleicht habe ich da auch nur etwas falsch eingestellt) und dabei sogar die Spuren auf Eingangsquellen nach Wunsch routen. Im internen Mixer kann ich zudem Panning und Volume für jeden Kanalzug regeln und einen Halleffekt zumischen – wohl eher eine Spielerei, so etwas macht man besser in der Nachbearbeitung.

Tascam DR-44WLB

Die guten Neutrik-Kombobuchsen

Aufnahmetest: Wie klingt der Tascam DR-44WLB?

Für mich als Radiomensch ist bei Recordern immer die erste Frage: Ist das mit den mitgelieferten Mikros aufgenommene Material sendetauglich oder muss ich noch zusätzlich ein externes Mikrofon mitnehmen? Letzteres ist dann etwas umständlich, weil es weiteren Kram erfordert, der mitgeschleppt werden muss, ist andererseits  erfahrungsgemäß aber auch ok, weil ein Handmikro mit Senderlogo den Gesprächspartnern (besonders bei Passanten, Messebesuchern und dergleichen) das beruhigende Gefühl vermittelt, es hier mit einem offiziellen Profi zu tun zu haben. Ist natürlich Quatsch, aber so ticken die Menschen nun mal.

Also hören wir mal rein. Kurz zur Vorgehensweise: Wie immer habe ich einige Sätze aus einer AMAZONA.de-Meldung eingesprochen. Dabei habe ich das Tascam DR-44WLB ohne Stativ in der Hand gehalten, ebenso das zu Vergleichszwecken eingesetzte (uralte) Zoom H2.

Erster Take: DR-44WLB in einer typischen Interviewsituation, also aus relativ kurzer Entfernung. Limiter und TPF (80 Hz) sind zugeschaltet, das ganze ohne Poppschutz – also so, wie ausgeliefert.

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Klingt fürchterlich, wie eine Live-Reportage vom Tropensturm Ida, geht gar nicht. Deshalb: Unbedingt einen Wind/Poppschutz gleich dazu kaufen. Ich habe mir dann mit einem Poppschutz meines alten Zoom H2 beholfen. Passte zwar nicht perfekt, weil das H2 eine Ecke kleiner ist, aber besser als nichts.

Ja, das klingt schon besser, wenn auch noch nicht ganz perfekt. Was zum einen am nicht 100% passenden Störgeräuschkiller liegt, zum anderen wohl auch an der Nahdistanz; das DR-44WLB ist kein Recorder, den man dem Gesprächspartner direkt unter die Nase halten sollte. Versuchen wir es mal mit etwas mehr Abstand (ca. 25-30 cm).

Die Plopps und Windgeräusche sind verschwunden, allerdings auch etwas von den Tiefen. Vielleicht bekommen wir da noch etwas mehr davon rein, wenn ich den TPF wegschalte? Gehen wir noch mal zurück in die Nahdistanz.

Das hat tatsächlich jetzt etwas mehr Fundament, ohne aber gleich den Keller zu betonieren. Mit dem TPF sollte man also vorsichtig umgehen – oder ihn am besten ganz weglassen, wenn man nicht gerade eine Bassdrum aufnimmt. So ganz zufrieden bin ich mit dem Sound der internen Mikros aber nicht, da fehlt es noch ein klein wenig an Klarheit. Hier mal zum Vergleich eine Aufnahme mit einem externen Mikrofon am Tascam DR-44WLB, einem Rode Broadcaster.

Broadcaster-typisch klar, transparent und recht neutral, ohne den Bass zu sehr zu betonen. Und was macht mein alter Zoom H2 (die erste Version, die mit dem Mini-Display)? Hier eine Aufnahme mit (dieses Mal passendem) Poppschutz und eingeschaltetem TPF.

Ganz ehrlich: Der Klang gefällt mir besser als der des Tascam, der ist einfach ausgewogener und runder. Und das, obwohl der H2 noch fünf älter ist als der Tascam.

Dann schauen wir noch mal eben, wie sich Handgeräusche beim Tascam auswirken. So heftig, wie ich hier an dem DR-44WLB herumfingere, würde man das natürlich in der Praxis nie machen.

Also – besser nie ohne Handstativ, wenn man die internen Mikrofone nutzt. Alternativ hilft es übrigens auch, sich dünne Handschuhe anzuziehen. Allerdings ist der H2 da ähnlich empfindlich – das ist eben das Schicksal fast aller Geräte, bei denen die Mikrofone fest mit dem Gehäuse verbunden sind. Allerdings hatte ich schon insgeheim gehofft, dass die Gummilagerung der Kapseln beim DR-44WLB da irgendwas bringen würde. Hier zum Vergleich mal die H2-Handgeräusche.

 

Tascam DR-44WLB

Die App für die Fernsteuerung

Tascam DR-44WLB: Fernbedienung per WLAN

Das Alleinstellungsmerkmal damals zum Release der alten DR-44WL war die Bedienung per WLAN. Dazu muss ich mir erst die dazugehörige Android- bzw. iOS-App „DR Control“ herunterladen (warum muss die eigentlich auf meinen Standort zugreifen können?) und installieren. Die vielen Bewertungen, die von Problemen mit dem Verbindungsaufbau schreiben, sind da wenig vertrauenerweckend, und warum ein Großteil der Beschreibung auf Japanisch ist (Auszug aus der angebotenen automatischen Übersetzung:“…können Sie eine kostenlose handliche Aufnahme Agnostiker Installationsort genießen“), wissen die Entwickler allein, aber ok, ich bin ja Optimist. Das letzte Update jedenfalls stammt vom März 2020. Erster Test: Die Direktverbindung mit meinem Android Smartphone. WLAN am Tascam einschalten (LED blinkt blau), Direktverbindung wählen, am Smartphone die vom Tascam generierte SSID wählen, das dabei mitgelieferte Passwort eingeben – verbunden. Das war einfach. Damit habe ich kompletten Zugriff auf den DR-44WLB und kann ihn auch aus der Ferne bedienen und Aufnahmen direkt an das Smartphone schicken; die Verbindung ist – zumindest während des (kurzen) Tests stabil.

Nur – wie fern ist die „Ferne“? Ich entferne mich langsam vom Tascam, auch aus ca. sieben Metern funktioniert der Zugriff noch. Mutig geworden gehe ich eine Etage höher – und die Verbindung reißt ab. Das wäre ja ok, nur kommt die dann auch nicht automatisch wieder, wenn ich die Distanz verringere; stattdessen muss ich mich von Hand neu verbinden, indem ich die Tascam SSID wieder aus der Liste der Zugangspunkte wähle. Heißt: Besser nicht zu weit entfernen, sonst wird es umständlich.

Dann vielleicht über die neue Möglichkeit, den Tascam DR-44WLB über einen Router mit meinem Smartphone zu verbinden? Dann wäre zumindest eine Abdeckung im ganzen Haus gegeben. Also umstellen auf „Router“, Liste mit den verfügbaren Verbindungspunkten abrufen und… „Fehler SSID Suche“, auch nach mehreren Anläufen keine Besserung. Tja, dann eben nicht.

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Fazit

Der Tascam DR-44WLB ist ein umgelabelter DR-44WL aus dem Jahr 2014 – mit anderer Farbe und aktueller Firmware. Augenscheinlich, um ein sieben Jahre altes Modell auf neu zu trimmen, was ja schon ein leichtes Geschmäckle hat.

Davon abgesehen ist der DR-44WL(B) auch heute noch ein technisch durchaus solider Recorder, mit einer breiten Feature-Palette, mit dem sich gut arbeiten lässt. Multitracking mit Routing, duale Aufnahmen, verriegelbare Neutrik-Kombos, Phantomspeisung und vieles mehr – das hat schon was. Die WLAN-Fernsteuerungs-Funktion sollte man als nettes Extra, aber nicht als Kaufgrund nehmen – so ganz zuverlässig scheint die nicht zu funktionieren.

Meine erste Wahl wäre der Tascam DR-44WLB aber trotz aller Pluspunkte nicht. Dazu ist mir der Klang einen Hauch zu dumpf, auch ist mir das Gehäuse zu wuchtig; „Handheld“: jein – aber am besten nutzt man für Aufnahmen ohnehin ein Handstativ. Ich habe es da gerne etwas schlanker und Jackentaschen-tauglich, aber das ist – wie der Klang auch – wohl Geschmackssache. Wie auch immer: Mit dem Kauf des Tascam DR-44WLB macht man sicher keinen Fehler, sollte sich aber dennoch auch bei der aktuelleren Konkurrenz umschauen, denn da ist in den letzten sieben Jahren einiges dazu gekommen.

Plus

  • Multitrack-Recording
  • Dual-Record-Funktion
  • Fernbedienung per WLAN
  • großes, gut ablesbares Display
  • automatisches Setzen von Markern bei Peaks
  • MS-Dekoder
  • eingebauter Abhör-Lautsprecher

Minus

  • Fernbedienung nicht immer zuverlässig
  • Klang fehlt es am letzten Quäntchen Klarheit
  • wichtiges Zubehör nur noch gegen Aufpreis

Preis

  • 299,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Polyphone  

    Ja, aus der Sicht eines Journalisten der damit Interviews aufzeichnen möchte ist das ja schon ein tolles Gerät und für Musiker die das Live Spiel einer kleinen Band aufnehmen möchten auch, aber wie ist das eigentlich mit Komponisten, die mit dem Gerät zu erst eine Drumspur aufnehmen wollen, danach eine Bass Spur, dann Synth Lead und andere Instrumente overdubben und zum Schluß noch Gesang drauf auf die vierte Spur? Würde so einer glücklich werden mit diesem Gerät?

  2. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Ein „Geschmäckle“ kann ich nur wegen des „alten“ Gerätes nicht sogleich ausmachen. Schließlich verkauft bsp-weise Sennheiser seit Jahrzehnten die MD-421/431/441 Mikrofone mit mehr oder weniger kleinen Änderungen technisch identisch. Und das hat gute Gründe.
    Was deutlich mehr „riecht“ ist, dass man bei der Revision offensichtlich die Fernbedienung gar nicht berücksichtigt hat und auch bei Sound und Zubehör eher knausert. Vor über 10 Jahren wäre das für 299 gut durchgegangen. Aber da muß sich der Profihersteller heutzutage auch mit Geräten von Zoom oder Roland messen. Und der einzige Grund, diese Alternativen nicht zu kaufen wäre, wenn sie erheblich schlechter klängen. Und das glaub ich kaum.

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