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Test: Tascam FR-AV2, 2-Kanal-Audiorecorder

Alles drin, alles dran!

29. Dezember 2025
tascam fr av2 test recorder

Tascam FR-AV2, 2-Kanal-Audiorecorder

Der Tascam FR-AV2 ist ein tragbarer 2-Kanal-Audiorecorder. Mit diesem Modell hat man offensichtlich auf die Kunden gehört, denn es scheint, als ob das kompakte Gerät tatsächlich alle Wünsche und Anforderungen an einen mobilen Audiorecorder erfüllt. Dazu scheint es, dass man in Sachen Bedienung, Ausstattung und Verarbeitung die Mitbewerber nicht nur eingeholt, sondern auch überholt hat. Dann schauen wir uns den neuen Tascam Audiorecorder mal genauer an!

Kurz & knapp
Was ist es? Tascam FR-AV2, 2-Kanal-Audiorecorder für externe Mikrofone, mobiler Recorder mit hochwertiger Ausstattung.
  • Bedienung: Intuitiv, zuverlässig und ohne Touchscreen dank klar strukturierter Menüführung.
  • Klangqualität: Sehr gute Ultra-HDDA-Preamps, 32 Bit floating und bis zu 192 kHz Sample-Rate.
  • Ausstattung: Umfangreiches Timecode-Management, Bluetooth-App-Steuerung und effektive Recording-Tools.
  • Verarbeitung: Robustes, wertiges Gehäuse mit sinnvoll angeordneten Bedienelementen.

Bewertung

Tascam FR-AV2

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Die Ausstattung des Tascam FR-AV2

Schon beim Auspacken wird man denken: Wow, der ist winzig! Die Maße belaufen sich auf 99 × 80 × 40 mm (B x H x T) das Gewicht mit Batterien liegt bei 267 g (195 g ohne Batterien). Trotzdem wirkt das Gerät im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern ganz und gar nicht billig. Das Gehäuse aus Glasfaserkunststoff wirkt hochwertig und weitgehend kratzfest und bis auf ein paar Punkte sind die Anschlüsse selbsterklärend.

Tascam FR-AV2_MicPreamp

Bei Interesse am Tascam FR-AV2 sollte einem zunächst bewusst sein, dass keine Mikrofone integriert sind. Zwei Combo-Buchsen für XLR- und TRS-Stecker nehmen Mikrofone auf und – im Gegensatz zu den Tascam Portacapture Modellen mit integrierten Mikros – eignet sich der FR-AV2 auch für klassische Interviews oder Podcasts.

Die Mikrofonverstärker sind auch aufgrund der drei AA-Batterien recht leistungsstark und selbst ein Shure SM58 wird laut genug aufgenommen. Natürlich unterstützt der mobile Recorder auch 48 V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone.

ascam FR-AV2_batterie

Das große Farbdisplay dominiert die Vorderseite des Recorders. Dieses 2 Zoll (5 cm) große Display wird mit vier Funktionstasten bedient und es handelt sich hierbei nicht um einen Touchscreen – was ich persönlich sehr begrüße.

Die Steuerung über die Tasten ist einfach und intuitiv und da es keine tiefen Menü-Ebenen gibt, kommt man schnell zurecht. Gerade im mobilen Bereich sehe ich bei Touchscreens eher die Gefahr einer Fehlbedienung. Wer komplett auf Nummer sicher gehen möchte, der kann beim Tascam FR-AV2 die Tasten auch gegen fehlerhafte Bedienung sperren.

Tascam FR-AV2_screen

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Unterhalb des Bildschirms und den Funktionstasten befinden sich mit Vor- und Zurück, Stop/Home und Play/Pause die Steuerungstasten für die Aufnahme. Der REC-Knopf ist groß und etwas versenkt, so dass auch hier keine fehlerhafte Bedienung erfolgt.

Liegt der Tascam FR-AV2 flach auf dem Tisch, so sieht man drei LEDs. Eine in Rot für die Aufnahme und zwei für eine Peak-Anzeige, falls das Eingangssignal zu laut ist. Darunter befindet sich ein 3,5-mm-Miniklinkenausgang für einen Kopfhörer inklusive Volume-Wippe und zwei weitere Buchsen für den Anschluss einer Kamera und Line Out. Diese beiden Buchsen sind ebenfalls für das Senden und Empfangen des Timecodes zuständig, was in dieser Geräteklasse selten ist. So kann man den internen Timecode-Generator verwenden oder ein externes Gerät, das dann die Kamera und den Tascam taktet, sehr gut!

Tascam FR-AV2_unten

Übrigens unterstützt der FR-AV2 auch die drahtlose Timecode-Synchronisation mit kompatiblen Produkten von Atomos. Als Formate gibt Tascam SMPTE ST 12-1 mit Frame-Raten von 23,98 bis 30 (60) fps an.

Seitlich bietet der Recorder einen An-/Ausschalter, einen USB-C-Anschluss für die Verbindung mit einem Computer und eine Klappe, hinter der ein MiniSD-Karten-Slot (microSD-, microSDHC-, microSDXC-Karten bis 512 GB) versteckt ist.

Tascam FR-AV2_sdcard

Auf der Oberseite des Gehäuses gibt es dazu einen  Slot für den Tascam Bluetooth Adapter AK-BT2 mit Unterstützung für Bluetooth 2.0.

Und am Boden des FR-AV2 noch eine Klappe, hinter der die drei AA-Batterien eingelegt werden, dazu Laschen für einen Tragegurt oder eine Gürtelmontage und ein Gewinde für einen Mikrofonständer.

Tascam FR-AV2_unten2

Schon jetzt erkennt man, hier wurde mitgedacht. Alle Bedienelemente sind sinnvoll angeordnet und gut zu erreichen. Das Display ist hell, sehr gut ablesbar und die Mikrofonbuchsen bieten sogar eine Verriegelung für XLR-Stecker. Ich bin zufrieden!

Tascam FR-AV2: Software und Menü

Nach dem Einschalten benötigt der Tascam FR-AV2 sieben Sekunden und zeigt dann alle wichtigen Informationen auf dem Display an: Timecode, Aufnahmezeit, Input- und Output-Pegel, die Restkapazität auf der Speicherkarte, den Batterieladezustand und ob die optionale Tascam Record App verbunden ist. Diese steht kostenlos zur Verfügung und wirkt als vergrößerte Bedienoberfläche. Mit dieser App kann man alle Funktionen des Gerätes bedienen, nicht mehr und nicht weniger.

In Interview-Situationen ist das sehr hilfreich, denn so muss man nicht immer zum Gerät für eine Einstellung eilen, sondern kann dies bequem vom Smartphone aus machen. Die Latenz zur App ist minimal und so ist ein flüssiges Bedienen auf dem größeren Screen des Mobiltelefons (Apple oder Android) möglich.

Auch Marker lassen sich setzen, spulen, Pegel einstellen – alles da, was man auch über das Menü im Recorder einstellen kann. Ebenfalls positiv zu vermerken: Man kann in der App mehrere FR-AV2 und DR10L Pro verwalten.

Auf Wunsch lässt sich der FR-AV2 drahtlos mit einem Bluetooth-Kopfhörer verbinden, was für viele Anwendungen sinnvoll ist. Wenn es aber um ein exaktes, latenzfreies Monitoring geht, dann lieber einen kabelgebundenen Kopfhörer verwenden.

Tascam FR-AV2_ontable

In Sachen Recording stellt Tascam beim FR-AV2 eine ganze Menge an Funktionen zur Verfügung, die die Aufnahmequalität nochmals steigern. Nochmals? Ja, denn die beiden verbauten Mikrofonvorverstärker vom Typ Ultra-HDDA von Tascam sind für sich schon von sehr guter Qualität.

Neu ist der verbaute DA/AD-Wandler, der nun 48/96 oder 192 kHz mit 24 Bit und (Achtung!) 32 Bit Floating unterstützt. Respekt!

Zusätzlich kann man über die Software die beiden Mikrofone zu einem Stereosignal verlinken, ein Delay (max. 300 ms) zwischen den beiden Kanälen einstellen, einen Low-Cut setzen (40, 80, 120, 220 Hz), einen Kompressor/Limiter aktivieren, einen EQ selber definieren oder verschiedene Presets auswählen (Interview, Music, Manual), ein Noise-Gate setzen (drei Stufen), die Phase invertieren, eine Mid/Side-Dekodierung nutzen und deren Breite einstellen (Wide).

Für den Master-Ausgang gibt es nochmals einen Limiter, ein Delay und eine Koppelung der Regler beider Kanäle (GANG). All das kann man als individuelles Setting abspeichern. Ich könnte hier noch stundenlang weiterschreiben, denn die Möglichkeiten sind wirklich vielfältig.

Natürlich beherrscht der Tascam FR-AV2 auch alle gängigen Funktionen, wie Anlegen einer Ordnerstruktur, REC Pause-Mode, Pre Rec, neue Aufnahme in neuer Datei, hörbar vor- und zurückspulen, Time- und Peak-Marker-Unterstützung uvm.

Tascam FR-AV2_bT

Technische Daten des Tascam FR-AV2

  • Eingangspegel von -76 bis +4 dBu
  • Verstärkung: 0 bis 50 dB
  • Eingangsimpedanz: größer 2 kOhm
  • Ausgangsimpedanz: 210 Ohm
  • Eigenrauschen: kleiner 127 dBu
  • Dynamik: über 132 dB
  • Verzerrung THD-N: kleiner 0,02 %

Nutzungsdauer mit Lithium-Batterien (bei 48 kHz, beide Mikros)

  • ohne 48 Volt: bis zu 15 Stunden
  • mit 48 Volt: bis zu 10 Stunden

Tascam FR-AV2_camera1

Der Tascam FR-AV2 in der Praxis

Ich habe mit dem Tascam FR-AV2 Audiorecorder verschiedenste Aufnahmen gemacht und dabei sowohl ein Shure SM58 (dynamisches Mikrofon) als auch ein Lewitt LCT 140 AIR Kleinmembran-Kondensator-Mikrofon verwendet. Alle Aufnahmen sind rausch- und verzerrungsfrei und durch die Verwendung der Optimierungen (Kompressor, Gate etc.) von sehr guter Qualität.

Einen Eigenklang hat der Tascam nicht, er erfreut durch Neutralität und Ausgewogenheit im Klang. Die Effekte und Filter sind nicht im Detail einstellbar und trotzdem ist die Wirkung überzeugend und so habe ich meist alles auf „ON“ gelassen und nur den EQ je nach Einsatz angepasst.

Selbst nach einigen Stunden in der Natur oder im Studio haben meine günstigen Standard-Batterien problemlos durchgehalten, 5 bis 6 Stunden waren hiermit kein Problem.

Tascam FR-AV2_man

Die Mitbewerber

Der Markt in diesem Segment wird praktisch von Tascam und Zoom dominiert und in der Preislage von 200,- bis 500,- Euro finden sich überwiegend Geräte dieser Hersteller im Marktumfeld des FR-AV2. Ich habe ansonsten nur Roland mit dem R-07 (UVP 310,- Euro) gefunden.

Von Zoom kommt der direkte Vergleichskandidat, der F3 (UVP 369,- Euro), der zwar günstiger ist, aber ein deutlich kleineres Display hat und „Zoom-typisch“ etwas fummelig in der Bedienung ist. Dazu ist der Tascam deutlich wertiger verarbeitet. Mit 399,- Euro ist der Tascam nur wenig teurer, bietet aber aus meiner Erfahrung den besseren Gegenwert.

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Fazit

Der Tascam FR-AV2 Audiorecorder macht alles richtig, wenn man ein Gerät für externe Mikrofone sucht. Er bietet sehr gute Mic-Preamps, Wandler mit bis zu 192 kHz und 32 Bit Floating, ein umfangreiches Timecode-Management, gute interne Effekte sowie eine einfache und intuitive Bedienung, gepaart mit einer sehr wertigen und hochwertigen Verarbeitung.

Ich kann Tascam zum neuen FR-AV2 nur gratulieren, denn man hört offensichtlich auf die Wünsche seiner Kunden und bietet so einen digitalen Audiorecorder ohne echte Schwächen an, der insbesondere in Interviews oder Podcast-Szenarien überzeugt. Sehr gut!

Plus

  • sehr hochwertiger Mic-Preamp und Wandler
  • sehr gute neutrale Klangqualität
  • umfangreiches Timecode-Management
  • Bluetooth-Unterstützung ( mit optionalem Adapter)
  • einfache und logische Bedienung
  • „normale“ AA-Batterien

Minus

  • Bluetooth Adapter kostet extra (59,- Euro)

Preis

  • 399,- Euro
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Über den Autor
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Jörg Hoffmann RED

Ich bin eine ziemlich wilde Mischung aus Kopf und Herz: Studierter Naturwissenschaftler mit Know-How in der Elektroakustik, nebenbei in der HiFi/High End Branche tätig gewesen, bin ich jetzt im Product Marketing in der IT Security aktiv.

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