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Test: Tascam US-1641

15. Januar 2008

Tascam US-1641

 

Tascams neues USB 2.0 Multikanal-Audio-Interface US-1641 trumpft mit einem für diese Ausstattung recht geringen Preis auf. Mit 14 symmetrischen analogen, zwei digitalen Eingängen sowie vier analogen und zwei digitalen Ausgängen nebst MIDI sind knapp 400 Euro sicher nicht zu viel verlangt.

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1_front.jpg

Das US1641 ist in einem 19"/1HE Gehäuse untergebracht und wird per internem Netzteil mit Strom versorgt. Die ersten acht Eingänge sind als XLR-Buchsen ausgeführt, die leider ohne Zugentlastung auskommen müssen, aber auch als XLR-Line-Eingänge fungieren können. Die Aussteuerung erfolgt dabei mit Potentiometern und einer Aussteuerungs-LED. Die Phantomspeisung kann gruppenweise (1-4/5-8) zugeschaltet werden. Die beiden Instrumenteneingänge 9+10 sind ebenfalls zu Lineeingägen umschaltbar und über Potis einzupegeln. Auf der Rückseite werden zwei zusätzliche Stereoeingänge angeboten, die zwischen -10 und +4 dBu umschaltbar sind.

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An Ausgängen finden wir einen Monitor-Ausgang, zwei Stereo-Line Ausgänge und einen Kopfhörerausgang. Der S/PDIF Input ist ein vollwertiger und damit nicht nur alternativ zu den analogen Eingängen nutzbar. Der S/PDIF Output kann entweder das Signal von Line-Out 1 oder Line-Out 2 spiegeln. Begrüßenswert ist auch der MIDI I/O und sehr schön ist, dass der Monitorausgang getrennt zum Kopfhörerausgang gepegelt werden kann, auch wenn diese das gleiche Signal führen. Das US-1641 bietet keinen frei einstellbaren DSP-Mischer an, dafür aber eine Monitoring-Funktion, bei der einfach alle analogen Eingänge auf den Monitor-Ausgang gemischt werden. Dabei ensteht keine für Monitoring störende Latenz. Ob diese Art des Monitorings sinnvoll ist, hängt vor allem von der Anwendung ab. Eine echte Monitoring-Mischung ist somit nur mit latenzbehaftetem DAW-Mix möglich.
Die Treiberinstallation erfolgt wie gewohnt ohne Pannen. Das danach zur Verfügung stehende Control-Panel ist durch die geringen Einstellmöglichkeiten übersichtlich und auch ohne Handbuch schnell zu durchschauen. Wir haben die Latenz mit dem Ploytec Latenc-O-Meter gemessen und haben in der derzeit aktuellen Treiberversion V1.01 schwankende Latenzen bei jedem Umschalten festgestellt, was eigentlich nicht Sinn der Sache sein kann!! Dennoch haben wir unsere Messungen gemittelt und angegeben:

44,1 kHz
Lowest – 10,1 ms Output 4,89 ms Low – 14,25 ms Output 7,5 ms
Normal – 23,46 ms Output 17,2 ms
High – 47,6 ms Ouput 29,4 ms
Highest – 61,64 ms Output 47,6 ms

96 kHz
Lowest – 7,56 ms Output
Low – 12,1 ms Output 7,5 ms
Normal – 25,72 ms Output 17,2 ms
High – 36,4 ms Ouput 29,4 ms
Highest – 75,3 ms Output 47,5 ms

Etwas schwerwiegender als die schwankende Latenz ist jedoch die relativ hohe CPU-Belastung, die sich das US-1641 mit der Treiberversion V1.01 genehmigt. Diese liegt auf unserem Centrino 1,5 GHz (zugegeben ein nicht ganz aktuelles Modell) und allen aktivierten Kanälen kontinuierlich schwankend bei 15%-25%, obwohl wir Speedstep und die Kontrollmethodenbatterien ausgeschaltet haben. Firewire-Interfaces mit einer vergleichbaren Anzahl an Kanälen stressen die CPU idR nur kaum merkbar. Auch das MotU 828MKII USB 2.0 konnte bei unserem damaligen Testbericht eine viel bessere USB 2.0 Performance an den Tag legen. Es wird sich zeigen, wie die nächsten Updates der Treiber/Firmware damit umgehen. Laut den Treiberentwicklern wird nur eine hohe Last durch eine unvorteilhafte Messmethode seitens Windows angezeigt. Die effektive CPU-Last soll aber niedriger liegen. Leider konnten wir diesem Tatbestand in der kürze der Zeit nicht nachgehen, holen dies aber so bald wie möglich nach.

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Die Audioqualität liegt für Homerecording übrigens über dem Durchschnitt und kann von den Rauschwerten her überzeugen. Die Detailzeichnung und die Höhenausflösung kann jedoch nicht mit unserer Referenz, dem RME FF400, mithalten. Für Homerecording ist die Klangqualität jedoch mehr als zufriedenstellend.

3_messung.jpg

Fazit
Das Tascam US 1641 für die USB 2.0 Schnittstelle ist mit Einschränkungen denjenigen zu empfehlen, die für wirklich wenig finanziellen Aufwand viele analoge Eingänge erhalten möchten. Wer nur einen älteren Rechner besitzt, sollte sich im Klaren sein, aufgrund der recht hohen CPU-Belastung nicht viele zusätzliche PlugIns einsetzen zu können. Für reine Mehrspuraufnahmen eignet sich das US 1641 in diesem Fall also am besten. Besitzer neuerer Rechner können es etwas entspannter angehen, jedoch ist auch auf diesen Rechnern der Unterschied zu einem Rescourcen-schonenden Treiber deutlich erkennbar.

PLUS
+++ Preis
+++ viele Eingänge
+ SPDIF
+ MIDI

MINUS
—- CPU-Belastung durch Treiber (evtl. nur angezeigt) (V1.01)
— schwankende Latenzen (V1.01)

PREIS
UVP: 459 Euro
Straßenpreis: 400 Euro

HERSTELLER

www.tascam.de

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Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    und an welcher Schnittstele läuft es? USB, FW?

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Auf dem Bild sieht's aus wie only USB. Das ist ja dann doch nicht soooo toll. Mit FW-Schnittstelle wär dieses Teil der preisliche Hammer, zumal Tascam das ja schon kann. Schade eigentlich !

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Und, läuft das Ding auf dem Mac? Wenn ja, auch schon unter Leopard? Müssen auf dem Mac Treiber installiert werden? Systemvoraussetzungen? Fragen über Fragen…Ansonsten finde ich den Test was die Ausstattung angeht sachlich und informativ.

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wer macht denn schon Musik mit dem PC und Windows???

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Auf dem Windows-PC machen Leute Musik, die sich dafür nicht extra einen Mac kaufen können! Oder ihr Geld in "richtige" Hardware stecken!

  6. Profilbild
    peterbrusch

    Benutze das Teil inzwischen seit 3 Monaten wöchentlich für Mitschnitte im Übungsraum.
    14 Spuren analog mir vorgeschaltetem Mischpult sind überhaupt kein Problem, gemixt wird eh zu Hause.
    Habe 288 Euro bezahlt und bis jetzt keinen Cent bereut.

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