Test: Tascam US-4×4, Audiointerface

27. April 2015

Bandmaschine 2015

Was hat eine Tascam TSR 8 und das Tascam US-4×4 gemeinsam? Beides sind Aufnahmegeräte aus renomiertem Hause und beide sind sehr einfach zu bedienen. Was ist der größte Unterschied? Bei amtlichen Audiowerten bezüglich Frequenzgang und Rauschverhalten wog die Bandmaschine aus den 80ern gute 20 kg, das neue US-4×4 kommt dagegen mit gerade einmal 1,6 kg daher. Natürlich hinkt der Vergleich, denn die TSR 8 konnte acht Spuren gleichzeitig aufnehmen, der Neuling nur vier. Dafür war aber bei der Bandmaschine nach acht Tracks der Laden dicht, während bei dem getesteten Audiointerface vier plus vier plus vier plus was-weiß-ich möglich ist, da hier die Rechenleistung des PCs sowie die verwendete DAW das Ende der Fahnenstange markiert. Und eingebaute Mikrofon-Vorverstärker hatte die dicke Tascam damals auch nicht. Also, ab zum Test des Tascam US-4×4.

Tascam US-4x4

Tascam US-4×4

Von außen

Von außen betrachtet ist das Tascam US-4×4 ein hübsches und solide verarbeitetes Kistchen mit einer Anschrägung der Vorderseite zwecks besserer Übersicht. Dort befinden sich sowohl vier XLR-Buchsen für Mikrofone als auch vier symmetrische Klinkeneingänge. Die ersten beiden Klinkeneingänge lassen sich auf Instrumentenpegel umschalten, um beispielsweise eine E-Gitarre oder einen E-Bass direkt anstöpseln zu können. Eine Phantomspeisung für Kondensatormikrofone lässt sich global für die Kanäle 1 bis 4 zuschalten, eine Signal- sowie eine Peak-LED geben Aufschluss über das Pegelverhalten. Einfach, aber effektiv.

Grün und Rot: Missverständnisse ausgeschlossen!

Grün und rot: Missverständnisse ausgeschlossen

Über einen Monitor-Balance-Regler lässt sich die vom Rechner kommende, bereits getätigte Aufnahme bequem mit den Eingängen abgleichen. So ist ein direktes Hardware-Monitoring möglich, was das Problem mit den Latenzen gleich im Ansatz eliminiert. Zwei Kopfhöreranschlüsse vervollständigen die Front, allerdings lassen sie sich nur gemeinsam mit einem Regler einstellen.

Klangbeispiele
Forum
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    Filterpad  AHU

    Dieses Interface kommt tatsächlich in allen Punkten sehr nah dran, was ich schon länger suche. Ich vermisse immer MIDI, aber hier scheint alles vorhanden zu sein: 4x Klinke, 4x Mic, MIDI, USB, Output – mehr braucht es nicht (unbedingt)! Vor allem schaut das Teil endlich mal nach „Gerät“ aus (anstatt Mini-Helfer-Buchse) das stabil auf dem Tisch (oder Rack) steht. Preis geht in Ordnung. Warum das aber mit dem ‚einfachen‘ Ein,-und Ausschalter immer noch ein Thema der Hersteller ist, soll mir für alle Zeiten ein Rätsel sein! Also auf die 10 € Preiserhöhung sei auch… !?! Als ich mein Interface gekauft habe, konnte ich erst gar nicht glauben das es Geräte gibt ohne Ein,-und Ausschalter! Ich habe Wochen damit verbracht, danach zu suchen. ^^

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    Franz Walsch  AHU

    Zwei Dinge zum Interface. Leider ist man häufig abhängig genau die passende Version des Os zu haben. Mittlerweile habe ich deshalb mehrere Rechner und Betriebssystem Versionen. Das Problem setzt sich auch bei den AudioPlugIns fort.
    Ein Netzschalter am Gerät scheint heute Luxus. Auch wäre bei den meist anzutreffenden Steckernetzteilen immer noch Strom auf dem Netzteil. Da hift nur ein Zwischenschalter oder schaltbare Mehrfachsteckerleiste. Außerdem sind die Steckernetzteile meist von sehr fragwürdiger Qualität. Um die vielen Geräte zu schützen, habe ich alle Geräte an einem Fuhrman Netzfilter dran. Viel Freude macht mir immer noch das Tascam FireOne. Firewire über Kabel und Stromschalter am Gerät und einen zweifachen sehr guten Kopfhörerverstärker und DAW Bedienung übers Mackie Protokoll.

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    Armin Bauer  RED 111

    Hi Sigi,

    schöner Test.
    Ich hatte ja neulich das US-16×08 hier, war auch recht angetan.
    Preislich ist das größere Interface noch eine ganze Ecke interessanter, 8x Mic, 8x Line, 8x Out für gerade mal 41,- mehr.

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    BA6  

    Ich zitiere mal aus dem Test:

    „Während des Betriebs fing das US-4×4 plötzlich an zu knarzen und zu knistern, was nur durch einen Neustart des Macs zu beheben war. Es kam in der Testphase zweimal vor, das war jetzt nicht so prickelnd.“

    Das deutet m.E. auf einen schlechten Treiber hin und ist in meinen Augen nicht hinnehmbar. Es ist heutzutage kein Problem, Audio-Interfaces mit ordentlicher Audioqualität zu bekommen. Solche mit wirklich guten Treibern, die nicht rumzicken, leider schon.

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      a.e.neumann  

      BA6 meint:
      „Das deutet m.E. auf einen schlechten Treiber hin…“

      Nope. Sicher nicht.
      Auf dem Mac braucht und hat das Tascam US-4×4 keinen treiber, da einfach Class Compliant Device. Installiert wird nur ein Settings Panel, bequemlichkeitshalber.
      Darauf weist Tascam sogar ausdrücklich hin:
      „With a Mac, you only need to install the Settings Panel application. The standard OS driver will be used.“

      Knarzen und knistern kommen unter solchen betriebsbedingungen am häufigsten vor, wenn gleichzeitig im hintergrund die CPU-last durch background processes und/oder aktive netzwerkverbindungen unbesehen ansteigt.
      In der regel genügt es, die buffer size zu vergrössern, z.b. von 256 auf 2048 samples, dann ist das problem weg.

      Auch darauf weist Tascam beim thema Troubleshooting Tips ganz korrekt hin:
      „Set the buffer size (latency) in the audio application that you are using or in this unit’s Settings Panel to a larger value.“

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    gaffer  AHU 1

    Guter Test zu einem interessanten Gerät, Sigi. Aber einen Vorwurf muss ich schon machen. Ich finde die Tatsdache, dass die Kiste anscheinend treiberfrei (Class Compliant) zumindest am Mac läuft extrem interessant, ermöglicht es doch eine schnelle Aufnahme auf dem iPhone oder iPad. Die sind fast immer damit auch lauffähig.

    Also eine Bitte für die Zukunft: werden iOS Geräte auch unterstützt, eventuell ja auch Androids, aber da sieht’s glaub ich immer noch ziemlich mau aus, was Audio/MIDI betrifft

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      Onkel Sigi  RED

      Griass Di Gaffer!

      Stimmt, habe ich tatsächlich übersehen, dass zu erwähnen. Details dazu finden sich auf der Tascam-Webseite.

      Musikalische Grüße von

      Onkel Sigi

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      a.e.neumann  

      @Gaffer, re iOS:

      O-ton Tascam:

      – You will need a Lightning to USB Camera Adapter.
      – With an iOS device, the standard OS driver will be used, so there is no need to install any software.

      Einfach und elegant.

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    moravista

    Ich möchte Sie um Ihrer Meinung bitten – ich suche ein USB Audiointerface mit 4 Mikrofon (XLR) Eingangen. Diese Tascam US-4×4 und auch der Steinberg UR44 siehen sehr gut aus – aber welche hat die bessere Pre-amps und Treiber? Ich werde hauptsachlich akustische Instrumenten aufnehmen (kein MIDI).

    Danke im Voraus für Ihre Meinungen!

    • Profilbild
      Altered  AHU

      Habe den kleinen Bruder, das Tascam US 2×2… est ist über ein Overhub von Elektron mit meinem Rechner verbunden. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass dich dieses Interface nicht enttäuschen wird. Von dem oben berichtetem knarzen und knatter kann ich nur sagen, dass es auftritt wenn der CPU auf Anschlag läuft… hatte das problem hin und wieder bei meinem alten Rechner. Habe mittlerweile ein aktuelleres Modell was den extremen CPU-Anforderungen moderner DAW und Plugin Software gewachsen ist und siehe/höre da kein Knacken und Knistern mehr…..
      Ansonsten kann ich nur Gutes bezüglich Latenzzeiten und Midi-Kompatibilität berichten.
      Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in meinen Augen.

      Grüße

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